Finanzjongleure: Es geht immer noch schlimmer!

Hans Schelshorn

Moderator
Teammitglied
Hallo zusammen,

daß die Nachwirkungen der diversen Finanzkrisen rasch verhallt sind, war ja nicht sonderlich überraschend. Welche Kreativität im Erfinden immer neuer Finanzprodukte bewiesen wird, das überrascht, zumindest mich, gelegentlich doch: http://www.sueddeutsche.de/wirtscha...s-vernichten-milliarden-ueber-nacht-1.3857534
Daß man auf die Volatilität der Börsen zocken kann, das war mir schon bekannt. Nicht aber, welches Ausmaß das angenommen hat und wie hoch die Risiken wirklich sind. Laut zitiertem Artikel sind zwei Fonds von 3,6 Milliarden auf 135 Millionen gefallen - an einem Tag! Einer von diesen beiden war von der Credit Suisse aufgelegt und wird nun nach einem Verlust von mehr als 95% liqudiert. Die Bank versicherte, ihr selber sei kein Schaden entstanden ... :cry:

Servus
Hans
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Hans,

so ist es halt:schlimmer geht immer.:D Und was Geldanlagen betrifft, gibts da kaum was ,was es nicht gibt.

Gruß~Unka
 
Das ist nunmal die Natur des Options-Geschäftes. Da gibts ja den Begriff der "Hebelwirkung".

Letztlich ist das ein Wettbüro für Hardcore-Börsen-Zocker.
Da hilft auch eine fondsbasierte Risikostreuung nicht mehr vernünftig...
 
... Volatilität ... Fonds ... Milliarden ... Millionen ...

Betrifft mich nicht.
Schon in Hans' Eingangspost kenne ich die relevanten Vokabeln nicht, und was ich nicht verstehe, kann mir kein noch so gewiefter Bankfuzzi andrehen.
Wer da Kohle verliert, ist selber schuld.
Das einschlägige Asterix-Zitat ist Auri sacra fames
;)
H.
 
Falls die Börsenblase platzt, ein Präventiv-Argument für alle die in einer Beziehung leben:

"Siehst Du Schatz, die beste Investition ist immer noch in Werkzeug, um etwas sinnvolles damit zu machen was man brauchen kann. Werkzeug verliert nie an Wert." ;):D
 
Hallo zusammen,

daß die Nachwirkungen der diversen Finanzkrisen rasch verhallt sind, war ja nicht sonderlich überraschend. Welche Kreativität im Erfinden immer neuer Finanzprodukte bewiesen wird, das überrascht, zumindest mich, gelegentlich doch: http://www.sueddeutsche.de/wirtscha...s-vernichten-milliarden-ueber-nacht-1.3857534
Daß man auf die Volatilität der Börsen zocken kann, das war mir schon bekannt. Nicht aber, welches Ausmaß das angenommen hat und wie hoch die Risiken wirklich sind. Laut zitiertem Artikel sind zwei Fonds von 3,6 Milliarden auf 135 Millionen gefallen
Das besagte Zockerpapier wurde vor 7 Jahren für $4,91 aufgelegt und ist jetzt noch knapp $6 Wert. Ich sehe da jetzt keine Dramatik, außer der, dass sich da einfach alles wieder normalisiert hatte :)
 
Hallo Hans

Der Wert einer Geldanlage ist nur ein Buchwert.
Ein realer Wert entsteht nur dann wenn man Gewinne realisiert. Und da hätte es seit 1988 viele Möglichkeiten gegeben. ;)
Ist bei Immobilien auch nicht anders. Mein Haus ist x.yyy.zzz € wert. Nett, aber nur wenn man es verkauft bekommt man den Wert. Allerdings kann man u.U. eine Hypothek darauf aufnehmen. Aber das muss auch irgendwer zahlen.
Man kann es drehen und wenden wie man will, abbeißen kann man im Notfall weder von einem Haus noch von einem Aktienpaket. :cry:
 
...es ist -eigentlich- noch ärger. Sobald man eine Aktie, ein Haus oder ein Options-Schein-Zeugs gekauft hat, ist der Wert praktisch imaginär. Man bekommt nur das zurück, was der Markt zum Verkaufszeitpunkt bereit ist, dafür herzugeben, klar, gilt für jeden Verkauf. Der Wert kann von Null bis... zu den Sternen (finanziell gesehen) gehen. Meine Verwandtschaft aus dem kleinen Bankenland Luxemburg teilte heute mit, "es" ist noch nicht so ganz vorbei. Dieser US-Aktienindex Dow-Jones ist heute erneut runtergerauscht, mit ca 1000 Punkten auf 23800, was immer noch viel ist. Eigentlich nicht schlimm, aber: Die betonten Begriffe im Telefonat lauteten, einige "CDS triggern" und es gibt vermehrt "margin calls".
Ach ja, Hans, der Verlust der CS=Credit Suisse war tatsächlich geschützt="hedged", die Anleger/Käufer des Finanzvehikels (Nach Info aus LX genannt "XIV: VelocityShares Daily Inverse VIX Short-Term exchange-traded note", hihii) sollen/müssen für den Verlust von 80-90% geradestehen. Deren Kaufpreis=Invest ist also fast wertlos, weil der Wert der "traded note" ist ja gesunken, den kriegen sie nicht mehr zurück. Wer den Kauf auf Kredit gemacht hat, muss sich die Kohle jetzt eben "besorgen" oder, wenn es viel ist und das nicht klappt, Pleite anmelden.
Ich habe nicht nachgefragt, was das alles bedeutet, mögen andere Wissende hier bitte erklären?
Gruss Dietmar
 
Hier wird so spezielles Börsenzeug beschrieben:
https://www.n-tv.de/incoming/Wenig-Positives-zu-Tesla-article20277262.html

Z.B. diese Wette: "Open End Turbo-Put mit Basispreis und KO-Marke bei 352,40 USD"

Wer also ca. 10-15 Jahre Börsenerfahrung hat, kann so etwas versuchen. Oder, wenn eine Person mit fetter Vollmacht z.B. bei einer Bank als Trader beschäftigt ist und dort werden jeden Monat bei einer grossen Lebensversicherungsfirma eingegangene Gelder=Deine Beiträge aufs Geschäftskonto bei der Bank abgekippt und es gibt dann "Spielgeld"...
 
Wenn man das hier alles so ließt, irgendwie bin ich ganz froh kein Geld zum damit spielen zu haben.

Klar, man sollte schon für die Zeit nach dem Arbeitsleben, eine Handvoll Dollars auf die hohe Kante legen. Und auch was für den Fall; das man ungewollt einen Baum umarmt, einem ein Bus knutscht, böse kleine Viecher einem von innen auffressen wollen, oder einem gar der Himmel (respektive das eigne Modell) auf dem Kopf fällt.

Das die Banken, bzw. die Versicherungen (= Finanzdienstleister) mit deinen paar lausigen virtuellen Dollars spielen gehen, nun, damit muss man wohl oder übel leben. Denn die paar Penunzen ins Kopfkissen zu schieben, macht nicht wirklich Sinn. Die Chance das sie sich dort auf wundersame Weise vermehren ist garantiert 0 (Null). Da ist die Chance deutlich größer, das einem dunkle Gestalten das Kopfkissen klauen, bevor sie Gute Nacht sagen und einem das Licht ausblasen.

Jedenfalls, wenn die Blase platzt (und nicht nur solche Bläschen wie bisher), ist beruhigend; man war nicht selbst Schuld daran.
Und, man ist auch nicht allein beim absaufen.
Dann haben alle die Arschkarte gezogen.

Denn dann ist auch das prall gefüllte Kopfkissen, in das man nun Rotz & Wasser hinein heult, plötzlich wertlos.
Weiche Daunen wären dann sehr viel besser: Die rascheln auch nicht so laut...
 
Na Thomas Du hast gut lachen.
Gehst halt dann mit der Goldpfanne auf Diamantensuche. :D
Oder so ähnlich. ;)
 
...
Man kann es drehen und wenden wie man will, abbeißen kann man im Notfall weder von einem Haus noch von einem Aktienpaket. :cry:

Von einem Bündel Geldscheine aber auch nicht, Claus!
Aber: Geld kann zerstört werden oder verlustig gehen, Häuser können einstürzen, Bitcoins rasant an Wert verlieren. Aber breit gestreutes Eigentum an Produktivkapital hat gute Aussichten, erhalten zu bleiben und auf lange Sicht an Wert zu wachsen. Umso unverständlicher, daß die Deutschen kaum Aktien kaufen wollen.

Was mich an der Credit Suisse maßlos ärgert: Die Bank ist stolz darauf, keinen Verlust erlitten zu haben. Das bedeutet, daß sie ein hochriskantes Produkt entwickelt und es den Kunden aufgeschwatzt hat, die entstandenen Verluste aber ausschließlich die Kunden tragen müssen. Klar, wer schlau ist, kauft so'n Zeugs nicht. Dennoch sehe ich ethische resp. moralische Defizite bei den Geldunternehmen.


Das besagte Zockerpapier wurde vor 7 Jahren für $4,91 aufgelegt und ist jetzt noch knapp $6 Wert. Ich sehe da jetzt keine Dramatik, außer der, dass sich da einfach alles wieder normalisiert hatte :)

Zum Ausgabepreis haben sicher die wenigsten gekauft. Und was ist, wenn der Fonds umgehend liqudiert wird, weil die Bank mit den paar Kröten nix mehr verdienen kann?

Servus
Hans
 
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