Flächenbelastung

Hallo Gemeinde


Ich habe eine Frage bezüglich Flächenbelastung. Möchte mir demnächst ein grösseres Modell komplett im Eigenbau anfertigen.

Im Moment bin ich noch mit dem Massstab am rumprobieren und wie ihr wisst, hat die Tragfläche eines Originals eine für uns Modellbauer scheinbar utopisch hohe Flächenbelastung.

Ein kleines Modell bis 1 m Spannweite (zb Slow/Funflyer) fliegen wir mit ungefähr 15g/dm2

Eine vorbildähnlich gebaute Kunstflugmaschine der 2m Grösse fliegt mit 130g/dm2 nicht sehr eng, aber recht scale.

Wird ein Modell vergrössert/verkleinert steigt/sinkt die Flächenbelastung und das Gewicht, letzteres jedoch nicht linear zum Verkleinerungsmassstab.

Nun, kennt Ihr Umrechnungsformeln, Anhaltswerte, Erfahrungen mit verschiedenen Flächenbelastungen und Flächeninhalten?

Welche Flächenbelastung mutet ihr einer Tragfläche von 180dm2 Inhalt eines modernen Kampfflugzeugs zu, damit dieses zwar scale, aber dennoch nicht allzu giftig zu fliegen ist? Es wird gezielt dieses dynamische "durchrutschen" in der Luft angestrebt. Das mag seltsam klingen, aber mit einer "genügend" hohen Flächenbelastung dürfte dies erreichbar sein, nicht wahr?


Für Eure Antworten Danke ich schon jetzt.


Mit besten Grüssen

Johannes
 
Hallo
bei deinem Projekt (180dm) brauchst Du dir um die Flächenbelastung keine Sorgen machen,das Gewicht kommt von selbst. Gewicht steigert sich zum Quadrat.
happy landings
fritz
 
hi Johannes,

bei Deiner Fragestellung ist eines problematisch: Das "scale". Es ist nämlich so, dass wir uns alle daran gewöhnt haben, dass unsere Segler wie die Rennsemmeln durch den Himmel heizen. Wenn Du mal eine Superorchidee in echt anguckst, wird Dir auffallen, dass Du ganz vergessen hattest, WIE langsam diese fliegen.

Otto-Normalmodellbauer rechnet so:
Masstab 1:10 =
1/10 Abmessungen, z.B. 150cm SpW (Original: Standardklasse-Segler)
1/100 Oberfläche
1/1000 Gewicht, z.B. 400g Gewicht

Damit fliegt sie aber proportional zur Grösse betrachtet etwa Wurzel(10), also ca. 3x ZU SCHNELL. Wenn Dein 1,5-m-Segler SCALE-like fliegen soll, musst Du ihn mit 40g bauen und in der Halle fliegen.

Traurig aber wahr. Deswegen üben ja die grossen Flugmodelle so einen Reiz aus, weil sie immer vorbildähnlicher fliegen.

Also bei hoher Flächenbelastung: Vergiss "Scale"-FLIEGEN. Ausser Du verstehst darunter, wie die echten aus 1000m Höhe ein Programm in 3 Minuten zu absolvieren.

Die grossen (echten) Segler haben eine Menge, aber "Durchzug" im Sinne der Modellbauer haben sie nicht. Ich habe jedenfalls noch keinen gesehen, der - masstäblich hochgerechnet von einem normalen 1:4-Segler - 800m senkrecht in die Tiefe rauscht, dabei drei Rollen macht, unten zwei abgerundete Ecken fliegt und anschliessed mit drei Rollen senkrecht 600m nach oben steigt.

Denn das etwa willst Du doch - natürlich in 1:4 oder so - fliegen. Oder nicht?

Bertram

P.S. Offensichtlich werden öfters grosse schwere Segler verkauft, weil zwar das Fluggelände vorhanden ist, aber nicht das Landegelände. Willst Du nur im F-Schlepp am Platz fliegen oder auch am Hang?

B.
 
Gegenfrage

Gegenfrage

Brunnhofer schrieb:
Welche Flächenbelastung mutet ihr einer Tragfläche von 180dm2 Inhalt eines modernen Kampfflugzeugs zu, damit dieses zwar scale, aber dennoch nicht allzu giftig zu fliegen ist?



Hallo Johannes

ich stelle jetzt erst mal ne Gegenfrage in den Raum: Was meinst du mit modernem Kampfflugzeug?

Die Antwort von Bertram würde ich mal bei Segelflugzeugen und Propellergetriebenen Flugzeugen stehen lassen, da ist scalefliegen wirklich auch ein Problem der Flächenbelastung ist, wobei das mit grösser werdendem Massstab sich dann relativiert.

180 dm2 sieht nach einem grossen Modell aus, was solls denn geben?

Gruss

Ralph
 
N' Abend


Danke schon mal für Eure Beiträge, Freunde.

Mit der Grösse bin ich noch sehr am rumprobieren. Ich brauche einfach ein Mindestgewicht um das Modell nicht zu überpowern. Der Flieger wird praktisch "um die Triebwerke herum" gebaut. Die Triebwerke auf eine geringere Max-Leistung drosseln geht nicht weil dann die Nachverbrennung einen schlechten Wirkungsgrad aufweist, d.h. man pumpt sehr viel Treibstoff rein, erzielt aber wenig Schubsteigerung.

Mit voller Leistung wäre ein Schub/Gewichtsverhältnis von leicht über 1:1 wünschenswert. Wie beim Original auch. Soll eine F/A18 mit richtigen Flächentanks (bereits erprobt) und viel Carbonteilen werden. So wird das Modell recht gross, ich hoffe eben dass damit die Flächenbelastung noch "hoch" genug ist. Mag wirklich paradox klingen. Aber ich will somit eben vermeiden, dass es ein eckig fliegbarer Funflyer wird.

Dieses F3A - typische Fliegen wie auf "Schienen" passt für dieses Modell nicht. Ich habe schon ein paar f/a 18 Modelle gesehen, für meinen Geschmack fliegen sie einfach zu wenig "scale-like" Viel zu kleine Anstellwinkel, was dann auch den Eindruck vermittelt dass die Modelle "federleicht" zu bewegen sind. Der dynamische und etwas scherfällige Flugstil des Originals geht so verloren. Ist ja auch eine sehr schwere Maschine.

Natürlich kann man dieses Verhalten nicht 100%tig nachahmen. Masseträgheit fehlt. Aber eine gewisse Auslegung des Modells sollte es dem Piloten etwas vereinfachen, diesen Flugstil zu praktizieren.

Habt ihr weitere Ideen, Anregungen? Kritik zu meiner Wahl der Originalmaschine brauche ich nicht, ich weiss dass der Geschmack diesbezüglich eher gegen die 60er Jahre tendiert :-)


Viele Grüsse

Johannes
 
Hallo Johannes,

Wieso Kritik bei der Auswahl des Vorbildes - da hat dir doch keiner dreinzureden (hoffentlich)!!

Auf jeden Fall mal Hut ab - das ist ein Projekt das es in sich hat. Bei einer Fläche von 1,8 m2 dürfte das so im Massstab 1:4,5 sein, das gibt ein Riesenteil. Ich weiss noch von den Arbeiten am Tiger (1:5), dass das Hauptfahrwerksrad am Tieger etwa die Dimensionen des Bugfahrwerkrades der F/A 18 hat - der braucht aber gleich 2 davon...

Bei den Ausmassen stellt sich die Flächenbelastung fast von selber ein, ich würde mal schätzen dass du bei deinen Vorgaben so bei 150 g / dm2 liegen wirst; das ergibt schon mal 27 kg Abfluggewicht. Nur liegst du da schon neben den erlaubten 25 kg
und benötigst mal 2 Turbinen mit 140 - 160 N Schub. Da du ja von Nachbrennern sprichst: Welche Triebwerke willst du denn einsetzen?

Gruss

Ralph
 
Grüß Dich Ralph


Ich denke den Hut solltest Du erst abnehmen, wenn das Projekt steht. Ist ja noch ganz am Anfang. Da werden schon ein paar Jahre vorbeigehen. Bis erstmal die CAD-Dateien und überhaupt die ganze Konstruktion gezeichnet ist...

Da ich guten Zugang zu unseren F/A18 des Militärs habe, werd ich es auch nicht unversucht lassen das Fahrwerk selbst zu bauen. Ansonsten wird mir HAWE bestimmt weiterhelfen können.

Wegen der Gewichtslimite mache ich mir keine Sorgen, denn was darüber liegt, muss zwar vom Luftamt abgenommen werden, aber wobei liegt da das Problem?

Antrieb und Komponenten werden (es existiert erst 1 Prototyp) allesamt im Eigenbau entstehen. Dabei versuche ich in einem weiteren Schritt den originalen Triebwerken einige Raffinessen und Ideen zu klauen, so Beispielsweise die direkt angeflanschte Kraftstoff- und Hydraulikpumpe (fürs Fahrwerk)
Am Nachbrenner wird noch experimentiert und in Frage gestellt, ob sich eventuell eine verstellbare Schubdüse lohnen würde. Technisch auf jeden Fall, aber ob es beim "geringen" Aufwand bleiben wird?
Steht vieles noch in den Sternen aber ich bin mir sicher das wird was Tolles.

Ich bin übrigens mehr der Werkstattfreak und weniger der Topgun-Pilot, deshalb die eine oder andere doofe Frage bezüglich Aerodynamik / Flugverhalten.

150g/dm2 finde ich für ein so grosses Modell eigentlich recht wenig. Gibt ja doch etwa 2.5 m Spannweite. Die Flügelfläche ist dabei recht gross, auf jeden Fall grösser als bei einem "rechteckigen" Trainerflügelgrundriss. Nach grobem Abschätzen dürfen da schon 250g/dm2 anliegen, oder liege ich da sehr daneben?

Mit dem Wing Designer lässt sich bestimmt ein passendes Profil finden und herstellen; wisst ihr ob da auch Profileigenschaften angegeben sind? Denn häufig werden nur Namen und Daten angegeben, und gar nichts über besondere Eigenschaften davon. Ich müsste auf jeden Fall ein Profil haben das bei grossem Anstellwinkel die Strömung träge und langsam abreissen lässt.


Viele Grüsse


Johannes
 
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