Form tempern?

Moin,

Erstmal mein Entschüldigung dass mein deutsch leider noch nicht so gut ist, wir sind vor kurzem umgezogen...

Habe ein Frage:
Ich möchte mir gerne ein Form für ein Großmodell fertigen und R+G Produkte verwenden.
Soll mann so einen Form tempern (Rumpf +/- 1,80m lange)?
Und der Rumpf der mann aus dieser Form fertigt, tempern?
Wenn ja, muss ich dann unbedingt der Form symetrisch aufbauen?

Na, herzlichen Dank,

Arne.
 
Tempern

Tempern

Lieber Arne.
Grundsätzlich ist ein tempern (ca. 10 Std. bei 60°C) immer gut, egal bei welchen Bauteilen. Unbedingt nötig ist es aber nicht.
Die Form würde ich (aus bequemlichkeit) nicht tempern. Trotzdem ist ein symetrischer Lagenaufbau zu empfehlen.
Den fertigen Rumpf würde ich tempern, insofern dies möglich ist. Auch hier, unbedingt nötig ist es nicht.
Für den Formenbau würde ich das Formenharz-P verwenden und das Epoxydharz L mit Härter L. Auch der Rumpf kann problemlos aus diesem Harz hergestellt werden. Das L-285 (LF) tränkt zwar etwas besser, der Unterschied ist aber kaum feststellbar. Auch die Festigkeit beim Endprodukt ist nicht zu unterscheiden.
Du kannst also ruhig das günstigere Harzsystem verwenden.
 
Hallo Arne,

ob man beim Bau von Rümpfen und generell Teilen aus Formen Tempern sollte ist schon viel diskuitiert worden. Unbedingt nötig ist es sicherlich nicht. Das Harz erreicht allerdings schon etwas bessere bzw. voll seine angegebenen Werte, wenn man tempert. So wird auch die spätere Matrix Hatz/Fasern etwas belsatbarer. Auch werden die Teile später etwas unempfindlicher bei Wärme. Bei Sonneneinstrahlung zeichnet sich z.B das Gewebe dann nicht so schnell in derOberfläche ab. Sowas ist aber fast nur bei Flügeln aus Negativformen wichtig.

Ganz wichtig, wenn später die Teile tempern willst, ist eine auch getemperte Form, die das dann eben auch aushält. Das hast du ja schon richtig gesagt. Dazu müssen aber auch das beim Formbau verwendete Wachssystem und das Urmodell incl. aller eingestzten Materialien, gerade Spachtel, Füller und Lacke temperatufest sein. Gut kann es dazu sein, wen auch diese Schichten bei der Herstellung des Urmodells schon unter Wärme härten.
Die Form symmetrich aufbauen ist eh sinnig, ob das bei getemperten Formen noch wichtiger wird, kann ich nicht sagen, könnte aber gut sein.

Als mein kleines Fazit. Tempern bringt schon noch Vorteile, bringt aber auch zusätzliche Risiken bzw. Fehlerquellen bei Bau und Verwendung der Formen und beim Bau der späteren Teile. Man sollte das dann für sich und gegeneinnder abwägen.

Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter. Vielleicht melden sich noch ein paar von den Leuten hier, die sich mit der Materie gut auskennen.

Gruß Arne :D
 
Wenn ich mal so ganz am rande eine Waschkeramikform empfehlen dürfte? Da kann man machen was man will, keramik interessiert das wenig. Mal abgesehen davon das es kostengünstig ist...
Kleine warnung vor der verarbeitung allerdings: das gibt immer eine maßlose sauerei....
Gruß
hank
 
Hallo Arne, hallo Arne.
Das Bauteil, also in Deinem Falle der Rumpf, muss ja nicht in der Form getempert werden. Aus diesem Grunde sind die Warnungen von Arne nicht von Bedeutung. Etwas anderes ist eine Heisshärtung in der Form. Das ist aber hier nicht angedacht und macht bei diesem Harzsystem auch keinen Sinn.
Wie bereits geschrieben, 10 Std. bei 60°C oder überhaupt nicht.
So wie ich Dich verstehe, ist es ja die erste Form. Also mach Dir keine allzu grossen Sorgen.
Die Variante mit der Keramik kannst Du selbstverständlich prüfen, ergibt aber eine absolut steife Form die Du beim Entformen kein bischen knautschen kannst.
Das wiederum ist bei einer Rumpfform doch oft hilfreich!
 
Hi Arne, Moswey und Hank,

Erstmal herzlichen Dank für die Antworte.

Ja Moswey es ist mein erste große Form, habe schon kleinere gemacht.
Dann habe ich Formenharz P und Epoxyd-L und Härter-L verwendet.
Hat immer gut geklappt aber wenn mann dann anfangt so einen große Form zu bauen ist es vieleicht sinnvoll alles nochmals zu überlegen...

Ich frage mich, wie machen die Herstellern von Großmodelle das?
Kann mir kaum vorstellen dass wirklich große Teilen getempert werden...
Weis auch nicht genau ob es in unsere bereich etwass bringt.
Kann es auch schief gehen, verzogen Form oder Teilen?

Herzlichen Grüß,

Arne.
 
Moin,

schief gehen kann alles.

Vorteile vom Tempern sind vor allem, dass Modelle, die im Auto stehen und im Sommer mal wirklich warm werden, sich nicht plötzlich verziehen oder sich das Gewebe abzeichnet.

Wie gesagt, das Urmodell muss es abkönnen, dann die Form auf dem Urmodell etwas heißer tempern als die Rümpfe später getempert werden sollen, symmetrischer Aufbau, ... wurde ja schon erwähnt und dann die Bauteile selbst in der Form tempern.
 
Wenn ich der Form etwas länger behalte möchte, welche Formenharz kann ich dann am besten verwenden, der standard Formenharz P oder der Alu-formenharz?

Herzlichen Grüß,

Arne.
 
Moin,

das Aluformenharz ist für eine größere Anzahl von Entformungen geeignet, allgemein je härter das Formenharz, desto länger bleiben Ecken scharfkantig, ...

ABER viel entscheidender für den Hobbygebrauch ist die Güte des Urmodells, denn wenn du die Form noch nacharbeiten und polieren musst, ist gefülltes Formenharz wieder kontraproduktiv.

Wenn du mit einer Form umgehen kannst und sie sinnvoll aufbaust, ist schleif-/polierbares Formenharz vollkommen ausreichend und wird viele Entformungen überstehen, also mehr als 50. Wenn du da aber Schmarren rein bekommst, durch groben Umgang, ziehst du tiefe Späne und bei untauglichem Formenaufbau brechen dir die Kanten halt leichter weg.

Bei hartem Formenharz halten die Kanten alleine schon durch das Formenharz besser, wenn du Schmarren durch groben Umgang rein bringst, sind sie nicht ganz so tief, dafür kannst du sie aber auch nicht wegschleifen und aufpolieren, die Schmarren haste einfach drinnen, auch wenn das Wegschleifen und polieren bei einer Rumpfform beispielsweise ohne nennenswerte Nachteile am Bauteil durchaus möglich wäre. Deshalb muss, je härter das Formenharz ist, das Urmodell auch immer besser sein, denn desto weniger lässt sich die Form nachbearbeiten.

Bezogen auf dem Umgang mit den Formen kann man sagen, dass hartes Formenharz zwar weniger leicht zu beschädigen ist, dafür lässt es sich aber auch nicht anständig nachbessern. Wenn ich sehr gute Urmodelle habe, verwende ich koruntgefülltes Formenharz, das kann man nur mit Diamantwerkzeug nennenswert bearbeiten, nachpolieren geht auch nicht, das sind dann aber auch Formen, die ich nicht verleihe, denn Kratzer lassen sich nicht rauspolieren und ich baue nicht von guten Urmodellen eine aufwändige Form, um sie mir zerkratzen zu lassen.

Hat also alles seine Vor- und Nachteile.

Wie lange eine Form hält und ansehnliche Bauteile ausspuckt, hängt viel mehr am Umgang denn am Material. Auch Formen aus hartem Formenharz kann man schnell vergurken.
 
Hallo Eike,

Erstmal herzlichen Dank für deine Antworte.
So Formenharz-P reicht vollkommen aus?
Ich habe mir gedacht der Alu-Formenharz ist nur ein bischen teuerer (Euro 5,-) und ein Form bauen ist schon ein bischen Arbeit, vieleicht ist es dann sinnvoll der "bessere" Formenharz zu verwenden...
Da kommen auch Nieten und Blechstoßen im Form drin...
Für ein Anfänger alles noch nicht so einfach...;-))

Eike, sinnvoll aufbauen der Form, heißt das ein dünne Schicht Formenharz, nicht zu dicke oder kein Kupplungsschicht, und so schnell wie möglich mit Gewebe anfangen. So das es im Formenharzbereich nicht zuviel Harz reingesteckt wird, oder?
Vieleicht hast du noch gute Tips, alles ist wilkommen!

Herzlichen Grüß,

Arne.
 
Moin,

jetzt definiere mal "besseres" Formenharz ;) . Das eine ist härter, das andere weicher, beim härteren stehen die Kanten fester, beim anderen lässt es sich schlechter nachbearbeiten, ...

Je härter das Formenharz, desto sicherer musst du dir sein, dass die Form im ersten Schuss gelingt, ohne Nacharbeit. Eine Form aus hartem Formenharz ist somit mehr eine "Profi-Form". Sie muss auf anhieb gelingen und Kratzer sollte man auch keine rein machen. Der normale Verschließ ist dafür dann geringer und sie hält ewig.

Was jetzt "besser" ist, will ich mal offen lassen. Ich arbeite mal so und mal so, teils auch davon abhängig, was ich gerade liegen habe.

Ein sinnvoller Aufbau aus meiner Warte ist, dass gerade in Ecken das Formenharz sehr dünn gestrichen wird, nur deckend und dann eine Kupplungsschicht aus Baumwollflocken/Harz dahinter und ein Glasgewebeaufbau, angefangen mit 1-2 feinen Lagen wie 80-110er und dann dicker werdend, abschließend symmetrisch. In die Kupplungsschicht kommen bei mir auch bewusst keine "Glaskurzfasern" mehr, denn die sind kommerziell oft aus grobem Material geschnitten und prägen sich stärker durch als mittleres Gewebe. Es gibt auch Aufbauphilosophien mit mehreren Schichten Formenharz, ... aber da platzen nach meiner Erfahrung Kanten viel schneller weg, weil die Schicht unnötig dick ist.

Also wie ich eine Form aufbaue, ist anhand zweier Beispiele auf meiner HP beschrieben:

Hangtokoloschi

Schwert für IOM-Boot
 
Hi Eike,

Tja wenn du mir fragst wass meinst du mit besseres Formharz, dann würde ich sage: "langlebig".
Aber ich verstehe von dir dass es auch sinnvoll sein kann ein polierbares Formenharz zu haben.
Eike, passiert es dann so oft dass mann ein Fehlerstelle im Form hat der rauspoliert werden muß dass es sinnvoll ist ein polierbares Formenharz zu verwenden?
Meiner Uhrmodell sieht denke ich gut aus, ist mit 2K-filler lackiert und fein geschliffen. Selber würde ich sagen das muß einfach gut gehen...hoffentlich..;-))
Eike, so möchte ich auch gerne ein einteiliges Form für ein Spinnerkappe machen (dia 10cm). Das Uhrmodell habe ich schon aus Alu gedreht. Ganz vorne ahbe ich dann ein verzenkung gemacht wo der Kopf von der M5 Inbusschraube reinkommt. Wie glaubst du dass ich dass machen soll. Ein Metalstuck mit im Form einlaminieren oder einfach mit Formenharz das vornere Loch abformen? Geht das vieleicht kaput wenn das entformen nicht zu leicht geht?

Herzlichen Grüß,

Arne.
 
Arne Kruschat schrieb:
...
Eike, passiert es dann so oft dass mann ein Fehlerstelle im Form hat der rauspoliert werden muß dass es sinnvoll ist ein polierbares Formenharz zu verwenden?
Meiner Uhrmodell sieht denke ich gut aus, ist mit 2K-filler lackiert und fein geschliffen. Selber würde ich sagen das muß einfach gut gehen...hoffentlich..;-))

...

Wie glaubst du dass ich dass machen soll. Ein Metalstuck mit im Form einlaminieren oder einfach mit Formenharz das vornere Loch abformen? Geht das vieleicht kaput wenn das entformen nicht zu leicht geht?

Herzlichen Grüß,

Arne.

Moin,

also wenn du mit Formenbau anfängst, sollte das erste Projekt etwas fehlertolerant sein, so dass du daran noch lernen kannst. Also nicht unbedingt all zu groß.

Wie oft du zu Fehlstellen kommst, hängt davon ab, ob du Fehler beim Formenbau machst, was du dir da an Lunkern einbaust ;) und ob du Trennprobleme bekommst und beim entformen Gewalt anwenden musst. Bevor du abformst, würde ich dir empfehlen, den Füller noch zu lackieren, zumindestens fein geschliffener Spachtel lässt sich nur unbefriedigend trennen.
Wenn alles klappt, hast du keinen nennenswerten Verschleiß an einer Form.

Ich würde für die versenkte Schraube einen Metalleinsatz vorsehen. Die kannste raus ziehen und dann das Bauteil entformen. Geht einfacher und was sich einfacher entformen lässt, birgt weniger Risiken.
 
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