Früher das waren noch Zeiten...

COOLMOVE

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Angeregt durch mehrere lustige Beiträge in denen ich mich wiedergefunden habe in einem Nachbarforum
Das waren Zeiten...
würde ich gerne auch hier ein paar Anekdoten zum besten bringen. Gerne dürft ihr auch Schwenks aus eurer Jugend einfließen lassen.

Ich war 14 und bekam mein erstes Überaschungsei geschenkt. Spannung, Spiel und Schokolade, ihr kennt die Werbung. War fast unerschwinglich damals.
Ich schloss mich damit in den Schuppen ein und fing an das Ei auszupacken, ganz allein und ohne Sprengstoffschutzanzug. Meine Eltern vertrauten mir.
Wenn ich heute darüber nachdenke was hätte alles passieren können, aber es ging alles gut.

Habt ihr auch solche Geschichten auf Lager Freunde?

Gruß Rainer
 
Tulura

Tulura

1,50m Spannweite und 4ccm³ HB Motor, das war mein ganzer Stolz vor mehr als 25Jahren. Tulura hieß das gute Stück und eine majestätische Erscheinung mit lenkbaren Bugfahrwerk. Heute würde man sagen das ist der Burner. Nun ja, gestartet wurde auf einer frisch gemähten Wiese und ganz stolz zogen die 4ccm³ die Maschine brachial gen Himmel. Sofort trafen auch ein paar Zuschauer ein, die das Event von einem nahegelegenen Bauernhof beobachteten. Stolz zog ich meine Kreise, bis ich merkte dass nichts mehr ging. Ich denke das Gefühl muß ich nicht weiter beschreiben. Dafür gibt es nur ein Wort Sch.....
So mußte ich also zusehen wie meine schöne Tulura mit Vollgas in den Bauernhof einschlug. Ich glaube in diesem Moment war ich komplett blutleer. Keinen Tropfen hätte ich gegeben als ich mich rennend zum Bauernhof begab und sah dass die Bäuerin wie versteinert ca. 2m neben meinem Modell stand. Keuchend traf ich ein und sie sagte kein Wort bzw. konnte nichts sagen vor lauter Schreck.
Genau in dem Moment als mein Modell auf dem gepflasterten Hof mit Vollgas aufschlug, hat sie gerade den Stall verlassen und stand 2m daneben. Was ein Glück dass nichts passiert ist.
Wir schauten uns beide an und ich wußte nicht ob ich jetzt lachen oder heulen sollte......
Als der Schock vorüber war habe ich das Modell mitsamt allen Teilen in der Mülltone entsorgt.

Am nächsten Tag fuhr ich nochmals zurück und überreicht der Bäuerin einen schönen Blumenstrauß. Sie meinte ab sofort einen zweiten Geburtstag feiern zu können. Wie recht Sie doch hatte.
Ja. ja das waren noch Zeiten......

Das war mir eine große Lehre. Seitdem verteile ich immer Schutzhelme an alle Zuschauer und Bewohner im Umkreis von 250m.:D
 
Hmm... als ich so 13 ~ 14 war, war die einzige Spannung das ewige Spiel der Geschwister nach der Schule: Wer wäscht das Geschirr ab, wer macht den Mülleimer leer, wer saugt Staub, wer wienert den Küchenboden, wer putzt das Klo und wer hängt die Wäsche zum trocknen auf. (Was meine Schwester und ich dann „gerecht“ aufgeteilt haben.) Und das alles ohne Schokolade. ;)

Die eh nur dick macht! Was aber damals kein Thema war, weil wir quasi nur draußen unterwegs waren. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad Freunde besuchend, auch wenn sie mehrere Kilometer weit entfernt wohnten. Sind mit anklopfen oder einfach ohne anzuklopfen ins Haus gegangen, haben freundlich Guten Tag gesagt und haben den Freund zum Spielen abgeholt. Dem Wetter war das ziemlich Egal. Wurde es zu heftig (-20°C mit Schneesturm, Wolkenbrüche u.ä.) wurde bei einem zuhause gespielt. Und oft auch übernachtet, ohne das die Mutter die Tochter am nächsten Tag zum Frauenarzt geschleift hat.
Ja, da draußen, in der grausamen Welt! Ganz ohne Aufpasser! Wie war das nur möglich?
Man konnte auch ohne Helm Fahrrad fahren! Unglaublich! Man, was war ich Stolz auf meinen Fahrradführerschein.

Autos hatten keine Airbags und die Sicherheitsgurte musste man sich oft noch selbst einstellen. Auf den Rücksitzen gab es dafür zum Ausgleich... gar keine. Kopfstützen waren selten und waren im Zubehörhandel erhältlich. Kindersitze?

Fernsehen war 6 ~ 8 Stunden am Tag, dann TESTBILD, danach Schneegestöber. Der Computer war ein Puter mit’n Com davor (offensichtlich der Teil davon, den man nicht essen konnte). Und alle Telefone hatten ein Kabel, das grade eben lang genug war, das es bis ins Zimmer meiner Schwester reichte. (War wohl Standard, damals.)
Fasse dich Kurz, stand in allen irgendwie nach Nikotin, Pisse und in Kombination etlicher Parfüms riechenden kleinen gelben Häuschen der Post, von dem man aus telefonieren konnte, weil man ja mobil war.

Wenn man für den Nachbarn den Gartenzaun angepinselt hatte, gab’s ein oder zwei Heiermänner. Ob die Farbe Bleihaltig oder anderweitig Toxisch war, weis ich nicht mehr. Sie hat aber super gehalten... vor allen an den Fingern und im Gesicht.
Für Zwei Mark fuffzig, hat man einen Hektar Rasen gemäht, mit’n Handrasenmäher und mit freundlicher Unterstützung der Freunde.

Es gab keine Kindersicherungen an Steckdosen, Autotüren, Arzneiflaschen und chemischen Haushaltsreinigern.
Wir tranken Wasser aus dem Gartenschlauch oder der Pumpe am Straßenrand und nicht Mineralwasser aus sterilen Flaschen. Wir konnten uns zu viert eine Limonade (Ahoi Brause!) teilen d.h. aus derselben Flasche/Glass trinken, ohne dass jemand davon gestorben wäre.

Wir bauten Seifenkisten und diejenigen, die das Glück hatten, an einer abschüssigen Asphaltstrasse zu wohnen, konnten versuchen Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen um dann eventuell auf halbem Weg feststellen, dass die Bremse und/oder Lenkung nur sehr unzureichend konstruiert war.
Wir hatten Schürfwunden und gebrochene Knochen, ohne das man deswegen mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklink geflogen wurde. „Seelsorger“ gab es nur in der Kirche.
Wir kauften uns Chinaböller (im Juli!), die heutzutage von der BAM verboten sind und nur noch in Polen erhältlich sind. Zur Not haben wir uns Schwarzpulver selbst hergestellt und Zigarrenkisten gesprengt. (Habe eben mal nachgezählt und schnell mal geguggelt: Stimmt! Der normale Mensch hat 10 Finger... Puh, noch mal gutgegangen.)
Wir haben „Modellflugzeuge“ gebaut: Aus Papier, Pappe oder Holz (auch gerne in Kombination, eventuell mit’n Gummimotor). Die haben wir vom höchsten Hausdach (auch Hochhäuser), Baum, Hügel... aus fliegen lassen.. und uns später halb tot danach gesucht. Wir haben Drachen gebaut und mit 1000m Nylon- Angelschnur in die Stratosphäre geschickt...

Nach „Raufereien“ saßen die „Gegner“ oftmals nebeneinander und haben zugeschaut wie sich ihre Väter gerauft haben, ohne das jemand verklagt wurde. Niemand hatte Schuld, nur wir selbst. Wir haben erbärmlich geheult und lauthals Tränen gelacht.
Und auch mal kalt geduscht.

Wir hatten Freiheit, Erfolge, Rückschläge, Aufgaben und Pflichten. Respekt vor älteren Menschen, den Erwachsenden im allgemeinen... vor Dingen die uns nicht gehören... und der Polizei im besonderen. Wenn nicht, gab’s einen Arschvoll oder eine Backpfeife die nicht im Krankenhaus und danach bei der Polizei/Jugendamt/Gericht geendet hatte.
...und wir lernten damit umzugehen.

Ich stelle mir öfters die Frage:
Wie schafften wir das nur, dies alles zu überleben?
Und vor allem: Wie konnten wir nur unsere „Persönlichkeit“ entfalten.

Sicher, einige werden nun sagen, wir lebten langweilig. Möglich.

Tja, aber...

Man, waren wir glücklich und zufrieden.

Oder etwa nicht?

(Übrigens: Ich bin Baujahr 1960.)
 
ja früher...

hatte mit Autos begonnen, und bin dann zu den Fliegern gekommen. 2. Modell: Ein Amigo. Haushang war nur für Nordwind geeignet, ergo: Umbau auf E- Antrieb. Der gute goldene Mabuchi VZ war ja aus Autozeiten noch da, da brauchts nur noch ne Luftschraube und ein paar kleine Anpassungen am Amigorumpf, und ich kann unabhängig vom Wind fliegen gehen. Zuerst muss aber der Motor mit Luftschraube getestet werden, ob der auch ne Wurschd vom Brot zieht...
Es war in der Mittagspause (Schulzeit)
Versuchsaufbau: VZ in der Hand, LS montiert, Ladekabel an Akku, und die Bananenstecker in die Drahtschlaufen der Kohlebürsten gesteckt. Das Ding zieht mächtig los, aber dann gibts ein paar Funken an meiner doch nicht so tollen Bananenstecker Drahtschlaufensteckverbindung. Reflexmäßig die Hand aufgemacht, und dummerweise den Daumen in die LS gebracht. Der Daumen wurde sauber mittig bis zum Ende des Nagels gespalten. Was ne sauerei.
Durft dann anstatt zru Mittagsschule zum Arzt, um den Daumen wieder zusammenflicken zu lassen. heute, 30 Jahre Später sieht mr fast nix mehr.

Aus Mangel an Regler wurde der E- Antrieb im Amigo direkt mit dem Akku verbunden, mit dem Plan so lange zu fliegen, bis der Akku leer ist. Hat aber auch nicht ganz funktioniert, da der erste beherzte Griff ins Höhenruder mit Zusammenklappen der Flächen bestraft wurde...

Aber ich bin noch dabei. :)
Gruass
T0M
 
Leibchen und Strumpfbänder

Leibchen und Strumpfbänder

Kann sich einer von den Ü50 noch an Leibchen erinnern?

Als ich Kind war gab es nämlich noch keine Strumpfhosen. Die gabs ja dann erst später, auch für Jungs. Doch ich bekam damals in den Übergangsjahreszeiten lange Strümpfe angezogen. Die gingen bis über die Oberschenkel. Und damit die nicht runterrutschten, zog man zwischen Unterhemd und Hemd ein Leibchen an. Meine waren weiß und hatten so eine Art Cordriffelung. Die hatten eine Form wie eine ärmellose Weste. Ja und an den Leibchen wurden unten Strumpfbänder :D:D:D befestigt, die dann die Strümpfe oben hielten... Die passenden Hosen dazu waren kurze Lederhosen mit Hosenträgern.

Ja, ist wirklich echt schon lange her.

Gruß

Joachim
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Kann sich einer von den Ü50 noch an Laibchen erinnern?

Als ich Kind war gab es nämlich noch keine Strumpfhosen. Die gabs ja dann erst später, auch für Jungs. Doch ich bekam damals in den Übergangsjahreszeiten lange Strümpfe angezogen. Die gingen bis über die Oberschenkel. Und damit die nicht runterrutschten, zog man zwischen Unterhemd und Hemd ein Laibchen an. Meine waren weiß und hatten so eine Art Cordriffelung. Die hatten eine Form wie eine ärmellose Weste. Ja und an den Laibchen wurden unten Strumpfbänder :D:D:D befestigt, die dann die Strümpfe oben hielten... Die passenden Hosen dazu waren kurze Lederhosen mit Hosenträgern.

Ja, ist wirklich echt schon lange her.

Gruß

Joachim


You made my day. :D:D:D:D:D:D:D

Ich gehöre schon zur Strumpfhosengeneration. Trotzdem gab es Alltags-und Sonntagsklamotten. Meine Sonntagshose war eine graumellierte Stoffhose, die furchtbar gejuckt hat. Au weia.

Hosen wurden überhaupt mal zu gross gekauft, hochgeschlagen und umgenäht. Irgendwann passten sie, dann wurde das wieder rückgängig gemacht. Waren sie dann irgendwann zu kurz, wurde unten eine Borte (heisst das so?) angenäht, wenn sie das bis dahin überlebt hat. Löcher, speziell an den Knien, wurden mit ovalen Lederflicken repariert............

Unglaublich, was man noch alles weiss. :D
 
Thomas, das kenn ich. Gib zu, dass Du das kopiert hast................:D:D:D
Gegenfrage: Kann man kopieren was man selbst erlebt hat? :confused:
Aber bitte...
(Nicht das mir noch im nachhinein, ein nicht vorhandener Docktortitel abgenommen wird. :p)
Ich mach das mal so wie im Kinoabspann. (Das Leben ist ja wie ein Film. Ab und zu habe ich aber das dumpfe Gefühl im falschen zu sein...):

> Jedwede Ähnlichkeiten mit realen oder / und fiktiven Ereignissen, Handlungen und den Ergebnissen von solchen (ab und zu recht unsinnigen) Handlungen, mit und von (tatsächlich noch) lebenden oder (etwa schon) verstorbenen Personen, Plätzen und Orten (egal wo im Universum)), sind rein Zufällig und nicht (immer) beabsichtigt.

Es wurden keine Tiere verletzt, absichtlich oder gar Sinnlos.
(Abgesehen von diversen Regenwürmern, Schnecken, Ameisen und Bakterien bzw. Viren.)
Ausnahmen: Erlegte oder gekaufte, ausschließlich zweckbestimmt zur Nahrungsaufnahme. Die wurden dann aber auch (teilweise) aufgefuttert!

© MCMLX – MMXIII - (Achtung Hochrechung!) - MMCLVIII<


:D
 
Die Einteiler

Die Einteiler

Moin zusammen,

nicht nur den Leibchen mit den kratzenden langen Strümpfen wurde Widerstand entgegen gebracht - das führte zum Wettbewerb, wer im Frühjahr als erster mit kurzer Hose und maximal Kniestrümpfen bei den Freunden und in der Schule auftauchte.
cool.gif


In der gleichen Beliebtheitskategorie befand sich die einteilige Unterwäsche der Kriegs- und Nachkriegszeit mit Knopfschlitz vorn und Klappe hinten. Musste auch von schon größeren Kindern getragen werden - heutzutage nur noch bekannt aus Filmen der amerikanischen Frühgeschichte, im Sprachgebrauch union suits.

876-Union-Suit-Rearview.jpg
 
Kann sich einer von den Ü50 noch an Leibchen erinnern?

Als ich Kind war gab es nämlich noch keine Strumpfhosen. Die gabs ja dann erst später, auch für Jungs. Doch ich bekam damals in den Übergangsjahreszeiten lange Strümpfe angezogen. Die gingen bis über die Oberschenkel. Und damit die nicht runterrutschten, zog man zwischen Unterhemd und Hemd ein Leibchen an. Meine waren weiß und hatten so eine Art Cordriffelung. Die hatten eine Form wie eine ärmellose Weste. Ja und an den Leibchen wurden unten Strumpfbänder :D:D:D befestigt, die dann die Strümpfe oben hielten...


Oh mein Gott, kein "Mann" zog so etwas freiwillig an. Nicht mal im Vorschulalter. Ich glaube das war er erste Streit mit meiner Mutter. Ich habe ihn gewonnen. ;)

Genau so wie sich diese voremanzipierten Gutmenschen-Lehererinnen einbildeten, Männer müssen stricken und häkeln können. Pfft, ich habe mich da so gegen gewehrt, dass sie froh waren als mich der Werklehrer zu seinem Unterricht geholt hatte. Mit zwei Rundholzstäben kann man Pfeile basteln, aber keine Schals stricken. :D

Eigentlich bestand in den sechziger Jahren für uns Jungs permanent die Gefahr, durch die beginnende Emanzipierung eine völlig andere Rolle als die des Machos anerzogen zu bekommen. Wobei ich schon davon profitiert habe immer in der einzigen gemischten Klasse einer Jahrgangsstufe sein zu dürfen. Da konnte man noch "Mann" sein - als Penäler. :D

Zurückblickend ist aber alles gut verlaufen. Mit dem üblichen Auf und Ab, aber vielen schönen und lustigen Erinnerungen. Naja, und mein Frauenbild hat sich auch positiv verändert. (was immer das bedeuten mag) ;)
 
You made my day. :D:D:D:D:D:D:D

...Trotzdem gab es Alltags-und Sonntagsklamotten. Meine Sonntagshose war eine graumellierte Stoffhose, die furchtbar gejuckt hat. Au weia...


Jaaaaa, so eine hatte ich auch. Ein furchtbares Folterinstrument. Endlich versteht mich mal einer...:D Damit bin ich immer ziemlich breitbeinig und staksig gegangen, damit die Beine nicht an den weiten Hosen ankamen.

Ja und jeden Sonntag waren Grasflecken in der Hose mit anschließender Schimpfe.

Samstags war Badetag: Die Wanne wurde 1/4 voll gemacht und mehrere Familienmitglieder nutzten das Wasser dann nacheinander - oder ich mit meinem Bruder auch miteinander - voll aus....:D:D:D Im Badezimmer gab es noch keine Kacheln, aber dafür Holzfußboden. Nach der Badeschlacht schwamm dann alles...:D:D:D Aber Spaß hat's gemacht. Der Wasserboiler stand wie eine Riesenzigarre aus Gußeisen und Blech neben der Wanne und wurde von unten mit Holz beheizt, so das er fast zu glühen anfing. Das Wasser, das er ausspuckte, war zum Teil kochend heiß und man mußte sich auch tunlichst vorsehen, sich nicht am Ofen zu verbrennen.

Und erst die Klospülung... war jedes mal ein Erlebnis: Grrrremmmmmmmmmmmmmmtschschschschgurgelgurgelgurgelblubbblubb :D:D:D Über dem Klo war fast unter der Decke ein metallener Wasserkasten angebracht, der über eine Kette mit rundem schwarzem Backelitgriff unter eindrücklichem Geräusch (kommt von Rauschen) entleert werden konnte...

Damals fuhren in meiner alten Heimat noch Dampflocks mit viel Lärm und vor allem Dampf und Rauch durch's Aggertal. Wir wohnten oben am Berg und ich konnte zwischen den anderen Häusern hindurch immer wieder einen Blick auf dieses schwarze Wunderwerk der Technik erhaschen. Vor allem aber die aufsteigende Rauchsäule und den Lärm bekam ich immer mit. So klang es etwa, wenn sie vom Bahnhof losfuhr: DetdetDetDetDet-tetdet-detdet-det-wup--wup--wup--wupwup--wupwupwup-wup-wupwupwup-wupwupwup-wupwupwup.... und das Signalhorn Uuuuuuuuuuuuuhhuuuuuuuuuuuuuuuuhhuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuufffzzzzz mit nachfolgendem Echo.

Und dann eines Tages beim Spielen auf der Straße ging die Nachricht wie ein Lauffeuer unter uns Kindern um: "Der Merhardt brennt" und alles was Beine hatte rannte los, um 'was davon sehen zu können. Merhardt ist ein Berg bei Dieringhausen im Aggertal. Und an dessen Fuß, einem Südhang, ging und geht heute noch die Eisenbahnstrecke entlang. In der Sommerhitze hatte sich durch Funkenflug einer Dampflock trockenes Gras an der Bahnlinie entzündet und das Feuer war dann auf den Wald darüber übergesprungen. Ich war der Kleinste damals auf der Straße und rannte keuchend hinter den anderen her die schier unendlich lange Straße entlang und dann weiter den Wiesen-/Waldweg hinauf bis an die freie Stelle, von der aus man das Geschehen in etwa 1,5 - 2 km Entfernung auf der anderen Talseite beobachten konnte. Ja und ich sah die Flammen den Steilhang hoch rasen, 10 m hohe Flammen und höher... - Das hat mich schon sehr beeindruckt. - Die Feuerwehr hat mit ihren damaligen bescheidenen Mitteln ganze Arbeit geleistet und das Feuer irgendwann lange bevor der ganze Berg kahl war unter Kontrolle gebracht. Das war nicht immer so. Denn in noch früheren Jahren brannte der Merhardt auch schon komplett ab. Eisenbahnmuseum Dieringhausen, aktuelle Bilder, weitere Bilder.

Alles längst Geschichte...

Gruß

Joachim
 
Aufgewachsen am Ortsrand einer fränkischen Kleinstadt.

300 Meter hinter dem Haus begannen die Äcker und schon damals ein Naturschutzgebiet.
Das Revier der Modellflieger. Natürlich meist mit Verbrennern und meist mit gar keinen oder ungenügenden Schalldämpfern.
1,5 km Lärmschutzabstand zu den nächsten Häusern?
Was kann ich dafür, wenn da ein Haus steht!

Und die Anwohner und Spaziergänger?
Die haben das einfach ignoriert oder waren interessierte Zuschauer.

Das Einzige, was wir damals hätten lassen sollen, das war die etwas sehr lässige Spritsauerei in freier Natur.

Aber die Zeiten waren halt so.
 
Witzig... solche Einteiler hatte ich nie (als Baby vielleicht?). Eine Art Feinripp, Unterhemd und Unterhose mit seitlichen „Eingriff“ war zu meiner Zeit schon „modern“.

Ich hatte mal eine (kurze) Lederhose, so’ne „Krachlederne“ aus Bayern. (Als Preuße! Da wusste ich aber noch nichts von der „Liebe“ der Volksgruppen zueinander) Da war ich unschuldige 7 oder 8.
Meine Mutter hatte (wohl noch ganz beeindruckt vom letzten Urlaub in Bayern) so ein Teil gekauft. Und ich „dürfte“ das DING tragen. Neu wie das Leder war, war es in etwa so weich und anschmiegsam wie Panzerstahl. Die Folge war: Dort wo Hautkontakt bestand war die Haut natürlich Feuerrot gescheuert. Und ich bin so umhergelaufen wie Joachim.
(Wie John Wayne nach seinem Teufelsritt nach Ford Laramie.)
Creme 21 war das Motto meiner Mutter. Schöön dick einschmieren... und Indianer kennen keinen Schmerz. (Toll. Ich war immer Cowboy!)
Das gab sich aber mit der Zeit. Entweder wurde das Leder weicher oder die Hornhaut dicker... das weis ich aber nicht mehr so genau.

Pracktisch war die Klappe vorne: Der Latz. Kein langes Gefummel wenn man(-n) es mal eiliger hatte. Zwei Knöpfe und ZACK...äh... zack, da war der entscheidende Unterschied zwischen Mann und Frau „Griffbereit“.
Ich habe dort auch immer meine Pfennigschwärmer (u.v.a.m.) verstaut. Einmal war’s besonders eilig... Das Ergebnis war: Die Schwärmer schwammen alle im Klo, Platschnass.
Werde ich nie vergessen. Seid dem habe ich ein zerstörtes Verhältnis zu Lederhosen.
:D
 
Ich habe dort auch immer meine Pfennigschwärmer (u.v.a.m.) verstaut. .
:D


Endlich mal ein lustiger, interessanter Thread ohne Beschimpfungen (nur so nebenbei)

Thomas, was ist ein Pfennigschwärmer? Ich hab das Wort noch nie gehört.

Gruss Armin
 
Zum Thema Hose hab ich auch was.

Ein Vereinskollege brachte mal seinen Jungen mit auf den Platz, der war da so ca. 4 Jahre alt.
Während der Vater flog, zog sich der Bub die Hose runter bis zu dem Knöcheln und die Unterhose bis zu den Knien, dann setzte er sich ins Gras.
Als der Vater bei einem besorgten Seitenblick das sah, fragte er: Mensch, was machst du denn da?
Der Junge ganz cool:cool:: Ich mach pipi! und pinkelte mit zielgenauen Bogen genau in die Unterhose:rolleyes:, die zwischen den Knien hing.
 
Andi,der Jüngste von vieren,klar das ich immer die Klamotten
meiner Geschwister auftragen durfte.
Erinnere mich noch gut an die Jeanshosen,die waren gefühlt
ungefähr aus dreimal so dicken Stoff wie diese Lappen die
einem heut so untergejubelt werden.
"Winterjeans"-ungefähr so dick und bockig wie Lederkombis.
Die Dingers haben ewig gelebt,nur getopt von meiner
kurzen Lederkrachernden.
Die hatte ich innigst geliebt,was die alles mitgemacht hat,natürlich
ohne Hosenträger,hab ich gehasst wie die Pest,und"eingesessen"war
sie natürlich schon von meinen Brüdern:D.


Gruss,Andi.
 
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