Frage an die HF-Freaks: Was macht Graupner da?

Jan

Moderator
Beim Durchschauen des Neuheiten-Prospekts ist mir bewusst geworden, dass Graupner-Werksmodelle oft eine Besonderheit haben. Schaut mal exemplarisch hier:



Sorgfältig werden hier die metallenen Anlenkungsseile für das Seitenruder und das Spornrad miteinander leitend verbunden. Mit Schrumpfschlauch werden die Kontaktstellen gegen Vibrationseinflüsse gesichert. Warum?? :confused:

Sollen Knackimpulse verhindert werden?

Soll der abschirmende Einfluss der elektrisch leitenden Seile auf die Empfangsanlage vermindert werden?

Ich kenne eine besondere Spielart dieser Technik, in dem die Anlenkungen miteinander leitend verbunden werden und dann die (stark gekürzte) Empfängerantenne an diesen "Leiter-Verbund" angeschlossen wird. Gesehen bei den sorgfältig gebauten Modellen eines erfahrenen Fliegerkollegen. Vielleicht sagt der Gemeinte hier ein paar Worte dazu? ;)
 

Jan

Moderator
Noch so ein Beispiel:



(Prototyp der Exap von Grp.)
 

Jan

Moderator
Und noch eins:

 

Jan

Moderator
Noch mal die Frage: Was soll das?

Völlig sinnlos?
Vielleicht zurück zu führen auf den Aberglauben eines Einzelnen?
Kann ich mir kaum vorstellen.

Oder doch sinnhaft?
Dann wüsste ich gerne, warum es nicht verbreitet wird, so dass jeder weiß, was es soll und welches Risiko er eingeht, wenn er es nicht macht.
 
Ich gehe mal davon aus, dass es sich um Stahlseile handelt. Diese bilden Dipole die parallel zur Empfangsantennen liegen und somit ja zu Empfangsminderung führen kann/soll. Verbinde ich jetzt die Seile habe ich natürlich keinen Dipol mehr.

Ob und wieviel es hilft, vermag ich aber nicht zu sagen.
 
Da bin ich anderer Meinung!
Erst durch die Verbindung werden die Seile zu "Dipolen".
Allerdings mit sehr kurzen Schenkellängen (=Abstand der Seile).
HF-Technisch sicher sehr unbestimmbar in der Auswirkung.
Meine ganz persönliche Erfahrung (seit vielen vielen Jahren): ich nehme diese Stahlseile oder Drähte als Antenne. In allen meinen Seglern und fliege damit Problemlos bis zur Sichtgrenze.
Gruss Jürgen
 

Jan

Moderator
@Jürgen
Wie verbindest Du die Antennenlitze mit den Zugseilen?

Bei Motormodellen dürfte durch die Vibrationen noch häufiger spannende Momente erleben, wenn die Verbindung bricht. Aber auch bei Seglern dürfte irgendwann eine Lötstelle aufgeben.

Habe gerade einen interessanten Mailkontakt: Von dort der Einwand, dass Lötstellen auch unter Schrumpfschlauch brechen können...
 
Aber auch bei Seglern dürfte irgendwann eine Lötstelle aufgeben
Warum???
Doch nur, wenn das mit Lötzinn vollgesogene Litzenende sich bewegen kann. Dann könnte die "Litze" (die ja so gar keine mehr ist)in der Isolation brechen.
Das lässt sich sehr leicht verhindern. Z.B. mit einem Stückchen Schrumpfschlauch. Die Litze wird dann nur noch auf "Stossen/Ziehen" ganz leicht beansprucht. Dass die völlig unbelastete Lötstelle brechen soll, ist mir ein Rätsel. Da wurde geklebt statt gelötet! Eine richtige Lötstelle hält ewig.
Gruss Jürgen
PS: ich will auch keinesfalls jemanden überreden, es mir gleich zu tun! Ist nur meine Erfahrung.

[ 08. März 2005, 09:22: Beitrag editiert von: Jürgen N. ]
 
Sollen Knackimpulse verhindert werden?
Das halte ich für ziemlich blauäugig. Nach dem Motto: nützts auch nichts, schadets auch nicht.
Wie sollen "Knackimpulse" zwischen 2 Seilen an Kunststoffarmen entstehen?
Früher war die Verbindung zum Vergaser das Problem. Alles Metall mit Spiel in der Anlenkung ("Wackelkontakt")
Gruss Jürgen

[ 08. März 2005, 09:31: Beitrag editiert von: Jürgen N. ]
 
Hallo,
wenn ich mir das Graupnerbild etwas genauer ansehe, dann scheinen sich die Seile hinten im Rumpf zu kreutzen, siehe der Winkel ab Servohebel.

Dann kann man hier davon ausgehen, das dieser elektrische Potentialausgleich der Entstörung von Knackimpulsen dient.

Beim Segler wird die Lötstelle mit Schrumpfschlauch kaum brechen, beim Motormodell mit entsprechenden Fibrationen habe ich das leider schon einige male erlebt.
Besonders wenn dann Schrumpfschlauch drum ist sieht man den Kabelbruch direkt hinter dem Lot nicht, man muss dran ziehen um das überhaupt zu bemerken, speziell unter den Umständen führt der Kabelbruch/Wackelkontakt dann zu kapitalen Störungen.
Viel zuverlässiger lässt sich die Entstörung mit einem 0,8 mm Stahlseil erreichen, das zB. mit in die Quetschhülsen eingelegt wird. Das bricht garantiert nie.

Gruß
Eberhard
 

Armageddon

Vereinsmitglied
Tach Gemeinde,

ausnahmsweise muß ich dem Eberhard mal Recht geben ;)

HF-technisch machen diese Verbinder keinen Sinn, solange die Stahlseile nicht irgendwie als Antenne mitverwendet werden. Bei gekreuzten Stahlseilen besteht aber eine ganz erhebliche Gefahr von Knackimpulsen, die hier wohl kurzgeschlossen werden sollen. Aber: Diese Entstörmassnahme gehört eigentlich so nah wie möglich an die Stelle, wo sich die Seile berühren können.

Ob gekrimpt oder gelötet ist Geschmackssache, ne gute Lötung mit einer hochflexiblen Kupfermessleitung und Schrumpfschlauch hält genausogut.

Ich würde übrigens einen anderen Weg gehen: Einfach dünnes Bowdenzugrohr über die Litze und dann ist Ruhe im Karton ;)

Warum in Bild 3 (keine Überkreuzung der Stahlseile und nicht leitender Steuerhebel) diese Brücke verwendet wird ist mir nicht klar.

Gruß Kai
 

Hans Rupp

Vereinsmitglied
Hallo,

Martin Schempp (Graupner Werkspilot) sagt dazu in einer Airmix-DVD etwas. Muss es wieder anschauen, um ihn nicht falsch zu zitieren.

Vorab nur soviel aus meiner Erinnerung und ohne Gewähr: ist nicht wissenschaftlich begründet, beseitigte aber Servozucker in (manchen?) Modellen und deshalb macht er es standardmäßig immer.

Hans
 
Hallo,
wenn am Ruder oder Servo je Metallhebel verwendet werden, dann macht die Entstörung ebenfalls noch Sinn, denn da könnte hin und wieder mal der elektrische Kontakt durch Schwingungen unterbrochen sein.

Hallo Kai,
bin mit dir gar nicht einig, was das Brechen von Lötverbindungen bei solchen Entstörmaßnahmen angeht, Das Risiko durch Brechen sein Modell zu verlieren ist doch viel zu hoch als da ein Risiko einzugehen. Immerhin ist da schon durch die Bewegungen der Servos dauernd Bewegung da, dann haben Seil und Kabel bestimmt andere Schwingungsamplituden und schwingen also häufig mit deutlicher Kraft gegeneinander.
Wenn das Kabel dann im Schrumpfschlauch bricht können die Enden nicht mal voneinander weg, also entstehen dadurch auch noch sehr starke Knackser.

Gruß
Eberhard
 
Ich nochmal,
bei Jans drittem Bild mit dem roten Flieger scheint das auch kein Kabel zu sein, sondern Stahlseil. Der Schrumpfschlauch sichert dann "nur" die Clipse und deren Sicherungsmuttern vor dem aufgehen.

Hallo Jan, hast du von dem Bild vieleicht einen besser auflösenden Bildausschnitt auf dem man das genauer sieht.

Gruß
Eberhard
 

Armageddon

Vereinsmitglied
Original erstellt von Eberhard Mauk:
Hallo Kai,
bin mit dir gar nicht einig, was das Brechen von Lötverbindungen bei solchen Entstörmaßnahmen angeht, Das Risiko durch Brechen sein Modell zu verlieren ist doch viel zu hoch als da ein Risiko einzugehen.
Hallo Eberhard,

ne gute Lötstelle hält genauso wie die gekrimpte Version. Bei der gekrimpten Version kann es auch rausrutschen, es bleibt also genauso ein Restrisiko. Es setzt aber voraus, wie Jürgen oben schon erwähnt hat, daß man wirklich ne Lötstelle und keine Klebestelle hat ;) Wer ganz sicher gehen will, wickelt das Brückenkabel noch einige Male um die Anlenkungslitze vor dem Verlöten.
Wichtig ist auch, daß man was weiches (also z.b. Kupfermessleitung) zur Verbindung verwendet, sonst besteht die Gefahr, daß das Kabel bricht (nicht die Lötstelle).

Gruß Kai
 
Offtopic zu Seil-Dipol:

Da bin ich anderer Meinung!
Erst durch die Verbindung werden die Seile zu "Dipolen".
Allerdings mit sehr kurzen Schenkellängen (=Abstand der Seile).
Das versteh ich jetzt nicht ganz (bin auch nicht "vom Fach") Ein Hertzscher Dipol ist doch ein Metallstab (auch gebogen), der als offner Schwingkreis wirkt. Als Empfangsantenne ist er dann in der Mitte getrennt, wo der "Empfänger" sitzt, d.h. wo Strom hin und her fließt. Als Reflektor halt durchgehend. Wenn ich die Seile verbinde, bekomme ich ein Art H-form, was auch prima als Antenne/Reflektor wirken kann. Aber ist das auch ein Dipol? :confused:

[ 08. März 2005, 13:01: Beitrag editiert von: propbuster ]
 
Hallo Kai,
ich rede hier nicht von der Lötstelle selbst, ich setze auch richtiges Löten voraus.
Brechen tut der Sche.. hinter der Lötstelle.
Übrigens setze ich auch richtiges Quetschen voraus. Hält wesentlich besser als Löten aber nur, wenn man das Seil durch eine Borung führt und nach der Schleife die Quetschhülse verwendet. Da reist erst das Seil bevor es rausrutscht. Habs getestet. So sieht das dann aus.


Gruß
Eberhard

[ 08. März 2005, 13:43: Beitrag editiert von: Eberhard Mauk ]
 

Jan

Moderator
Original erstellt von Eberhard Mauk:
Ich nochmal,
bei Jans drittem Bild mit dem roten Flieger scheint das auch kein Kabel zu sein, sondern Stahlseil. Der Schrumpfschlauch sichert dann "nur" die Clipse und deren Sicherungsmuttern vor dem aufgehen.

Hallo Jan, hast du von dem Bild vieleicht einen besser auflösenden Bildausschnitt auf dem man das genauer sieht.

Gruß
Eberhard
@Eberhard,
das war das Bild zunächst:



Und das ist ein Ausschnitt:

 
Hallo Jan,
danke dir für das schöne Bild.
Ausführungseitig grins ich aber etwas.
Quizfrage, wer weis warum? Schaut euch mal die beiden Verbindungen an...

Gruß
Eberhard
 
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