Frage zur Holmauslegung

TinoE

User
Hallo zusammen,

ich habe hier einen Seglerrumpf, der nach Flächen schreit.
Die Dimensionen der Flächen und das Profil (HQ-W 3/10 auf HQ-W 2,5/8) stehen fest und sind auch berechnet. Die Theorie steht also.
Jetzt geht's an's Bauen. Es soll eine dreiteilige Styro-Abachi Fläche mit 2,7m werden. 0,7mm Abachi-Beplankung.

Mittelteil: 1m (rechts und links 50cm, mit Wölbklappen)
Ansteckflächen mit je 85cm und einem 5° Knick (mit Querruder)
Die Steckung zwischen Ansteckflächen und Mittelteil erfolgt (voraussichtlich) über ein Stück 12 - 14mm Kohlerohr.

Die Anzahl für Rovings für den Holmgurt habe ich mit zwei unterschiedlichen Excel-Programmen berechnet "holm.xls" und "Holmberechnung....xls". Ergebnis, je nach Belastungsangabe 5 - 9 Rovings je Seite in entsprechender Abstufung.

Nun aber zum eigentlichen "Problem".
Reicht das Styropor (15gr. Baumarktstyro) des Kerns als Stützstoff?
Reicht ein dünner Streifen Balsa? Mit o. ohne GFK-Beschichtung?
Kiefernleiste und dafür auf Rovings verzichten?
Welche Lösung bringt das Beste Gewichts-/Stabilitätsverhältnis bei bestem Kosten-/Nutzen-Verhältnis?

Mein Plan war eine 10mm Balsa-Leiste (Faserverlauf NICHT stehend), links und rechts mit diagonaler GFK-Auflage und oben und unten die Rovings.
Das scheint mir aber gewichtstechnisch nicht optimal oder gar überdimensionier.

Ach ja, der Segler ist für den normalen Alltagsgebrauch mit Tendenz zum Thermikfliegen gedacht. Also kein Hotliner oder Flieger für Windstärke 8 am Hang ;) .

Schonmal Danke für evtl. Tips.

Gruß

Tino
 
Dein geplanter Holm mit einem Balsasteg, glasbeschichtet und den Rovings oben und unten ist schon in Ordnung. Bei den wenigen Rovings reicht auch ein 5-6mm Balsasteg.
Ich würde/habe mit PS15 (Baustyropor) folgendermaßen bauen.
Die Kerne an der dicksten Stelle (~1/3 Flächentiefe) mit einem scharfen Messer vertikal aufschneiden, also in ein Vorderteil von 1/3 Tiefe und ein Hinterteil zerschneiden. Am Hinterteil an der Schnittfläche die Steckverbindungshüllen in Balsa oder Lindenholzklötze einkleben und die Klötze durch entfernen des Styropors in der entsprechenden Länge und Tiefe an diese Stelle kleben. Nachdem diese Steckverbindungen in die hinteren Styroporteile geklebt sind, sollte man die Vorderteile ohne Mühe wieder daran legen können und einen vollständigen Flächenkern haben der nur immer noch durchtrennt ist. Jetzt nimmt man mit einem Schleifklotz die Ecken der Schnittflächen am Hinterteil weg. Man hat dann oben und unten dreieckige Nuten wenn man die Flächenkerne wieder zusammenhält. Diese Nuten sind für die Rovings des Holmgurts und die weggeschliffene Styropormenge sollte gerade die Rovings aufnehmen können. Die Balsa oder Lindenholzstücke an der Wurzel oder den Verbindungsstellen werden natürlich ebenfalls mit dieser Fase versehen, da die Rovings dort auch liegen sollten.
Jetzt ist der Kern zum verkleben mit der Beplankung fertig. Beplankt wird mit dem von dir vorgesehenen Furnier. Auf das Unterseitennegativ der Styroporkerne kommt eine dünne Folie und darauf das mit etwas Übermaß zugeschnittene Furnier. Beides wird mit Kreppband fixiert. Jetzt wird das Kernhinterteil an der Holmschnittfläche mit einer Lage 160g/m² Glasgewebe belegt, das zuvor auf einer Folie mit Harz getränkt wird und unter 45° Faserorientierung gescnitten wurde. Dieser Streifen stellt dann den Steg dar der die Oberseite mit der Unterseite der Beplankung verbindet. Dieser Glasgewebestreifen hat nicht nur die Breite der Holmhöhe sondern sollte auf der Oberseite und der Unterseite des Kerns weiterlaufen (mindestens 10mm), so dass ein auf der Seite liegendes U entsteht. An den Steckverbindungen und einige Zentimeter darüber hinaus wird eine zweite Glasgewebelage aufgelegt. Jetzt werden die Rovings getränkt und als Bündel in die Ecken auf das aufgelegte Glasgewebe gelegt. Der Kernhinterteil kommt dann mit den Rovings auf die Furnierbelankung die fixiert auf der Negativschale liegt. Die Rovings können jetzt noch ausgerichtet werden. Die Kernvorderteile werden jetzt gegen die Hinterteile gedrückt und alles wird mit Kreppband in der korrekten Position zur Negativschale gesichert. Jetzt kommt dann noch die Oberseitenbeplankung darauf und das Ganze dann in einen Vakuumsack. Unterdruck sollte nicht höher als 0,2bar sein.
Natürlich werden weitere Gewebeverstärkungen am Wurzelbereich und an den Steckverbindungen auf die Beplankung aufgelegt und diese natürlich auch mit Harz versehen, bevor alles zusammengelegt und abgesaugt wird.

Ich hoffe ich könnte die Vorgehensweise auch ohne Bilder verständlich beschreiben.
 
Hallo Christian,

danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
Nach dem zweiten mal lesen hatte ich's dann verstanden :).
Der eigentliche Steg besteht also "nur" aus dem diagonalen GFK.

Gruß

Tino
 
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