Fragen zur Beschichtung von Tragflächen

Ich bin das bügeln von Abachi-Styro Flächen leid. Das wird irgendwie nicht so wie ich das haben will. Ich möchte die Flächen von meinem Kranich beschichten. Habe nun bei r&g, swiss composite und hier im Forum fleißig gelesen. Trotzdem habe ich noch nicht geklärte Fragen.

Vorweg ich habe bei r&g 49g/m² Matte, 1 kg Harz-l und Grundierfarbe bzw Weiss in Sprühflaschen bestellt. Als Spachtelmasse wollte ich Harz mit Talkum verwenden, da am billigsten und dann sowieso schon vorhanden.

Nun aber zu meinem Problem. Meine Nasenleiste ist ja nicht gerade. Sie ist 2 fach abgeknickt. Entweder muss man an der Matte rumschneiden oder sie liegt irgendwo doppelt. Wie mache ich das am geschicktesten? Bekommt die Verkastung der Querruder bzw die Ruder selber (nur oben und unten oder auch die anderen Seiten?) auch einen Überzug (Querruder sind schon abgetrennt und müssen extra beschichtet werden)? Und wie macht man die Randbögen am sinnvollsten?
Ev. gibt es da ja auch ein tolles empfehlenswertes Buch?

Hoffe auf Hilfe
Gruß Sören
 
bei r-g gibts im Downloadbereich eine Abhandlung über Flächenbeschichtung, aber 49er Gewebe is meines erachtens etwas schwer. Welche Spannweite hat dein Modell, unter umständen kann man das 30er Gewebe nehmen das Harz mit Methanol verdünnen und das Gewebe damit lackierne. Der Harzverbrauch sinkt, solltest aber besser mal R-G vorbeischaun. Das ist etwas umfangreicher. Oder warten bis hier jemand was dazu schreiben kann. Ich bügle die Fächen lieber, plage mich im Moment mit Positivbauweise rum, soll leichter sein.
 
Matte ?

Matte ?

Hallo Sören,
nimm bloß keine Matte. Mit Gewebe kommst Du teilweise gut um die Radien rumm. Eine partiellle Überlappung ist erwünscht und wird später gespachtelt und beigeschliffen.
MfG Lothar
 
Ich schätze/hoffe, es war Gewebe gemeint, nicht Matte. Wirrfasermatte ist normalerweise nur für die Verarbeitung mit Polyesterharz gedacht, das darin enthaltene Styrol löst beim Tränken die bindende Schlichte an und die Sache wird geschmeidig. Funzt mit Epoxydharz nicht, schon das Tränken an sich ist damit problematisch.
Zum Beschichten würde ich aber auch zum 49g/m^3-Gewebe tendieren und nicht zu etwas leichterem, da so dünnes Zeug einen sehr vorsichtigen Umgang erfordert, da kann man schon schnell mal 'nen Fön bei bekommen als Neuling.

Kurbel
 
DA hab ich mich falsch ausgedrückt. Bestellt wurde:

"Glasfilamentgewebe 49 g (110 cm) Rolle / 5 m"

Habe wie Kurbel sagt schon das dickere gewählt, da einfacher. Stand glaube ich auch bei r&g in der Anleitung. Mir hat der Text viel gebracht da schon viel gebracht. Wenn man das Gewebe verziehen kann und dann einschneidet bekommt man das wohl hin. Nur was machen mit den Querrudern?

Modell ist von Tangent der Kranich. Sollte das ganze aber gut gehen, wartet noch ein Lucky aus gleichem Haus bzw. ein Ikarus Trainer 60 auf ein finish.
 
du könntest den Querruderausschnitt mit Knete füllen, das blaue von r-g ist gemeint, dann einfach drüber Laminieren, und nach em aushärten das Gewebe rausschneiden und verschleifen. Dann ist überall die Lagendicke überall gleichmässig. Gillt nur als Vorschlag!!
 
Hallo gravity
Als erstes musst du bedenken,dass deine Tragfläche mit der Beschichtung etwas schwerer wird als mit Folie. Ich kann auch nicht mit Folie darum habe ich auch mit Glasgewebe beschichtet oder aber auch mit Nylongwebe und mit Spannlack. Das tönt allerdings nach alt ist es aber nicht.
Nun zur Beschichtung. 1. Fläche sauber verschliffen und staubfrei. 2. Damit das Holz nicht eine menge Harz aufsaugt und schwer wird, behandle ich dieses mit einem Anstrich Hartgrund oder eben auch mit Spannlack. Wieder schleifen.
3. Nun Gewebe mit übermass zuschneiden. Falls du eine gescheite Aufhängevorrichtung hast, kannst das Gewebe ohne zu zerschneiden um die Nasenleiste herumzaubern.(Keine Ansätze die nachher viel Spachtel erfordern).Da du schon Harz geordert hast wird nun das glattgestrichene Gewebe mit Harz getränkt. Brauche so weinig wie möglich. mit einer guten Rolle (ebenfalls bei r&g) schön gleichmässig verteilen. Das Glas darf nicht mehr weiss schimmern, aber wenn du das Gefühl hast es sei viel zu wenig Harz, dann ist es so ziemlich richtig. Falls du zuviel Harz aufgepappt hast, kannst das überflüssige mit einem Fliesblatt wegsaugen.
Deine Knicke in der Nasenleist kannst du ohne einzuschneiden auflaminieren, denn das Gewebe lässt sich etwas verziehen. Mut nicht aufgeben und durchhalten.!!

So nach dem aushärten beginnt die Arbeit. Das Gewebe anschleifen aber vorsichtig, nicht durchschleifen. Das geht sehr gut mit Scotchmatten. Denn Harz scheidet beim Aushärten Parafin aus, dieses muss weg sonst haftet dein Spachtel nicht. Ein guter Spritzspachtel (kann auch gestrichen werden), auftragen. Hier kommen nun die unzähligen Poren zum Vorschein die du verschliessen musst. Also spachteln, schleifen, spachteln schleifen. Mit einmal gehts sicher nicht.
Hast du die Fläche nun soweit, dass gegen das Licht gesehen keine Poren, rauhe Stellen usw. sichtbar werden, kann lackiert werden.
Hast du nur Spraydosen zur Verfügung stelle sie vor Gebrauch in warmes resp. heisses Wasser. Dann gibt es eine Oberfläche auf der die Fliegen beim Ladeversuch auf die Schnautze fallen!!!

Schöne Grüsse René
 
Parafin

Parafin

Lieber René, wie kommst Du auf die Idee, dass Epoxydharz Paraffin ausscheidet?

Das stimmt bei sogenannten "Polyestern mit Lufttrockner", also Polyester-Deckschichtharzen, Gelcot o.ä. aber sicher nicht bei Epoxydharzen.
Polyesterharze härten an der Luftseite (Sauerstoff) nicht richtig und bleiben klebrig. Das ist auch gut so für die folgenden Schichten. Die letzte Schicht sollte aber klebefrei härten. Also wird der letzten Schicht Paraffin (sog. Lufttrockner) zugemischt. Dieses schwemmt auf die Oberfläche und bildet einen Sauerstoff abhaltenden Film und die Oberfläche wird hart und nicht mehr klebrig. Allenfalls folgende Schichten haften aber auf der Paraffin-Schicht nicht mehr.
Das gilt aber nur für Polyester!

Also, mach hier nicht unnötigerweise die Pferde scheu!
 
Hallo Sören,

mit dem 49er Gewebe habe ich auch nur gute Erfahrung gemacht. Bei dünnerem ist die Gefahr des Durchschleifens viel höher.
Du solltest auch die ausgehärtete erste Schicht nicht nur anschleifen, sondern bis zum Glasgewebe herunterschleifen (ist glaube ich auch so bei R&G beschrieben); so kannst du eventuelle Überlappungen auch einfach auf eine Lage beischleifen und die Poren in der GFK Lage werde verkleinert.

Gruss Hannes
 
Griffon schrieb:
3. Nun Gewebe mit übermass zuschneiden. Falls du eine gescheite Aufhängevorrichtung hast, kannst das Gewebe ohne zu zerschneiden um die Nasenleiste herumzaubern.(Keine Ansätze die nachher viel Spachtel erfordern).Da du schon Harz geordert hast wird nun das glattgestrichene Gewebe mit Harz getränkt. Brauche so weinig wie möglich. mit einer guten Rolle (ebenfalls bei r&g) schön gleichmässig verteilen. Das Glas darf nicht mehr weiss schimmern, aber wenn du das Gefühl hast es sei viel zu wenig Harz, dann ist es so ziemlich richtig. Falls du zuviel Harz aufgepappt hast, kannst das überflüssige mit einem Fliesblatt wegsaugen.
Deine Knicke in der Nasenleist kannst du ohne einzuschneiden auflaminieren, denn das Gewebe lässt sich etwas verziehen

Schöne Grüsse René

Ich verdünne das Harz ( Harz L und Härter L von R&G ) 1:1 mit Spritus. Diese wässrige Lösung tränkt wunderbar dünnes Gewebe. Ich habe bislang hauptsächlich 28er genommen.

Nach ein paar Tagen ist alle Verdünnung verdunstet ( sicher temperaturabhängig ). Dann habe ich mit 400er Papier etwas angeschliffen.

Abschließend wird mit demselben Harztyp, der mit Talkum Pulver eingedickt wird, mit einem Japanspachtel ganz dünn abgezogen. So sind nahezu alle Poren verschlossen und das Schleifen auf ein Minimum reduziert.

Genauso beschreibt es R&G im Downloadbereich "Tragflächenbeschichtung".

Es ist einfacher als Du denkst, meine ich jedenfalls.

Grüßle

Peter
 
Falsche Aussage

Falsche Aussage

Hallo Giotto
Ich habe hier etwas falsches geschrieben und werde mich löffeln. Jedoch möchte ich bemerken, dass ohne schleifen der nachfolgende Auftrag schlecht oder gar nicht haftet.
Nun Pferde wollte ich nicht aufscheuchen, aber wenn du das alles so gut weisst,wäre es an die gewesen grvity zu helfen.
Ohne Peitsche!!

Gruss René
 
Leinwand- vs. Köperbindung

Leinwand- vs. Köperbindung

Habe im Netz "Glasfasergewebe 47,5g/qm Leinwandbindung" gefunden. Ist das das Richtige zum Flächen beschichten? Oder muss es Köperbindung sein??
 
Welches Gewebe?

Welches Gewebe?

Glasfilamentgewebe unter 100g/m2 Flächengewicht sind alle leinwandgebunden ( Ausnahme 80g/m2 Köper / R&G ). Das Gewebe mit 49g/m2 Flächengewicht ( Andere Angaben +/- 2g ) ist für eine Flächenbeschichtung optimal geeignet. Das etwas dichtere Webbild, im Vergleich zum Gewebe mit 25g/m2 , benötigt weniger Spachtelarbeit um die Geweberauhigkeit/Löcher zu glätten und ist im Endeffekt nicht viel schwerer als dieses. Talkumzugabe zum Harz wäre für ein nachträgliches Füllen geeignet - lässt sich auch problemlos schleifen.

Gruss
Stefan
 
Kleine Frage am Rande,

ich dachte irgendwo gelesen zu haben das man auch Gelcoat auf die Abachiflächen mit 49er Gewebe laminieren kann. Gelcoat lässt sich ja besser schleifen da ja Polyesterbasis. Und wenn es schon eingefärbt ist braucht man nach dem Feinschleif eigentlich nur noch polieren!!


mfg. Udo
 
Man kann mit Gelcoat arbeiten, sollte sich aber bewußt sein, dass es granatenmäßig stinkt und ohne ordentliche Gasmake mit Aktivkohlefilter sehr schnell die Atemwege angreift. Auch mit Maske ist eine starke Durchlüftung des Raumes während des Arbeitens anzuraten.
 
Flächen beschichten

Flächen beschichten

Machs dir doch nicht so schwer!

Nachdem dein Segler wohl eh dir Farbe weis bekommt funktioniert das mit UP-Vorgelat am allerfeinsten.

49er Gewebe ist genau richtig. Dünner würd auch ich nich gehen da das Gewebe sonst bei rauhem Umgang sehr schnell reisst.

UP-Vorgelat unverdünnt mit Moltoprenwalze aufwalzen. Evtl. auch eine 2. Schicht. Da saugt auch das Holz nicht zu kräftig wenn das Vorgelat unverdünnt ist. Danach einfach schleifen bis die gewünschte Oberfläche vorhanden ist.
Ich schleife bis 1500er. So anschließend noch aufschwabbeln und du kannst deine Fläche von einer Voll-GFK nicht unterscheiden.

Wenns was zu spachteln gibt dann Acryl-Spachtel von R+G.

Ist meiner Meinung nach das einfachste, zumal Vorgelat klebefrei aushärtet und auch wie Balsa zu schleifen ist.

Mein Tipp!

Gruß Michi
 
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