Funktionsfehler, Totalschäden durch platzende Elkos; Akkugase gefährlich?

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Hallo Elektronikinteressierte,

1) in der PC-Welt 3/2003 ist unter dem Stichwort "Hammer des Monats" der Bericht "Rauchende Rechner".

Der Untertitel spricht für sich:

"Viele PCs sind tickende Zeitbomben.
Verdünnte Säure aus geplatzten Kondensatoren richtet beträchtliche Schäden an - in extremen fällen sogar bis zum Rechner-Brand."

2) Akkugase, insbesondere von NiMH-Akkus:

Die Erfahrungen - auch meine - und Berichte in den Foren zeigen, dass die Ladung von Sender-NiMH-Akkus des öfteren mit Problemen verbunden ist.
Das Problem heißt Ladeüberhitzung durch zu späte oder keine Ladungsbeendigung.

Kann jemand aus unserer Mitte Erfahrungen beitragen, ob:

a) NiMH-Akkus bei Überhitzung Gase ablassen?

b) diese Gase oder deren Kondensat chemisch Platinenleitungen, unisolierte Drahtzonen, Stecker und belüftete Knüppel-Potis etc. schädigen kann?

c) Sind elektrisch leitende Kondensatbrücken möglich?

Ich möchte hier NICHT die NiMH Ladeproblematik und deren Verhinderungsmöglichkeiten wieder hervorholen, dazu gibt es ja schon genügend Threads.

Die o.a. Darstellungen, insbesondere die Akku-ausgasung bei Lade-Hitze, sind mir im Zusammenhang mit berichteten Senderausfällen als denkbare Gründe eingefallen.
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Hallo Rudy,

Vorweg: NiMH oder NiCd machen hier keinen Unterschied. Beide verwenden Kalilauge als Elektrolyt. NiMH werden nur leichter überladen als NiCd.

a) Im allgemeinen tritt bei zu hohem Innendruck ionisierter Wasserstoff aus, der auch Teile des Elektrolyten mitnimmt.

b) natürlich; KOH ist äußerst ätzend. Bei guter Belüftung sind die Niederschläge zwar nicht direkt aggressiv, werden es aber, wenn Feuchtigkeit hinzukommt.

c) KOH würde nicht als Elektrolyt verwendet, wenn es ein Nichtleiter wäre. Ich vermute aber, dass auch hier Feuchtigkeit hinzu kommen muß.

Grüße, Ulrich Horn
 
Hallo Ulrich,

in der Kondensationsphase ist die Sache anfangs natürlich noch feucht.
Die Kondensate selbst haben natürlich nach Ablüftung eine der Umgebung entsprechende "Restfeuchtigkeit", sind somit elektr. kaum als Isolator zu bezeichnen, ohne irgendwelche Folgen etwaiger Brückenbildungen.
Dazu kommt noch eine laugenbedingte Hygroskopie.

Interessant wäre, ob es eine Häufigkeits- oder Wahrscheinlichkeitsvergleich des Gasaustritts bei NiCd oder NiMH (wegen der überhitzungsgefährdeten Ladeproblematik) gibt, möglicherweise auch die Ventile unterschiedlich konzipiert sind.

Sinn des Threads: Vielleicht wird damit beweisbar, dass NiMH prinzipiell für Standard-Anwendungen gar nicht optimal sein KANN, oder nur dann, wenn die Ladegeräte noch besser den Anforderungen der NiMH-Technologie bezw flachem Peak-dV angepasst sein werden.

Oder es gibt endlich eine Firma zu, dass NiMH-Ladung nur zeitkontrolliert und/oder temperatur-sensorüberwacht tatsächlich vertretbar ist. Oder prinzipiell nur mit dem berühmten 1/10Kapazitäts- Ladestrom. Wie ursprünglich sogar in einem Senderbeiblatt zu lesen war.

Im Erstposting nicht explizit erwähnt: Hat schon jemand "Beläge" in seinem Sender mit NiMH-Akku bemerkt? Müsste am schwarzen Batteriekasten erkennbar sein. Besonders von jenen Piloten mit Senderausfällen!

Nur sicherheitshalber: ICH habe mit Sender-NiMH kein Problem, lade aber ausschließlich nach meiner eigenen Methode, beschrieben 3 Postings tiefer. (Habe ursprünglich geglaubt, dass das von mir in RCN schon dokumentiert ist, dabei wars aber schon bei RCO). :rolleyes:

[ 07. Februar 2003, 18:58: Beitrag editiert von: Rudy Fiala ]
 
Hallo Rudy,
nachdem mir durch Ladefehler schon einige Zellen kaput gegangen und undicht geworden sind, kann ich nur sagen, wenn die überhitzen, dann entsteht nicht nur Wärme, sondern es entsteht auch Wasserstoffgas das ja weg muss. Gehts dann weiter, werden die Zellen undicht, Lauge tritt aus und richtet als Elektrolyt beträchtliche Schäden an Kabeln und evtw. Umfeld an.
Ist dann immer noch kein Ladeende da, dann explodiert auch mal ne Zelle der Schaden ist dann imens, ich möchte dann auch bestimmt nicht in Schussrichtung des Deckels stehen (hat mir mal nen Daumendicken Kabelstrang das Servobrett und Rumpfwand durchschlagen anschliesend den PVC-Belag aufgeschlagen und ist dann als Querschläger in der Decke gelandet ???...)
Austretendes Elektrolyt enthält natürlich auch entsprechende Anteile an Kadmium.
Freude kommt also dabei keine Auf.

Gruß
Eberhard
 

Jan

Moderator
Hi Rudy,

Nur sicherheitshalber: ICH habe mit Sender-NiMH kein Problem, lade aber ausschließlich nach der von mir in RCN und PROP dokumentierten Lademethode.
Kannst Du bitte noch mal einen Link posten, damit ich das nachlesen kann. Danke schon mal.
 
;) Hallo Jan,

Kinder wie die Zeit vergeht! Sorry, war schon bei RCO :rolleyes:

Auszug aus einem seinerzeitigen RCO-Thread!

Zum Thema NiMH-Ladeprobleme:

"Mir persönlich ist das Problem nach ca. 70 Sendergesamtstunden noch völlig unbekannt, möglicherweise beruht es auf dem NiMH Senderakku und durch meine ZEIT-orientierte Ladegewohnheit für NiMH-Akkus (der sonst sehr gute Conradlader schaltet bei NiMH-Deltapeak zu spät ab; Thermosensor hab ich noch keinen, war zu faul zum Bauen), die die 160% (NICHT 140% wie in Bedienungsanleitung) Zeitgrenze berücksichtigt (für zB. 2000mAh Nachladewunsch stelle ich eine Pseudokapazität von 1250 mAh ein, 1250*1,6=2000) und unter der Berücksichtigung der angeblich Memoryeffekt-freien NiMH-Akkus lade ich bei knapp unter 9.6V auf und warte nicht auf die Unterspannungswarnung bei 9.3 Volt.

Für ein totales (Anti-Memory-) Entladen mit anschließendem Laden stelle ich nicht
3000 mAh als Sollkapazität ein, sondern, den Conrad-160% gemäß, eben 1875 mAh Kapazität bei 500 mA, somit ist bei 3000 mAh unwiderruflich Ladeschluss.

Dass ich nur bei offenem Sendergehäuse auf den Knüppeln liegend lade, habe ich
schon mal erwähnt.
Der maximal zulässige Ladestrom lt. MC22-Sendermanual darf 500 mA ohne Ladekreissicherung und MIT SICHERUNG 1,5 A betragen!
Warum dann die Ladekreissicherung für 5 A, flink ausgelegt ist, gehört zu den großen Mysterien der Elektrotechnik. Natürlich ist sie schüttelfester, da sie aber nicht für den Sendebetrieb zuständig ist, schadets wohl nicht, wenn eine zB. 2 A Sicherung eher "zerbeutelt" wird. Ladegerätgemäß habe ich jetzt eine 0,7A Sicherung dort, die natürlich einen höheren Spannungsabfall als eine 5A-Type hat. Bei zeit- oder thermokontrollierter Ladung ist der wohl völlig nebensächlich."

Soweit der Nachtrag, werde gleich das weiter obige Posting korrigieren.

Sorry für meinen Memory-Fehler und eure ggf. erfolglosen Suchaktionen.

Gruß, Rudolf

[ 07. Februar 2003, 18:54: Beitrag editiert von: Rudy Fiala ]
 
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