Geiz ist geil... (MFI 4/05)

speed

Vereinsmitglied
Geiz ist geil....

In der aktuellen MFI 4/05 ist ein guter Artikel eines Fachhändlers unter diesem Titel abgedruckt. Der Tenor: Die Modellflieger zwingen die Fachhändler durch ihr Kaufverhalten zur Aufgabe.

Ich sehe diese Entwicklung schon sehr lange. Hier in meiner Nähe (20 km) gibt es keinen Fachhändler. Für mich ist es uninteressant zu einem Fachhändler zu fahren, da es unsinnig ist (40 km a 1€ sind mehr als das Porto) und da ich keine Beratung brauche. Ich betreibe Modellflug schon seit 30 Jahren und beziehe meine Informationen aus den Fachzeitungen und dem Net. Ich bestelle fast Alles im Netz und kaufe gelegentlich auch mal auf einer Messe ein.
In diesem Artikel wird zu recht darauf hingewiesen, dass die Betreuung eines Einsteigers in Zukunft durch die Vereine, oder ? erfolgen muss.
Ich sehe hier auf uns RC- Networker eine sinnvolle Aufgabe zukommen. Rubriken wie FAQs usw. werden diskutiert.
Langfristig glaube ich, dass die Information und Betreuung über die Vereine (fliegerisch) und über das Netz (Produktinformation) besser funktionieren kann, als es bisher der Fall war.

Es gibt sehr gute Fachhändler (ich glaube es ist die Minderheit) aber auch viel Durchschnitt. Ich selbst sehe mich z.B. auch nicht in der Lage bei den Themen Schiff und Auto zu beraten. Die Produktvielfalt ist inzwischen zu groß und auch technisch geht es immer noch mit Riesenschritten voran. Die guten Fachhändler werden überleben ( auch mit Versandhandel)
Wie ist Eure Meinung?

Otto
 
Die Frage ist halt auch, was ein Fachhändler überhaupt ist. Ein Generalist, der vom Wurfgleiter über F3J-Modelle und F3A-Flieger auch Düsen verkauft, ist m.E. kein Fachhändler, sondern ein Supermarkt...

Die Allrounder werden weniger und Spezialisten sich weiter ausbreiten, oder es gibt irgendwann mal jemanden mit Geld, der eine größere Kette aufzieht.
 

sualk

User
Geiz ist geil....

... ist in der Tat ein Problem, und schadet dem Händler um die Ecke, mitunter sehr, so das viele von uns, dort nur noch das Kaufen, was Sie bei ihrer letzen Bestellung bei dem Internetversender vergessen haben.

Meist hat der Händler, durch sein Ladengeschäft und kostenintensives Lager, wesentlich höher Kosten und gleichzeitig schlechtere Einkaufskonditionen als der Versender.

Auf Grund meiner Erfahrungen, bin ich allerdings der Meinung, das die meisten Händler selbst an der Misere schuld sind.

Wir haben in der Nähe zwei Händler. Der eine wird Apotheke genannt (hat einem Bekannten ein Modell für 179,00 EUR verkauft welches er beim Internetversender für 89,00 EUR bekommen hätte), der Andere macht manchmal annehmbare Preise, verkauft aber mitunter den größten Schrott (z.B. ne Rolle Bügelfolie die seit mindestens 20 Jahren nicht mehr klebt).

Fast alle unseren neuen Vereinsmitglieder wurden von einem der beiden mindestens einmal 'übers Ohr gehauen'.

Ich würde mehr beim ansässigen Handel kaufen, auch wenn es geringfügig mehr kostet, aber nicht unter den obigen Bedingungen.
 

Ost

User
Hm, das ist ja mein Lieblingsthema!
Folgendes Beispiel soll zeigen, daß auch nicht alles Gold ist, was glänzt:
Ich habe 2 GWS IQ 100 Servos für je 13.95 bei meinem Händler gekauft.
Aber so richtig gefallen haben sie mir für meinen E-Jet nicht, deshalb hab ich "sicherheitshalber" zusätzlich 2 Dyamond D47 Servos gekauft, Kosten je 19.95 + Versand. Doch ein Servo war defekt- kein Problem: Rücksendung, natürlich frei.
Weil mir das kleine Servo zu kleine Stellhebel hatte, hab ich gleich das 2. mitgeschickt mit der Bitte um Umtausch in 2 D60 Servos "die Besten in ihrer Klasse".
Kam frei, aber wieder 1 Servo defekt: Rücksendung beider Servos, weil sie die gleichen mickrigen Hebelchen hatten!
Fazit: viel Geld ausgegeben und festgestellt, daß die beim Händler probierten Servos nicht schlechter (halt lauter) sind und dazu noch einen stabilen Metallhebel haben.
Das hätt ich mir ersparen können und wenn mein Händler mitliest, dann lacht er sich jetzt eins, denn er hat gleich gesagt, daß die anderen nicht besser sind!

Es ist also ein erheblicher Vorteil, wenn man die Dinge, die man kaufen will, zuerst mal anfassen kann.
Sicherlich gibt es solche und solche Händler, ich habe das Glück in Göppingen einen zu haben, der bestimmt nicht wesentlich teurer ist als Internetversender.
Aktuell hab ich bei ihm 2x2s 3200er Lipos von Graupner bestellt. Die sind fertig konfektioniert und ich bekomme beide Packs für 160.-
Fahrzeit 15 Minuten.
Das ist ein sehr konkurrenzfähiger Preis und mir ist nur ein Anbieter bekannt, der billiger ist bei den gleichen Packs, aber dann kommt ja noch der Versand hinzu.

Sehr viele von uns, denen der Geiz wichtiger ist, als der Händler( der einen eh über das Ohr haut)
werden sich eines nicht mehr allzufernen Tages wundern, was aus diesem Land geworden ist.
Wir schreien alle nach der Politik, aber sind wir es nicht selber, die den Händler zwingen, immer billigere Produkte anzubieten und die kaufen wir dann doch nicht, weil garantiert irgendwo noch einer nochmals billiger ist! (Das gilt für alle Branchen)
Und dann wundern wir uns, wohin die Arbeitsplätze gegangen sind.
Natürlich ist das auch ein zweischneidiges Schwert, denn wegen der immer höheren Abgabenlast(Gas Wasser Abfall Strom Benzin) sind wir alle mehr oder weniger gezwungen, uns umzusehen.
Darunter leidet aber auch die Qualität und so frage ich mich, ob man nicht auf das eine oder andere Geilprodukt verzichten könnte um dann ein hochwertigeres Produkt zu kaufen, wo alle genügend verdienen können.
Ihr müßt Euch vor Augen führen was ein Händler ist! Er bietet ein gutes Produkt an und bekommt dafür einen entsprechenden Preis.
Der Händler kann leben, Leute einstellen, Service anbieten (Gewerbesteuer zahlen! Die ist weggebrochen, deshalb gehen die Abgaben für Wasser und Grundsteuer unaufhörlich nach oben und das zahlen wir alle!) und der Käufer hat ein gutes Produkt bekommen, sein Arbeitsplatz wurde direkt oder indirekt gesichert und wenn er ein Problem hat, dann hilft ihm der Händler.
So war das früher.
Wer einmal erlebt hat, wie (und mit welcher Unverfrohrenheit!)ihm ein GeilerGeizKunde die Hosen runtergezogen hat, verliert den Glauben an den Fortbestand unserer Kultur.
So kann es nicht weitergehen. Leben und leben lassen sind Werte, die verloren gegangen sind und wir erleben gerade, wohin die Reise geht.
Globalisierung heißt heutzutage die hemmungslose Aubeutung der Arbeitskraft- also Kapitalismus in Reinkultur- oh Mann, wird das GEil!

In diesem Sinne

Oliver
 

Randolph

User
Hallo Ost,

dem ist nichts, aber auch gar nichts .... hinzuzufügen! Respekt!

Ein Mensch der die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstanden hat, sollte meiner Meinung nach auch seiner sozialen Verantwortung anderen gegenüber wahrnehmen und zum Ausdruck bringen. Deshalb finde ich diesen Beitrag absolut konstruktiv.

Offene Kommunikation, sei es hier im Forum oder anderweitig, ist ein Mittel. Die daraus notwendige Bereitschaft und kommerzielle Möglichkeit es umsetzen zu wollen oder zu können, eine andere!
Das muss jeder mit sich selbst und der Kultur, in der Er zukünftig leben will ausmachen!

Grüße,
Randolph

[ 17. März 2005, 21:20: Beitrag editiert von: Randolph ]
 

Gast_2222

User gesperrt
Tach Olli,

ich unterstuetz das weitgehend, besonders der Schluss:

Original erstellt von Ost:
Globalisierung heißt heutzutage die hemmungslose Aubeutung der Arbeitskraft- also Kapitalismus in Reinkultur- oh Mann, wird das GEil!
Bei diesen Sachen handelt es sich um mein Hobby. Da goenn ich mir aber hoffentlich auch anderen (naemlich dem Hersteller und seinen Arbeitern und Angestellten, Haendler) was.

- So hab ich wohl meinen neuen e-Segler nicht beim Haendler um die Ecke gekauft, sondern beim Kleinhersteller direkt. Der vertreibt halt so und macht Werbung fuer Produktion und Entwicklung in Deutschland. Die Produkte vom Grossvertrieb (Graupner et al.), die der Haendler halt fuehrt, werden an unbekannter Stelle gebaut.

- Fuer den dazugehoerigen e-Motor gilt das Gleiche (Direktvertrieb).

- Fuer mein Eigenbau Motorbrummerle hab ich den Motor beim Haendler von Webra (Made in Oesi, hoffentlich) bestellt. Der evtl gleich gute MVVS oder OS (Japan ist sicher kein Billiglohnland) hab ich auch deswegen nicht gekauft. Fuer dazugehoerige Empfaengeranlagen gilt das Gleiche.

Ich bin jedoch ueberzeugt, dass der "Tante Emma" Laden Modellbaufachgeschaeft ganau so verschwinden wird wie der gleichnamige Lebensmittelladen in den 6zigern des letzten Jahrhunderts des letzten Jahrtausends. Dann kauf ich mir mein Ruderhorn halt uebers Internet.

Gruss, Wolfgang

[ 17. März 2005, 21:20: Beitrag editiert von: Wolfgang Kouker ]
 
Irgendwie hab' ich den Eindruck, daß dies nicht nur ein Problem zwischen Endverbraucher und Handel ist.

Das Thema zieht sich wohl durch die ganze Gesellschaft.

;) Am geizigsten sind eigentlich diejenigen, denen es mehr als gut geht. Beispiele spare ich mir mal ..
 

Snoopy

User
Original erstellt von W. Holzwarth:

;) Am geizigsten sind eigentlich diejenigen, denen es mehr als gut geht. Beispiele spare ich mir mal ..
Wie kommt man sonst zu Reichtum? Ist es nicht ein gutes Gefühl Geld mit ins Grab zu nehmen ;)

Abgesehen daon ist es nicht mehr in zu zeigen was man hat, im Gegenteil, ich kenne Leute die haben richtig Kohle und Angst davor sich Dinge zu leisten, die sie vom Taschengeld finanzieren können...
Der Neid der anderen tut da ein übriges. Warum ist das eigentlich so? Wenn jemand zum "wild" fliegen mit einer mc24 auftaucht wird er schief angesehen, in manchen Vereinen wird man "drunter" gar nicht ernst genommen. Mal ist das Statussymbol verpönt, dann auch wieder nicht.

Abgesehen davon machen wohl vor allem die nebenberuflichen Händler die Preise kaputt. Die kalkulieren halt anders, wenn man nicht davon leben muss. Wer einen Sender für 500EUR verkauft und nur 15 daran "verdient", wie will der seine Gewährleistungspflicht leisten können wenn der Hersteller mal auf Stur schaltet? Von allen anderen Nebenkosten mal abgesehen.

Allen Unkenrufen zum trotz, ich bin guter Stammkunde bei meinem Händler hier in Berlin. Dadurch bekomme Preise, die mich selten darüber nachdenken lassen im Internet zu bestellen.
Und trotzdem bekomme ich Service, der mich jedesmal daran erinnert, dass ich nicht in der Schlange bei der Post stehen muss.

In infrastrukturschwachen Gebieten macht der Versandhandel aus meiner Sicht trotzdem Sinn, wenn man bedenkt was die eigene Mobilität inzwischen kostet.
 

Randolph

User
Hallo W. Holzwarth,

kein Einwand! Haken drann!

Um ein "Umdenken" zu bewirken, ist der Ansatz entscheidend!

Geiz ist Geil mag ja Spass machen, aber es muss auch der "Preis" dafür gezahlt werden!
Eben das was Ost angesprochen hat.

Ein Beispiel: Viele glauben unter uns, das "gesponserte" Piloten alles umsonst bekommen! Dem ist definitiv nicht so! Ich kenne viele von uns, die im Internet manchmal erheblich (!) preiswerter Ihr Hobby betreiben könnten! Nur aus Loyalität und Integrität dem Sponsor gegenüber, beziehen Sie auch weiterhin Ihr Equipment dort!

Eine zusätzliche Sicherung der Arbeitsplätze bei diesem "Unterstützer" der vergangenen Jahre .... ist sicherlich ein zusätzlicher Faktor.

Viele jungen "Wilden" und andere, sehen das ganz anders. Dort wird genommen, was gerade zu bekommen ist, ohne Rücksicht auf Verluste.
Eine Entscheidung, die ich akzeptiere! Das Budget ist klein, es geht nur um den Preis!
Davon angesteckt und in vielen "Rundmails" weitergesendet, muss sich der bisher loyale Kunde als "dummer Kunde" vorkommen, wenn er diesen Weg nicht mitgeht!

Nun könnte man sich über die Kultur ( welche eigentlich?? ) die z.Zt. in unserem Land vorherrscht ......unterhalten!

Viele Grüße,
Randolph
 
Moin moin zusammen.

ich glaube das ist mal wieder eines von diesen heiklen Themen und es werden sicherlich mal wieder einige seiten zusammen kommen :) Aber zum Thema:

Der Tenor: Die Modellflieger zwingen die Fachhändler durch ihr Kaufverhalten zur Aufgabe.
Dem kann ich nur teilweise zustimmen. Woher kommt denn der Trend? Für mich ganz klar durch den Preiskampf im Internet wo sich Firmen wie Fleischmann, Langnickel, und wie sie alle heißen (oder hießen!) von Woche zu Woche unterboten haben. Und wer war der Leidtragende? Der Händler um die Ecke. Klar war es natürlich ein willkommenes Argument des Kunden, dem "Örtlichen" die Pistole auf die Brust zu setzen, aber der konnte/kann in der Regel die Preise der Versender nicht halten. Wie denn auch bei den geringen Mengen die er abnimmt?! Ich glaube aber, der Preiskampf ist nur ein Grund für dafür, dass es immer weniger Händler gibt. Für mich ist es allerdings ärgerlicher, wenn mein "Örtlicher" mir etwas bestellt, er bekommt es aber nicht geliefert !!! Es ist schon sehr ärgerlich wenn man 2 Monate auf ein Ersatzteil warten muss, weil der Hersteller es nicht liefern kann und man dann gezwungen ist ein 5€ Teil per Internet zu bestellen plus teurem Versand. Da drängt sich die VERMUTUNG auf, dass die Versender wegen ihrer großen Absatzzahlen klar bevorzugt werden. Das Nachsehen hat der Händler um die Eckke, weil die meisten Kunden dem Händler die Schuld in die Schuhe schieben.
Ich persönlich versuche so viel wie möglich bei meinem "Örtlichen" zu kaufen. Der ist zwar ein wenig teurer, aber wenn ich probleme mit dem Artikel habe, kann ich mich direkt an jemanden wenden. Und über schlechte Preise kann ich mich auch nicht beklagen. Außerdem habe ich bei meinem "Örtlichen" bis dato immer eine gute Beratung bekommen, die ich aus den doch recht stark Hersteller orientierten Zeitschriften nicht bekomme. Aber das ist wiederum ein anderes Thema und meine ganz persönliche Meinung

Gruß von der Küste
Olli
 

Ost

User
Auch ich kauf im Internet ein, so ist meine Sniper, sammt Motor und Regler Made in China!
Aber nur, weil es sowas von uns hier gar nicht gibt.(Und ich mir anders auch gar nicht mehr leisten könnte!!!)
D.h. ich überleg mir, was ich will und denk darüber nach, was mein Händler hat.
Ich ruf da auch mal an und frag nach. Wenn er´s hat, ist´s meist nicht wesentlich teurer, manchmal sogar billiger wie im Internet.
Klar, wenn ich 50km fahren müßte wegen eines Ruderhorns- sogesehen hab ich mit meinem Händler einfach Glück.
Er ist selbständig, ich bin es auch (Dekorateur- ich hab ihm seine Firmenschilder gemacht) und wir haben dasselbe Problem:
Zuviele Angebote(Internet) und zuwenig Käufer.
Und die haben immer weniger Geld und immer höhere Ansprüche.

Er muß alles haben- vom Modellauto und seinen Kleinteilen bis zum Schiff mit allem Kram- sonst sagen die Leute: Das ist ja kein richtiger Modellbauladen, der hat ja nichts!
Dazu noch die Miete in einer Stadt.
Der Internetspezialist kann es sich dagegen LEISTEN, nur ein begrenztes Angebot zu führen und mann kann es ja auch hier immer wieder lesen- wenn Du das und das brauchst, dann kauf es Hier und Da!

Oft gehen diese Internethändler auch noch einer anderen Tätigkeit nach, mein Einzelhändler muß dagegen im Laden stehen um was zu verkaufen.
D.h. als Einzelhändler hast du heute so gut wie keine Chance mehr, deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Miete, Versicherung, Krankenkasse etc. mußt du alles selber zahlen.
Der Nebenjob- Internethändler, wenn er irgendwo angestellt ist, z.B. nicht. Oder er läßt seine Frau die Bestellungen am PC aufnehmen.

Allein daraus erklären sich Preisunterschiede.
Ich seh´s genauso, der Laden in der Nähe wird verschwinden, kleine Nischen können Erfolg haben (weil ihr Angebot begrenzt ist) und der Großhandel/Versandhandel kämpft sich durch Preisschlachten.

Wer seine Nische gefunden hat ist gut dran, wer nicht, der hat eben Pech gehabt und findet sich in irgendeiner Statistik wieder. (Pleiten)
Gute Nacht!

Grüße
Oliver

[ 17. März 2005, 22:05: Beitrag editiert von: Ost ]
 
Tja.
Ein kleines Problem: Die Zahl der Nischen reicht nicht aus.

Und das kann das ganze Sozialgefüge kippen. Denn die paar Leute mit Arbeit können die vielen Bedürftigen nicht mehr lange abfangen.

;) Auf Gegenargumente bin ich mal gespannt...
 
Servus Kollegens,

Heute habe ich von einem Händler gehört, der für eine Vergaserschraube, die nicht vorrätig ist, eifrig telefoniert, und dann 60 cent verlangt.....also zunächst positiv.....

Dann höre ich, wie ein Besteller immer den besten Preis haben will, und im Internet bestellt......also zunächst auch positiv......

Oder ein Händler als innovativ gilt, weil er beides macht......aber Insolvenz anmeldet........

Modellbaubedarf ist so ein schnellebiger Markt geworden, daß man das Lager garnicht so schnell abverkaufen kann, wie sich die Produkte weiterentwickeln (Extrembeispiel Lipo´s).

Dann redet man von Ausbeutung und Kapitalismus. Das hat an dieser Stelle garnix verloren. Das Konsumentenverhalten bestimmt die Wege der Wirtschaft und nicht umgekehrt. Wenn der Konsument (wir sind das Volk :) , Ost- und Fernost Produkte kauft, reagiert das Kapital (Unternehmer) hoffentlich zukunftsorientiert und richtig. (kuck mal in Deine Garage).

Nur der Handelsmann, kann überleben, wenn er die Produkte zu dem Preis verkauft, den der Konsument bereit ist zu bezahlen. Und wenn der Konsument nur das billigste Produkt von persönlich unwichtigem Herkunftsland kauft, muß er seine Verkaufs- oder Vertriebswege dem Kunden anpassen. Wenn nicht, haftet er im schlimmsten Fall mit Allem was er hat.

Dann können wir wieder hören, wie toll die Einkaufsschlacht bei der Geschäftsauflösung war :( .

......so ziemlich gegen Weihnachten kauft man gerne handgeklöppelte Teppiche von armen Kindern aus Indien.....

Und unterm ganzen Jahr tut es auch der günstige ...... aus weit weg. (Hier nenne ich bewußt weder Firmen, noch Länder).

Der Engländer sagt "think british, by british"

Beste Grüße
Jörg Peter
 

Ost

User
Hi,
das Konsumverhalten bestimmt die Wege der Wirtschaft,
aber warum müssen wir es so übertreiben?
Nirgends sind die Rabattschlachten so extrem wie bei uns. 30%-40% sind z.B. in der Schweiz in Schlussverkäufen an Schaufenstern abzulesen, bei uns sind es 70-80%!
Wenn der Deutsche was macht, dann geht er immer gleich ins Extrem, egal ob 35 Stundenwoche, Vollversorgung, Energiesteuern oder GeizGeilKäufer.
Das diese Rechnung nicht aufgeht, hätten weitsichtige Politiker vorhersagen müssen und entsprechende Maßnahmen ergreifen können.
Nun ist es zu spät und wir rudern zurück.
Mit den negativsten Folgen für den Binnenmarkt.
Was hat uns der Kanzlergipfel gebracht?
Steuererleichterungen für Unternehmen= Steuerausfälle für den Staat/Komunen was wiederum zu Mehrbelastungen für den Bürger führt, weil´s sich der Staat über uns wieder holen muß.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit!
Sehr viele Unternehmen lagern ohne zwingenden Grund aus, obwohl sie so gut verdienen, daß sie auch unrentablere Zweige locker mittragen könnten.
Aber an der Börse stehen sie deswegen schlechter da- der Shareholder Value ist die Bibel der Manager.
Auf Seminaren wird pausenlos gepredigt (nach Sientologen Manier) wie toll es ist nach vorne zu kommen und wie ich es anstellen muß.
Wer den Weg nicht mitgeht, hat verloren, der Gewinnmaximierung wird alles andere untergeordnet.
In China gibt es m.W. keine Gewerkschaften und deshalb gehen sie dorthin, aber sie vergessen, daß hier ein Volk ist, das bald kein Geld mehr hat um auch diese Billigprodukte zu kaufen.
Noch viel billiger geht eben nicht und sie produzieren Mengen, die nicht mehr abseztbar sind.

Noch profitieren wir von der Situation und leisten uns die tollsten RTF Flieger aus China,
aber wenn wir so weitermachen-und damit meine ich die Konsumenten genauso wie die Politiker und Unternehmer- dann wirds hier zappenduster und der Asiatische Raum kann seine selber produzierten Billigprodukte auch nicht alle kaufen.

Grüße
Oliver
 
@Oliver aka Ost
Seien wir doch mal ehrlich, in der heutigen Zeit regelt zu 90% der Preis das Kaufverhalten. D.h. wenn man sich etwas zulegen möchte folgt zuerst die Preisrecherche im Internet.

Wegfallende Leistungen wie Beratung und sonstiger Service werden in Kauf genommen. Warum? Ganz einfach, "ich bin doch nicht blöd" und zahle bei meinem lokalen Anbieter ca. 15% mehr.

Diese Art des Konsumverhaltens ist in unserer jetztigen wirtschaftlichen Lage und der damit verbundenen Unsicherheit (Job/Existenz) nachvollziehbar.

Zum Thema "Auslagerung von Unternehmensbereichen od. Zweigen". Fakt ist, dass viele Unternehmen den Standort Deutschland mehr und mehr den Rücken zukehren und logischerweise Standorte mit kostengünstigeren Standortfaktoren (Lohn/Steuer/..etc.) bevorzugen.

Macht auch Sinn! Das Lohnniveau in Deutschland ist schon beachtlich und die Abgaben an den Vater Staat sind auch nicht ohne.

Vielen Gewerkschaften (Geisel d. Wirtschaft) plädieren für niedrigere Arbeitszeitn und fordern zusätzlich noch Lohnerhöhung!

Da frage ich Dich, liebster Oliver:
Quo vadis Standort Deutschland?

Falls Du die Masterformel für die Lösung dieser Probleme in Deutschland hast, bitte ich Dich diese mal öffentlich zu nennen. ;)

Gruß
Olli (noch ein Oliver :D )

PS: Könnte jetzt noch mehr zu diesem Thema aber Zeit ist i.M. knapp.
 
Hallo Zusammen,

Möchte zu dem Thema nicht viel sagen, nur soviel.

Wenn wir Produkte kaufen, die in China oder sonstige Produziert werden, nur weil Sie billiger sind, machen wir unsere Wirtschaft doch selber kaputt.
Hab nebenbei auch noch die Erfahrung gemacht, dass es Qualitativ keiner So gut Produziert wie wir Deutschen. Seit mir nicht Böse, wenn ich einen simprop Rumpf in der Hand hab, wirds mir gleich schlecht, wenn ich Papier/Weißleim nehm hab ich das gleiche!! Nehm ich einen Rumpf, Deutschen Hersteller, der hält auch mal eine härtere Landung aus.

Wenn wir immer nur nach billig, billig sehen, machen wir die Wirtschaft doch selber kaputt.
Wir müssen schauen, dass wir unsere Mittelständischen Firmen, wie Kontronik, Hacker, Lehner usw. die auch in Deutschland Produzieren, halten!! Wenn die Firmen, die im Ausland Produzieren, keine Chance haben bei uns, dann kommen sie wieder, oder nicht, dann brauchen wir sie auch nicht!1

Ist mit Sicherheit einfacher gesagt als getan, spielen noch mehrere Sachen eine Rolle, aber dies ist der Hauptgrund!!

Genauso BMW Produziert die Neue 3er Version in Leipzig; VW Produziert in China und verlangt dafür fast das gleiche Geld!! Kanns ja auch nicht sein!!
was meinesachten sehr wichtig ist, wir müssen auch versuchen, dass Ausländische Firmen, bei uns Teuerer sind als Inländische!!==> schafft mehr arbeit und mehr Plätze!!

Grüße
Thomas
 

ombre

User
Hi, als "Verbraucher" kann ich dazu nur sagen, dass es durchaus zweischneidige Erfahrungen mit örtlichen Händlern gibt, und dabei dürften die hiesigen Händler zu den besten gehören, da Grosstadt. Zum einen haben die einfach nicht alles, zum anderen manchmal teurer (nicht immer!).
Grosse Vorteile bei Garantie-Fällen oder Nicht-Gefallen: Einer der hiesigen Händler ist zwar 10-20% teurer als die billigsten Inet-Händler, aber es wird sofort ohne Murren umgetauscht, reine Formsache! Und Versandkosten gibt es auch nicht.

Die persönliche Beratung ist manchmal eine tolle Sache. Aber es nervt manchmal sehr, wenn man nur mal eben schnell in der Mittagspause ein Ruderhorn kaufen will, und der Kunde vor mir sich den Modellbau von A bis Z erklären lassen will, und das schon 1 Stunde dauert... (mal etwas übertrieben dargestellt).

Dann gibt es auch die "Händler", die eigentlich nur eine Spielwarenabteilung mit angeschlossenem Modellbau sind. Da kann von kompetenter Beratung meistens nicht gesprochen werden. Wenn da irgendwas geraten wird, von irgendeinem angelernten Verkäufer, dann ist es sogar meistens falsch oder irreführend. Das Sortiment ist meist auch völlig unvollständig.

Warum machen die kleinen Händler nicht einfach mit, und handeln auch übers Inet? Viele machen es ja auch schon.

Zum anderen (zentralen) Thema: Jobs in D-Land:
Die wird man auch mit noch so gutem Handeln alleine nicht erhalten. D-Land ist ein hoch-Technologie-Land, das bedeutet, wir haben nichts anderes zu bieten als Technologie, die besser sein muss, als das was aus dem Ausland kommt.
Wenn wir mal nicht mehr besser sind, dann gute Nacht. Und den Beginn der Abenddämmerung sehen wir jetzt gerade.... :(
 

Ost

User
Es gibt keine Masterformel, denn die Fehler wurden schon in der Vergangenheit gemacht und jetzt ist der Zug ab.
Ich denke nur, daß man nicht Äpfel mit Birnem vergleichen kann.
Die Lebenshaltungskosten sind hier eben nicht vergleichbar mit anderen Ländern. Deshalb können wir niemals mit diesen Ländern in den Lohnkosten mithalten oder aber, die Politik sorgt dafür, daß bestimmte Kosten wieder sinken.
Wir leisten uns die weltweit höchsten Energiekosten (Ja es klingt ja wunderbar bei den Grünen, wie weit wir im Umweltschutz und regenerativen Energien sind- nur das interessiert leider niemanden sonst in der Welt, schon gar nicht in China!)
Aus uns wird doch alles rausgequetscht, was geht- oder eben nicht mehr geht, wie man sieht.
Deshalb müßen ALLE ihren Beitrag leisten .
Zwar wieder mehr arbeiten bei sogar weniger Lohn,
aber eben auch weg mit Ökosteuer, unsinnigen und nicht nachvollziehbaren Müllgebühren, Wasserzins (zahlt in China jemand Wasserzins?) Abgabenlasten, Rundfunk/Kabelgebühren..... die Liste der Abgaben, die in den letzten 15 Jahren maßlos erhöht wurden, ist endlos lang.
Natürlich ergibt das Steuerausfälle, aber die gibt es so oder so, deshalb ist das Argument, wir würden nur Schulden für die nachfolgenden Generationen machen, keines, denn die kommen sowieso! (Der Zug ist ja ab)

Aber wenn dem normalen Bürger wieder mehr Geld in der Tasche bleibt (jeder weiß um den Monat Januar, wo alle Gebühren, Versicherungen etc. zusammenkommen- ich wundere mich jedesmal, wie ich das als Selbständiger aufbringen kann- ich steck privates Geld rein :mad: )
dann sprudeln irgendwann auch die Umsätze wieder was zu Steuereinahmen führt.
Dann muß die Politik in ganz Europa dafür sorgen, daß nicht wir uns in einer Endlosspirale nach unten anpassen, sondern die Billiglohnländer endlich damit anfangen, soziale Standarts einzuführen.
Wir können nicht die Menschheit auf den Stand vor 100 Jahren zurückwerfen, aber gerade das tun wir zur Zeit.
Wer die Macht dazu hat dagegenzusteuern, muß dies endlich tun, damit meine ich die westlichen Regierungen.
Unsere Vorbilder müssen sich zu Wort melden und an die Menschen appelieren, bewußter zu denken und nicht weiter an dem Ast zu sägen, auf dem wir sitzen.
Davon hab ich noch nie etwas gehört!

.... nein, man könnte schon einiges tun, aber ich fürchte, keiner wird es tun, denn die, die´s könnten, denen geht es noch viel zu gut.

Eine radikale Idee:
diejenigen, die meinen alles Auslagern zu müssen, aber ihre Managementetagen hier belassen, sollten gezwungen werden mit Allem zu gehen!
Da möchte ich mal Frau Managerin sehen, die ihre Kinder in der Ukraine oder China in die Schule bringt und dort leben muß.
Alle Vorteile, speziell die Steuerlichen hier zu geniesen, aber alle Arbeit auszulagern ist Gang und Gäbe und das müßte radikal verboten werden.
Ist mir klar, alles unaugegoren etc.
aber das ist meine Art und Möglichkeit zu kämpfen
und so schreib ich solchen ellenlangen Briefe auch an Verantwortliche und Zeitungen wenigstens mit dem Gefühl, was getan zu haben.
Ich würde gerne in die Politik gehen, aber dazu fehlt mir das Politikstudium mit der angelernten Rhetorik!

Grüße
Oliver
 
Hallo zusammen

Zwei Punkte von mir zu diesem Tema.

Erstens.

Letzten Sonntag war ich als frisch Indoor infizierter beim Hallenfliegen.
Eines meiner, erst am Donnerstag davor über meinen freundlichen und kompetenten Händler bezogenen, Microservos stellte nicht präzise.
Da er ebenfalls zum fliegen da war und einige Ersatzteile mit hatte wurde mal eben das Servo ersetzt.
Gut es war ein sehr glücklicher Zufall das er da war, aber am Montag im Laden währe es ebenso abgelaufen.

Zweitens

Ich hab vor einem Jahr einiges in ein Antriebs Set von Kontronik investiert.
Die Preise sind verglichen mit anderen Herstellern schon happig. Als aber die ersten beiden , durch Absturz notwendigen, Reparaturen binnen einer Woche inklusive der Versandzeit abgewickelt waren und ich nicht einen Cent dazu bezahlt habe abgesehen vom Versand selber.
War der Preis durch den einzigartigen Service mehr als wett gemacht.
Wenn ich da manchmal höre was für einen Ärger der eine oder Andere hat an Ersatzteile zu kommen. Das währe mir den Ärger nicht wert.

Als Fazit kann ich nur bestätigen was jeder erfahrenen Handwerker weiß.
Kaufst du billig kauft du zweimal und das ist immer Teurer als Gleich was gutes zu nehmen.
Da Spart man nicht nur Geld sondern auch Nerven und Zeit.

Gruß Jan
 

flo

User
Hi beisammen,
nur so viel:
Eigentlich kauf ich gern bei meinem örtlichen Händler, auch wenn mal waws 2 oder 3 Euro teurer ist als in net. (bin kein Fan von Supermaktketten und namenlosen/unsichtbaren/schnell verschwundenen Anbietern.)
Aber mein Händler hat häufigst probleme bei der Nachbestellung seines Sortiments. So hat er es nicht geschafft zwischen Anfang Sept. bis jetzt seine Varioprops mal wieder aufzufüllen.
da Frag ich mich dann schon, warum ich ihn eigentlich unterstützen soll.
Preise sind das eine, aber keinen Service krieg ich auch im net.
Gruß
flo
 
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