Geodätische Bauweise - einige Grundsätzliche Fragen

MrMue

User
Ich möchte mir einen Pfeilnurflügel in Rippenbauweise herstellen. Da die Torsionsbelastung beim Pfeil ja nicht ganz ohne ist, dachte ich an geodätische Bauweise. Ist auch einfach ne Sache, die ich schon immer mal probieren wollte.
Leider habe ich null Erfahrung dazu. Stück für Stück werden hier sicher einige Fragen auflaufen. Ich will mal mit was sehr grundsätzlichen beginnen.

Welche Ausrichtung müssen die Rippen bei einer gepfeilten Fläche haben?

45° zur Flugrichtung oder 45° zur Pfeilung? Ich hoffe die Graphik kann das verdeutlichen. Neben einer Antwort wäre natürlich eine Begründung Gold wert.
Grafik1.jpg
Vielen Dank erstmal und netten Gruß
Carsten
 
Hallo
Ich kenn mich nicht aus, aber dennoch: so unverschämt wie ich sein mag: dockumentierst du den Bau hier im Forum??? Würde sicher viele interressiersn.

Grüsse
Timo
 
Hallo Carsten,

ich würde Version A aber unbedingt mit zusätzlichem Holm bauen.

Begründung:

Rippen unter 45° zur Flügelachse bringen zwar die höchstmögliche Verdrehsteifigkeit aber

ein Durchbiegen des Flügels wirkt sich beim Pfeil genauso aus wie eine stärker geschränkte Fläche.

So werden in richtig festen Flügeln 45° angeordnetes Gewebe und 0° angeordnetes Gewebe gleichermaßen verwendet.

Übrigens würde mich ggfs. eine Online-Doku auch interessieren.
 
Ich kann Klaus S nur zustimmen, Rippen 45° zur Nasenleiste, das müßte Dien Fall A sein, dann brauchst Du aber auf alle Fälle einen Holm.

Im Holz Bereich ist eine Diskussion über meinen Nurflügel in geodätischer Bauweise, für mich war die Frage der Rippen zum Beispiel interessant, aber da dürften 2mm Balsa reichen, ansonsten vergiß beim planen nicht die Servokabel, ansonsten hast Du keinen Spaß. An welche Spannweite hast Du gedacht?

Mein Projekt ist drei viertel fertig und dann wird es spannend, passen die Rippen wirklich zusammen?

Gruß

Bernd
 
Erstmal vielen Dank für die Antworten.
Von der Größe her dachte ich an eine Spannweite von 1,8m. Als Holm dann einfach ein Kohlerohr ähnlich Eurem Yoda.

Gibt es von Deinem Projekt schon Bilder?
Netten Gruß
Carsten
 
Ich war beruflich ein paar Tage im Ausland, deshalb jetzt erst die Antwort.

Von dem Bild gibt es noch keine BIlder, wenn ich sage das ich zu dreiviertel fertig bin, bedeutet es, daß ich mit den CAD Dateien zu drei Viertel fertig bin. Ich hoffe daß ich in den nächsten paar Wochen es schaffe die Rippen auszudrucken, dann würde ich ein paar der Rippen mit dem Balsa Messer ausschneiden, um zu sehen, ob das alles so paßt wie ich es mir vorgestellt habe. Wenn ja kann man ans fräsen denken. Es ist also noch ein sehr weiter Weg, bis es die ersten Bilder gibt.
Dazu kommt, daß ich bis März nächsten Jahres sehr wenig Zeit haben werde, es kann also dazu kommen, daß ich dieses Projekt wie zwei andere auch ein halbes Jahr oder noch länger liegen lassen muß, bis ich weitermachen kann.

Aber wenn ich Bilder habe stelle ich sie hier rein.

Gruß

Bernd
 
Hallo Bernd , ich habe gerade eine Probefläche in Geodätischer Bauweise
verschrottet(nach ca.1 Woche zeichnen in 2d).
Die Fläche war leider im Endleistenbereich zu schwach und ist schon beim
aufbau teilweise zerbrochen (2mm Balsa Rippen) , auch die Verklebung ist
aufwändig. Man muß in jede Kreuzung auf allen 4 Seiten ein Kleberraupe
einlegen. Meiner Meinung nach sehr viel Aufwand bei 35 Rippen.
Kann man nicht auch in Styro leichtbauen ?

Grüße Lemmi
 
Natürlich ist eine Positivbauweise vom zeitlichen Aufwand her schneller, die Profiltreue ist höher und wenn man in Kohle baut ist man bei gleicher Festigkeit leichter.

Aber wenn man einen Flügel auf dem sprichwörtlichen Küchentisch bauen möchte und vermeiden möchte, daß man seine Wohnung unter Staub, giftige Exoyd Dämpfe setzt, dann ist es die richtige Bauweise.

In Vollkohle baue ich den Flügel in zwei Wochenden, aber im Moment bin ich viel unterwegs so konnte ich die ganzen CAD Zeichnungen zum Beispiel im Zug machen, oder in Hotelzimmern, oder wo ich auch immer gerade dienstlich unterwegs war. Außerdem habe ich im Moment keine Zeit zwei Wochenenden komplett durchzubauen, ich habe zuviel Arbeit. Zwanzig Minuten täglich sind da schon eher drin. Aber wenn man mit Harzen panscht, kann man nicht jeden Tag nur 20 Minuten bauen.

Außerdem gefällt mir die Bauweise, es ist in meinen Augen die ästetischste Bauweise, die es gibt. Und jetzt stell Dir einen geschwungenen Flügel mit Tiefensprung vor und das noch in geodätischer Bauweise. Ich weiß Eleganz ist etwas subjektives, aber für mich geht da ein kleiner Traum in Erfüllung.

Noch etwas, wenn Du Ideen für die Endleiste brauchst, würde ich vorschlagen sie so zu machen, wie ich die Winglets bei der Arcturus, sieh Dich mal bei www.zanonia.de um. Probleme mit dem Verkleben hatte ich nicht. Rippenzusammenstecken und Sekundenkleber reinlaufen lassen. Allerdings kann es sein, daß es da bessere Möglichkeiten gibt.

Gruß

Bernd
 
hi,Bernd ,ich stimme dir voll und ganz zu was die Eleganz dieser Flügel
angeht aber es ist nicht einfach eine sinnvolle und haltbare Endleiste +
ruderklappen zu bauen.

Rippe.JPG

das war nicht der richtige Entwurf.
Vieleicht mit Rohrholm?

Geschwungenen und gebogenen Flächen werden wohl bei mir ein Traum
bleiben da ich diese nicht in 2d zeichnen kann.
Rechteckfläche war schon schwer genug und die rippen sind auch nur
mit wenigen Stützstellen als annäherung gezeichnet.
(Herstellung ist nicht das Problem da ich eine kleine CNC-Fräse
besitze)

Ich bin für jede Hilfe bei Planung und entwurf dankbar


Grüße Lemmi
(Hans-Jürgen Parchem)
 
Ich möchte jetzt die Klappe nicht zu weit aufreißen, ich gebe nämlich gewöhnlich nur dann Tips, wenn ich es auch ausprobiert habe. Aber Bei meinen Winglets hat der Bau der Endleiste wie er auf dieser Seite zu sehen ist http://www.zanonia.de/arcturus.php
gut funktioniert. Und da auf dieses Winglets gelandet wird, müssen die Endleisten einiges aushalten. Bei größeren Modellen könnte man dann vielleicht Sperrholz nehmen (den Tip habe ich von Herbert bekommen) Das hat sich jedenfalls bei den Yodas bewährt. Und was ich jetzt von vielen gehört habe, die Einfräsungen, in denen die Rippen ineinander gesteckt werden müssen genau passen. Sind die zu schmal, so biegen sich die Rippen auf und der Flügel wird krumm, sind sie zu breit, so hat man Probleme mit dem Verkleben.

Gerade die Ideen, die ich in Bezug auf Ruderverkastung habe könnten noch Probleme geben, deshalb möchte ich sie noch für mich behalten.

Um zu sehen wie der Rest klappt, muß ich den Flügel erst bauen, dann traue ich mich auch Tips zu geben.

Gruß

Bernd
 
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