Geometrische und Aerodynamische Schränkung

Mefra

User
Hallo zusammen,

ich habe eine folgende Frage:

Kann man bei einem fertig gebauten Motormodell (Gietz DC-3, Profil leider nicht bekannt, daher kann ich nicht sagen ob das Modell eine aerodfynamische Schränkung aufweist) das Abreissverhalten verbessern in dem man die Querruder leicht nach oben stellt um so nachträglich eine geometrische Schränkung zu erreichen?

Hier wird das Thema geometrische und aerodynamische Schränkung erklärt.

Bei meinem fertigen o.g. Modell habe ich das Probelm, dass das Modell sehr schnell, bei zu langsamer Geschwindigkeit (klar, schneller fliegen ist besser ;)) schnell abreißt und über eine Tragfläche abtaucht.

Was meint Ihr dazu, bringt das Hochstellen der Querruder(zumindest in der Startphase) etwas???

Vielen Dank für Eure Meinungen. :)
 
Ja, bringt etwas. Es entlastet den bei der DC3 doch recht schmalen Aussenflügel von lokalem Auftrieb. Ausserdem verbessert sich die Querruderwirksamkeit bei leicht negativer Grundstellung.
 

FamZim

User
Selbsterziehung

Selbsterziehung

Hallo Leute

Wenn beim Ziehen das Modell über die Fläche weg geht, ist der H Ruderausschlag " ZU GROß " , egal welche Geschwindigkeit.
Stellt den einfach so klein ein, das nichts passiert bei Vollausschlag, grösser braucht Ihr nicht ! NIEMALS !
Wenn der dann nicht reicht, fliegt das Modell zu langsam und man gibt automatisch Gas !
Engere Kurven gehen nicht ! > Srömungsabriss < , selbstverschuldet .

Gruß Aloys.
 

Mefra

User
Wenn beim Ziehen das Modell über die Fläche weg geht, ist der H Ruderausschlag " ZU GROß " , egal welche Geschwindigkeit.
Nein, der Abriss kommt auch ohne Betätigung des Höhenruders.

Klar, dass wenn ich schneller fliege der Abriss nicht oder zumindest später erfolgt, doch das Abreissen erfolgt meist beim Einleiten in eine Kurve (Einleiten mit Seitenruder und Querruder zur Verhinderung einer großen Schräglage).

Beim Landeanflug, also mit halb oder teilausgefahrenen Landeklappen hingegen, senkt die DC 3 sehr schön die Nase und kommt ohne Abrisstendenzen gut rein.
 

Oli_L

Vereinsmitglied
Hallo Mefra.

...doch das Abreissen erfolgt meist beim Einleiten in eine Kurve (Einleiten mit Seitenruder und Querruder zur Verhinderung einer großen Schräglage)...
Ja, da haben wir ja den Salat, du willst flach um die Kurve... damit die Kurve flach wird, soll die langsamere kurveninnere Fläche mittels Gegenquerruder mehr Auftrieb liefern.

Da könnte tatsächlich das Hochfahren beider QR helfen, um die Abrisstendenz am Inneflügel zu verringern. Oder eine ausgeprägte Differenzierung.

Grundsätzlich sind aber schiebefreie Kurven mit "natürlicher" Schräglage empfehlenswerter als "Fesselflugkurven" ;) .

Ne Scale-DC3 hat halt in dieser Hinsicht immer so ihre Tücken, da muss der Pilot mit umgehen.;)

Gruß,
Oliver
 

Mefra

User
Grundsätzlich sind aber schiebefreie Kurven mit "natürlicher" Schräglage empfehlenswerter als "Fesselflugkurven"

Ja, das ist das was ich beabsichtige: Kurven mit wenig Schräglage, doch dann reißt sie unerwartet ab.
 
Hallo Frank,

kann Dir nur empfehlen eine geometrische Schränkung durch hochstellen der Querruder einzubauen! Hatte selbst mal so einen Fall -eine Beechcraft B60 Duke von Rödel mit Eigenbaufläche- die ein schier nicht zu bändigendes Abreissverhalten hatte. Der Grund dafür lag in einer völlig falschen Auslegung der Tragfläche. Der äussere Teil der Fläche fliegt aufgrund der geringeren Profiltiefe in einem kleineren Reynoldszahlbereich als der Innenflügel. Das gilt für alle Trapez/Ellipsen oder Pfeilflügel bei denen die Flächentiefe am Randbogen nun mal kleiner ist als an der Wurzel. Die Reynoldszahl definiert sich grob gesagt durch die Profiltiefe und dessen Anströmgeschwindigkeit (für die Aerodynamiker: ist noch nicht die ganze Wahrheit, hier aber unerheblich). Nun ist es so das mit geringerer Reynoldszahl bei unseren Modellanwendungen in der Regel auch die Leistungsfähigkeit eines Profils abnimmt. Dies zeigt sich unter anderem in einer geringeren Toleranz gegenüber dem maximalen Anstellwinkel. Das ist fatal: Flügel mit den genannten Flächengeometrien neigen zum Tip-stall, einem Abriss der vom Randbogen aus beginnt. Genau das muss verhindert werden, ansonsten zeigt das Modell exakt das von Dir beschriebene Verhalten. Bei meiner Duke hatte ich den Fehler gemacht, das Aussenprofil stärker zu wölben als das Innenprofil, was zur Folge hatte das es bereits bei deutlich geringerem Anstellwinkel abriss als das Innenprofil. Durch einen Querruderausschlag nach unten wurde dieser kritische Anstellwinkel bereits in Normalfluglage erreicht (kein Ziehen erforderlich!!). Durch hochstellen der Querruder gelang es die verkehrt herum gebaute aerodynamische Schränkung durch eine geometrische Schränkung zu kompensieren. Nicht gerade elegant aber dadurch wurde das Modell wenigstens flugfähig und konnte vorbildgetreu geflogen werden. Grundsätzlich gilt als Faustregel: je dicker (prozentual zur Tiefe) ein Profil ist und je weniger es gewölbt ist (Wölbung ist die Krümmung der Mittelinie, demnach hat ein symmetrisches Profil eine Wölbung von null, egal wie krumm dessen Ober und Unterseite auch ist!) desto toleranter wird es gegenüber grösseren Anstellwinkeln. Das ist wichtig zu wissen wenn man einem Flügel eine aerodynamische Schränkung geben will. Wie gesagt nur eine Faustregel, Hochleistungsflügel bedürfen einer etwas genaueren Betrachtung. Da Du an Deinem voll-GfK Flügel der DC 3 keine aerodynamische Schränkung mehr verändern kannst bleibt Dir nur noch die geometrische übrig, am einfachsten durch hochstellen beider Querruder zu erreichen. Zusätzlich kannst Du die Querruder noch etwas differenzieren, damit sich der Anstellwinkelzuwachs des Aussenflügels durch ein nach unten ausgeschlagenes Querruder in Grenzen hält. Übrigens wird sich der Tip-stall umso schlimmer auswirken, je höher die Flächenbelastung eines Modells ist. Wer jetzt einen relativ leichten 3D-Hampler fliegt und Dir sagt Du sollst nicht so einen Alarm machen, er hätte den ganzen Firlefanz noch nie gebraucht - den kannst Du getrost ignorieren, das ist Äpfel mit Birnen verglichen. Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Gruss Oli
 
Ein ähnliches Problem hatte doch "propliner" auch mit seiner DC 3.
Es gab da mal einen sehr langen und ausführlichen Bau- und Flugthread im Scaleforum, den ich aber nicht mehr finden kann.

Im Zweifelfall mal eine E-Mail an propliner schreiben (ist allerdings z.Z. für ca. 14 Tage nicht erreichbar).

Grüße, Nick
 

robi

User
Ich kann nur den Kommentar weiter oben bestätigen und wiederholen:

Versuchs mit einem Turbulator !!

Ich hatte ähnliche Probleme mit einer Foka 4. Auch die hat ja recht zugespitzt verlaufende Flächen.
Ich habe im Flügelaußenbereich über die Länge der Querruder auf 20% Flächentiefe das Zackenband von Graupner aufgeklebt.
Nun kann man den Flieger in der Thermik langsamer kurbeln und landen tut die Foka auch viel besser damit.

Mit dem Hochstellen der Querruder verringerst du ja lokal den Auftrieb und mußt das durch schnelleres Fliegen wieder "wettmachen".
Dann kannst du ja gleich schneller fliegen und so den Strömungsabriss vermeiden.

Gruß
robi
 
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