GFK-Platten flächig miteinander verkleben

Hallo!

Ich will an meiner Krill-Yak in der Motorhaube ein Radialgitter platzieren. Um die Luftführung zu optimieren, soll auf der Rückseite eine dünne GFK-Platte (0,3mm GFK-Platte schwarz eingefärbt) auf das Radialgitter geklebt werden, so dass die Kühlluft nur im Zylinderbereich einströmen kann. Ich habe das Radialgitter (GFK) und die Platte zur Verkleidung jeweils im Klebebereich mit 80er Schmirgel gründlich aufgerauht und anschliessend mit Silikonentferner entfettet. Verklebt hab ich das Ganze dann mit 24h-Harz von R&G. Die Platten habe ich während des Aushärtens miteinander verpresst. Nach dem Aushärten des Klebers musste ich feststellen, dass die Klebung abplatzt, wenn man das ganze bewegt bzw. auf Scherung beansprucht.

Wie kann ich das dauerhaft verkleben? Falsches Harz für solche Zwecke? Wer hat ne Idee?

Marko
 

Gideon

Vereinsmitglied
Für großflächigere Verklebungen ist auch ein relativ sprödes Laminierharz noch ok. Wichtig ist hier nur eine ausreichend lange Härtungszeit und / oder eine zusätzliche Warmlagerung. Deine Vorbehandlung ist prinzipiell ok, ich würde nur statt Silicon-Entferner Aceton oder Isopropylalkohol verwenden.

Was für eine Harz-/Härter-Kombination hast Du denn genau verwendet?
 
Hallo!

Danke für die Rückmeldung! Ich habe das R&G Harz L mit dem Härter L verwendet.
Du schreibst "für großflächigere Verklebungen ist auch ein relativ sprödes Laminierharz noch ok". OK interpretiere ich als " es gibt was besseres"...
Was würdest Du empfehlen?

Marko
 
Zack

Zack

Vielleicht probierst du einfach mal Sekundenkleber.
Und Silikonentferner würd ich nicht nehmen, besser Aceton und nach dem anschleifen überhaupt nichts mehr.


Bernd
 
Sekundenkleber hatte ich bereits probiert. das hält noch schlechter.
Jemand Erfahrungen mit Kontaktkleber oder UHU-Por? Das ergäbe wohl keine knallharte sondern eher eine zähelastische Verbindung...

Marko
 

micbu

User
Lanhzeitharz ist goldrichtig.
Bei der Vorbehandlung ist etwas schief gelaufen.
Nach dem GRÜNDLICHEN anrauhen kommt gar nichts mehr auf die KLebestelle ausser dem Harz.
AUch kein Silikonentferner, Aceton oder sonstiges Zeugs.
GRÜNDLICH aufgerauht ist die Oberfläche dann, wenn überall schon "große Fetzen" sichtbar sind.
dann löst sich nachher nix mehr ab. Abplatzendes Material ist entweder ein Zeichen von falscher Vorbehandlung, falsches zusammenmischen der
Komponenten oder falsche Materialien die es zu verkleben gilt.
Das letztere scheidet deiner Aussage nach ja aus.


Viele Grüße, Michael
 

Gideon

Vereinsmitglied
Lanhzeitharz ist goldrichtig
Definiere mal bitte Langzeitharz


Primär werden 2 unterschiedliche Varianten von (aminhärtenden) Epoxydharzsystemen angeboten:

1. Laminierharze: Niedrigviskos, glashart, stöchiometrisches Mischungsverhältnis, gute mechanische Eigenschaften (Festigkeit / E-Modul)

2. Klebeharze: Höherviskos / thixotropiert, flexibilisiert, (in Grenzen) variables Mischungsverhältnis (Polyaminoamidhärter), gute Zugscherfestigkeit


Topfzeiten sind bei beiden von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden möglich
 

Gideon

Vereinsmitglied
Nach dem GRÜNDLICHEN anrauhen kommt gar nichts mehr auf die KLebestelle ausser dem Harz
Wenn die Oberflächen mit Silicon kontaminiert sind, dann macht eine zusätzliche chemische Reinigung durchaus Sinn. Was hier beim eigentlichen Thema sicherlich nicht das Problem war. Trennmittelreste an der Plattenoberfläche sind aber durchaus ähnlich lästig. Um nicht nur als Spruchbeutel dazustehen, anbei ein Auszug relevanter Stellen aus dem Datenblatt des UHU Endfest 300. Hier werden auch schön die unterschiedlichen Mischungsverhältnisse und deren Auswirkungen aufgezeigt. Wichtig ist besonders die Passage der Oberflächenvorbehandlung

Bild 2.png
Bild 5.png
Bild 6.png
Bild 7.png

Quelle: UHU GmbH & Co KG


Mir geht es hier aber primär darum, aufzuzeigen, dass eine derartige Verklebung auch mit einem Laminierharz problemlos machbar ist (eine entsprechende Vorbereitung der Oberfläche vorausgesetzt)
 
Tja, und in dem text steht klar: Erst schleifen, dann entfetten.
Klingt sinnvoll.
Nach dem schleifen werden die Klebestellen immer nochmal gereinigt, sonst hat man nur Staub drauf, bzw. in den Schleifrillen, und der hält bekanntlich schlecht.
Anschleifen, abpinseln oder mit Druckluft reinigen, nen SAUBEREN Lappen und Aceton nehmen und mal kurz drüber wischen.
Danach keine Klebestelle mehr mit den blanken Händen anfassen, auch mit behandelten Handschuhen wäre ich vorsichtig.
Wichtig ist halt das die Klebestellen an beiden Oberflächen angeschliffen werden.
Notfalls wüde ich es mal mit 5Min. Epoxy probieren, der hält auch bombig.

Gruß,Marcus
 

micbu

User
Ob Laminierharz oder Klebeharz ist in diesem Fall hier hier von untergeordneter Bedeutung.
Wichtig ist, daß es niedrigviskos ist. Normaler 5 Minuten Epoxi scheidet hier komplett aus.
Wenn die Oberflächen mit Silicon kontaminiert sind, dann macht eine zusätzliche chemische Reinigung durchaus Sinn.
Zuerst entfettet man die Oberfläche, dann kommt das schleifen. Wenn es notendig sein sollte nach dem schleifen noch einmal zu entfetten, dann sollte man aber auch wieder schleifen.
Warum? Ganz einfach. was passiert denn wenn du mit Aceton oder ähnlichem das Material entfettest? Die "Fäden" die durch das aufrauhen aus dem Material abstehen werden wieder fein säuberlich an das Material angelegt und evtl. sogar viele "Fäden" zu einem einzelnen zusammenverklebt. Das ist aber genau das was man nicht möchte. Man rauht eine Oberfläche auf um zum einen eine große Oberfläche und viele "abstehende" Teile zu bekommen, die vom Kleber eingeschlossen werden können. Nach dem (letzten) gründlichen anschleifen kommt ausser Staub entfernen (Druckluft) gar nichts mehr.


Viele Grüße, Michael
 

Gideon

Vereinsmitglied
Zitat aus GFK-Technik im Modellbau / Neckar-Verlag:

Bei Kunststoffbauteilen muss das Reinigungsmittel die Trennmittelrückstände anlösen und entfernen, da sie sonst bei der mechanischen Vorbereitung der Oberfläche mit eingeschliffen werden. Aceton und Methylenchlorid sind zwar wirksame Lösungsmittel, bereiten aber bei vielen Thermoplasten Probleme. Dem Entfetten der Oberfläche folgt auch hier die mechanische oder -wo anwendbar und zwingend- die chemische Oberflächenvorbehandlung. Weiche und weniger druckfeste Teile sind zu schleifen. Feste, harte Fügeteile können sandgestrahlt werden. Das mechanische Aufrauen bringt, wie bei den Metallen, eine Verzahnung sowie Vergrößerung der Oberfläche. Auch hier folgt dem Überschleifen immer ein Entfetten oder bei porösen Materialien wie Holz ein Absaugen oder Abblasen der Fügeflächen, um tiefersitzende lose Partikel zu entfernen.
 

Stephan2

User
Moin,
muss es denn ein Harz sein zum Verkleben?

Wie sieht's aus mit nem Klebesilikon z.B. elastosil E41/43?

So wie ich das verstehe möchte headhunter ja de Platte auf dem Gitter aufkleben.
Könnte mir vorstellen, dass das Harz da zu wenig flexibel ist und deshalb die Platte nicht hält.

Grüße
Stephan
 

Gideon

Vereinsmitglied
Essigsäurevernetzte Silicon-Klebstoffe brauchen Feuchtigkeit zum Vulkanisieren. Das funktioniert aber nicht bei flächigen Verklebungen, wo nur durch die Fuge Feuchtigkeit eintreten kann (wenn beide Materialien auch keine Feuchtigkeit durchlassen)
 

Stephan2

User
soll auf der Rückseite eine dünne GFK-Platte (0,3mm GFK-Platte schwarz eingefärbt) auf das Radialgitter geklebt werden
So'n Gitter ist im allg. doch luft- bzw. feuchtigkeitsdurchlässig? :rolleyes:

Grüße
Stephan
 
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