GFK-Rumpf angleichen

Polo

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Hallo Freunde der Jetfliegerei! Heute hätte ich eine Frage wo ihr mir möglicherweise mit euerem geballten Wissen den einen oder anderen Ratschlag geben könnt. Und zwar geht es um folgendes: Bei einem Voll-GFK-Bausatz zeigt die Rumpffront, genau neben einem Lufteinlass, eine stärkere Unregelmäßigkeit an. Soll heissen auf einer Fläche von ungefähr 40mm x 60mm müssten an dieser Stelle bis zu (Kontur läuft konisch aus dem Shape – sieht so fürchterlich aus) 3mm aufgetragen werden um eine annähernde Symetrie zu erreichen. Wie würdet ihr das anstellen? Meine bevorzugte Idee wäre das Gelcoat in diesem Bereich bis auf das Gewebe runterschleifen und dann Lagenweise (ähnlich der Plaetzlimethode) aufzubauen bis die benötige Form erreicht ist, zum Schluß eine dünne Spachtelschicht drauf, oder würdet ihr das ganze mit Spachtel-Microballoons auffüllen oder einfach nur spachteln. Ich tendiere zum Lagenaufbau, spachteln erst ganz zum Schluss. Was haltet ihr davon? Freue mich über Euere Antworten lg Charly

P.S. Hatte ich schon weiter unten gepostet, wenn es stört einfach verschieben - sorry!
 

Polo

User
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Schau mal, da wo der Lufteinlass in den runden Teil übergeht. Bei der Ansicht ist es links rund 3mm kürzer, schmäler, das gehört aufgedoppelt und dann auf der innenseite passend gefeilt. Ein wenig Symetrie sollte schon sein, oder? Im nächsten Schritt wird dan das "Ei!, der runde, vorderste Teil wirklich rund gemacht, damit der Spinner möglichst gleiche Abstände rundum aufweist. Ansonsten stimmt der Flieger ziemlich genau, aber bei der Front ist etwas im wahrsten Sinne des Wortes schief gelaufen.....
 

Bommba

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Hallo Polo

Hast du den Hersteller der, es sieht stark nach einer Porter aus, mal gefragt, ob es da einen sinnvollen Hintergrund zu der Rumpfform gibt, oder ob es einfach ein Fehler in der Herstellung ist?
Bei einem Rumpf aus der Form eigentlich schwer nachvollziehbar, aber nichts ist unmöglich....

Und du sagst, dass die Mittellinie fluchtet?

Grüße
Alex
 

Polo

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Servus Alex, ja, die Mittellinie fluchtet, der Turboprop sitzt, alles gut. Die Schnautze ist ursprünglich als Motorhaube konzipiert und hergestellt worden. Allerdings war die gelieferte Qualität des Frontteils(Motorhaube) nicht unbegingt berauschend, viele Lunker, extrem dünnes und unregelmäßiges GFK, an anderer Stelle mm dick Gel-coat und so einiges mehr..., na ja, genauso war die von mir mitbestellte Verbindung von Motorhaube und Rumpf alles andere, aber nicht sehr, ich will mal sagen, haltbar. Deswegen habe ich alles zepflückt und mit viel, sehr viel Aufwand komplett neu aufgebaut. Für die SPT-10 habe ich die eigentliche Motorhaube als tragendes Teil mit dem Rumpf verbunden, mit Flugzeugsperrholz und etliches an CFK laminiert, u.a. die Turbinenaufnahme mit Längenausgleich zusätzlich mit Alurohren und Kugelköpfen aus dem Musikinstrumentenbau direkt mit dem Rumpf verschraubt usw. . Jetzt geht es nur noch um die eigentliche Frontpartie, also von den Lüftungsgittern bis zum Rumpfanfanag. Der große Lufteintritt passt mittlerweile, jetzt geht es nur noch das fehlende Material auf einer Seite des Rumpfes zu ersetzen und den Frontabschluss rund zu bekommen, damit der Spinner später überall den gleichen Abstand aufweist.. Beim Kauf des Modells, übrigens der einzige Voll-GFK-Porter mit sehr Nahe am Original liegenden shape, war ich mir bewusst, dass die Maschine etliche Verarbeitungsmängel aufweisen wird, deshalb mache ich mir jetzt die Mühe zum überarbeiten.... lg Charly
 

Spit_1

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Hi Charly,

Nur verkitten bzw. mit Microballoons würde ich nicht, hier besteht die Gefahr,
dass es früher od. später abplatzen könnte.
Ich würde folgendermaßen vorgehen,
.) Leg den Rumpf auf die Waage und notier das Gewicht.
.) Schleife den Bereich, plus Überstand zur maßhaltige Kontur, wo du aufdoppeln willst bis auf das Gewebe runter.
.) Laminiere naß in naß einige Lagen 165g (Köpper) Gewebe mit jeweils ca.5mm Überlappung/größer zur vorigen Schicht.
Das 165 Köpper wiegt ~165g/m2 und genau so viel Harz wirst du auch brauchen,
also bei 60x40mm wird nicht soviel zusammen kommen.
Als letzte Lage würde ich eine Lage 80g Leinenbindung trocken auflegen und das Harz der unteren Schichten damit durchsaugen.
Schau im Überlappungsbereich, dass es dort nicht zu trocken ist.
.) Alles gut aushärten lassen. (Wenn du willst evnt. tempern, schwarzer Sack in der Sonne)
Nach dem vollständigen Aushärten, schleifen, kitten und außen auf gewünschte Kontur bringen.
Im Einlassbereich auf ca. 1-2cm nach innen verlaufend schleifen und so an die Kontur der passende Seite angleichen.

Jetzt bist du fertig, jedoch mit Mehrgewicht.
.)Rumpf wieder auf die Waage und entscheide selbst ob das Mehrgewicht für dich akzeptabel ist,
vielleicht brauchst du eh etwas Blei in der Nase.

Falls dir die Reparatur zu schwer erscheint kannst du nun von innen beginnen das GFK herauszuschleifen (Dremel, etc.)
Kontrolliere wärend des Schleifens die Festigkeit, damit du nicht zu viel weg nimmst.
Durch die Überlappung auf das bestehende Gewebe hast du genug Festigkeit und "Krafteinleitung"

lg
Mario
 

Polo

User
Hi Mario, danke für Deine Rückmeldung! So ähnlich hatte ich es mir auch vorgestellt, war mir nur nicht sicher. Ich werde es so machen wie Du es auch vorgeschlagen hast. Mehrgewicht ist in dem Fall nicht so tragisch, angepeilt sind unter 20Kilo (3,6m Spannweite und 12KW), denke das müsste passen. Werde Dich auf dem laufenden halten. Freut mich jetzt riesig, dass Du mir zusätzliche Tips zu meiner gedachten Vorgehensweise geben konntest - Vielen Dank! lg Charly
 
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