Giga 2m : Härtetes schadlos überstanden

Rotscher

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Hallo zusammen,

es gibt flieger die überleben auch 1 Woche am Hang bei Regen und Sonne (fast) unbeschadet.

Am Freitag 23.07 war ich wieder einmal in den Bergen beim Fliegen. Ich ging auf den Männlichen im Berner Oberland. Der Berg erreicht man über Lauterbrunnen/Wengen oder Grindelwald. An diesem Tag bläste der Wind vom Lauterbrunnental. Das Fliegen auf dieser Seite des Berg hat seine Tücken. Oben hat es über die gesamte Flacke senkrechte Felswände von ca. 10 - 40m Höhe. Danach geht es rund 1000m ziemlich steil nach unten. Einmal abgesoffen hat man keine chance mehr reinzulanden. Genau das ist mir passiert. Nach ca. 2h stunden Flugzeit ist der Giga abgesoffen. Laut Vario ist der Flieger bei -49m gelandet. Was nun? Die Schnauze lag nach oben. Anscheinend sah der Flieger durch das Fernglass betrachtet noch ganz aus. Bei der Bergstation der Seilbahn fragten wir nach einem Bergseil. Die Angestellten meinten jedoch, sie versuchen selbst, den Flieger zu bergen. Also gingen wir zurück inst Tal. Dann kam der Regen Er dauerte von Freitagnacht bis Sonntagmorgen mit zum treil recht heftigern Gewittern Die Folie sah ich vor meinem geistigen Auge durchlöchert. als ich bis letzten Donnerstag von den Seilbahnangestellten noch keine Antwort bekam, ob der Flieger schon geborgen wurde, entschloss ich mich mit einem Kollegen die bergung selber durchzuführen. Mit Seil und Kletterzubehör gingen wir wieder auf den Berg. Der Flieger sah noch recht gut aus. Zum glück hatte es weiter rechts eine Lawinenverbauung. Bei der dieser entdeckten wir einen kleinen Weg welcher nach unten führte. Auf diesem Weg kamen wir relativ einfach unter die senkrechten Felswände. Von dort aus waren wir auf gleicher Höhe wie der Flieger. Ich blieb bei der Verbauung, der Kollege holte dieser. Der Giga hatte keine schäden, die Folie hat nur an 3 stellen kleine Löcher, Empfänger Vario etc. waren trocken (schnauze nach oben gelegen). Jetzt mussten wir nur noch nach oben auf den Berg, was relativ einfach war.

Bilder folgen in ca. 1 Woche

Gruss Roger
 
Tja, von meinem liegen leider noch Teile in einem ähnlichen Steilhang am Jakobshorn in Davos... Letzten Samstag bei Starkwind bin ich beim Abschwung von einem "eher grossen" (ich kann erst ca. 150 m Durchmesser, die anderen können schon mehr...) voll in eine Mini-Ellipse gerauscht. :( Die sieht auch nicht mehr so toll aus.
Aber ein neuer ist schon bestellt.
Bertram

P.S. beim Neuen laminiere ich gleich den Rumpf mit 2 Lagen GFK. Bei allem Respekt (für den Preis) - es ist eine Sauerei, einfach zwei einlagige grobe AFK/CFK-Schalen ohne Ueberlappung aneinanderzuharzen. Wie soll das denn halten?
B.

[ 07. August 2004, 15:01: Beitrag editiert von: Bertram Radelow ]
 
Mein Giga 2m heißt Mega Highlight 2m und stammt von Franken-Modellbau. Das Modell ist mit dem Giga von Tun-Modellbau identisch.
Ich baue meine Modelle normalerweise selbst, aber für den Urlaub in den Alpen brauchte ich einen in Meter-Stücken transportierbaren Segler mit 4-Klappen-Flügel und Kreuzleitwerk. Bei Franken -Modellbau auf der Dortmunder-Messe wurde ich fündig.
Ich habe ihn vor zwei Wochen in Serfaus/Tirol am Serfauser Feld eingeflogen! Daran anschlißend bin ich für zwei Tage in Grindelwald gewesen um zum Jungfraujoch mit der Zahnradbahn hoch zu fahren. Von da aus kann man Wengen und warscheinlich den Hang sehen auf dem geflogen wurde. Ich hatte den Mega 2m ja im Auto und hatte ihn in Grindelwald nicht ausgepackt. Ich wußte ja nicht, wo man dort fliegen kann. Bei der Abreise im Hotel hörte ich, das eine Woche später eine Modellfliegergruppe zum "First" zu fliegen kommen. Das man auch bei Wengen fliegen konnte, habe ich nicht gewußt, schade.

Noch ein paar Bemerkungen zum Mega 2m:
Der Rumpf ist zwar nicht gut im "Naß in Naß" Verfahren verklebt worden, aber ein wenig Gewebeüberstand an den Nähten hat er schon, wenn der Überstand auch nur ca. 1mm auf der gegenüber liegenden Rumpfhälfte verklebt war. Ich habe den Rumpf von innen bis hinter den Flächenausschnitt und natürlich vorne bis in die Spitze angeschliffen und zwei Lagen 50g/m² Glasgewebe eingelegt. Die Kanten im vorderen Ausschnitt für Akku und Empfänger wurden noch mit zwei 80.000fil Kohlenstoffrovings verstärkt. Im Leitwerksträger kann man den Rumpf so nicht verstärken. Man kann aber Harz den Naht entlang zum Seitenleitwerk laufen lassen und so die Verklebung des Gewebeüberstands verbessern.
Mein Rumpf war zudem nicht gerade. Das Seitenleitwerk zum Höhenleitwerk steht leicht schief und die Flächen stehen noch weiter schief auf die gleiche Seite. Ich habe die Flächenauflage durch aufleimen einer 0,4mm Sperrholzlage auf der einen Seite und geringfügiges herunterschleifen auf der anderen Seite korrigiert. Das Höhenleitwerk mußte leider so bleiben, da die Führung der HLW-Steckverbindung schon eingeleimt war.
Das Seitenleitwerk ist mit einer Abschlußleiste des Dämpfungsteils aus Balsaholz versehen, die nicht richtig verklebt war. Dies konnte mit Harz nachgeholt werden. Bei der Gelegenheit wurde auch gleich die Dicke der Leiste korrigiert, da sie vorher zu dünn war und das Seitenruder dicker. Beim Einstellen der Seitenruderausschläge stellte sich dann erst heraus, dass der Ausschlag nach links nicht groß genug ist, da die Dichtlippe am Seitenruder gegen die besagte Balsaleiste stieß. Die aus Harz und Mikroballons angeformte Dichtlippe des Seitenruders mußte daher fast vollständig abgeschliffen werden um eine vernünftige Ausschlagsgröße zu bekommen. Die Balsaholz-Abschlußleiste wurde dann noch mit einem Glasgewebestreifen aus 50g/m² belegt um später ein Aufplatzen zu verhindern.
Wenn ich hier noch weitere Details beschreibe, wird das noch ein Testbericht! Lassen wir das!
Das Modell fliegt sehr gut und ist für den Preis eine gute Wahl. Baut man solche Modelle sonst selber, kommt man zu den vielen kleinen Verbesserungen, wie ich sie vorgenommen habe um dem Modell meinen Ansprüchen gerecht zu werden.
Gruß
Christian
 

Rotscher

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Hier die Bilder von der Bergung des 2m Giga

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Nun liegt der Flieger da inmitten von Steinen und Geröll. Das Vario sagt -49 meter.

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Nochmals ein Foto vom Flieger. Man beachte rechts die Felsen.
Wer sieht der Giga?

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Hier starte man raus ins Tal.

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Bei dieser Lawinenverbauung konnten wir nach unten unter die Felswände steigen.

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Von unten sehen die Felswände recht eindrücklich aus.

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Nochmals ein Foto von den Felswänden. Weiter vorne hat es auch ein Bergrestaurant.

1091989699.jpg

Der Giga wurde nach über einer Woche zum ersten mal wieder in die Hände genommen.

1091989730.jpg

Mensch und Natur!
 
Hi Roger,
schön, dass Dein Giga/Mega wieder lebt.
Bei uns in Davos heissen die Lawinenverbauungen übrigens "Pommes-Frites-Maschinen" - der kundige Modellflieger ahnt, warum...
Gottseidank standen Pommes Frites noch nicht auf meinem Flieger-Menü (Styro-Konfetti leider schon)
Bertram
 
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