Graupner-Insolvenz und Geldverlust

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Hallo,

ich habe im November im Graupner-Onlineshop Tragflächenhälften bestellt, die Bezahlung der 182€ fand per Kreditkarte statt.

Da die Folienbespannung der Tragflächen heftige Falten aufwies, habe ich die Ware umgehend zurückgesendet und die Bestellung widerrufen.

Am 19.12. habe ich dann per Post einen Gutschriftbeleg von Graupner erhalten. Da ich auch nach 4 Wochen keinen entsprechenden Zahlungseingang auf meinem Konto gefunden habe, schrieb ich vergangene Woche an Graupner mit der Frage, wo denn das Geld aus der Gutschrift bliebe.

Heute bekam ich einen Anruf eines Anwalts, dessen Kanzlei nach eigener Aussage die Firma Graupner im Rahmen der am 14.12.2012 angemeldeten Insolvenz (!) vertritt.
Er sagte mir, dass es ihm zwar leid tut, aber eine Geldauszahlung aufgrund des Insolvenzverfahrens nicht möglich sei. Die betreffende Kanzlei hat Graupner sämtliche Zahlungen an Gläubiger untersagt.

Inzwischen habe ich Rechtsberatung eingeholt: ein anwaltliches Vorgehen hätte keine Aussicht auf Erfolg, ich werde den Verlust von 182€ akzeptieren müssen.

Ich schreibe dies nicht, um Graupner in irgendeiner Weise zu schaden, doch bitte ich Euch, bei Euren Käufen vorsichtig zu sein: ein Widerruf bei Käufen ist wohl möglich, allerdings ohne Rückerstattung des Kaufpreises.

An Komplikationen im Rahmen von Gewährleistungsthemen möchte ich gar nicht denken!

Den Namen des Graupner-Anwalts und der Kanzlei kann ich bei Bedarf nennen.

Grüße
Matthias
 
Und was hat das nun explizit mit Graupner zutun???
Das ist das übliche Vorgehen bei Insolvenzen....mein Ex Arbeitgeber schuldet mir auch noch einen fünfstelligen Betrag, denn darf ich auch abschreiben!

Wäre es nicht ne Lösung vielleicht doch noch die Ware (eventuell in Ordnungsgemäßen Zustand) wenigstens zu bekommen?

Übrigens ist deine Forderung erst nach dem Abschluß des Verfahrens weg ;-) Bis dahin darfst du noch Hoffung haben, dass deine Forderung noch einen hohen Rang bekommt...denn nicht jede Forderung wird gleich eingruppiert!
 
......

Am 19.12. habe ich dann per Post einen Gutschriftbeleg von Graupner erhalten. Da ich auch nach 4 Wochen keinen entsprechenden Zahlungseingang auf meinem Konto gefunden habe, schrieb ich vergangene Woche an Graupner mit der Frage, wo denn das Geld aus der Gutschrift bliebe.

Heute bekam ich einen Anruf eines Anwalts, dessen Kanzlei nach eigener Aussage die Firma Graupner im Rahmen der am 14.12.2012 angemeldeten Insolvenz (!) vertritt......
Grüße
Matthias

Die Daten 14.12. für Insolvenz und 19.12. für Gutschrift passen aber nicht zusammen.
Die Gutschrift wäre ja dann nach der Insolvenz erfolgt. Bei einem "Beleg" würde ich auch der Sache nachgehen, ob da die Überweisung nicht erfolgen muss.
Wann wurde das Modell denn reklamiert und eingesandt?
Ich hoffe, die Angaben stimmen so, wie berichtet. Man kann sich da ja leicht irren und so etwas kann böse ins Auge gehen. ;)

Ansonsten würde es sich eventuell doch lohnen nachzuhaken, zunächst nochmal beim Insolvenzverwalter.
Auf telefonische Auskunft würde ich dabei überhaupt nicht reagieren.:confused:

Stattdessen würde ich per Einschreiben Rückschein sofort meine Forderung wiederholen und zwar unter Fristsetzung.
Ohne schriftlichen Bescheid mit Bestätigung der Forderung zur späteren eventuellen Berücksichtigung (auch wenn diese nicht erfüllt werden kann) würde ich mich nicht abspeisen lassen. Telefon ist in solchen Fällen das falsche Medium.

Ich hatte mal vor einiger Zeit einen ähnlichen Fall und habe zumindest meine Ware zurückbekommen.

Ausserdem ist die Frage, ob momentane Angebote seitens Graupner ohne gut sichtbaren Hinweis auf die Rechtslage rechtens sind.
Inwieweit dies mit den gesetzlichen Regeln für Internetverkauf, der ja bei Graupner auch heute noch möglich ist, vereinbar ist, wäre dann auch noch zu prüfen. Im Schadensfall würde bei mir der Eindruck einer vorsätzlichen Täuschung entstehen.

Wird vermutlich ein langer hitziger Thread. :eek:
Cheers
Walter
 
Tja wenn die Bestellung VOR Insolvenzeröffnung erfolgte dann ist echt essig.
Das hat mit den aktuellen Geschäften auch wenig zu tun. Wenn der Insolvenzverwalter den Betrieb weiterführt muss er auch Bestellungen abwickeln und evt. Rückerstattungen vornehmen. Nach Eröffnung haftet der Insolvenzverwalter (übrigens persönlich) für Schulden die das Unternehmen ab dann macht. Aber alles was vor Insolvenzeröffnung an Schulden da war, ist halt erstmal weg bzw. muss erstmal nicht bedient werden. Bei Eröffnung der Regelinsolvenz kannst du dich dann als Gläubiger eintragen lassen und bekommst am Ende des Verfahrend eine Quote X% von deinem Geld wobei X meistens sehr klein ist.

Trotzdem die Forderung auf jeden Fall erstmal schriftlich zum Insolvenzverwalter schicken.

Wie Markus schon sagt, die Ware könnte man bekommen. Habe auch schon in solchen Verfahren mitgearbeitet und dort haben wir alle Waren welche Kunden einschickten einfach sofort wieder zurückgeschickt, damit das nicht in die Insolvenzmasse fällt und der Kunde der doofe ist.

gruß cyblord
 
1) Wenn am 19.12. ein "Gutschriftbeleg" (was auch immer das rechtlich ist) kam (wann abgeschickt? Per Post gekommen?) müsste der eigentlich vom Insolvenzverwalter verantwortet werden.
2) Was sagt denn die Kreditkartenfirma? Der Verkauf wurde ja nicht erfüllt. Es fand keine ordnungsgemäße Lieferung statt. Das ist was anderes als ein Garantiefall.

Was ist denn in der Haftung in solchen Fällen der Unterschied zwischen Insolvenz und Insolvensschutzschirm?
 
Daten passen schon so...

Daten passen schon so...

Kauf und Widerruf waren vor Insolvenzanmeldung, die Ausstellung des Gutschriftbelegs erfolgte nachträglich. Trotzdem gilt, dass keine Zahlung erfolgen darf, da kein Gläubiger ab Antrag bevorzugt werden darf.
 
Kauf und Widerruf waren vor Insolvenzanmeldung
Damit ist leider alles klar. Dein Geld muss erstmal niemand rausrücken. Du kannst dich in Schlange der übrigen Gläubiger einreihen :(

Was ist denn in der Haftung in solchen Fällen der Unterschied zwischen Insolvenz und Insolvensschutzschirm?
Gute Frage, und ich frage mich auch, ob es noch ein Schutzschirmverfahren ist, oder ob bereits ein "echtes" Insolvenzverfahren eröffnet wurde.

Da bei der Schutzschirminsolvenz der Geschäftsführer weiterhin alle Geschäfte tätigt und entscheidet (und dabei vom Sachwalter nur kontrolliert wird), denke ich mal haftet nach Eröffnung der Geschäftsführer, so wie der Insolvenzverwalter im regulären Verfahren.

gruß cyblord
 
Wie aufmerksam seid Ihr eigentlich im Forum unterwegs? (Gelbe Binde mit schwarzen Punkten)
 
Insolvenz und Garantie

Insolvenz und Garantie

Wollte nicht extra ein Thread aufmachen, darum frage ich hier:

Wie schaut es mit der Garantie aus, Habe eine mc32 vor der Insolvenz gekauft und sollte sie jetzt auf Garantie einschicken. Bekomme ich sie dann auch wieder zurück? oder wie schaut das aus?

Gruß Markus
 
Wollte nicht extra ein Thread aufmachen, darum frage ich hier:

Wie schaut es mit der Garantie aus, Habe eine mc32 vor der Insolvenz gekauft und sollte sie jetzt auf Garantie einschicken. Bekomme ich sie dann auch wieder zurück? oder wie schaut das aus?

Gruß Markus

Sollte eigentlich kein Problem sein. Aber ehrlich gesagt, ich würde da momentan nichts hinschicken. Schon gar kein derart teueres Gerät wie die MC32.
 
Ja so etwas denke ich mir auch,

nur ist bei mir ein Trimmrad defekt und um da ranzukommen müsste ich ein Haufen Folienleiterkabel entfernen.......
Auch nicht so Toll
 
Im Forum wurde reichlichst dargelegt, das Graupner NICHT insolvent ist, sondern einen Schutzschirm Antrag gestellt hat.
 
mal ne laienhafte Frage von mir:

Kann man denn mit dem Gutschriftbeleg nicht was anderes bei Graupner kaufen?
 
Hallo,

ich habe im November im Graupner-Onlineshop Tragflächenhälften bestellt, die Bezahlung der 182€ fand per Kreditkarte statt.

Da die Folienbespannung der Tragflächen heftige Falten aufwies, habe ich die Ware umgehend zurückgesendet und die Bestellung widerrufen.

Am 19.12. habe ich dann per Post einen Gutschriftbeleg von Graupner erhalten. Da ich auch nach 4 Wochen keinen entsprechenden Zahlungseingang auf meinem Konto gefunden habe, schrieb ich vergangene Woche an Graupner mit der Frage, wo denn das Geld aus der Gutschrift bliebe.

Heute bekam ich einen Anruf eines Anwalts, dessen Kanzlei nach eigener Aussage die Firma Graupner im Rahmen der am 14.12.2012 angemeldeten Insolvenz (!) vertritt.
Er sagte mir, dass es ihm zwar leid tut, aber eine Geldauszahlung aufgrund des Insolvenzverfahrens nicht möglich sei. Die betreffende Kanzlei hat Graupner sämtliche Zahlungen an Gläubiger untersagt.

Inzwischen habe ich Rechtsberatung eingeholt: ein anwaltliches Vorgehen hätte keine Aussicht auf Erfolg, ich werde den Verlust von 182€ akzeptieren müssen.

Ich schreibe dies nicht, um Graupner in irgendeiner Weise zu schaden, doch bitte ich Euch, bei Euren Käufen vorsichtig zu sein: ein Widerruf bei Käufen ist wohl möglich, allerdings ohne Rückerstattung des Kaufpreises.

An Komplikationen im Rahmen von Gewährleistungsthemen möchte ich gar nicht denken!

Den Namen des Graupner-Anwalts und der Kanzlei kann ich bei Bedarf nennen.

Grüße
Matthias

Hi Matthias

mir deinen Aussagen kann etwas nicht stimmen, denn Graupner hat keinen Insolvenzantrag gestellt, also kann es auch keinen Insolvenzverwalter geben.

Gruß,Herbert:confused::confused:
 
Kauf und Widerruf waren vor Insolvenzanmeldung, die Ausstellung des Gutschriftbelegs erfolgte nachträglich. Trotzdem gilt, dass keine Zahlung erfolgen darf, da kein Gläubiger ab Antrag bevorzugt werden darf.

Hallo,

wenn die Gutschrift nicht in barer Münze erfolgen kann, - der Insolvenzverwalter hält das Geld für sich zusammen - dann gehören die
mangelhaften Tragflächen, die Du bezahlt hast, Dir. Es ist Dein Eigentum, das Du wegen Mängeln zurückgeschickt hast, und das sich
heute im Hause Graupner befindet.
Der Insolvenzverwalter muss Dein Eigentum vor dem Zugriff dritter freihalten und Dir die Tragflächen zukommen lassen.

Ich hatte vor Jahren so einen Fall beim Möbelkauf. Zuerst ging angeblich auch nichts, erst nach massivem Druck hat der Insolvenverwalter
nachgegeben.
 
Herbert das liegt daran, dass Graupner auch noch nicht Insolvent ist ;-)
Der Schutzschirm ist ähnlich wie der Insolvenz Eröffnungsantrag die Vorstufe.
Hätte das Gericht keine Nachhaltigkeit in den Sanierungsplänen gesehen, wäre auch der Schutzschirm nicht genehmigt worden.
Schutzschirm ansich hat bestimmte Voraussetzungen die erfüllt sein müssen, damit dieser auch erlaubt wird....in diesem Fall darf die GL fast genauso weiter arbeiten wie bisher...was auch Sinn macht, denn ein amtlich Bestellter Insolvenzverwalter hat oftmals keine Ahnung von dem Geschäftszweig den er da betreut, bzw. mehrere Baustellen gleichzeitig um die er sich kümmern soll (was eh ein Schwachsinn ist meiner Meinung). In meinem persönlichen Fall darf neben manroland der gleiche Verwalter auch noch Schlecker betreuen...wie groß diese beiden Firmen sind, und was da an Arbeit zu erledigen ist neben den anderen Dienstleistungen die er anbietet mit den paar Hansl, ist mir heute noch ein Rätsel!
Hoffen wir mal, dass Graupner hier eine nachhaltige Sanierung hin bekommt und uns weiter erhalten bleibt.
 
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