Decathlon Bellanca M 1:3 von Seagull Models
von Wilfried Tenten.
von Wilfried Tenten.
Ich habe dieses Thema gewählt, um den Bau eines ARF-Großmodells am Beispiel meiner Decathlon Bellanca M 1:3 von Seagull Models zu beschreiben. Da solche Modelle meist recht schwer sind - meines wiegt 16,2 kg - ist einiges zu beachten. Dazu gehören neben fliegerischen Fähigkeiten auch Kenntnisse über Festigkeiten des Flugzeugs und dessen Elektronik (Avionik). Dazu habe ich meinen Ingenieurverstand von Beginn an aktiviert und bin einer alten Erkenntnis gefolgt: Die meisten Fehler hat man selber verursacht, selbst wenn man etwas Fertiges gekauft hat.
Vor etwa 40 Jahren hatte ich eine Pitts von Tony Clark und flog diese etwa 15 Jahre lang. Leider wurde das Modell durch einen Absturz vollständig zerstört. Geflogen bin ich das Flugzeug mit einer 30 MHz- Multiplex Anlage. Der Unfall geschah, weil die Antenne am Ausgang der Kabine im Flug gerissen ist. Obwohl ich vor jedem Flug die Antenne überprüft habe und sie auch jedes Winterhalbjahr erneuert hatte, ist es trotzdem passiert. Vorher waren auch einige Schäden zu vermelden. Mal ein abgerissenes Fahrwerk, weil gelegentlich eine Landung zu hart war oder die Maschine bei der Landung in ein größeres Loch kam. Auch hatte der Seitenwind ab und an seine Auswirkungen. Es waren in diesen 15 Jahren immer wieder Reparatur Arbeiten angesagt. Dann kam eine beruflich bedingte Hobbypause. Nachdem ich in Rente gegangen war, habe ich wieder mit dem Fliegen angefangen.
1. Kaufentscheidung - Warum gerade dieses Modell?
Ich wollte nach Jahren der Großmodellabstinenz nach meiner XCUB mit 2,2 m Spannweite ein richtig schönes Großmodell fliegen.
Es sollte:
* maßstabgetreu sein,
* sehr gut zu sehen sein - Farbgebung,
* sehr sicher fliegen, kunstflugtauglich und schlepptauglich sein,
* aus Holz sein, damit es für mich leichter zu reparieren ist.
Da ich mich mit Werkstoffen wie Epoxid, GFK, CFK, EPO nicht unbedingt angefreundet habe, aber mit Holz ganz gut klar komme, war es von Beginn an klar, dass es aus Holz sein muss.
2. Kauf mit Ausrüstung
Nach langem Suchen und sehr guter Beratung durch den Lieferanten war die Entscheidung gefallen. Es wurde die Decathlon Bellanca von Seagull Modells im Maßstab 1:3. Dazu die passenden Servos (HV und Drehmoment von 25 kgcm bis 30 kgcm), sowie eine neue Fernsteuerung FUTABA T16IZ, Gyro GYA553, Leistungshub GEMINI3018, zwei Empfänger R7108, Weiche FUT-FDLS, neun Servos. Beschluss: Alles wurde beim Händler bestellt. Das war im Sommer 2023.
3. Bau des Flugzeugs
Der Baubeginn
Wichtig und damit Leitidee beim Bau war, dass alles, was ab jetzt in Rumpf und Flächen eingebaut wird, wartungsfreundlich sein muss. Ich muss überall drankommen und, wenn erforderlich, muss es auch wieder ausgebaut werden können.
Der Bau begann mit Überlegungen zum Anlageneinbau. Es bot sich an, ein Brett dafür in das Modell aufzunehmen. Der Spant an der Hinterseite des Kabinenbereichs besitzt in geeigneter Höhe bereits rechts und links eine Aussparung. In diese passte ein 4 mm Alurohr. Das Brett mit den Avionik-Komponenten zeigt das Bild rechts. In Flugrichtung gesehen (im Bild rechts) ist der Leistungs-HUB (Akkuweiche mit Servo Leistungsausgängen 18 polig) und weiter hinten die beiden Empfänger mit der Weiche dazwischen. Die große Entfernung zwischen Motorregler und Starkstromkabeln verhindert Störungen. Auch die Antennen sind dort hinten befestigt. Beide im 90° Winkel zueinander.
Der Kabelbaum
Die Kabelverbindungen wurden hergestellt und alle Steckverbindungen mit Schrumpfschlauch gesichert. Lötverbindungen mag ich nicht. Sie werden gerne spröde und können reißen. Entweder man crimpt oder nutzt Steckverbindungen. Nutzt man Steckverbindungen, dann sollten diese möglichst zusammengesteckt mit Schrumpfschlauch gesichert werden. Solche Verbindungen sind zerstörungsfrei lösbar und daher wartungsfreundlich. Wichtig bei Kabelbäumen ist auch, dass diese nicht auf längeren Distanzen durchhängen und daher im Flug hin und her wackeln können. Das kann im Modell durch Führungsrohre für die Kabel gewährleistet werden.
Damit war der Teil der Arbeit klar. Für die Verbindung der Kabel zu den Flächen habe ich einen speziellen Steckmechanismus gekauft, der mittels seitlicher Federzungen gesichert wird. Die Kabeldurchführung wollte ich so eng gestalten, dass ein unbeabsichtigtes Öffnen der Verbindungen während des Betriebs verhindert wird. Damit war für die sichere Signalübertragung alles vorbereitet, der Kabelbaum konnte angefertigt werden.
Bevor die handwerkliche Arbeit beginnt, lag der unberührte Rumpf einladend für einen gründlichen Blick auf dem Arbeitstisch. Es ist meine Gepflogenheit, von hinten nach vorne den Rumpf anzuschauen, denn Änderungen bzw. Verbesserungen sind in dieser Richtung meist deutlich leichter zu bewerkstelligen als umgekehrt. Der Grund ist einfach: Dort, wo gebaut wurde, ist etwas geschehen, was man ungerne nochmals berühren möchte.
Überlegungen zur späteren Verkabelung
Wo es ging wurden im Modell die oben genannten (CFK) Rohre zum Schutz der Kabelbäume vorgesehen. Ausmessen, zuschneiden und kennzeichnen der Rohre. Damit was diese Vorbereitung erledigt. Die Idee, den Kabelbaum möglichst mit den Rohren gemeinsam zu erstellen war, bis auf ein bereits im Rumpf eingebautes Zentralrohr, machbar. Damit musste der Kabelbaum von der Kabine aus nach hinten verlegt werden. Deshalb wurden jetzt drei Maurerschnüre für jede Servozuleitung (2 x Höhe, 1 x Seite) eingezogen.
Es folgt ein kritischer Blick auf die Konstruktion. Dabei fielen mir einige Konstruktionsmängel auf, die beseitigt werden mussten.
Konstruktionsmängel und deren Beseitigung.
Seitenruder abnehmbar gestalten
Die Leitwerke sahen recht gut aus. Das Seitenruder sollte für den Tarnsport abnehmbar sein. In der Bauanleitung stand zwar, wie das Seitenleitwerk abnehmbar aufgebaut werden kann aber die Konstruktion erwies sich als ungeeignet für den Dauerbetrieb -
Diese Konstruktion ermöglich das exaktes Positionieren. Der Ruder Kugelkopf sitzt auf der Hinterkante Rumpf. Bei der Montage wird das Seitenruder von oben eingeführt. Dazu sind die beiden CFK Führungs-Röhrchen im Rumpf eingesteckt. Dann wird das Ruder langsam nach unten abgelassen bis beide Kugelköpfe übereinander liegen. Dabei muss der Zeigefinger ran! Mit Zeigefinger den Stab ein wenig nachpositioniert bis der Stab auf dem Loch liegt. Klingt schwierig, ist aber nach zwei-, drei- maligem montieren ganz einfach. Dann wird das Seitenruder leicht nach links und rechts gewackelt und mit leichtem Druck nach unten geschoben. Der Gabelkopfsitz begrenzt dies. Das Ruder passt somit ganz exakt und das immer!
Die nächste Aufgabe: Beim Lösen des Seitenruders muss auch das Spornrad gelöst werden. Original Plan ist , dass dünne Federn im Baukasten beiliegen - unbrauchbar, aussortieren - in den Baumarkt laufen zwei passende Federn kaufen! Dann werden in die Originalaufnahme links und rechts Kugelköpfe eingeschraubt. In die Aufnahme M3 Gewinde schneiden. Mit M3 Schraube und einem Tropfen Loctite blau befestigen. Im Rumpf ist hinten die Aufnahme des Spornfahrwerks (Löcher mit innen liegendem Gewindezapfen). Das Spornfahrwerk wird mit etwas Loctite mit zwei Schrauben festgeschraubt. An die breit ausladenden Steuerhörner werden die gekauften Federn eingehängt. Das Bild rechts zeigt diese Konstruktion. Die Federn werden am Seitenruder Blatt in die beiden Kugelkopf Löcher eingeführt (Bild rechts). Das Spornrad mit der Federanlenkung, die am Seitenruderhebel eingehangen werden zeigt das Bild darunter.
Im Seitenruder kann ein Spalt, der zwischen Stabilisator und Ruder vorhanden sein mag, leicht mit Schrumpfschlauch geschlossen werden. Den Schrumpfschlauch passend zur Breite des Seitenruders aussuchen - ich habe schwarzen Schrumpfschlauch genommen. Den Schlauch exakt in die Zwischenräume anpassen und danach durchstecken und am Stabilisator mittig verkleben. Geht so: Schlauch etwas zusammendrücken und dann von oben nach unten in den Spalt schieben. Ist der mittig drin, darf der Schlauch nicht seitlich aus dem Spalt über das Ruderblatt hinaus schauen. Passt das, mit Sekundenkleb am Stabilisator auf Länge festkleben. Wenig Sekundenkleb, zaghafter Druck. Beidseits durchführen. Damit ist die am Stabilisator anliegende Schrumpfschlauchseite verklebt. Kleb eine halbe Stunde trocknen lassen, schön in Ruhe lassen!! Dann Test: Seitenruder bewegen. Muss ganz leicht beweglich sein. Der Spalt ist dann völlig geschlossen. Später beim Betrieb so etwa alle 10 Betriebsstunden ein wenig einpudern. In das Befestigungsloch des Stabilisators als auch in die Löcher für die zwingend notwendigen Verseilungen eine passende Hülse mit Sekundenkleb einbauen! Das Höhenruder kann so bleiben.
Stringer Konstruktion Rumpf hinten
Stringer sind Längs- und Querverstreber. Das sind lange Sperrholzlatten. Diese werden liegend (flache Seite oben/unten) oder stehend (dünne Seite oben/unten) verbaut. Stringer nehmen Längs- und Querkräfte auf. Stabilität und Festigkeit ergibt sich durch die Schmalseite. Für die Elastizität zeigt sich die flache Seite verantwortlich. Die Stringer sind in den Rumpfspanten super eingepasst. Im Grund stimmt alles, fast alles. Schaut man auf die Oberseite, so ist diese hinter der Kabine zum Leitwerk hin konkav (nach oben hin) gebogen. Schön nachgebaut! Aber am Übergang zum Leitwerk fehlen hier Versteifungen. Fällt einem erfahrenen Kunstflugpiloten sofort auf. Hier werden Scherkräfte sowie Zug und Druckkräfte vom Leitwerk in den Rumpf übertragen. Diese Ruder übertragen die Momente in die Konstruktion. Fliegt man später härtere Figuren entstehen an diesem Übergang die besagten Kräfte, denn das Leitwerk soll ja die Bewegungswünsche auf die gesamte Konstruktion und auch in die Flächen übertragen.
Verbesserung:
Das ist nicht machbar ohne ein bisschen zerstörend zu arbeiten. Man kommt halt mit dem Arm nicht bis dort in den Rumpf hinein - zumindest habe ich das nicht geschafft. Also Skalpell Messer gezückt und die Verspannung oben von Außenseite des letzten Spants vor dem Leitwerk zu Außenseite des Leitwerksspant so breit sauber einschneiden, dass die beiden oberen Stringer gut zugänglich sind. Danach die Verspannung wegziehen. Über den beiden oberen Stringern vorsichtig drüber ziehen. Geht, aber schön langsam arbeiten. Dann liegt die Konstruktion frei. An jedem der beiden Stringer zwischen den benannten beiden Spanten und beidseitig ein passenden Sperrholzteil - so stark, wie die Stringer - sägen, anpassen und dann mit Propellerleim (wasserfest) ankleben (wenig Leim, aber über die ganze Seitenflächen der beiden Stringer verstreichen). Dann die angepassten Holz-Hilfsstringer Verbreiterungen einkleben. Mit Wäscheklammern oder ähnlichem festhalten. Einen tag trocknen lassen. Dann sauber mit Oberseite verschleifen. Ist das passiert, den Schleifstaub aus dem Rumpf schütteln und danach die Bespann-Folie wieder bügeln. Hat man die beschädigt, halt ein Stück Folie zuschneiden und festbügeln, danach spannen. Damit ist diese Schwachstelle dauerhaft fest.
Wir schauen weiter nach vorne.
Aufnahme der Schleppkupplung
Die Aufnahme ist nicht so schlecht. Aber ich empfehle eine Verstärkung einzubauen. Wenn ein Segler geschleppt wird muss mit abrupten Krafteinträgen gerechnet werden. Diese wirken in die Schleppkupplung und von dem Festpunkt der Zugleine hinein in die Konstruktion. Damit sich Drehmomente vorhanden, die in diese Tragkonstruktion eingebracht werden. Aus Sicherheitsgründen habe ich auf der längeren freien Seite des vorhandenen Traggerüsts noch einen Querträger eingebaut.
Das ist ein Zwischenholz senkrecht in der Mitte platziert im Raum vor der Schleppkupplung. Von dort nach vorne und hinten wurde ein mittiges Längsholz auf der Bodenplatte des Trägers stramm passend eingebaut. Beide Hölzer so gut als machbar anpassen - sollen vor dem Kleben bereits ein wenig klemmen. Kanten gerade sägen! Danach mit Propellerleim kleben. Fertig. Das hält auch bei großen Segelmodellen. Ich schätze dass die Bella Segler bis 15kg Gewicht sicher zieht.
Transport- und Auswiegevorrichtung
Der Transport und auch das Auswiegen ist bei einem Abfluggewicht von 16,2 kg (mein Modell) schon ein Kraftakt. Man kann das aber auch leichter machen durch eine lösbare Stange. Die Idee: eine Stange wird in der Öffnung des Oberlichts längs und mittig befestigt. Durch einen einfachen schraubbaren Haltemechanismus sowie auf der Stange angebrachte Seilfixierungen sind einerseits der Transport durch den nun vorhandenen Haltegriff als auch das Auswiegen über eine korrekt positionierte unverrückbare Seilführung gewährleistet. Das Bild rechts zeigt diese Halte- Und Auswiegevorrichtung. Die Bilder rechts zeigen die Transport- und Auswiegevorrichtung.
Für das Auswiegen gibt es bei diesem Gewicht nur zwei vernünftige Möglichkeiten: a) Schwerpunkt rechnen b) Man nimmt einen Wäscheständer und hängt die Bella über die Verbindungsstange der beiden A-Seiten ein. a) ist aufwendig wegen der Waagen. b) ist pragmatisch, einfach und sehr exakt. Hier wird die Auswiegevorrichtung (siehe oben) dringend benötigt.
Beim Auswiegen wird ein Halteseil (Maurerschnur) etwa 20cm lang mit einem Achterknoten ausreichender Schlingenöffnung benötigt. Durch
Fahrwerk
Das Fahrwerk ist ein CFK Teil und ist sehr gut und wirkt mit seiner Federwirkung hervorragend angepasst. Die Festigkeit ist weit überdurchschnittlich! Für das Modell ein wirklich äußerst zuverlässiges Teil. Die Fahrwerkshalterung ist dagegen unbrauchbar. Diese zeigt sich als zu dünnes Sperrholzbrett mit vier Stecklaschen. Diese Stecklaschen zeigen deutlich zu wenig Gegenholz
Vom Schreiner habe ich ein 8cm 10 fach verleimtes Buchen-Sperrholz mit Beschichtung oben und unten geschenkt bekommen. Das habe ich zugeschnitten auf diese Schlitzmaße. Die Schraublöcher mit verklebten Einschlagmuttern wurden gleich mit gefertigt. Auf die wackelige Verzapfung wurde verzichtet. Dann wurden unter den Befestigungslöcher des CFK Fahrwerks 2 Klötze aus demselben Sperrholz angefertigt. Das sind Stempel, welche in der Höhe mit der Unterkante des neuen Fahrwerksbrett. Die Breite wurde so bemessen, dass es mit der Hand alleine nicht mehr reingedrückt werden konnte. Sind diese Klötze exakt gearbeitet, werden diese mit einem leichten Schlosserhammer
reißen die Tragspanten!! Da ist viel Messarbeit angesagt.
Das darf "gerade eben" klemmen. Geht der Stempel "leicht klemmend" rein, werden die Seitenwände als auch der Boden mit Wasser verdünntem Propellerleim eingestrichen und vorsichtig versenkt. Das rechts oben eingefügte Bilde zeigt die beiden Stempel verklebt im Fahrwerksschacht. Nun kann das Fahrwerksbrett eingemessen und passend auf den Stempeln verklebt und verschraubt werden. Das Bild darunter zeigt den fertig gestellten Fahrwerksträger. Die vier Löcher sind zum Verschrauben des CFK - Fahrwerks-Bügel.
Kabinen - Tür
Gehen wir weiter und schauen die Türe an. Schrecklich, was die Bauanleitung sagt! Da soll das Scharnier einfach flach auf Tür und Seitenteil angeschraubt werden. Und das bei dem Modell, dem Preis!! Das machen wir besser. Die Konstruktionsidee: Das Scharnier wird zusammengeklappt, in Seitenwand und Tür schräg eingepasst. So liegt das Scharnier mit der Außenwand bündig, sieht gut aus und lässt sich auch im Dauerbetrieb stets einwandfrei und ohne zu wackeln öffnen. Geduld ist gefragt, da der richtige Winkel der schrägen Seitenlinie genau angepasst werden muss. Das Spaltmaß
Wir schauen weiter und sehen uns den Innenteil des Rumpfes unter dem Fahrwerk bis zum hinteren Spant der Kabine an. Auch da müssen unten Stringer Verstärker und im Bereich zwischen Fahrwerksschacht und erstem Kabinenspant muss der Mittenstringer verbreitert (verstärkt) werden. Grund sind die Drehmoment Einträge bei der Landung. Der Lande-Impuls muss hier bzgl. der auftretenden Kraftkomponenten breitflächig verteilt werden. Das Bild rechts zeigt, dass im Kabinenteil bis zum Fahrwerksschacht der Boden verstärkt und der Mittenholm sowie die Seitenholme verstärkt wurden.
Die Radbefestigung
Die Radaufhängung ist der letzte Punkt der Verbesserungen. Laut Hersteller sollen wie bei einem kleinen Modell die Räder mit Stellringen festgehalten werden! Stellringe bei dem Gewicht sind mir einfach zu wagemutig. Verbesserung bringt hier eine Radbefestigung, die mit Mutter und Kontermutter das Rad festhält. Die Achsen sind aus sehr gutem Stahl, zeigen einen glatten Mittenteil. Dieser ist ein gutes Lager für die Räder. Verbesserung: Der äußere Achsenteil ab dem Flach für die Madenschraube wird abgesägt. Die Welle an der Stelle wird mit einer Feile gebrochen. Danach geht es auf die Drehbank und ein M6 Gewinde wird aufgeschnitten. Der Achsteil in der Mitte bleibt im Lagerbereich unberührt. Dann wird das Rad befestigt und über eine entsprechende breite Beilagscheibe der notwendige Abstand für die Radschuhe vorgehalten.
Motor und Regler
Motor: Dualski GA6000 Regler: XQR160 Prop: 24x12 Benziner. Mit der Bestückung fliegt die Bella phantastisch. Im Kunstflug ist genug Kraft für einen senkrechten Aufstieg mit einer ganzen langsamen Rolle von etwa 150m. Schöne große Loops sind in norund Rückenlage sauber zu fliegen. Bei der Landung zeigt sich der Elektromotor mit vollem Drehmoment über den gesamten Drehzahl Bereich. Abfangen des Landepfads (Sinkrate etwa 2m/sec) bei etwa 3m Höhe ein wenig Schub und das Modell hebt ein wenig die Nase. Dann Schub wieder weg und beim ersten Zacken stehen lassen. Das Modell setzt sehr weich auf. Extra weist Dualski darauf hin, dass ein Benzin Prop geflogen werden soll. Der Grund ist, dass der Benzin Prop an der Wurzel stärker ist. Einerseits ist dadurch die Kraft des Motors sicherer (Prop reißt nicht) und andererseits ist das Trägheitsmoment des Props grösser, dadurch reagiert eine hohe Drehzahl Änderung nicht ganz so hart.
Telemetrie
Zwei Telemetrie Sensoren sind verbaut: SM-Unisens und das Futaba Pitot Rohr. Das Pitot Rohr ist an der Strebe links
In der Telemetrie sind alle Sensoren aktiviert. Beim Flug lasse ich mir zwei Daten geben: Geschwindigkeit wird angesagt im Abstand von 10 Sek. und der Verbrauch der Akkus über die Warnung wenn der Verbrauch die 6000mAh Grenze überschreitet. Die Kabelzuleitung der Telemetrie Pitot Rohr wird mit einem Y-Kabel am Sensoranschluss des SM-Sensors angeschlossen. Damit ist jederzeit durch Lösen des Zuleitungskabels Telemetrie (Kabel Empfänger zum SM-Sensor) die gesamte Sensorik im Sender anmeldefähig. Man muss kein Kabel im tiefen Innenraum lösen!
Akkufach
Akkufach für die beiden 6S 8000mAh Regler Akkus. Hier ist ein Akkubrett mitgeliefert. Das ist zwar schön hergerichtet, aber diese
Tragflächen
Die Tragflächen sind hervorragend gebaut. Da gab es keine Verbesserungen. Die Bella kann alle klassischen Aresti Kunstflug Figuren fliegen. Die Rudermaschinen sind alle mit verdrillten Kabeln verlegt. Die elektrischen Anschlüsse werden mit einem guten Stecker-Buchsen System verbunden. Die verdrillten Kabel werden an diese Buchse verlötet. Das Foto rechts zeigt den elektrischen Tragflächenanschluss. Das einzelne Kabel ist das Sensorkabel des Pitot-Sensors.
Das aufgebaute Modell, sorgsam behütet von meinem kleinen Cocker Joschi, der immer beim Fliegen dabei ist und gut auf meine Bella aufpasst!
4. Vorbereitung zum Erstflug
Alle Ruderhebel sind aus Alu und werden jetzt mit den Servos angepasst und verbunden. Dazu wird der Sender schrittweise programmiert. Zu beachten ist hier, dass die Ruderbretter erst mit der Tragfläche verschraubt werden, wenn die Schublängen Anpassung (Rudermaschine - Ruder) angepasst wurde. Die Feineinstellung erfolgt nach der Endmontage.
Gyro Einstellung
Das Gyro hat drei Stellungen:
unten schwache Wirkung mitte: keine Gyro Wirkung oben: stärkere Gyrowirkung
Beim Gyro ist darauf zu achten dass die beiden aktiv-Einstellung für den Piloten passen. Auch darf das Gyro nicht übersteuert (Regelbereich) werden, sonst werden bei Aktion Schwingungen des Gyros angeregt. Diese können schnell zur Katastrophe führen!
Ich fliege den Gyro in aller Regel mit den schwachen Einstellungen. Diese reichen um beim Landen den Flieger schön ruhig zu halten, wenn mal ein ein paar Windböen kommen.
5. Erstflug
Das Flugzeug wird nach dem Zusammenbau erst in allen Funktionen getestet. Ein Freund hilft sicherlich beim Reichweitentest. Sind alle Tests zur Zufriedenheit erledigt, dann zum Startpunkt fahren. Am Startpunkt den Schub so erhöhen, dass das Modell gut und gleichmäßig rollt. Schub max. 1/4 - eher sogar weniger. Keine Klappen!
Dabei beobachten: bricht das Flugzeug aus und in welche Richtung. Wenn das Flugzeug ausbricht sofort Schub auf Null. Modell wieder zurückholen. Nochmals diese Übung. Bricht das Modell immer zu einer Seite aus, verhält sich wie ein Auto mit eingeschlagenen Vorderrädern: Dann die Einstellung am Heckfahrwerk (siehe oben: Halteschrauben an Kugelköpfen) ein wenig ändern. Das Modell besteht diese Übung erst, wenn die Spur stabil geradeaus über eine lange Strecke lenkt. Kleine Korrekturen sind i.O, passieren durch Unebenheiten des Bodens. Passt das, dann Schub langsam erhöhen und beobachten wann das Heck abhebt. Das mehrfach wiederholen. Dabei beobachten ob das Modell stabil am Boden bleibt (soll es). Passt das: Test bestanden - Freigabe für Erstflug. Den Schub konsequent erhöhen aber nicht nach vorne reißen. Die Startgeschwindigkeit soll bei etwa 11 - 12 m/sec (etwa 40km/h) liegen. Das Modell beobachten. Geradeaus Flug mit Steigen etwa 2 bis 4 m/sec bis etwa 50m Höhe durchführen. Passt das, dann großzügige Kurve fliegen. Auf Geradeaus Kurs mit und Gegenwind: Test geradeaus Verhalten. Das Modell soll mit "Reisegeschwindigkeit" bei der Bella 50 km/h geradeaus ohne Höhenänderung fliegen. Wird das nicht eingehalten am Trimm korrigieren. Danach dasselbe mit Wind testen. Dann gegen Wind anfliegen in Höhe oberhalb 50m (Sicherheitshöhe). Jetzt Landung testen: Schub weg nehmen, Klappenstellung 1. Bei etwa 40km/h Klappe auf voll Ausschlag und die Geschwindigkeit von 40km/h einstellen und halten.
Landen
Es ist ein beliebter Fehler beim Landen die Klappen bereits bei hoher Geschwindigkeit auf volle Bremsung (40° bis 50°) zu setzen. Die Bremsklappen sind zum Bremsen kurz vor der Landung gedacht. Zuviel Höhe wird abgebaut durch einen steilen Abstieg im Leerlauf, denn der Luftwiderstand ist proportional zum Quadrat der Geschwindigkeit! Also: Landung einleiten bei etwa 50km/h mit Klappenstellung 1, dann mit dieser Geschwindigkeit den Gleitpfad mit etwa 2 bis 4 m/sec fliegen und ide Bremsklappen erst in etwa 10m Höhe setzen. Die Geschwindigkeit wird jetzt bei 40 km/h gehalten und kurz vor dem Boden einen kurzen Tick Schub. Das Flugzeug soll jetzt parallel zum Boden schweben. Schub raus und Flugzeug landen lassen. Bei Bodenkontakt noch kein Höhenruder ziehen! Wenn das Spornrad sich abgesetzt hat dann Höhe langsam aber konsequent ziehen. Damit wird der Bodendruck am Heck erhöht, was das Fahrwerk entlastet und auch einen etwaigen Kopfstand sicher verhütet.
6. Einfliegen und Landung
Beim Einfliegen ist alles wirklich einfach. Das Modell auf Höhe 50m steigen lassen und einfach hin und her fliegen gegen und mit dem Wind. Höhe auf neutral. Dann muss das Modell die Höhe selbstständig halten. Also Finger weg, aber in Bereitschaft. Steigt oder fällt der, zeigt das Kopf- oder Schwanz Lastigkeit an. Also landen und je nach dem vorne oder hinten ein Gewicht von 5g anbringen Jetzt nur mit einem Klebeband befestigen). Solange die 5g Schritte durchführen bis das Modell bei 50km/h geradeaus fliegt. Fertig mit diesem Teil.
Danach Rückenlage. Dito mit und gegen Wind. beobachten wie sich das Modell verhält. Mag sein, dass der sich sehr neutral zeigt (bei mir ist das so). Dann ist der Trimm fertig. Zeigt die Rückenlage ein deutliches Steigen oder Fallen, dann kann man in Rückenlage durch Wegnahme von Trimm das Flugzeug symmetrisch einstellen. Im Personen tragenden Sportflugzeugen ist ein Trimmrad vorhanden, welches das am Höhenruder befindliche Flatner Trimmruder bedient. Ich habe mir auch so ein Trimmrad programmiert. Am Sender einen Drehsteller (Potentiometer) aussuchen, der sich gut erreichen lässt. Den über Mixer so programmieren, dass er einen sanften und geringen Ausschlag macht. Nun kann während des Flugs jederzeit auf diese Weise der Trimm sicher und leicht angepasst werden. Das mache ich auch bei der Landung. Ich habe keinen Mix Tiefenruder über einen Schalter programmiert.
Zurück zur Rückenlage und dem Trimm. Sollte die Rückenlage nicht mit der normal Lage einigermaßen ausgetrimmt werden können, dann heißt das, dass die Einstellwinkel-Differenz (EWD) nicht stimmt. Schwer korrigierbar, in dem Fall besser akzeptieren - hier hilft dies Trimmrad!. Nur EWD ändern, wenn man dazu wirklich exzellentes Werkzeug hat und exakt weiß und kann was man tun muss: entweder den Anstellwinkel des Tragflügels oder den des Höhenleitwerks ändern. Das kann nur jemand feststellen, der sich in Aerodynamik hervorragend auskennt und die richtigen Messmittel hat. Die Tests und das Finden wo eingegriffen werden muss ist sehr aufwendig und komplex. Rat: entweder Modell monieren als fehlerhaft oder wie gesagt einfach akzeptieren. Tipp in diesem Fall: den Höhen-Trimmer im Flug anpassen. Das wird übrigens in der allgemeinen Luftfahrt auch gemacht. Wenn ich wieder ein "großes" Flugzeug fliege erlebe ich das immer. Je nach Wind, Geschwindigkeit, Propelleranstellwinkel zeigt sich dass das Flugzeug wegsteigt oder fällt. Also Knüppel auf neutral, mit rechter Hand rechts unten das Trimmrad nach vorne oder hinten rollen bis der Horizont neutral oder den gewünschten Sinkwinkel anzeigt. Dasselbe in diesem Fall auch beim Modell machen. Man gewöhnt sich dran. Und jetzt noch ein Wort zum Kunstflug. Gerade Modellpiloten trachten danach sofort das Modell rumzuwirbeln. Sieht dann spektakulär aus und führt immer wieder zu riskanten Manövern weil etwas völlig Unerwartetes passiert. Mein Rat: das Modell erst richtig kennen lernen!! besonders bei Großmodellen lohnt sich das. Ich habe mit meinem Kunstflug erst nach 20 Flugstunden (ich führe Buch über meine Flüge) begonnen und das war gut so. Davor habe ich alle Flüge genossen und mehr und mehr den Blick entwickelt wie der sich benimmt. Man erlebt verschiedene Windstärken, Windrichtungen und fliegt langsam und schnell. Manche Landung wird verratzt und man startet durch usw. Das ist wichtig dieses zu erleben. Danach richtet sich der Feintrimm und die Pilotenerfahrung mit diesem Flugzeug nimmt zu. Hat man dann etwa 20 Stunden hinter sich - das ist im Modellflug schon einiges an Starts und Landungen- sollte man das Modell ganz gut im Griff haben. Jetzt kommt der Punkt an dem man sich entscheidet was man möchte: Schlepp oder Kunstflug oder beides. Auch hier mit Ruhe rangehen und nicht sofort voll loslegen. Ich habe mir vorgenommen einen weiteren Artikel zu verfassen über klassischen Kunstflug. Kein 3D, das kann und will ich nicht fliegen. In dem Artikel geht es um die von Aresti katalogisierten Figuren. Ich werde, soweit es mir gelingt, die Grundfiguren exakt erklären mit Rudereinstellungen, wie man welche Fehler erkennt und korrigiert usw.
Schlusswort
Wie zu Beginn schon gesagt: dieser Bericht lehnt sich natürlich an mein Flugzeug eng an, aber ist in all seinen Aussagen auf jedes Großmodell übertragbar. Ich freue mich auf Gespräche mit Euch im normalen Forum. Viel Erfolg mit Eurem Großmodell!
Schaut auch in meinen Beitrag "Kunstflug Fibel für Normal-Piloten". (wird noch veröffentlicht)
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