Handelsspanne im Modellbauhandel oder: verdienen unsere Händler zu viel?

udogigahertz

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Da die Eröffnung dieses Threads vom Moderator angeregt wurde und der "Wings Unlimited ist bald Geschichte"-Thread wegen eben dieser Diskussion dort geschlossen wurde, hier nun der entsprechende Diskussionsthread dazu.

Ein Thema, dass immer wieder die Gemüter erregt, da wird von sagenhaften 700%-Gewinnspannen berichtet, da beklagen die Händler den uneinsichtigen Kunden, der nicht einsieht, etwas irgendwo beim Händler deutlich teurer zu erwerben als in einem beliebigen Internetshop oder gar beim Direkteinkauf im Ausland nur, damit es eben dieses Geschäft noch möglichst lange geben möge, da bleibt auch der kleine Seitenhieb auf die vormals verehrte Kundschaft nicht aus ("ihr hättet es in der Hand gehabt...."), mit anderen Worten: es gibt hier noch viel Diskussionsbedarf.

Es ist natürlich ein hartes Brot, selbstständig ein Ladengeschäft zu führen, vor allem, wenn man Endkunden hat. Das sollte aber von vorneherin jedem klar sein, dass man es teilweise mit sehr unfreundlichen, preisbewussten und dazu noch mit Wissenslücken behafteten Leuten zu tun haben wird, wenn man sich an sowas heranwagt, das ist doch nicht erst seit gestern so.

Die Situation hat sich aber verschärft, "dank" der Globalisierung und des Internets, wo man sich heutzutage in Sekundenschnelle, auch mobil, also bereits im Ladengeschäft eines Händlers befindlich, nach dem jeweils günstigsten Preis erkundigen kann. Dass der durchschnittliche Händler damit preislich nicht konkurrieren kann, sollte klar sein, wie soll das gehen? Aber auch diese Gegebenheiten sollten bekannt sein und wer damit als Händler nicht mehr klarkommt, der muss eben die Konsequenzen ergreifen und seinen Laden dichtmachen ...... oder eben genau den Nerv der Kundschaft treffen, idnem er sich spezialisiert oder indem er sich vergrößert und alles im Laden vorrätig hat, was der geneigte Kunde kaufen können will, was natürlich ein finanzielles Wagnis bedeutet. Auch könnte ein Händler ja eine exklusive Generalvertretung einer heute noch eher hier nicht so bekannten Firma übernehmen, ich bin mir sicher, dass im Laufe der Jahre an so manchen Händler so eine Bitte herangetragen wurde, weil die Hersteller ja auch ihre Händler haben möchten, die den Vertrieb übernehmen und so die Produkte bekannt machen.

Warum soll denn ein normaler Händler beispielsweise nicht selber zum Direktimporteur eines guten asiatischen Modellflugzeugherstellers werden? Da muss man aber die Kontaktaufnahme mit den dortigen Leuten wagen, Bedingungen aushandeln, Lieferwege und -Kosten klären sowie die zollrechtliche Seite klären, eventuelle CE-Zeichen und Abgaben nach der Verpackungsordnung müssen erfüllt werden ... und und und. Aber wenn man das alles bewältigt hat, kann man sich doch einen Container mit Flugzeugen bestellen ...... und diese sodann exklusiv verkaufen, auch an andere Händlerkollegen. Das war jetzt mal nur ein Beispiel, gleiches Vorgehen kann man ja auch mit allen Sachen machen.

Außerdem gibt es ja die durchaus erfolgreichen Händler, die selber mal klein angefangen haben, mir fallen da spontan W&W Modellbau aus Waldfeucht ein oder der Himmlische Höllein ........ denen geht es außerordentlich gut, jedenfalls hört man von denen keine substanziellen Meckereien, die machen einfach.

Es ist im geschlossenen Thread ja schon einiges gesagt worden, viele stimmige Dinge, so sollte ein erfolgreicher Händler tatsächlich über einen Internetauftritt verfügen, ohne geht es nicht mehr, es wurden aber auch viele dumme Sachen dort gepostet.


Grüße
Udo
 
Es ist im geschlossenen Thread ja schon einiges gesagt worden, viele stimmige Dinge, so sollte ein erfolgreicher Händler tatsächlich über einen Internetauftritt verfügen, ohne geht es nicht mehr,

Ganz so einfach ist es auch nicht. Das klappt wirtschaftlich nur, wenn der Händler wie schon angesprochen eigene Label im Programm hat.
Ein reiner Händler von Markenartikel hat, meiner Erfahrung nach, nichts von einem Internet Shop. Durch den einfachen Preisvergleich des Kunden im I Net hat ein Online Shop nur dann Erfolg, wenn der Preis im Vergleich zum Mitbewerber konkurrenzfähig (niedrig) ist. Gleichzeitig wird er aber dadurch gezwungen im Ladenlokal den gleichen VK zu erheben. Da wird das Ladengeschäft aber über kurz oder lang rote Zahlen schreiben.
 
Es gibt kein „zu viel“, es gibt kein „zu wenig“.

So wie es auch keine Gebrauchtwagen gibt, die von wohlmeinenden Feierabend-Tunern „weit unter Wert“ verkauft werden.

Der Markt hat immer recht. Dem muss man sich stellen.
Das sage ich nicht einfach in die Landschaft, das gilt selbst erlebt auch für mich. Zu Beginn meiner Berufstätigkeit hatte ich in Euro (bzw. Mark) ausgedrückt dasselbe Einkommen wie heute - ganz kindisch betrachtet ohne Inflationsbereinigung. Real habe ich also verloren.

Wie im anderen Thread schon gesagt: Der eine kanns, der andere eben nicht.

Aber anstatt auf die „Großen“ und auf die Ladenketten zu schimpfen, vergisst der Kleine, dass er von den Großen auch lernen kann.

Oder dass er von anderen Branchen lernen kann.

Mein Lieblingsbeispiel, das mich persönlich ganz schwindlig macht, wenn ich darüber nachdenke:

McDonald's-Filiale im großen Einkaufszentrum. Die Leute kaufen ihren Kindern 0,25 Liter Fanta für 1,25 Euro.
Buchstäblich wenige Meter weiter gibt es eine Bäckereifiliale, da stehen 0,5 Liter für 1,50 in der Kühlung.
Noch ein paar Meter weiter ist ein Supermarkt, da ... und so weiter.

Päckchenschieben reicht nicht.

Geht mal zum Beispiel in eine der vielgescholtenen Conrad-Filialen.
Man kann zur Modellbau-Hausmarke von C stehen wie man will, aber da wird echtes „Einkaufserlebnis“ vermittelt. Auf einer Fläche, die nicht viel größer ist als ein Fachgeschäft.
Und wie ich im Graupner-Strang schon ausführlich geschrieben hatte: Man macht sich keine Vorstellungen, was die Leute da rausschleppen. Buchstäblich schleppen.
Geld ist da. Kunden sind auch da.
 
Hmm? Also, ein kleiner Modellbau- Fachhändler geht in Verhandlung mit einen (noch unbekannten) Hersteller in, sagen wir mal Fernost…(Inklusive schnell mal rüberfliegen... Persönlicher Kontakt, kennen lernen usw.) Hmm, und handelt die Konditionen aus, am besten einen Generalvertrag! Hmm... und dann Investiert er in all den Drumherum (CE Zeichen, Transport, Import Zoll usw. ...sortiert das schon mal aus.) Geht zu seiner Bank und ... handelt die Konditionen für entsprechende Kredite aus... Hmm, und bestellt einen Container voll Fliegzeugs... welche er dann Verkauft, natürlich erst schleppend, wer kennt die Marke schon? Also investiert er in Werbung und wundert sich, warum er nicht eigentlich viel mehr Verkauft... aber, er verkauft doch schon etwas mehr...

Und dann, dann wird ein großer Händler auf diese Fliegzeuge aufmerksam...
Und der, der Klingelt bei dem Hersteller in Fernost an... und...

Soll ich weiterschreiben?


Wo ich schon in Schwung bin...

Die Großen fressen die Kleinen. Das ist Fakt. Wer das nicht erkennt, der raucht komisches Zeug.;)

Vom Tellerwäscher zum Millionär, die Zeiten sind lange vorbei. Und die Beispiele, das sich ja ganz kleine „Hochgearbeitet“ haben, gelten eventuell für die Vergangenheit: 10 ~ 20 Jahre zurück. Wo der Internethandel noch Sperma und Ei, bzw.„Jungfräulich“ war, wo kein Kunde noch im Geschäft des kleinen Fachhändlers beim Hersteller Preise abfragen konnte: Ätsche- Bätsche, ich kann das Teil 500% (!) billiger bekommen als bei dir du Halsabschneider... man, das sind ja Apothekenpreise hier...
Und Heute?
Gibt es einen, der heute noch einen Fuß in die Tür bekommen könnte?
Wenn selbst alt eingesessene wie Graupner... man, dat is wie Bolle in Berlin... am Arxxx sind? Welcher kleine, Unbekannte, Fachhändler auf’m Dorf kann den Grossen die Stirn bieten?
Eine Zeitlang... als Lückenbüßer, ja, möglich, eventuell eine Zeitlang. Bis eben die Grossen Wind davon bekommen haben. Und dann? Wer zahlt die Kredite zurück, wenn der Hersteller sich mit dem ach so tollen „Generalvertrag“ des Kleinen Fachhändlers seinen Hintern abwischt?
Er hat längst einen mit den „Bigfish“ gemacht.
Eventuell beliefert er den Kleinen auch noch, ja warum auch nicht: Hauptsache er wird seine Krempel los.
Natürlich sind die Konditionen mit den Grossen weit besser als mit den kleinen popligen Fachhändler: Der Grosse kann viel mehr umsetzen. Seine Arme reichen sogar bis zu Arsch der Welt. Davon kann der Kleine Fachhändler nur träumen und 60 Stunden die Woche schuften.

Nur!
In nicht allzu ferner Zukunft, da werden die Grossen auch auf dem trocknen sitzen.
Alle Kleinen sind gefressen.
Dann werden die Grossen anfangen ihren Moses zu sehen bekommen, weil der Kunde NUR noch beim Hersteller kauft, direkt und ohne Umweg. Der Hersteller macht den Handel... selbst!
Erst Stirbt ein Großer, wird vom anderen geschluckt... dann stirbt Der auch noch.

Und dann, wo ist der Fachmann, der Fachhändler hin?

Der, wo man immer mal schnell Sekundenkleber kaufen konnte, wo man Kollegen getroffen hatte, wo man quatschen konnte und man sich eventuell doch mal ein HOFFNUNGSLOS überteuertes Teil gekaut hatte... aus Freundschaft zum Persönlichen Kontakt.
Wo man noch die Hand des Verkäufers schütteln konnte... ihm in die Augen sehen konnte, wenn er sagte: Dat Dingelchen hier, dat is dat beste uff’m Markt! (Und man wusste: Stimmt! Das ist nicht gelogen. Ganz im Gegensatz zur Kunterbunten Werbung im Netz.)

Weg! Aus und vorbei.



Liege ich so falsch?

:confused:
 
Conrad ist ja auch eine Ausnahme, da die jede Menge Laufkundschaft haben.
Das Angebot an Modellbau ist nicht wirklich prickelnd, aber für den Durchschnittshobbyisten ok.

Schon mehrfach gab es Reportagen über den "Untergang" von kleinen Geschäften, wie zb. Bäckereien, im TV.

Und es wurden auch die Gründe für deren Niedergang aufgezeigt.

Wenn jemand die gleiche Ware verkauft, wie alle anderen auch, hat er als Kleiner kaum Chancen.
Es sei denn er liegt so abgelegen, das die Kunden auf ihn angewießen sind.
Ansonsten hilft nur die Spezialisierung, wenn man in der Umgebung damit Absatz machen kann.
Als Bäcker zb. der Umstieg auf Bio-Ware. Als Bauer, Hofladen mit eigenen Produkten ... usw

jürgen
 
die welt ist wie sie ist

sie ist so geworden

die kräfte des marktes haben sie so gemacht

die gesamte diskussion ist überflüssig





- 99% meines gekauften modellbaumaterial kommt bei mir an der haustüre an .......
- 99% meines gekauften modellbaumaterial kaufe ich abend oder nachts in aller ruhe im internet
- für 99% meines gekauften modellbaumaterial brauche ich keinen parkplatz suchen, keine parkgebühr zu zahlen, keine blödes geschwätz von irgendeinem verhungert wirkenden verkäufer anzunehmen,
- für 99% meines gekauften Modellbaumaterials brauche ich mich nicht zu rechtfertigen warum ich gerade dieses und nicht irgend ein anderes material nehmen kann oder soll
- bei unfreundlichen großkotzhändlern kaufe ich nicht mehr
- ich bin immer "short" in zeit aber nie "short" in material
 
- 99% meines gekauften modellbaumaterial kommt bei mir an der haustüre an .......
- 99% meines gekauften modellbaumaterial kaufe ich abend oder nachts in aller ruhe im internet
- für 99% meines gekauften modellbaumaterial brauche ich keinen parkplatz suchen, keine parkgebühr zu zahlen, keine blödes geschwätz von irgendeinem verhungert wirkenden verkäufer anzunehmen,
- für 99% meines gekauften Modellbaumaterials brauche ich mich nicht zu rechtfertigen warum ich gerade dieses und nicht irgend ein anderes material nehmen kann oder soll
l
Da bin ich ja als Betreiber von Modelcity mal ehrlich froh, dass man zum Fliegen doch noch irgendwie aus der Haustüre raus muss. :D
 
- 99% meines gekauften modellbaumaterial kommt bei mir an der haustüre an .......
- 99% meines gekauften modellbaumaterial kaufe ich abend oder nachts in aller ruhe im internet
- für 99% meines gekauften modellbaumaterial brauche ich keinen parkplatz suchen, keine parkgebühr zu zahlen, keine blödes geschwätz von irgendeinem verhungert wirkenden verkäufer anzunehmen,
- für 99% meines gekauften Modellbaumaterials brauche ich mich nicht zu rechtfertigen warum ich gerade dieses und nicht irgend ein anderes material nehmen kann oder soll
- bei unfreundlichen großkotzhändlern kaufe ich nicht mehr
- ich bin immer "short" in zeit aber nie "short" in material

Hi

und wo kaufst du das 1% ?

:confused::confused:
 
Ich komme gerade frisch von meinem örtlichen Händler und fühle mich in meinen "Vorurteilen" kräftig bestärkt.

Und hier die Thesen :

- es sind die Distis mit ihrer Preispolitik, die die deutschen Modellbauhändler ruinieren und nicht die Kunden, die versuchen preis- leistungsgerecht einzukaufen
- die eigentlichen Margen vom Herstellerabgabepreis in Fernost bis zum deutschen Modellbauhändler wären durchaus für die Händler auskömmlich , wenn.... (siehe unten)

und hier die indirekte Beweisführung

- derzeit verkauft Lindinger als Durchreichposten (also ohne Gewinn) die MC-32 von Graupner. Der deutsche Händler zahlt dafür im Einkauf ca 150 €/Stk mehr als den aktuellen Verkaufspreis von Lindinger.
- Händler die sich bei den Distis mit Ware eindecken werden gerade nachdem sie geordert haben mit Sonderangeboten an die Konkurrenz überrascht, die nun plötzlich 30 - 40% unter ihrem eigenen Einkaufspreis liegen. Die so georderte Ware kann entweder nur mit Verlust verkauft werden oder sie liegt am Lager wie ein nasser Sack herum. aktuelles Beispiel: Ein Sender wird von Robbe wird jetzt plötzlich mit 3 Empfängern an den Händler zum gleichen Preis verkauft, wie vorher mit einem. Die Sender mit nur einem Empfänger liegen dann beim Händler herum wie ein nasser Sack.
- die Distis verfolgen ein undurchsichtiges Punktesystem mit dem sie den einen gegen den anderen Händler ausspielen
- die Distis haben extrem aufwendiges mit Vertretern bestücktes Distributionsnetz mit hohen Kosten aufgebaut, das im Endeffekt die Margen der Händler schädigt und das von den Kunden bezahlt werden muss.
- es sind die Distis, die es mit ihrer Preispolitik ermöglichen, dass einige Händler unter dem Einkaufspreis der anderen Modellbauartikel an ihre Kunden verkaufen können. Das führt zu einem ruinösen Wettbewerb!

+++

Reinhard
 
Ich komme gerade frisch von meinem örtlichen Händler und fühle mich in meinen "Vorurteilen" kräftig bestärkt.

Und hier die Thesen :

- es sind die Distis mit ihrer Preispolitik, die die deutschen Modellbauhändler ruinieren und nicht die Kunden, die versuchen preis- leistungsgerecht einzukaufen

Reinhard

Sag ich doch ..
Die Ware die die Distributoren zu günstigeren Preisen anbieten, darf man als Kleiner gar nicht erst in sein Programm aufnehmen.
Wer sowas macht ist selber schuld.

jürgen
 
Die Ware die die Distributoren zu günstigeren Preisen anbieten, darf man als Kleiner gar nicht erst in sein Programm aufnehmen.
Wer sowas macht ist selber schuld.

So ist es.
Ich lege doch nicht Ware ans Lager bei der die Gewinnspanne derart mies ist, dazu noch so Risiko behaftet.
Wenn ein Kunde das will und ich mit ihm preislich einig bin, dann reicht es dass der Sender innerhalb einer Woche da ist...
Und Modellbau besteht nicht nur aus Sendern und Fa. Graupner...die Zeiten sind rum.
 
Nun gut, man muss schon mal Farbe bekennen was man will.
Ich hätte kein Problem mit einem Händler der Ware zum vereinbarten Preis zuverlässig beschafft.
Auch dann nicht, wenn sie teurer ist - jedoch in einem akzeptablen Rahmen.
Warum muss jeder Händler alles haben, muss er nicht. Zuverlässig besorgen wohl.

War leider bei uns nie der Fall, weshalb ich mittlerweile dem sogenannten Fachhändler nichts mehr abkaufe.
Leben und leben lassen ist gut und da bin ich immer dafür, für dumm verkaufen lassen und die Reibungswärme die beim "über den Tisch ziehen" entsteht als Nestwärme wahrnehmen ist auch nicht so meins...

Sollte in meiner Gegend ein Laden öffnen, dann gehe ich da auch hin.
Ich glaube aber nicht, dass sich das nochmals einstellt.
Übrigens wenn es ganz schnell gehen muss gibt es auch bei Obi & Co. Balsaholz, Kleber, Schrauben, Lacke, Stahldrähte,...

Über die Gewinnmargen zu diskutieren ist doch eigentlich nicht nötig.
Genau so unnötig wie die Behauptung dass der Kunde schuld am "Unglück" eines Händlers ist.

Vor dem Internethandel waren die Händler Herr der Lage, egal wie schlecht sie waren.
Das hat sich geändert. Tut weh und ist auch etwas gerecht.
Wenn ich da an unsere Fachhändler denke, da kam der Name Fachhandel da her dass er wusste in welchem Fach er für den Unwissenden die Ladenhüter bunkerte...

Aber ich glaube da könnten wir noch Jahre drüber diskutieren.:)
 
Winterloch?!

Winterloch?!

Ich frag mich grad eben, wie langweilig muss das Leben wohl sein, um einen solchen Thread ins Leben zu rufen?!
Ist das Balsaholz ausgegangen? Sekundenkleber alle? Kein Geld in der Modellbaukasse? Kein Hobby, um eine schöne Zeit im Schnee zu verbringen?

Kopfschüttelnde (aber dennoch amüsierte) Grüße
Dieter (der abends noch Langlaufen war ...sehr entspannend übrigens! ;))
 
Grüß Euch

Ich weis nicht, ob der Werbespruch "Geiz ist geil" in Deutschland bekannt ist.
Für mich drückt er eine Gesellschaftliche Entwicklung aus.
Alles haben wollen,und nichts dafür zu bezahlen.
Mit ausgelöst durch die Globalisierung ist das Preis-Wertverhältnis aus den Fugen
geraten. "Haben wollen", in diesen Forum oft zu lesen, ist für mich
ein Sinnbild, für diese Entwicklung.

Gruß Markus
 
Dafür, dass die Threadüberschrift provozierend formuliert ist und vermutlich polarisieren soll, finde ich die Diskussion eigentlich recht sachlich ;)

Die These, jemand würde "zu viel" verdienen, ist lächerlich. Wäre das der Fall, findet sich sofort jemand, der das Produkt, mit dem sich so viel verdienen lässt, günstiger anbietet. Oder ein ähnliches.
Wir haben es im Modellbau weder mit einer politisch bestimmten Struktur wie dem Gesundheitswesen zu tun, noch mit oligarchen Verhältnissen wie bei der Energieversorgung. Was hier abläuft, wird tatsächlich ganz simpel durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Der Umbruch, den wir sehen (Händlersterben, Niedergang einstiger Branchengrößen, willfährige Medien) ist lediglich eine Folge unser Gewohnheiten als Kunden. Der Umsatz in der Branche ändert sich dadurch nicht mal, sondern wir als Kunden und damit Umsatzbringer kaufen lediglich nicht mehr immer da, wo wir früher gekauft hätten, aus welchen Gründen auch immer.

Unsere Lieferanten wiederum haben bestimmte Geschäftsmodelle. Und es ist deren Problem, ob sie damit Gewinn erwirtschaften oder nicht. Als Kunde zerbreche ich mir darüber nicht den Kopf. Ich kaufe ein Produkt dort, wo es mir am günstigsten erscheint (nicht mit "am billigsten" verwechseln), und Margen sind mir dabei komplett egal. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass der Anbieter meiner Wahl an dem Geschäft verdient, andernfalls gäbe es ihn wohl bald nicht mehr.

Es wird sich jedenfalls nichts daran ändern, dass wir Dinge kaufen, die jemand entwickeln und herstellen muß. Wenn ich das, was dabei herauskommt, haben will, kaufe ich es, ohne zu fragen, wie die Gesamtkalkulation aussieht. Sehr wahrscheinlich allerdings, bevor es über diverse provisionsbehaftete Aufpreise bei meinem örtlichen Händer ankommt (den es nicht mehr gibt)

Grüße, Ulrich
 
Ich komme gerade frisch von meinem örtlichen Händler und fühle mich in meinen "Vorurteilen" kräftig bestärkt.

Und hier die Thesen :

- es sind die Distis mit ihrer Preispolitik, die die deutschen Modellbauhändler ruinieren und nicht die Kunden, die versuchen preis- leistungsgerecht einzukaufen
- die eigentlichen Margen vom Herstellerabgabepreis in Fernost bis zum deutschen Modellbauhändler wären durchaus für die Händler auskömmlich , wenn.... (siehe unten)

und hier die indirekte Beweisführung

- derzeit verkauft Lindinger als Durchreichposten (also ohne Gewinn) die MC-32 von Graupner. Der deutsche Händler zahlt dafür im Einkauf ca 150 €/Stk mehr als den aktuellen Verkaufspreis von Lindinger.
- Händler die sich bei den Distis mit Ware eindecken werden gerade nachdem sie geordert haben mit Sonderangeboten an die Konkurrenz überrascht, die nun plötzlich 30 - 40% unter ihrem eigenen Einkaufspreis liegen.
Reinhard
Na ja, das Beispiel Graupner ist ja bezeichnend ........ nicht umsonst bzw. nicht ohne Grund befindet sich die Firma Graupner derzeit in Schwierigkeiten (wollen wir alle im Interesse der Vielfalt hoffen, dass sie auch weiterhin bestehen, es wäre sehr, sehr schade, wenn die dichtmachen müssen ......), vielleicht ist ein solches Geschäftsgebaren eines großen Distributors auch nicht sehr zielführend im Interesse aller, allerdings sind solche extremen Auswüchse wie zur Zeit wohl der augenblicklichen finanziellen Lage geschuldet (wenn ich als Firma in akuten Geldschwierigkeiten stecke und ich bekomme ein Angebot eines potenten Abnehmers ins Haus, der mir auf einen Schlag einen großen Posten hochpreisiger Ware abnimmt, aber nur zu einem sehr kleinen Stückpreis, bei dem ich zwar kaum Gewinn mache, aber immerhin etwas, dann kann ich mir in dieser Situtation keine andere Entscheidung vorstellen, als darauf einzugehen, das bringt wieder Geld in Kasse, und zwar einen relativ großen Batzen und auf einen Schlag). Dass Graupner damit auf lange Sicht sich selbst den Markt kaputtmacht und vor allem sein Händlernetz verliert, ist allerdings die traurige Kehrseite der Medaille ...... aber wenn man keine Wahl hat, was soll man machen? Auch die Graupner-Angestellten wollen ihren Lohn haben am Monatsende und vom "Good-Will" der Händlerschaft allein können sie sich nichts kaufen.

Im übrigen hat Graupner früher, als es denen noch gut ging, solche Discounterverkäufe an Großabnehmer nicht gemacht, jedenfalls nicht auf diese dramatische Weise - oder man hat scharf darauf geachtet, dass niemand unterhalb einer gewissen Schwelle verkauft hat, so ähnlich, wie das Robbe mit den Preisen für die Futaba-Artikel macht, da gibts sowas nicht.

Damals hatte Graupner noch die Marktmacht, zu billig verkaufenden Händlern mit der zukünftigen Nichtbelieferung zu drohen ....... damit ist es wohl (vorerst) vorbei.

Ein Sender wird von Robbe wird jetzt plötzlich mit 3 Empfängern an den Händler zum gleichen Preis verkauft, wie vorher mit einem. Die Sender mit nur einem Empfänger liegen dann beim Händler herum wie ein nasser Sack.
Auch sowas ist für die Händler, die vorher geordert hatten, extrem ärgerlich, keine Frage.

Allerdings gehört sowas (der Lieferant senkt überraschend die Preise bzw. wertet sein Angebot auf) zum Alltag eines Händlers, das gibts in jeder Branche und gehört zum normalen Geschäftsrisiko eines jeden Händlers: Wenn der Händler den richtigen Riecher hat, kauft er rechtzeitig große Mengen zu einem guten Preis (Mengenrabatt) eines Artikels beim Hersteller/Lieferanten ein, bekommt frühzeitig die Ware und kann gut verkaufen ........ ordert er zu spät oder zu kleine Mengen, kann er die ungeduldige Kundschaft nicht rechtzeitig beliefern und hat er dann endlich die Ware, kann er entweder beim Preis nicht mithalten oder er muss ohne Gewinn arbeiten = schlecht.

Hat ein Händler aber zu viel bestellt oder markttechnisch zu früh (bald kommt der Lieferant mit einem aufgewerteten Angebot, es gibt 2 Empfänger umsonst hinzu oder ein neues Modell kommt raus, oder der Hersteller senkt den Preis), so kann es sein, dass er auf seiner Ware ebenfalls sitzenbleibt oder sie unter Wert verkaufen muss.

Das ist eben der Handel: Kein einfaches Geschäft, die haben es nicht einfach, hatten es eigentlich nie "leicht", in der Rückschau wird manches verklärt, auch damals schon, noch lange vor dem Internet, hat es Händler gegeben, die wieder aufgegeben haben, aus den verschiedensten Gründen. Aber wenn die Modellbauläden allesamt Goldgruben wären, hätten sie bestimmt nicht aufgegeben, oder?


Grüße
Udo
 
Ich frag mich grad eben, wie langweilig muss das Leben wohl sein, um einen solchen Thread ins Leben zu rufen?!
Ist das Balsaholz ausgegangen? Sekundenkleber alle? Kein Geld in der Modellbaukasse? Kein Hobby, um eine schöne Zeit im Schnee zu verbringen?

Kopfschüttelnde (aber dennoch amüsierte) Grüße
Dieter (der abends noch Langlaufen war ...sehr entspannend übrigens! ;))


@dieter: das muss ich dir vollkommen recht geben...wobei ich gerne auch mal soviel zeit und langeweile besitzen würde :-))

mal im ernst...ich frage mich ernsthaft was es dem endkunden angeht was, wer, wo , wieviel an einem artikel verdient! und ob es evtl. gerechtfertigt sei das gewisse produkte so teuer oder gar so billig gemacht werden das dieser artikel an qualität verliert oder sogar auf grund der preis schlachten komplett vom markt verschwindet.
nicht der "endkunde" ist daran schuld das es alles so günstig wird sondern es fängt bei den großen an!! denn die sind es die es überhaupt möglich machen das preise in den keller getrieben oder gar ausgeschlachtet werden und sind meiner meinung nach auch selbst daran schuld das sie in insolvenzen ect. rutschen....der endkunde an sich ist der provitierende, dem das auch egal ist wer davon lebt oder daran kaputt geht....



grüße florian
 
Ja- ja schöne güldene Zukunft. :D
Wenn viele Kunden nicht einfach nur zu faul wären, um ALLES (was ja schon möglich ist: Von A wie Akku, über Bier und Butter, Cola, Klamotten... Nutten... Quark und Z wie Zypernreise...) im Internet, direkt beim Hersteller, zu bestellen und sich nach Hause liefern zu lassen, gäbe es den Supermarkt, den Einzelhändler schon gar nicht mehr.
Oder lieben es die meisten Kunden einfach, die Verkäufer zwischendurch auch mal „anzupinkeln“... Wohl wissend, die gibt’s bald nicht mehr? (Zumindest nicht zum Sehen und anfassen.)

Werden diverse Kurierdienste bald die einzigen Menschen sein, welche die Strassen permanent bevölkern?
Abgesehen von ein paar unverbesserlichen Rentnern die die übervollen Mülltonnen nach Nahrung und sonst eventuell noch brauchbaren durchforsten. Oder ein paar verirrte Touristen, die an Geschlossenen Supermarkttüren rütteln.

Tja. Den größten Wachstum werden wohl die Transportunternehmen und Kurierdienste machen. Hoffentlich findet Frau Mayer von Kasse 3 dort noch einen Job. (Sollte sie mit 45zig nicht schon zu alt sein...)

Übrigens: Ein lustiger Giga- Gau wäre es, wenn dann das WWW eines schönen Tages durch einen Virus, den ein Hacker in pöser-pöser Absicht zusammengebastelt hat, „Crashen“ würde. (Worauf einige Experten schon warten und sich echt wundern, das es noch nicht passiert ist.)
 
Alles haben wollen,und nichts dafür zu bezahlen.

Da machst du dir das aber sehr leicht.
Vermutlich müssen 90% der Modellbauer mit ihrem Geld haushalten. Das ist doch ein guter, nachvollziehbarer Grund, da einzukaufen, wo ein und das selbe Angebot günstiger zu haben ist.
Ich kaufe zum Beispiel meinen Strom auch bei einem Anbieter, der etwas biliger ist wie seine Mitbwerber. Und stell dir vor, die Qualität scheint gleich zu sein, habe zumindest noch keinen grossen Unterschied festgestellt (kommt ev sogar aus der gleichen Quelle). Warum sollte ich das bei Servos und sonstigem Modellbauequipment nicht auch so handhaben.
Find das hat wenig mit -Geiz ist geil- Mentalität zu tun., eher mit gesundem Menschenverstand.
 
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