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Heinkel He 162 "Salamander" (M 1:4 - 2,30 m x 1,80 m): Baubericht

flo

User
Hi,
bauste nach Buch A schreit die halbe Welt B is besser,
Bauste nach Quelle B schreit die andere Hälfte.

Was hab ich mir bei meiner Intruder alles anhören müssen, nur:
Selber besser machen wollts dann doch keiner, und sogar falls ich ( und zwar ganz sicher)
ein zwei Fehler in der Outline habe, sind das auf unsere Masstäbe vielleicht mm - so what?

Lasst doch den Christoph nach den Quellen bauen die er sich zusammen getragen hat, und wenn es für euch sichtbare Unstimmigkeiten
gibt baut einfach selber was und zeigt uns dass das soo viel besser is..
Schwere Fehler hat der Chris, so wie ich ihn kenn nicht gemacht- soviel steht für mich jedenfalls fest.
Ach ja und falls die Kiste 100% is aber nicht fliegt oder jeder zweite den Bau abbricht weil ers nichhinkriegt... is dann besonders gut ja? Is ja nur der Ruf vom Chris der dann dahin is.

Chris Grüsse aus KL
ich meld mich wenn ich wieder da bin.. haste dein Zeug schon abgeholt?

LG

Flo
 
:) Hi Flo, immer locker bleiben! Wie is´n des Wetter in Malaysia? :)

Danke für deine Unterstützung. Ich versteh´ deine Aufregung sehr wohl. Schließlich weiß ich, dass dir als versierter Scale-Modellbauer jedes der hier angesprochenen Einzelproblemchen ganz genau bekannt ist. Nur wenige haben aber deinen modellbauerischen Hintergrund!

Bisher sind alle Fragen, die seit Beginn dieses threads hier aufkamen, ausnahmslos legitim. So eine Diskussion hat immer etwas Positives. Durch Sepps Einwand konnte zum Beispiel ein weiterer Fehler erkannt werden, den ich jetzt beseitigen kann. Und sowas freut mich; das ist doch mehr wert als der Aufwand, der durch das Nachrecherchieren und die Beantwortung entstehen. Hier im Forum soll ruhig offen diskutiert werden, solange man höflich und respektvoll miteinander umgeht. Nicht in jedem thread ist das so - in diesem aber bisher auf jeden Fall! Und das ist klasse.

Wenn ich nicht wüsste, dass auch Fragen aufkommen können, die mit einer Portion Extra-Aufwand verbunden sind, oder durch die offene Punkte angesprochen werden, würde ich hier keinen thread beginnen. Schon gar nicht über ein so komplexes scratch-build Projekt, von dem ich noch nicht einmal sicher weiß, ob´s am Ende fliegt, das Teil. :)

Nobody´s perfect, wenn jemandem Fehler - auch vermeintliche Fehler - auffallen, bitte nachhaken.
In diesem Sinne: Nur weiter so, Burschen! Am Ende simma alle zufrieden. :D


Gruß,
Christoph.
 
Hallo Chris, hallo Flo
Da kann ich euren Aussagen nur zustimmen. Wenn das Ausgangsmaterial schon sehr dürftig ist kann man halt nur soviel Info-Quellen zusammentragen wie vorhanden und dann nach intensivem Studium nur das Beste daraus machen. Deswegen baue ich eine Beta-Version, um eventuelle vorhandene Unstimmigkeiten aufzuzeigen die dann in die CAD Zeichnungen mit einfliessen damit das Ganze noch besser wird. Aber das war bisher nicht viel. Deshalb, bravo Chris, bis hierhin eine Super Leistung.

Gruß

Hans
 
Hallo,

danke für deine kleine "Checkliste", Sepp.
Ich bin sie mal durchgegangen. Meine Modellmaße in der folgenden Zusammenstellung habe ich auf Originalmaße hochgerechnet, zur einfacheren Vergleichbarkeit.


1. Länge, Breite, Höhe, Spurweite

Länge, Breite, Höhe stimmen. Diese drei zentralen Maße sind ja in verschiedensten Quellen benannt.
Die Spurweite ist in der Baubeschreibung mit 1500 angegeben. Bei mir sind es zwischen 1420 und 1515, je nachdem wo genau man misst und welches Einfederverhalten/Anstellung des Fliegers im Stand man annimmt. Meine primäre Vorgabe war, ein handelsübliches FW verwenden zu können. Zwangsläufig musste ich hier geringe Einschränkungen in Kauf nehmen.

Auch der Bugfahrwerksschacht musste deshalb angepasst werden, was im Cockpit zu etwas verminderter Beinfreiheit für den Piloten führte. Bei der Verteilung der Einbauten im Cockpit hab ich mir sehr viel Mühe gegeben diese leider erforderliche Modifikation so unsichtbar wie möglich zu gestalten. Ich denke aber, das Ergebnis ist recht passabel gelungen.


2. Ende des Kanzeldachs

Original n. Baubeschreibung: 780+1640 = 2420. Modell: 2416. D.h. Das Ende der Modellkanzel müsste etwa 1mm weiter hinten liegen. Schwer zu sagen, was genau die Baubeschreibung als Ende annimmt. Die Aussage macht auch nur Sinn, wenn man die Werte der Baubeschreibung als Vorgaben der Heinkel-Konstruktionsabteilung versteht. Ich denke, dass dieses Blatt ("Anlage 6") eher nur die grundsätzliche Aufteilung der einzelnen Räume und einen Eindruck der Raumquerschnitte geben sollte. Man muss sich immer die Frage stellen, welche Absicht/Aussage mit einer Zeichnung, Skizze oder Maßangabe wohl verfolgt wurde und wer damit adressiert werden sollte. Vielleicht waren es Leute im RLM, die sich mit Fragen der Nutzlast, Bestückung, Einsatzbereichen, usw. zu befassen hatten? Sicher darf dieses eine Blatt nicht als eine technische Konstruktionszeichnung verstanden werden. Die bestand wohl eher aus vielen großformatigen Einzelzeichnungen, Schnitten, Komponentenzeichnungen, usw.! Nicht viel anders, als das heute der Fall ist.

"Anlage 6" zeigt auch Spantenrisse. Als ich vor zwei Jahren begann, die äußere Hülle zu ermitteln, sind mir die die beiden vorderen birnenförmigen Querschnitte aufgefallen. Wie auch an manchen anderen Stellen des Rumpfs fiel es schwer, diese Birnenform zeichnerisch nachzugestalten. Die nähere Umgebung der vorderen Rumpfsektion hätte einfach nicht mehr mit den vielen Bildbeweisen, die es von der Kanzel, bzw. deren äußeren Begrenzung gibt, übereingestimmt. Dies führte zu der Erkenntnis, dass diese Zeichnung so nicht ganz stimmen kann.
Wer i.ü. glaubt, die in "Anlage 6" gegebenen Linien einfach nur hochskalieren und interpolieren zu müssen, um dann eine logische Hüllfläche zu erhalten, kann ich nur ermuntern das mal selbst zu probieren. Die Formen sind noch nicht einmal symmetrisch ... ;)


3. Flügelmittelstück und V-Form

Die Vorgabe für das gerade Flügelmittelmittelstück beträgt 2 x 430 = 860. Im Prototypen ist es nicht gerade ausgeführt. Ich hab das im Eifer des Konstruierens offenbar schlicht übersehen. Ich werde das nachbessern, es ist nur eine kleine Modifikation, das lässt sich in ein, zwei Stunden korrigieren. Die Serienmaschine wird hier also gerade sein. Danke für den wertvollen Hinweis, Sepp!

Die Breite meines Modells beträgt im Bereich der Steckung 895. Im Modell sind das insg. 9mm, 4,5mm pro Seite, zu viel. Die 4,5mm waren allerdings erforderlich, um die Flügelsteckung etwas abzusetzen und dem Kunden zu ermöglichen, die kleine Anformung vernünftig modellieren zu können. Auch an dieser Stelle ist die Abweichung (4,5mm) folglich modellbauerischen Erfordernissen geschuldet.

Die V-Form beträgt originale 3° pro Seite.


4. Leitwerkswinkel, Leitwerksverstellung

Der Leitwerkswinkel beträgt auch beim Modell 14°.

Auf die Möglichkeit der Verstellbarkeit habe ich ebenso verzichtet wie darauf, das Leitwerk zu Zwecken leichterer Transportierbarkeit abnehmen zu können. Der Grund ist einfach Gewicht zu sparen. Selbstverständlich kann diese beiden Funktionen/Merkmale jeder Modellbauer nach eigenem Ermessen realisieren. Für den Prototypen ist erst mal wichtig, dass er gut fliegt. Hans-Gerds Maschine besitzt übrigens bereits ein abnehmbares Leitwerk. Er hat während des Prototypenbau bereits festgestellt, dass die Massenlängsverteilung unkritisch ist, der Schwerpunkt also sicher eingestellt werden kann, und die Maschine leicht genug bleiben wird. Ob ich das Leitwerk serienmäßig abnehmbar gestalten werde, entscheidet sich nach den ersten Flügen.


5. Ruderanlenkungen, Hohlkehle, Ruderausschläge

Alle Ruder sind beim Prototypen als Hohlkehle ausgeführt. Der einfache Grund liegt in der gegenüber einer Keulenanlenkung besseren Wirksamkeit. Das Modell benötigt aus technischer Sicht keinen Massenausgleich. Zugunsten der Erhöhung der Sicherheit bei den Erstflügen hab ich darauf verzichtet. Ob ich die Ruder vor dem Serienstart noch umgestalten werde, weiß ich nicht. Das würde den Verkaufsstart verzögern, was einigen Voranmeldern nicht soo gefallen würde ;) Vielleicht wird´s in ein, zwei Jahren auch eine Version 2.0 geben, die bereits Keulenruder vorsieht. In jedem Falle sollte jeder einigermaßen geschickte Modellbauer keine Schwierigkeiten haben, das in eigener Regie seinen persönlichen Scale Vorstellungen entsprechend zu gestalten.

Die im Modell realisierten Klappenausschläge werden sicher ausreichen, die Werte des Originals zu erreichen.


6. Bug- und Hauptfahrwerksmaße und -winkel

Ein bisschen was hierzu hab ich bereits oben geschrieben. Wie gesagt - wesentliches Kriterium ist, ein möglichst breites Spektrum handelsüblicher Fahrwerke einbauen zu können. Spezialkonstruktionen bleiben jedem Modellbauer überlassen. Ich würde mich riesig freuen, irgend wann mal eine glattCAD Salamander mit einem supergeilen Scalefahrwerk zu sehen! :)


Auch Hans-Gerd hat zwischenzeitlich ein paar kleinere "Scale-Fehler" entdeckt. Beispielsweise enden die Seitenruder im Original direkt "auf" der Höhenleitwerksflosse. Ich habe da - warum auch immer :confused: - einen kleinen Absatz konstruiert. Ein paar Hausaufgaben habe ich also noch zu erledigen ... :)


Viele Grüße,
euer Christoph.

Hallo Christoph,

schön das ich Dich auf was aufmerksam machen konnte!! Es schaut ja auch recht gut aus soweit
! Freue mich drauf sie mal irgendwo zu sehen.

Haben Keulenruder eine schlechtere Wirksamkeit als Hohlkehle?
Wir (Bruder und ich) fliegen eine Do 335 (M 1:5 Eigenkonstruktion Formenbau in GFK) seid einigen Jahren mit der original Auslegung. Also alle Ruder sind da in Keule ausgelegt und das funktionier sehr gut.
Vielleicht magst mal schauen http://www.warbirdforum.de/forum/th...d8f6701c984e4cd957db&postid=150370#post150370
Gibt auch ein paar Youtube Filme.

Gruß Sepp
 

flo

User
Hi Chris,
bin ganz locker...
Aber is doch so wie du selber schreibst:
Da gibts handgezeichnete Quellen, welche nichtmal unbedingt symetrisch sind und da mus man erstmal
die Linien "rauskriegen". So das es dann auch wie eine der (vielen) Versionen aussieht...
Nicht jede Quelle nennt die richtige Version... Fehler passieren auch den "Quellen".

Und zum Thema Quellen aus erster Hand/ Orginal Unterlagen:
Ich möchte hier einfach mal behaupten das, bis auf einzelne wenige Ausnahmen, wohl JEDER Militärjet lediglich durch sekundär Quellen entstanden ist.
Glaub kaum das Grumman (selbst ausprobiert, klappt trotz alter des Vorbilds nicht...Geheim :rolleyes:), MCDD oder sonstwer uns "Blaupausen" zum munteren Scale Basteln überlässt.
WWII Maschinen gibts meist in soo vielen Versionen da kann man sich einiges aussuchen :D gekaperte Maschinen noch obendrauf..

LG

FLo
 
Hallo zusammen,

tja, was nun scale ist und was nicht, oder nicht mehr ganz, sollte wirklich jeder für sich entscheiden. Jeder von uns hat seine ganz persönliche Vorstellung davon, wieweit die Recherche für sein Projekt gehen muss, welchen Wert er jeder einzelnen seiner Quellen beimisst, oder wie genau ein Detail auszuprägen ist, um am Ende zufrieden zu sein. Jeder verfolgt sein eigenes Ziel. Gut so!

Sepp zitiert unter seinen Posts zu seiner genialen Do-335 A11 im Warbirdforum Claude Dornier:

"Ich habe mir bei allen Entwürfen immer das Ziel möglichst hoch gesetzt, in der Erkenntnis der Tatsache, dass das endgültig Erreichbare erheblich unter dem Erhofften liegen würde."​

In diesem Sinne bitte ich darum, mir zumindest meine Fehler hier weiterhin brühwarm zu servieren! :D

Gruß,
Christoph.
 
Hallo Sepp
Danke der Nachfrage. Meine ist vom Holzaufbau her gesehen fast Rohbaufertig. Habe nach meinem letzten Post die Turbinenhalterung komplett aufgebaut und eingeklebt. Mit dem Org. Trw. Mock-up bin ich auch schon angefangen nachdem durch Einbau von Turbine und Schubrohr die Platzverhältnisse zu den Trw-Toren geklärt waren. Was mich im Moment ausbremst sind die GFK-Teile, aber ich bin feste mit dem Aufbau der Formen beschäftigt. Die Formen für die Randbögen sind sind bereit zum Entformen und die Formen für Haupt- und Hoppertank sind just bereit fürs Laminieren. Danach gehts dann mit dem Triebwerkeinlass weiter. Chris will in den nächsten Tagen die Rohformen für die Fahrwerkstore noch einmal fräsen da uns die erste Version nicht zugesagt hat. Wie du also sehen kannst sind wir mit Hochdruck dabei, aber es braucht halt alles etwas Zeit, soll ja was Vernünftiges bei herauskommen.

Schönen Gruß und ruhig immer wieder nachfragen

Hans
 
Hallo Sepp
Werde demnächst wieder welche machen. Muß nur leider die HE immer nach draußen schleppen :cry: da mein Kellerloch sowieso bald explodiert, erstens zu klein, zweitens zu viele Modelle die dort ihr Dasein fristen. Aber versprochen, bald gibts wieder Fotos ;) (wenn ich wieder etwas Ordnung geschaffen habe :cool:). Ach ja, neben dem ganzen Formenbau bin ich auch schon angefangen die ersten Teile zu beglasen. Die Tragflächen nebst Rudern und Klappen stehen als nächstes auf der Liste :) :) .

Schönen Gruß

Hans
 
Hallo zusammen,

nachdem sich Hans-Gerd ja für Auch-innen-modellierte-GfK-Fahrwerksklappen entschieden hatte, mussten die Formen neu gefräst werden. Ich muss zugeben - das wird extra was hermachen! :cool:


DSCF0251.JPG

DSCF0250.JPG


Im Moment trocknet die Harzschicht auf, bzw. in der Oberfläche den noch fest auf der Fräse montierten MDF-Formbauteilen. Am Wochenende werde ich die Dinger feinschlichten.
Wir wollen doch alle, dass unserem guten Hans nicht plötzlich die Arbeit ausgeht ... :D


Viele Grüße,
Christoph.
 
Hallo Chris
Finde ich echt nett :cry: wie du besorgt bist das ich arbeitslos werde :p. Mittlerweile siehts so aus: Randbogenformen fertig (sind wieder gewachst und kriegen morgen Vorgelat), Hoppertankform fertig (gleiches wie Randb. Formen), Haupttank erste Hälfte fertig und beim Trw-Einlauf gehts ebenfalls morgen mit der ersten Drittelform los :D :) :D. Also im Moment noch nichts von Arbeitslosigkeit in Sicht ;) . Bin jedenfalls froh das erstmal die Spachtelei u. Schleiferei :mad: beendet ist :cool:. Aber wird schon.

Gruß

Hans
 
Hallo,

ich hab mal exemplarisch die beiden Formteile für die BFW-Klappen geknipst.
Wie man sieht kann man auch aus MDF brauchbare Urmodelle und Formen 3d-fräsen. Es müssen als nicht immer teure Blockmaterialen verwendet werden. Gegenüber Ureol und Co. wird allerdings ein zusätzlicher Feinschlichtfräsgang nötig, und zuvor muss das Grob-Geschlichtete mit Harz/Härter behandelt werden (siehe oben).


CAM00635.JPG

CAM00636.JPG

CAM00634.JPG

CAM00637.JPG


Der Art vorbereitet brauchen keine Spachtelarbeiten mehr erledigt zu werden, denn die Formtreue ist durch die 3D-CAD Konstruktion absolut gegeben. Man kann gleich mit dem - sagen wir - 400er oder 600er Schleifpapier einsteigen.

So, Hans, pack mas wieder, auf geht´s. :D:D:D Ich komm dich gleich besuchen, kleiner Kontrollgang!


Viele Grüße,
Christoph.
 
die arbeit hoch!

die arbeit hoch!

hallo chris!

wenn man aus dem fernen Wien als Vorangemeldeter Kunde die Diskussion verfolgt, wird einem ganz warm ums Herz - Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Kontrollgänge - da muß
der Prototyp einfach fliegen!

Damit Dir nicht langweilig wird - hasst Du die Zeit gefunden, die D-Version der Salamander aerodynamisch durchzurechnen?

Zum Thema Fahrwerk - insbesonders dazu gibts in der Seegrotte in der Hinterbrühl bei Wien einige interessante Artefakte - ev. ist es dort einfacher die Teile zu vermessen als in den großen Museen.

mfg Werner
 
Hallo,

freut mich, Werner, dass du dich hier zu Wort meldest!

Für alle zur Info,
ich hatte Werner zugesagt, die Aerodynamik der rückwärts gepfeilten Variante mit dem V-Leitwerk "durchrechnen" zu wollen. (Natürlich rechnet auch da wieder mal der Computer.)

Es gab wohl Ende 1944 die Absicht, ab 1946 zur 'Vereinfachung des Technologie-Verfahrens", wie es bei Balous/Bily (MBI) heißt, zwei Ganz-Metall Varianten mit einem Heinkel-Hirth 011 A Strahltriebwerk zu bauen. Der Rumpf der A-Muster sollte wohl 1:1 übernommen werden. Man findet für diese beiden Projektvarianten ab und zu die Bezeichnung "C", oder auch "D". Mit "D" könnte aber auch eine Doppelsitzer Schulungsversion gemeint sein(?).

Werner, ich muss gestehen, dass ich dazu bisher noch nicht gekommen bin. Sollten aber beim Erstflug keine größeren Schwierigkeiten auftreten, will ich das gleich in Angriff nehmen. Das wäre in der Tat eine heiße Kiste, zumal nicht allzu viel zu ändern wäre. Ich fürchte allerdings, als "gutmütig" würde man die Kiste wohl nicht bezeichnen können.

Viele Grüße,
Christoph.
 
Wie man sieht kann man auch aus MDF brauchbare Urmodelle und Formen 3d-fräsen. Es müssen als nicht immer teure Blockmaterialen verwendet werden. Gegenüber Ureol und Co. wird allerdings ein zusätzlicher Feinschlichtfräsgang nötig, und zuvor muss das Grob-Geschlichtete mit Harz/Härter behandelt werden (siehe oben).
Hallo Chris,

wieder einmal eine super Idee von dir. Darf ich dein Verfahren für die Motorhauben für meine Comet anwenden ?

Falls ja :D, dann hätte ich als Fräsenlehrling gleich eine Frage.
Da zwischen Harz/Härter Auftrag die Trockenzeit liegt, ist die Fräse aus. Evtl. wurde auch das Werkstück vom Fräsentisch genommen oder doch nicht?
Wie setzt du den Referenzpunkt zum Feinschlichten?


Viele Grüße
Frank
 
Hallo Frank,

richtig, die Fräse ist während der Trockenzeit des Harzes zwischen Grob- und Feinschlichten blockiert. Man darf das Teil keinesfalls von der Maschine nehmen!

Entscheidend für den Erfolg mit diesem Verfahren ist eine hochwertige, spielfreie Fräse, die auch über lange Fräszeiten im 3D-Raum keine, bzw. allenfalls eine unwesentliche Zahl an Schritten verliert. Nachdem sich die Fräse (insb. die Z-Apparatur) während ihrer Arbeit erwärmt, kann es durchaus sinnvoll sein, die Z-Höhe mittels Längenssensor ab und an neu einzumessen. Beispielsweise längt sich meine Z-Apparatur (i.w. vermutlich die HF-Spindel) während eines Betriebstages um bis zu 0,055 mm!
(Sollte jemand eine ausdehnungskompensierende Fräse haben, ohne - sagen wir - 50.000,-- € dafür locker gemacht zu haben, möge er sich bitte hier zu Wort melden!)

Hier hilft nur Routine, um ein Gefühl für die Sache zu bekommen. Natürlich ist auch der eigene Anspruch an die Oberflächengüte maßgeblich. Will heißen, wer nur für sich mal ein oder zwei Lay-Ups haben will, wird auch kein Problem darin sehen, mal ein paar Minuten (oder Stunden) händisch nachzubearbeiten, seien es das Urmodell, die Formen oder das Lay-Up selbst. Wenn allerdings die Zeit immer ein bisschen drängt, sieht das natürlich anders aus... ;)

Weiterhin viel Spaß mit deiner Comet, Frank. Wird echt gut, was du da machst!


Viele Grüße,
Christoph.
 

PeterKa

User
Hallochen. Ich bin Fräsanfänger. Bisher habe ich nur Positivteile gefräst und diese am Ende mit der Hand glatt geschliffen (6 mm Schrupp, 3 mm Schlicht). Ich war bisher damit zufrieden. Nun aber stehen einige Formteile an, wo ich damit nicht mehr hinkomme (z.B. die Lufteinlaßlippe bei der Mustang P51). Das mit dem MDF und Harz habe ich auch schon gehört, und es leuchtet stark ein. In der Praxis kann das nach meinem Verständnis aber nur funktionieren, wenn die Harzdurchtränkung tiefer geht als der größte abzufräsende Überstand. Bei großen Stufen ist dieser Punkt aber schnell erreicht. Ich schätze, daß das Harz so 1-2 Zehntel in das MDF eindringt (Also das ist geraten, versucht und gemessen habe ich es nicht). Die verbliebenen Stufen dürfen also nur noch im Zehntelbereich liegen. Daher vermute ich, daß nach dem Schruppen ein erster Schlichtgang gemacht werden muß. Der könnte mit einem 2-3 mm Fräser geschehen. Dann kommt die Herztränke. Und nun die eigentliche Frage. Benötigt der letzte Schlichtgang dann noch eine Zustellung, oder kann einfach auf einen feineren Schlichtfräser gewechselt werden ? Und wie groß sollte der letzte Fräser sein ? 1 mm etwa ? Dann vergehen ja Stunden und Wochen bis die Maschine durch ist. Sorry, das sind schon etwas "intimere" Fragen, hoffe das nervt nicht.

PeterKa
 
Hallo Peter,

das sind tatsächlich heikle Fragen. Darauf Antworten zu finden hat meine Leute und mich einiges an Hirnschmalz, Blut und Schweiß gekostet. Es ist hoffentlich nachvollziehbar, dass ich mich hierzu etwas bedeckt halten möchte. Das bin ich nicht zuletzt meinen Freunden schuldig, die einen maßgeblichen Anteil am Erkenntnisgewinn haben.

Richtig ist, dass es einen Grob- und einen Feinschlichtgang gibt, zwischen denen Harz/Härter auf, bzw. in die MDF-Oberfläche eingebracht werden muss. Mit deiner Einschätzung zur Eindringtiefe liegst du in der richtigen Größenordnung! Während der Trockenzeit ist die Fräse 36h blockiert. Das ist der Preis, den man bezahlt, um auf teure Blockmaterialien verzichten zu können. Mit welcher Querzustellung beim Feinschlichtgang gearbeitet wird, hängt zum Einen davon ab, welchen Anspruch man an die Güte der Oberfläche stellt, zum Anderen davon, bei welchen Geschwindigkeiten die Fräse noch präzise arbeiten kann. Ich arbeite beim Feinschlichten mit Verfahrgeschwindigkeiten von über 10m/min. Große Kugelfräser ergeben glatte Oberflächen - so groß wie möglich, so klein wie nötig.

Wichtig ist, dass die Fräse wirklich zuverlässig über mehrere Stunden arbeitet, ohne eine wesentliche Zahl an Schritten zu verlieren. Ganz ehrlich - mit Mach3 ist das Risiko beträchtlich, zwischenzeitlich irgendwo reinzudonnern. Deswegen würde ich, falls über längere Zeiten in größeren 3D Räumen gearbeitet werden soll, z. B. Eding CNC oder eine vergleichbares System empfehlen, welches den Prozess von der Steuerung entkoppelt. Wenn andernfalls keine großen Flächen, wie z.B. Tragflügel- oder Rumpfhälften, feingeschlichtet werden sollen, kann man bestimmt auch auf einer vergleichsweise einfachen Maschine bei geringeren Vorschüben sehr gute Ergebnisse erzielen!

In jedem Falle wird man experimentieren müssen.


Viele Grüße,
Christoph.
 
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