Herstellung Gfk Steckhülse

sito

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Hallo Kollegen!

Kann mir bitte jemand sagen ob es leicht möglich ist, eine Gfk-Steckhülse für einen ca. 22 mm dicken Gfk-Stab zu lamenieren, so dass man diesen nach dem Aushärten ganz(ohne die Hülse aufzuschneiden) herunterziehen kann?

Danke
 
Hallo sito,

klar geht das! Was meinst du wie denn sonst Hülsen für Steckungen hergestellt werden. Dabei sind runde Hülsen leichter herzustellen als rechteckige Hülsen, da man diese beim Herunterziehen vom Stab auch drehen kann.

Wir machen das normalerweise so: Der Stab, auf den die Hülse laminiert wird (üblicherweise ein Stahlstab, anderes Material geht aber auch), wird ordentlich mit Trennwachs behandelt (wir nehmen dafür Mirror-Glaze). Dann wird um den Stab eine Lage Folie gewickelt (z.B. von einem Müllbeutel).
Wir verwenden dann einen Gewebeschlauch, der danach über den Stab gezogen wird (normalerweise zwei Lagen), es geht aber auch mit normalem Gewebe. Der Schlauch wird über die Enden des Stabes gezogen und dort verknotet. Wichtig ist dann das Glattziehen des Schlauches.
Jetzt wird der Schlauch mit Laminierharz getränkt. Dabei werden dann am späteren Ende der Hülsen zusätzlich Kevlarrovings aufgebracht, damit die Hülse bei Querbelastungen nicht aufgesprengt werden kann.
Zuletzt wird der Stab incl. Laminat fest mit Abreißgewebe umwickelt. Dabei tritt überschüssiges Harz durch das Abreißgewebe hindurch.
Nachdem das Harz ausgehärtet ist wird zunächst das Abreißgewebe wieder entfernt und dann der Stab an einem Ende eingespannt (vorher hier das Gewebe abschneiden). Nun kann die Hülse mit Kraftaufwand vom Stab abgezogen werden.

Gruß, Karl Hinsch
 
Hallo Sito,

zwei Möglichkeiten.

1. Gut mit Wachs eintrennen, evtl. zusätzlich mit PVA behandeln. Danach ein bis zwei Lagen Glas- oder Kohlechlauch drüber ziehen und tränken. Das ganze zum Aushärten am überstehenden Ende des Gewebeschlauches an die Decke hängen. Das zieht den Schlauch während des Härtens noch gut an den Verbinder.
Wenn du keinen Schlauch hast, kannst du auch Gewebe drum wickeln, ist halt fummeliger.
Wenn es die Steckhülse für einen Flügelverbinder werden soll ist es sinnig, nach dem Gewebe(-schlauch) das ganze für mehr Stabilität und gegen ein mögliches Aufplatzen noch mit einem Kohle- oder Kevlarroving zu wickeln.
Hierhttp://www.jw-air.de/masterpiece.htm kannst du dir das ganze noch genau angucken.
So bekommst du eine sehr saugende Passung, bei der du tendenziell den Verbinder hinterher noch mal nass überschleifen musst, damit er nicht zu stramm geht.

2. Alternativ zum Trennen mit Wachs kannst du den Verbinder auch mit etwas Margerine oder Motoröl einreiben und anschließend ganz sauber 2-3 Lagen Frischhaltefolie drum wickeln. Danach wie uner 1. Das ganze entformt leichter, die Frischhaltefolie kannsz du danach aus der fertigen Hülse herausschieben.

Mit dem Trennen hast du bei einem Runverbinder aber auch den Vorteil, dass du ihn zum entformen drehen kannst.

Hoffe, das hilft dir.

Gruß Arne
 
Na, da war der Karl schneller :D
Und macht alles genauso, ist alt nen bewährter Standard.
Abreißgewebe hatte ich vergessen, mache ich auch.

Arne
 
Hye,

da hab ich auch lange gebraucht...
Ich machs jetzt so. Ich verwende immer Glasschlauch.
Wenn man den verwindet wird er dicker wg. der Faserrichtung.
Schauch ist immer einfacher auszuformen. Drunter kommen 2-3 x Wachs.
Dann Folientrennmittel mit einem Mikroschwamm (Keilform) aufbringen.
Soll die Steckung lockerer gehen 2x Folientrennmittel.
Doch vorsicht, die 2 . Schicht Folientrennmittel nur auf eine gut gertocknete alte aufbringen.
Man nuß das so schnell machen, daß die alte nicht angelößt wird.
Also nicht versuchen nachzuwischen!!
Nach dem ausformen Rohr innen gut waschen....

Gutes gelingen....:D

Grüße Peter
 
Umwickeln mit C- oder Aramid-Roving

Rillenoptimierung: es gibt einige, die behaupten, daß mit Aramidroving umwickelte Taschen (eher) ausleiern als jene mit Carbon-Roving.

Ich kann mir vorstellen, daß bei 4eckigen Querschnitt Aramid besser als Carbon ist, weil es um die Ecken geht, ohne daß die Faser bricht. Runde Querschnitte würde ich mit Carbon umwickeln.

Trennen: 1 1/2 Lagen Frischhaltefolie mit Öl, Margarine o.ä. benetzt, (also Positiv+0,5 Lagen Frischhaltefolie), ergeben auch noch spielfreie Passung und finde ich etwas einfacher beim Entformen.


Jörn
 
Hallo!

@ Jörg Meyer : Ich habe vor langer Zeit auch fast alle Taschen mit Aramidrovings umwickelt, waren für F3B und solche Maschinen, aber mit der Zeit , überhaupt wenn man einen Hang hat wo man viel landen muss weil es thermisch manchmal nur für Platzrunden reicht, schlagen die Außenteile immer wieder auch bei der sanftesten Landung irgendwo an und dann hat man bald ein Spiel in den Taschen, d.h. sie saugen nicht mehr so richtig.

Es kommt natürlich auf die Anzahl, Ort der Umwicklung , Rechtwinkligkeit der Fasern, Spannung beim laminieren an.

Wickle auch die Rechteckverbinder natürlich mit Kohle, hatte bis jetzt noch nie irgendwelche Probleme mit sichtbaren und unsichtbaren Faserbruch, ein kleiner Radius reicht schon( sag mal 1mm Radius), dann gibt es keine Ausschüsse.
Und das Spiel ist nach mehreren Jahren vernachlässigbar, natürlich nützen sich die Taschen und Verbinder ab, aber im erträglichen Bereich.
Zum Trennen wurde eh schon alles gesagt, schließe mich dem an.

Liebe Grüße

Daniel
 
Danke liebe Kollegen!

Ich werde heute Abend mal Eure Vorschläge ausprobieren u. hoffe, dass sich
die Sache leicht herunterziehen lässt.
Also nochmals vielen Dank für die Infos.
mfg
 
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