Hilfe für den Verkauf einer riesen Sammlung (Standmodelle)

Hallo,

Auf Grund eines Todesfalls soll eine komplette Sammlung an Standmodellen verkauft werden, ich jedoch nicht weiß an wen man sich am besten wenden kann.

Es handelt sich um Flugzeuge von groß bis klein, LKW's und Feuerwehrmodelle.
Insgesamt sind es über 1300 Modelle, darunter sehr viele Sondermodelle in Lederkoffern oder in limitierten Lackierungen, komplette Sammlungen von Speditionen usw.

Alles einzeln zu verkaufen, wäre ein riesen Aufwand.
Wüsste jemand, an wen man sich wenden könnte? Einen Händler oder so, welcher die Sammlung begutachtet ubd die komplette Sammlung oder Teile der Sammlung aufkaufen würde?

Vielen Dank im voraus für die Hilfe!
 
Hallo Basti
zu einem Händler würde ich nicht gehen.
Meine Nachbarin hatte auch mal solch eine Sammlung von ihrem
verstorbenen Mann. Hat das alles von einem Händler begutachten lassen,
der ihr letztendlich nur einen Bruchteil von dem geboten hat, was sie
schließlich beim Einzelverkauf bekommen hat. Der Händler will schließlich
ordentlich verdienen. Bei solchen Sachen habe ich gute Erfahrungen in der
Bucht gemacht. Die Mühe, alles einzeln oder in Gruppen einzustellen,
lohnt sich. Ich habe mal für einen "Kühne und Nagel" LKW unbespielt 70,00 €
bekommen. Habe nicht schlecht gestaunt.:eek:
Wenn es kein "Notverkauf" ist, nimmt dir die Zeit und schaue doch erstmal in der
Bucht, was bei solchen Sachen geboten wird.
Für Eisenbahnen gibt es zum Beispiel Hefte in denen der Wert verzeichnet ist.
Ich kann mir vorstellen, dass es das auch für LKW und Co.gibt. Schau mal in Ruhe.
Auf keinen Fall zum Händler.
Das ist mein bescheidener Rat.

Marion
 
Der Händler bietet die Dienstleistung, das ganze Einzelgedöns abzuwickeln. Wenn man sich den Aufwand mit Einzelverkauf in eBay antun will, dann kommt zweifellos sehr viel mehr rum. Das ist aber bei 1300 Modellen ein erklecklicher Aufwand. Muss also jeder selber wissen, ob er die Zeit und Motivation hat.
 
Alles einzeln zu verkaufen, wäre ein riesen Aufwand.
Musst du aber, es lohnt sich finanziell sehr gut! Sonst wirst du gnadenlos übers Ohr gehauen!
Die Leute zahlen für Einzelstücke wahnsinnig hohe Preise, das macht doch Spaß, das auszunutzen (jetzt mal abgesehen von dem traurigen Anlassfall).

In der Sammlung sind sicher einige Gustostückerl dabei, die sehr viel Geld bringen. Die gehen sonst unter, wenn du alles zusammen verkaufst.

Lies Posting #2, die Bucht ist die ideale Plattform für diese Dinge, da sind viele Sammler und Spezialisten mit dickem Geldbeutel unterwegs! Du musst dir aber die Mühe machen, für jeden Artikel eine mindestens 15 zeilige-Beschreibung zu machen, wenn du auf das Geld wert legst.
 
So jetzt habe ich dein Posting nochmals gelesen. Die Sammlung hat ja einen Riesenwert, oder?
Davon kann man ein paar Jahre leben, denk ich. Auf keinen Fall etwas überstürzt verkaufen.

1300 Items, wow, neid, da hast finanziell ausgesorgt für einige Zeit. Wichtig ist bei den Auktionen die wichtigsten Schlüsselwörter (unbespielt, Rarität,...) zu verwenden sowie viel Beschreibungstext vom Vorbild(!) reinzusetzen. Die Fotos müssen natürlich auch perfekt sein und steigern den Wert jedes Modells um gut 30 bis 50%. Historische Fotos vom Vorbild aus der realen Welt sind auch nicht unwichtig.
 

Marlan

User
Bei dieser Menge ist der Verkauf von 1300 Stück wenn man die einzelnt reinstellt gewerblich. Ich würde 3 - 4 große Pakete anbieten mit jeweils 400-500 Stück. Da bekommt man bestimmt mehr Geld als beim Händler und hat relativ wenig Arbeit damit. Vorallem spart man sich damit die Einstellungsgebühren die leider pro Artikel immer anfallen egal ob verkauft oder nicht.

Hier ist ein kleine Auszug aus dem Ebay Rechtsportal

Sie handeln typischerweise gewerblich, wenn Sie:
regelmäßig große Artikelmengen verkaufen
über einen längeren Zeitraum gleichartige Waren, vor allem Neuwaren verkaufen

Quelle: http://pages.ebay.de/rechtsportal/allg_1.html
 
Vorallem spart man sich damit die Einstellungsgebühren die leider pro Artikel immer anfallen egal ob verkauft oder nicht.
Die Ebay-Gebühren sind zwar etwas frech, aber sie lohnen sich locker, da man über Ebay sehr gute Erlöse erzielt im Vergleich zu anderen Plattformen oder irgendwelchen windigen Händlern.

Liegt noch keine Ebay-Erfahrung vor, würde ich mit den wertloseren Modellen beginnen, Erfahrungen zu sammeln. Es macht ziemlich Spaß, eigene Auktionen zu verfolgen und zu lernen, worauf die Leute am meisten abfahren (gute Fotos, viel Text und so).

Die Einstufung als Gewerblicher ist kein Thema, wenn man beispielsweise nur zwei oder drei Artikel pro Woche verkauft. Ich würde nicht schneller verkaufen. Du hast aber die gute Chance, über die Ebay-Kontakte einen Käufer zu finden, der dir gleich außerhalb von Ebay mehr abnimmt. Die Leute merken ja mit der Zeit, dass du tolle Sachen im Angebot hast.
 
Er verkauft aber weder regelmäßig, noch gleichartige - er macht es nur einmal (mit jedem Artikel) und kann sich aufgrund des Todesfalls und da es keine Neuartikel sind, wohl problemlos ebay gegenüber erklären.

Ich würde mir jmd vertrauenswürdigen suchen der die zeit (&Lust) hat dies über ebay etc. zu regeln, selber hätte ich weder Zeit noch lust,kommt aber wohl auf das verhältnis zur verstorbenen Person an, und wieschnell man das geld braucht, bzw. die Waren weg müssen (Lagerraum?).
 

Thomas Ebert

Moderator
Teammitglied
Er verkauft aber weder regelmäßig, noch gleichartige - er macht es nur einmal (mit jedem Artikel) und kann sich aufgrund des Todesfalls und da es keine Neuartikel sind, wohl problemlos ebay gegenüber erklären.
Vielleicht gegenüber Ebay, es geht aber bei der Frage ob gewerblich oder nicht auch um die Gewährleistung - und die Steuer!.
Gleichartig heisst ausserdem nicht zwingend identisch. Gleichartig ist auch: xx Automodelle im Maßstab 1 zu irgendwas.

Durch Sammlungsauflösungen ist das Thema absolut nicht neu, es gab auch schon Urteile, die das als eindeutig als gewerblich klassifiziert haben.

Gruß, Thomas
 

Marlan

User
Wenn man 1300 Modelle einzeln verkauft ist das gewerblich. Selbst bei 200 oder 300 Stück ist das schon gewerblich. Da würde ich vorsichtig sein. Ebay ist nicht das Problem. Die Händler sind das Problem. Wenn das einem Händler ein Dorn im Auge ist kann der Händler die Privatperson durch einen Anwalt abmahnen lassen.

Auch das Finanzamt kann am Ende Probleme bereiten. Denn wenn über 100 Überweisungen kommen will das Finanzamt natürlich wissen woher das Geld kommt. Die Gewinne müssen versteuert werden. Wenn man die Rechnungen von den Artikeln dann hat ist das kp. Aber bei den Erbstücken wird das wohl kaum vorhanden sein.

Ebay ist eine feine Sache aber man sollte trotzdem vorsichtig sein. Nur so vermeidet man unnötigen Ärger.
 
Hallo Sebastian,

aus deinem Posting glaube ich herauszulesen, dass du nicht direkt von diesem Todesfall betroffen bist (falls doch, sei dir mein freundschaftliches Beileid versichert).

Vor zwei Jahren hatte ich mich angeboten, die riesige Wiking-Auto-Sammlung und die HO-Eisenbahnsammlung meines Schwagers möglichst "teuer" zu veräußern, natürlich zugunsten meiner Schwester und ihrer Kinder.

Um es kurz zu machen: Nach ca. 25 Auktionen habe ich aufgegeben. Nicht, weil keine Resonanz da war, sondern weil sich der Aufwand als unerwartet hoch erwies. Es kostet eine Menge Organisationsaufwand und Disziplin, die Sachen einzupacken, zu adressieren und zur Post zu bringen. Vor allem muss man den Verlauf auf eBay ständig verfolgen (Wochenende/Urlaub). Man will sich ja seine Bewertungen nicht versauen. Schon bei dieser relativ überschaubaren Anzahl bin ich mir vorgekommen wie ein überforderter Buchhalter, der vor seiner Datenbank hockt.

Dann habe ich es auf einschlägigen realen Flohmärkten und Modellbaubörsen versucht. Ist ganz angenehm, man ist unter Gleichgesinnten, kann quatschen und zu Essen gibt es auch etwas. Der Erfolg war allerdings die Zeit nicht wert.
Das sollte man schon ein bisschen rechnen, finde ich, denn wenn ich mir für ein paar Euro das Wochenende um die Ohren schlagen will, kann ich auch bei meiner lieben alten Nachbarin das Wohnzimmer tapezieren.

Schließlich habe ich dann einen kleinen Modellbauladen in München gefunden, der damals noch eine eigene "Raritätenabteilung" hatte. Der Mann gab mir 100 Euro, was ich sehr fair fand.
Nach einem Jahr hatte der immer noch Zeugs aus meiner Lieferung im Fenster.
Wie oben schon gesagt, der Händler erbringt die Leistung, den Verkauf zu übernehmen.

Ich persönlich würde die Sachen in höchstens 5 getrennten Auktionen (thematisch notdürftig sortiert) als "Konvolut" anbieten, wie es so schön heißt. Für den zu erwartenden, etwa höheren Erlös pro Auktion könntest du dann ein bisschen mehr in Bilder investieren.

Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass der "Wundertüteneffekt" eines Konvolut-Angebots auch seinen Teil zur Gebotssteigerung beiträgt.
 
als "Konvolut" anbieten, wie es so schön heißt
Konvolut heißt auf Ebay-Deutsch wertfreie Schrottsammlung.
Hier geht es aber um

"sehr viele Sondermodelle in Lederkoffern oder in limitierten Lackierungen, komplette Sammlungen von Speditionen"

Kennt ihr den Unterschied? Alter Schwede, was ich hier lese...

Lieber Threadstarter, lass dich nicht verwirren, lass dir Zeit!
 
Hi,

vielen Dank schon einmal für die Antworten.

Die Sammlung gehört leider nicht mir, sondern wir sollen diese für die Hinterbliebenen verkaufen.
Da genug Zeit vorhanden ist, wird der Einzelverkauf wohl die Beste Lösung sein, auch wenn es ein großer Aufwand sein wird.
Der Wert der ganzen Sammlung wird schon extrem sein, ich erinnere mich an eine deutlich fünfstellige Summe welche der Verstorbene mal sagte.
 
ich erinnere mich an eine deutlich fünfstellige Summe welche der Verstorbene mal sagte
Dachte ich mir.
Ich bin auch auf mehrere 100.000 Schilling (Österreich :D) gekommen.
By the way... Der Verkauf eilt wohl nicht, da die Sammlung mit der Zeit noch mehr wert werden sollte und einen guten Schutz gegen die Inflation darstellt.
 
Cool,

offensichtlich habt ihr die Sammlung ja schon alle begutachtet. Mir fällt das anhand der Beschreibung des Themenstarters noch etwas schwer. Auch kann ich die Bilder nicht sehen .....

Wenn ich mich mit solch einem Thema beschäftigen müsste würde ich versuchen rauszufinden ob es eine Interessensgemeinschaft/Verein gibt der sich mit solchen Produkten beschäftigt und mich dorthin wenden.
Die können sicher auch am besten beurteilen was was Wert ist und wie man damit umgehen soll.

lg
Andreas

Ich schreibe zu langsam.....
Zwei Posts seit ich schreibe.
Naja, was für den einen Sammler wertvoll ist muß noch nicht bedeuten das es leicht ist es in Geld zu verwandeln.
 
Martin und Andreas haben es auf den Punkt gebracht, alle anderen dürfen getrost weiter träumen...;)
Eine solche Sammlung zu einem aktuellen Preis aufzulösen, kann etwa solange dauern wie sie aufzubauen...
Alternative:bei einem Händler zu festen Bedingungen in Komission geben.
 
Sammlung auflösen

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Hallo Marlan,

Ebay hat absolut Recht, dass bei der genannten Verkaufszahl ein Gewerbe vorliegen kann. Die Frage ob ein Gewerbebetrieb im steuerlichen Sinne vorliegt bestimmt sich jedoch nach § 15 EStG.
Die umsatzsteuerliche Untereigenschaft folgt aus §§ 1 ff. UStG

Bei dem beschriebenen Sachverhalt, nämlich der reinen Auflösung einer privaten Sammlung würde ich ertragssteuerlich nicht von einem Gewerbebetrieb ausgehen.

Grüße

Joachim
 
was für den einen Sammler wertvoll ist muß noch nicht bedeuten das es leicht ist es in Geld zu verwandeln.
Auf Ebay ist das schon eher einfach.

Ich habe schon viele relativ simple Automodelle, sogenannte "Scheunenfunde", um 100€ weggehen sehen, die aus einem 20€-Grundmodell bestehen, welches mit ein bisschen Lack zünftig gealtert worden ist. Wenn es die richtige Autotype ist (Renault R4, Opels aller Art, BMW 2002 etc.) ist, identifizieren sich die Oldies unter den Modellbauern mit diesen Modellen und bieten horrende Preise.

Ich hätte gerne 1300 solche Modelle und würde genüsslich jedes Modell einzeln attraktiv in die Sonne stellen und fotografieren, damit ich meine 100 € krieg, und zwar 1300 mal.
 
Ich hab mal eine alte Sammlung Plastikmodellbaukits versteigert (einzeln). Da war das eine oder andere Kleinod drunter, das Bietschlachten auslöste; macht Spass, da zuzuschauen. Das weitaus Meiste ging aber zu durchaus überschaubaren Preisen Weg.

Jedenfalls ist eine Kalkulation aufgrund von 100€ Ausnahmefällen unseriös.

Es gibt zwar Sammler für alles und jedes, aber Artikel, die in der Anlage schon als Sammlerstücke ausgelegt sind, werden oft schon überteuert verkauft. (Der Verdacht kommt auf wenn ich "Lederkoffer" lese.) Da den Gestehungspreis wieder hereinzuholen wird schwierig.
 

Oli K.

User
Hi,

man sollte hier mehrgleisig vorgehen! Da sicher nicht alle 1300 Modelle im Lederkoffer daherkommen, würde ich nur die besonders edlen, herausragenden Stücke einzeln in der Bucht vertickern. Den Rest zu Kontingenten aus thematisch zusammenpassenden Einheiten zusammenstellen und beim Händler in Kommission geben, ihm verkaufen oder als 'Sammlerpakete' ebenfalls über Ebay versteigern, evtl. in einschlägigen Sammlerzeitschriften annoncieren.

Oli
 
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