Hilfe! ZDZ 100 B2 NG Schrauben abgerissen

MJK

User
:rolleyes: Tja, nun ist es mir auch passiert. Durch eine schlecht gebohrte Luftschraube vom Vorbesitzer (Propellerbefestigungsschrauben stark verspannt) und einer Unachtsamkeit meinerseits sind mir die Propellerbefestigungsschrauben kurz nach dem anstarten abgerissen.
4 der 6 Schrauben habe ich schon rausbekommen. 2 stecken ordentlich fest. Werde mal drüber schlafen, vielleicht kommt mir noch eine Idee wie ich diese 2 auch noch rausbekomme.

Da der Mitnehmer aber grundsätzlich nicht mehr sehr schön aussieht (technich und optisch, wobei mir zweiteres egal wäre ;) ) spiele ich mit dem Gedanken diesen zu tauschen. Ich möchte aber nicht den Motor ausbauen und einschicken, sondern den Mitnehmer selber tauschen. Weil ich aber nicht genau weiss ob und wie das geht, möchte ich mich hier zuvor erkundigen. Ich würde auch gerne die Propeller-Spindelschraube runterbekommen, trau mich aber nicht mit zu hoher Kraft ev. falsch rumzuwerken.

Wer weiss wie ich die Prop-Spindelschraube (216) und den Mitnehmer (214) runterbekomme?!

twin_exploded_parts.gif

DSC_1654 (Medium).JPG

Danke!, beste Grüße, Marcus
 
Hallo Marcus,

ich finde dass der Mitnehmer noch gar nicht so schlecht aussieht ;-)

Wenn Du ihn unbedingt tauschen willst, dann schau erst, woher und wann Du das Ersatzteil bekommst.
Ich würde auch den ganzen Motor nicht aus der Hand geben, um den Wechsel machen zu lassen...

Die Spindelschraube ist nur hinein geschraubt, Drehrichtung wie normales Gewinde. Vermutlich sehr fest hinein geschraubt.
Hast Du 2 von den Feingewindemuttern ?
Dann schraub die gekontert drauf, dann kannst Du die Spindelschraube drehen ohne Beschädigung.
Um den Mitnehmer legst Du ein festes Stück Stoff und hältst dann mit einer Rohrzange den Mitnehmer fest (oder spannst ihn in den Schraubstock).
So müsstest Du die Spindelschraube runter bekommen.

Den Mitnehmer solltest Du auf jeden Fall mit einem Heißluftgebläse stark erwärmen, vielleicht fällt er dann von alleine runter. Wenn nicht dann zusätzlich mit einem Klauenabzieher nachhelfen. Problem hierbei ist der enge Spalt zwischen Mitnehmer und Gehäuse.

Wenn Du aber nur die M4 Gewindestücke heraus bekommen willst, kannst Du auch anders vorgehen.
Ist keine schöne Lösung, aber funktioniert.
Nimm den Dremel mit einer dünnen Trennscheibe und schleife einfach einen Schlitz möglichst mittig in das Gewinde-Ende. Dass Du dabei auch in den Mitnehmer hinein schleifst ist klar, macht aber gar nichts aus. Sobald Du einen kleinen Schlitz im Gewindestummel drin hast, kannst Du versuchen ihn raus zu drehen.

Gruß
 
Hi!
Die zweite Schraube ist allerdings einige Gewindegänge weit innen ab.
Da wird es nix mit Schlitz dremeln.
Zum abziehen kannst du ein Blech oder Flachstahl nehmen.
5mm Stärke ist nicht schlecht. Da bohrst du drei Löcher .
Zwei zum befestigen am Mitnehmer und eines mittig ,in das du Gewinde schneidest.
Da kannst du dann eine lange Schraube reindrehen,zum abziehen.
Wenn deine Schraube nicht lang genug ist,dass sie bis zum Wellenstumpf reicht,eine Schraube mit abgesägtem Kopf in entsprechender Länge reinstecken.
Vor und beim Abziehen den Mitnehmer,wie mein Vorredner vorschlug gut erwärmen.
Ich finde den Mitnehmer persönlich nicht mehr gut.Die Auflagefläche sollte plan und ohne Beschädigung sein,wegen der Kerbwirkung auf den Prop.
 
Hallo

Eventuell kannst Du den Mitnehmer retten indem du versuchst, die abgerissenen Schrauben mittels eines 'Schraubenausdrehers' herauszuschrauben.
Der Schraubenausdreher hat übrigens Linksgewinde und somit wirkt die Einschraubkraft Richtung Lösen der abgerissenen Schraube. Bei M4 ist allerdings peinlichst darauf zu achten, dass Du die abgerissene Schraube schön zentrisch anbohrst und somit nicht das ursprüngliche Gewinde beschädigst.
So sehen die 'Schraubenausdreher' aus:

http://www.conrad.ch/ce/de/product/...equence=DESC&gclid=CObjkP-DwbYCFU6N3godtX0A1w

Gruss aus der Schweiz, Daniel

Nachtrag: Den Mitnehmer kannst Du stirnseitig wohl einige Zehntel abdrehen und etwas anfasen...
 
Hallo Daniel,

die Ausdreher funktioniert nur einigermassen, wenn der Gewindestummel mehr oder weniger fest sitzt.
Hier gehe ich aber davon aus, dass er lose im Gewinde sitzt und wenn Du da in den Stummel hinein bohrst, besteht die Gefahr, dass er sich bis zum Grund weiter hinein dreht.
 
Hallo Marcus,
hast Du eine Drehmaschine zur Verfügung?Wenn ja,würde ich wie folgt vorgehen: Da der Mittnehmer mit einer Scheibenfeder(oder Keil)auf der Welle sitzt,sollte nach lösen der Zentralschraube dieser recht einfach abzuziehen sein.4 Schrauben sind ja noch intackt.Lege 4 gleichgroße Buchsen ( M5 Muttern)unter die Propellerscheibe und drehe 4 Schrauben hindurch und ziehe sie fest an,dann drehst Du die Zentralschraube mit einer Unterlage (eine Buchse oder Ring,können auch mehrere nötig sein)wieder ein und ziehst sie langsam an.Sollte sich der Mittnehmer nicht von selber lösen,so helfen leichte Hammerschläge auf die unter Spannung sitzende Zentralschraube ( ein Stück Alu oder Hartholz als Zwischenlage).
Ist das Teil runter und liegt ohne alles vor Dir,drehe in alle 6 Löcher unter Zugabe von Loctite-Schraubensicherung je eine Schraube ein und ziehe sie fest an.Dann alle Schrauben abschneiden,den Mittnehmer in die Drehmaschine einspannen und die Auflagefläche samt Schraubenstummel plandrehen.Nun kannst Du die Zentralschraube durch der Mittnehmer stecken,die Propellerscheibe aufsetzen und so verdrehen bis Du mit den Bohrungen zwischen den alten Gewindebohrungen liegst.Diese Position anzeichnen oder anbohren.Wenn Du hier neue Gewindelöcher bohrst,hast Du gewonnen.

Gruß Lutz
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Markus,
sogenannte Links-Ausdreher funktionieren bei M4 Gewinde erfahrungsgemäß nicht, auch das zentrische Anbohren der abgerissenen Schrauben ist fast nicht möglich, da die Bruchstelle fast nie plan ist, Außerdem weitet sich die abgerissene Schraube zu stark beim eindrehen des Links-Ausdrehers, was das rausdrehen nochmals erschwert!
Das einzig vernünftige ist, die Nabe wie von den Vorrednern beschrieben abziehen und dann zu einer Dreherei in Deiner Nähe gehen und Dir eine neue nach Vorlage der alten Nabe drehen zu lassen. Auf das Bohren neuer Befestigungslöcher zwischen den alten Löchern ist auf jeden Fall aus Sicherheitsgründen zu verzichten. Es handelt sich um einen 100 ccm Motor, nicht im einen 20er! Ich möchte nicht vor so einem "reparierten" Motor stehen und diesen anwerfen! Sicherheit geht vor allem anderen!
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Reparatur!
Gruß
Mokistern
 
Vielen Dank für Eure Tipps und Teilnahme! :)

Im Moment bin ich leider noch nicht weiter gekommen. Mein erster Schritt ist der Versuch des Ausbohrens der beiden Schrauben. Das Zentrieren (mit der Hand mim Dremel und einem 1,5mm-Bohrer) ist gar nicht mal so ein Problem. Mit der Hand kann ich mich an der Spindelschraube abstützen und recht ruhig bleiben.
So habe ich auch die 4 anderen, lockerer sitzenden Schrauben rausbekommen. Die sind mir mit einem zufälligen Trick gelungen. Ich habe den kleinen Bohrer exzentrisch und leicht schräg angesetzt und habe bemerkt dass sich dadurch die Schrauben immer ein Stück rausdrehen. Mit etwas Geduld waren so alle 4 Schrauben draussen.

DSC_1656.JPG

Die restlichen 2 sitzen aber so fest, dass sie sich nicht drehen lassen und so müßte ich tatsächlich ein Loch bohren in dem ich dann einen Linksausdreher oder etwas anderes ansetzen kann.
Mein Problem ist aber nun dass die abgerissenen Schrauben so hart sind, dass ich selbst mit meinen besten Bohrern nicht reinkomme. Ich "poliere" nur die Oberfläche. "Körnern" funktioniert auch nicht. Wenn ich dann mal doch fester andrücke brechen die kleinen 1,5er-Bohrer ab. Nun bin ich schon auf 2mm-Bohrer umgestiegen, komme aber auch nicht rein (zentrisch wäre ich immer noch).

Ich mache halt mal wieder eine Pause, doch leider rückt die Demontage des Mitnehmers immer näher wenn ich die beiden Schraubenstummel nicht rausbekomme :(

BG Marcus
 
Marcus,

mit einer Handbohrmaschine, ganz gleich ob Dremel, Akkuschrauber usw., erreicht man nicht den erforderlichen Anpressdruck, um vernünftig in Stahl zu bohren. Speziell kleine Bohrer verlaufen nur, wenn man versucht, besser zu drücken.
Die einzige Möglichkeit ist die Verwendung einer Standbohrmaschine mit auf dem Maschinentisch fixiertem und sauber ausgerichtetem Motor. Um die Verwendung eines Zentrierbohrers wirst auch nicht herumkommen. Nicht unwichtig ist die Verwendung von Kühlflüssigkeit bzw. Schneidöl: das Werkzeug wird sonst speziell bei Stahl in Sekundenbruchteilen heiß, verliert seine Härte und ist stumpf.

Viel Glück!

Robby
 
Hallo Markus,
das Rausoperieren der beiden Schrauben kannst Du Dir sparen! Wie Raymund schrieb:
Frag bei ZDZ an, ob die Nabe lieferbar ist. Wenn nicht, gehe zur Dreherei!
Du verschwendst nur unnötig Zeit, wenn Du weiter probierst. Diese Nabe ist ein Fall für den "Schrott"!
Zum Abziehen genügen die vorhandenen, noch brauchbaren Löcher aus!
Gruß
Mokistern
 
Denkfehler

Denkfehler

Hallo Marcus,
hatte weiter oben einen Denkfehler (kann ja mal vorkommen)mit meinem Lösungsvorschlag. Das geht noch einfacher: Zentralschraube so weit ausdrehen,bis der sichtbare Bund deutlich vorsteht. Dann die Propellerscheibe
auflegen und die 4 möglichen Schrauben (mit genügend Beilagscheiben)so weit eindrehen bis alle Kontakt mit der Propellerscheibe haben.Jetzt hast Du die Wahl: entweder drehst Du die Zentralschraube weiter aus oder Du ziehst alle 4 Schrauben gleichmäßig über Kreuz immer mehr an.Wenn Du nun genug Spannung aufgebaut hast,hilft der besagte Hammerschlag.Ob Du nun das Bauteil ersetzt oder reparierst bleibt Dir überlassen.

Gruß Lutz
 
Danke für Eure Nachrichten!

@Lutz: .. Den Vorschlag finde ich gut!, .. ganz ohne Abzieher :)

Ja, ich werde als nächsten Schritt (ich hoffe ich komme bald dazu!) mal den Mitnehmer abziehen. Das mit dem Dremel kann ich wirklich vergessen.
Wenn der Mitnehmer draussen ist, kann ich dann auch besser mit der Säulenbohrmaschine und einem Zentrierbohrer mittig und gerade ansetzen.
Dann werde ich beurteilen ob ein neuer Mitnehmer fällig ist und den dann ggf. gleich bestellen. An der Sicherheit möchte ich bei 100ccm nicht sparen, wenn der Mitnehmer aber in Summe noch sehr gut aussieht und alle Gewinde in Ordnung sind, .. naja, .. mal sehen.

Ich werde berichten,

bG Marcus
 
So, der Mitnehmer ist nun herunten. Es hat aber mindestens eine Stunde gedauert bis ich das Ding endlich in der Hand halten durfte. Die ersten paar mm mußte ich den Mitnehmer immer brav anwärmen (dauert mit einem Heissluftföhn nur ein paar Sekunden bis man ein kleines Knacken im Material hört) um die 4 Schrauben immer im Kreuz um je max 1/4 Umdrehung drehen zu können. Mit Gewalt wollte ich nichts machen. Die Geduld hat sich aber ausgezahlt der Mitnehmer sieht noch ganz gut aus.
Was mich etwas stört ist dass die Gewinde so wenig tief geschnitten sind. Da kann es leicht passieren dass man mit nachgekauften Schrauben ev. schnell ansteht und die gewünschte Luftschraube (je nach "Dicke"/Steigung) oder verwendete Spinnerplatte nicht ordentlich fest ziehen kann.

Naja, der Zentrierbohrer liegt schon bereit. Sollte ich die beiden Schrauben ohne Beschädigung der Gewinde rausbekommen werde ich den Mitnehmer wieder verwenden. Die 4 freien Gewinde sind sehr in Ordnung und wahrscheinlich werde ich sie noch um je 3-5mm vertiefen.

Der dem Motor beiliegende Abzieher ;) hat mit einer M8-Gewindestange gute Dienste geleistet:

DSC_1664 (Small).JPG

Vor dem Zusammenbau (ob den jetzigen oder neuen Mitnehmer ist egal) würde ich noch gerne Wissen ob jemand spezielle Tipps für mich hat, oder ich ihn einfach wieder mit der Gewindestange und anwärmen aufziehen kann. Sollte ich irgend eine "Gleitschicht" (MOS2, Silikonspray, ...) vorher aufbringen, oder eher im Gegenteil mit zB Nitro die Welle putzen?

Beste Grüße, Marcus
 
... ich hatte Zeit und es ging weiter :)

Ich habe die beiden Schrauben sehr einfach rausbekommen. Zentrierbohren war zwar leicht möglich, doch schnell habe ich bemerkt dass es gar nicht notwendig war. Der einfachere Weg war den Mitnehmer mit der "Innenseite" nach oben vorsichtig zu fixieren und mit der Säulenbohrmaschine und einem 2mm-Bohrer von der Hinterseite "reinbohren". Gebohrt hat der Bohrer zwar nicht, aber den Schraubenstummel rasch rausgedreht. Das Gewinde wurde vom Bohrer nicht berührt.
Somit konnte ich bei allen 6 Gewinden keine groben Mängel feststellen. Vielleicht sind die ersten 2 Gewindegänge nicht mehr gut, doch konnte ich mit einem M4-Gewinde-Vorschneider alle Gewinde (mit Öl) auf eine Gewindetiefe von 15mm sauber schneiden. Die Gewinde waren zuvor zw. 11 und 15mm tief.
Die Fläche des Mitnehmers habe ich auf einer feinen Schleifpapierplatte abgezogen und von Graten befreit sowie mit Pressluft von Spänen gesäubert. "Kaltbrüniert" (ich glaub so heisst das) habe ich nicht, aber die Oberfläche mit schwarzem Edding beschichtet um ev. neue Spuren von "unbekannten Arbeiten in der Zukunft" ;) sofort zu sehen/erkennen.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden und werde den Mitnehmer wieder montieren:

DSC_1666 (Small).JPG

Noch 2 Fragen drängen sich mir bei dieser Gelegnenheit auf:

1.) Sind Schrauben mit der Klasse 8.8 ok, oder soll ich höher gehen? Muß unbedingt ein Bund vorhanden sein oder darf das Gewinde auch über die ganze Länge gehen? Ich habe vor mit 55m langen Schrauben 13mm Gewindetiefe zu nutzen.

2.) Was verwendet Ihr bei diesem Motor für eine Luftschraube? ZDZ empfiehlt ja relativ kleine. Zuvor hatte der Vorbesitzer eine (2-Blatt) 27/10er drauf (diese Holzschraube ist nun "flöten" gegangen). Ich hätte eine 26/12er daheim ... ist die auch ok?
Ich möchte damit eine 2,7m 12kg schwere Velox betreiben.

Beste Grüße, Marcus
 
Hallo Marcus,

26x12 würde vermutlich gehen, wenn das Blatt nicht zu schmal ist, zB Mejzlik, Fuchs.
Ich verwende auf dem ZDZ100 eine 27x12 Engel SS, ebenfalls auf Velox... ;-)
Der ZDZ mag Drehzahlen deutlich über 6000.
 
Ansicht hell / dunkel umschalten
Oben Unten