historische Wettbewerbsregeln Freiflug Motormodelle 1940er Jahre (USA)

Freunde des historischen Modellflugs,

ich eröffne mal direkt einen Thread mit der Frage nach den damals gültigen Regeln für Wettbewerbe.

Der amtierende Beauftragte für das Regelwerk des SAM / Society of Antique Modelers schreibt mir unter anderem dazu aus den USA:

"The first contests were unlimited engine runs until they sorted out the limits. They started with 15 minute flights in the later 1940's. Then went to 10 minute flights. Engine runs were reduced to 20 seconds for regular FF. Some contests allowed hand Launch with a 15 second engine run.

Basically, engine runs and flight times were adjusted to the size of the field and wind conditions. The nationals always tried to select a site that accommodated the AMA Rules so that everyone had a fair chance.

All the rules in the world can't beat the best rule of all: Launch In Lift!"


Ich gehe davon aus, dass man Anfang der 40er Jahre einen mechanischen Timer für die Motorlaufzeit hatte und die Zeit nach Erfahrung so eingestellt, dass das Flugzeug eine möglichst lange Gesamtflugzeit (vielleicht maximal 15 Minuten gewertet) erzielt hat. Auch wenn mir schwerfällt, zu glauben, dass solch lange ungesteuerte Flugzeiten die Regel waren. Da braucht man schon ein gewaltig großes Fluggelände. In den USA aber wohl möglich...

Der Hinweis: "Starte direkt in die Thermik" deutet allerdings schon an, dass es um längere Flüge gegangen sein muss. Thermikbremsen habe ich allerdings bei den Motormodellen aus der Zeit noch nicht gesehen, nur Motor-Timer.

Wenn jemand da mehr darüber berichten kann, wäre es großartig.

Balsastaubige Grüße
Jonas
 
Die Motorlaufzeit wurde durch Spritmenge und/oder Timer begrenzt, die Laufzeit war durch die Klassen und Wettbewerbe bestimmt (hier die SAM Regelungen 2015: http://www.antiquemodeler.org/sam_new/rulebooks/2015_rule_book_new/Rulebook%20Master%202015%20Second%20Printing%20-two%20additions%2008-30-2015.pdf).
Da weiß ich leider auch nichts genaues darüber, obwohl ich schon einige dieser Modelle gebaut habe und auch einige mit den alten Motoren betrieben habe. Allerdings mit größerem Tank und RC, da ich nicht gerne durch hohe Felder stapfe und in Bäumen rumklettere. In älteren Berichten kann man aber oft gut rauslesen, dass das damals schon für die Modellbauer sehr spannend war, ein Modell ungesteuert auf die Reise zu schicken. Hier ein Bauplan mit Baubericht des Powerhouse von Sal Taibi. Zum Erstflug wird geraten, einen Motorlaufzeit von 20 s einzustellen.:

https://outerzone.co.uk/planfile_supplement/5644/Power_House_84in_oz5644_article.pdf

Die Landung war wohl immer am spannendsten, in youtube gibt´s ein paar nette Filme dazu, hier ein paar Beispiele (hier sind nur 5 möglich, es gibt aber noch einige andere):








Der Einsatz erster Fernlenkanlagen war dann sensationell:


Es gibt im Netz schon einiges darüber zu lesen, was ich auch schon gemacht habe, aber gespeichert hatte ich mir kaum mal was. Es gab aber auch Timer, die zuerst den Motor stoppten, anschließend das Ruder betätigen konnten und zuletzt noch die Thermikbremse auslösten. Das waren richtige Uhrwerke, kleine mechanische Meisterstücke. Wenn ich da wieder was darüber finde, werde ich es hier verlinken. Aber vielleicht sind einige der anderen Antikflieger hier besser informiert ;) und haben es gleich parat.
 
Es gab aber auch Timer, die zuerst den Motor stoppten, anschließend das Ruder betätigen konnten und zuletzt noch die Thermikbremse auslösten. Das waren richtige Uhrwerke, kleine mechanische Meisterstücke.

Das gab es auch von Graupner. Mit etwas Geschick konnte man mit der Schubstange (Nr. 182) mehrere Funktionen hinter einander auslösen.
Beliebt war auch der pneumatische Timer von Elmic. Den Autoknips Zeitschalter habe ich an meinen Motormodellen der damaligen Klasse I benutzt mit dem Teil für den Selbstauslöser wurde der Spritschlauch abgequetscht.

Heinz
 

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Nationals 1936

Nationals 1936

...in folgenden 1936-Filmbeitrag ist von 30..40 Minuten Flugzeit die Rede. Das deckt sich schon mal mit der Aussage "unlimited time".

40 Minuten Freiflug!

Motorlaufzeit: Eine halbe Unze Sprit pro Pfund Fluggewicht. Deshalb starten die Jungs auch sofort nach dem Motor-Anlassen.

Das sind mal europäisch gedacht 32,5 ml Sprit pro kg Fluggewicht.


https://www.youtube.com/watch?v=JvQ2ieKo5E0

j.
 
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