hochviskose Silikonfluids im Differential

RWA

User
Hat hier jemand Erfahrung im Umgang mit sehr steifen Silikonfluids über 1.000.000Cts im Differential?
Ich weiss, dass das schon ab 100.000Cts als "Differentialsperre" in Modellautos genutzt wird, allerdings nicht genau wie, sind das Viscolamellensperren wie es sie auch in normalen Autos gibt?

Roland
 
Ich fragte weil ich dachte es gäbe bei Modellautos etwas vergleichbares wie das hier:

Xtrac Visco.jpg

Regelt die "Vorspannung" bevor die Rampensperre schliesst, wird sehr selten verbaut weil sehr teuer und von zweifelhaftem Nutzmehrwert, das wird normalerweise mit einstellbar federbelasteten Reibscheiben gemacht.
Keiner nimmt die auseinander, ich habe die geändert, weil ich weniger "Vorspannung" haben wollte und nur im Modellbauhandel in Tschechien gab es Fluid bis 2.000.000 Cts.

Mich hat interessiert wieviel Aufwand da bei Modellautos getrieben wird, mit Moment messen z.B. oder ob es Erkenntnisse gibt wie lange das Zeug durchhält, für die Originalfüllung gibt der Hersteller 10000km an.
Die zahllos an Strassenautos verbauten Viscosperren sind anscheinend verschleissfrei weil es da kein Intervall gibt.

Roland
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Modellauto hat man üblicherweise Kegeldifferentiale mit vier Kegelrädern. Wie schon geschrieben sperrt so dickes Öl nicht, es macht das Diff nur sehr schwergängig. 1.000.000 cst wird beispielsweise im Mitteldiff eines 1:10 4wd Buggy auf High Grip Untergrund gefahren, evtl auch onroad im Fronti aber dazu kann ich nichts sagen. Zwischen einem Mitteldiff mit dickem Öl (1.000.00cst) und einer starren Verbindung von Vorder- und Hinterachse (Slipper) gibt es einen spürbaren Unterschied im Fahrverhalten. Das einzige mir bekannte System Richtung Sperrung wären die active diffs von X-ray. Evtl gibt es noch was im Großmodellbereich.
Lebensdauer ist schwer zu sagen, zumahl du ja eine komplett andere Anwendung hast. So richtig perfekt dicht sind die RC Car Diffs nicht. Es gibt zwar Geräte um das Moment vom Diff zu vergleichen, aber deren Verwendung kenne ich nur für die Diffs an der Achse selbst und dort wird dünneres Öl gefahren. Je nach Untergrund und Fahrzeug bis zu 100.000cst, bei dickem Öl mit nur 2 Kegelrädern. Es scheint auch einen Temperatureinfluss (?) auf das Moment zu geben, gerade in der Hallensaison mit den dicken Ölen braucht es ein paar Runden bis das Diff seinen Arbeitspunkt erreicht hat.
In der Praxis ist Difföl eine Setup Option wie Spur/Sturz/Federn etc. und wird über die Saison je nach Strecke auch gerne mal geändert. Vor großen Rennen (z.B. DM) befüllen viele Fahrer Ihre Diffs grundsätzlich neu.

Solche dicken Silikonöle bekommst du auch im deutschen Modellbauhandel. MR33, Hudy, etc...
 
Von Fioroni gab es früher selbstsperrende
Torsen Differenziale.....

Wer einen größeren Ölverbrauch hat,
bzw.kostengünstiger "fahren" will.....
......hab dort vor Jahren zugeschlagen
und brauch auch die nächsen Jahre keine
homöopathisch abgefüllten,überteuerten
Kleinstmengen der Labler mehr.
 
Da gibt es nur bis 500.000Cts, das wäre für meine Anwendung viel zu dünn gewesen, ich erreichte mit 2.000.000Cts 85N Sperrwirkung.
Vorher war die Viscosperre noch steifer, 125N, das war zuviel.

Ursprünglich gab es auch mal andere Lamellen um unterschiedliche Eigenschaften darzustellen, aber die Visco ist ein Zukaufteil, den Hersteller gibt es nicht mehr oder er stellt diese Sperre nicht mehr her, umbauen auf mechanische Vorspannung unrealistisch teuer, also suchte ich eine andere Lösung und da erinnerte ich mal gelesen zu haben dass bei Modellautos steife Silikonfluids als "Differentialsperre" benutzt werden.

Viel davon gebraucht habe ich nicht, nur 42ml reichten, da hatte der Modellbauzubehörhandel schon mit 50ml die richtige Packungsgrösse.

Wärme ändert an meiner Viscosperre nichts, die hatte bei Raumtemperatur den gleichen Sperrwert wie mit 100°C aus dem Wärmeschrank.

Um das nochmal zu erläutern, das Getriebe hat ein mechanisches Differential mit Rampensperre, für die es eine Auswahl an verschiedenen Rampenwinkeln für die Fahr oder Schubseite gibt, die Visco ist der nur vorgelagert, ab etwa 20% Gas ist die Rampensperre geschlossen und die Visco spielt keine Rolle mehr, das gibt es so beim Strassenauto nicht,
Bei Strassenautos werden Viscosperren anstelle von Differentialen, z.B. zwischen Vorder und Hinterachse verwendet.

Wenn ich das richtig verstanden habe, werden Viscofluids beim Modellauto dazu verwendet damit das eigentliche Differential in sich "schwergängig" wird, eine prima Lösung finde ich, simpel und ohne zusätzliche Mechanik, das geht beim Rennauto natürlich nicht, da würde schon die alleinige Sperrwirkung aus einer Visco nicht reichen, mal abgesehen von den Schmier und Kühlproblemen die so entstünden.

Roland
 
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Von Fioroni gab es früher selbstsperrende
Torsen Differenziale.....
Torsen ist die mechanisch eleganteste und mit ziemlichem Abstand auch teuerste Lösung, deswegen wurden auch Viscosperren als preiswertere aber vergleichbar langlebige Lösung entwickelt, können aber eben beide keine 100%.

Audi verbaut oder hat verbaut Torsendifferentiale in den quattros, Lancia vor zig Jahren schon im Delta, braucht keine Steuerung und geht nie kaputt.

Roland
 
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Auf der Visco steht nichts drauf und Xtrac war auch nicht sehr kooperativ, boten uns aber einen Umbausatz auf mechanisch an, für schlappe 38000€...., für etwas über 20000 mehr gibt es aber auch schon das komplette Getriebe....

Im Handbuch stehen nur Teilenummern für Lamellen, die es aber nicht zu kaufen gibt, Füllmengen ohne Viskositäten, dafür das "grossherzige" Angebot die Visco alle 5000km zum Überprüfen einzuschicken nach England.

Porsche hatte auch mal so eine Lösung im RSR, hatte ich 2008 und, ich glaube, auch 2009 in ALMS, aber da steht im Handbuch auch nicht wo die Visco her ist, Teile gibt es da auch keine einzeln.
Irgendein Ferrari hatte das auch.

Aber auch egal, ich habe die gewünschte Änderung auch ohne "Werksunterstützung" erreicht, das Getriebe ist auch schon wieder im Auto.
Von dem Auto wurden 8 gebaut, nur eins ohne Visco, weltweit 6 fahren noch, bin mal gespannt wann der Nächste aufschlägt mit "willst du da nicht mal rein kucken".


Roland
 
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Ah ,ok X-Trac....
Hatten wir im Saleen GT1, Kombi Visco und Rampendiff...

Für Ricardo hätt ich eventuell noch Teile gehabt....
 
Hi Roland,

Ich habe ein Torsendiff gehabt und bei den kleineren 1:12 und 1:24 verwende ich Kugeldifferenziale die einmal durch den Axialen Druck auf die Kugeln als Slipper das Drehmoment an der Hinterachse reduzieren oder andersherum zusammen mit zähen Silikonölen und höheren Anpressdruck auf die Kugeln die Difffunktion stark reduzieren. Die Kugeln sitzen im Haupfzahnrad und je nach Differenzialdurchmesser entweder weiter innen oder weiter außen. Je weiter außen und da die Kugeln in Taschenbohrungen sitzen ist die Sperrwirkung recht hoch.
Was es auch noch gibt aber ich noch nie als Diffsperre gesehen habe sind Hysterese Scheiben. Ich habe so eine Scheibe zum Drehmoment einstellen bei Drahtwickelanlagen verwendet. Bestehen aus zwei Scheiben , eine mit vielen abwechselnden Magnetpolen sehr guter Magnete und die andere aus einer Legierung die sehr hohe Hystereseverluste erzeugt. Die Scheiben verdrehen sich über einen kurzen Winkel zueinander. Dabei steigt die Magnetische Hysterese Verschränkungen Kraft kontinuierlich bis zu einem einstellbaren Wert an und ist dann konstant weiter wirksam. Die Kraft ist vom der Magnetfeldstärke abhängig und wird über den Luftspalt zwischen den Scheiben eingestellt. Je näher desto Stärker . Die Verluste erzeugen Wärme die durch Kühlrippen abgeführt werden, Luftgekühlt aber auch Flüssig kühlbar wenn es viel mehr sein sollte. Verschleißfrei. Haben damit Lichtwellenleiter auf Spulen mit konstanter Zugkraft vor dem Aufwickeln getestet.

Happy Amps Christian
 

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Was es auch noch gibt aber ich noch nie als Diffsperre gesehen habe sind Hysterese Scheiben. Ich habe so eine Scheibe zum Drehmoment einstellen bei Drahtwickelanlagen verwendet.
Funktioniert also ähnlich wie eine Wirbelstrombremse am LKW, beim Differential treten nicht so hohe Drehzahlunterschiede auf und elektrisch wäre sicher auch zu schwer.
Ein Rennauto erreicht auch durch seine kleinen möglichen Lenkwinkel gar keine Kurvenradien in denen die Drehzahldifferenzen der angetriebenen Räder gross genug werden damit eine Wirbelstrombremse wirkt.

Hier mal ein Beispiel:

Geschwindigkeitsunterschiede.JPG

Roland
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Roland,
Nein , habe nicht richtig erklärt. Es braucht keine Drehzahlunterschiede nur einen Winkelversatz, Verschränkung zueinander ,ab da steht dann das Bremsmoment andauernd an. Ist etwas komisch, ich weis. Ist wie wenn man eine Feder spannt bis zu einer Zuglast , dann steht die Spannung und bleibt.

Happy Amps Christian
 
Okay, wenn ich das richtig verstehe, wird elektrisch versucht eine bestimmte Position zueinander aufrecht zu erhalten, kann das dann auch echte Drehzahlunterschiede?

Roland
 
Hi,
nein es wird keine Position gehalten , ab dem Schränkungswinkel kann man einfach weiter drehen aber eben gegen das Bremsende Drehmoment. Das ändert sich eigentlich nicht durch unterschiedliche Drehzahlen, es bremst einfach wie beim Zähen Silikonöl. Auf meinem Bild das kleinere Teil ist eine Lamellensilikonöl bremse , bei der man die Bremskraft einstellen kann.
Durch ein Getriebe kann man das Bremsmoment noch weiter steigern /anpassen .
Link zu Thyssen Magnettechnik , da sind Kupplungen und Bremsen im Katalog ,Synchron und per Hysterese und als Wirbelstrom Bremsen.

Die Seite unten ist aus dem Katalog , Seite 8

Happy Amps Christian
 

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