Holzflächen > 2m

Hallo,

ich möchte mir das erste mal eine Holzflächen mit über 2m Spannweite bauen und nun hänge ich an einem vielleicht (hoffentlich) ganz trivialem Problem.

Bei mehr als 2m Spannweite reichen die 'normalen' 1m Leisten für Holm-, Nasen- und Endleiste nicht mehr aus. Wie geht man da vor?

Balsa Nasen- und Endleiste denke ich kann man schäften, aber einen Kieferholm?

Grüße
Werner
 
Ich würd nach 1m eine Steckung reinbauen. Rohr oder Sperrholzverbinder.
Beplankung dann versetzt drüber, falls sie nicht teilbar werden soll.
So wie bei nem Segler mit Doppel V-Form, nur eben gerade.
Also Holm 1m+1m, und Beplankung 0,5m+1m+0,5 (schräg geschäftet).
 
Hallo Werner,
warum denkst, die Kieferleisten kann man nicht schäften?
Die "grossen" hatten haben auch nicht immer 6,7,8.. Meter lange Leisten zur Hand.
Im gutsortierten Fachhandel gibts auch 2m Leisten, alternativ kannst du deinen freundlichen Schreiner um die Ecke fragen.

@ egge: nur deshalb 1m Stücke bauen? wäre mir vielzuviel Arbeit.
 
Hallo Hänschen,

hast Du nicht was vergessen?
Womit sollte man die Schäftung kleben?

Hallo egge,
die Schäftungslänge von 3-facher Breite ist eindeutig zu wenig. Je härter/dichter das Holmmaterial ist, umso länger ist die Schäftung.
Ich schäfte Kiefer auf 8- bis 10-fache Breite.

Heinz
 
Zustimmung Pik,

8-10fache Länge ist natürlich besser als doppelt oder 3fach, link ist ja zu nem Schiff.
Im Flugmodell gilt eben: Mehr Fleiß, mehr steif. :D gute, dünne, scharfe Säge vorausgesetzt.
 
Hallo pefi,

Baumarktleisten haben allerdings den Nachteil, dass sie nur ab 5 x 5mm in 5mm-Schritten zu haben sind.
Weiters sollte man die Ausnehmungen in Spanten und Rippen erst dann schneiden/feilen/fräsen wenn man die Leisten bereits verfügbar hat und nachgemessen.
Die Nominalquerschnitte und die tatsächlichen Abmessungen stimmen nicht überein!!!!!

Heinz
 
egge schrieb:
gute, dünne, scharfe Säge vorausgesetzt.
Eine keilförmige Schäftung in Kieferholz, die die volle Last übertragen kann, sollte etwa 15:1 sein. 8-10:1 ist als 80%-Lösung wohl auch akzeptabel. Das kann man nicht sägen. Schleifen ist angesagt.

Schwalbenschwanz ist für eine auf Zug belastete Verbindung nicht anzuraten: Die Fasern werden mehrfach durchtrennt.

Leim: Der gute alte Weissleim. Epoxy (nicht 5 min) ginge wohl auch.
 
Zuletzt bearbeitet:
:D ach, ich denk mir halt immer: wenns beim Looping knackt, wars falsch gebaut. :D
beim nächsten mal wirds anders gemacht... Modellbauen macht ja Spaß !
 
als Säge verwende ich eine Japansäge (die mit dem Bambusgriff, ist zwar teuer, aber wirklich vom Feinsten), alternativ für sehr feine Arbeiten: die von Martor.
 
Hallo,

Hallo,

Dann mal Danke für die ganzen Tipps.
Das mit dem Schäften des Holms werde ich wohl vorher mal trocken probieren.

Grüße
Werner
 
Schäftrichtung

Schäftrichtung

Hallo,

wichtig ist noch dass die Schäftstelle nicht auf Biegung sondern auf Scherung beansprucht wird.

Gruß
Hartmut
 

Anhänge

  • Zeichnung1.gif
    Zeichnung1.gif
    8,1 KB · Aufrufe: 201
Würde ich aus praktischen Gründen bei den typischen Dimensionen und Belastungen eines Holmgurts nicht machen.

Zum einen erhält der einzelne Gurt vor allem Zug und Druck, und nur minimal Biegung.

Zum andern sind die Gurte IDR breite, flache Rechtecke.

Wenn man jetzt die Schäftung vertikal schneidet, bekommt man eine sehr ungünstige Form der Verklebefläche (lang und schmal), beim Druck Aufbringen zum Verkleben hat der Gurt die Tendenz auszuknicken, und die Schäftung wird bei gleichem Schäftverhältnis viel länger.

Ich habe die Schnittfläche deshalb immer (annähernd) horizontal gelegt.
 
Schäftrichtung

Schäftrichtung

Hallo,

wird aber im Großflugzeugbau so gemacht (wie bei post #13). Deswegen mache ich es immerso. Ist m.E. bei einem Holmbruch auch leichter zu reparieren.

Gruß
hartmut
 
Hallo Hartmut,

seagull1 schrieb:
wichtig ist noch dass die Schäftstelle nicht auf Biegung sondern auf Scherung beansprucht wird.

Gefühlsmäßig hätte Dir widersprochen. Glücklicherweise habe ich dann doch vorher noch jemanden gefragt, der sich mit Klebeverfahren bei Faserverbundwerkstoffen beschäftigt. Holz ist ja bekanntlich auch ein ... :D

Er meint folgendes...
Die Schäftstelle in der Hauptbelastungsrichtung auf Scherung zu belasten ist günstiger als auf Zug oder Biegung.

Während bei Biegebelastung die Schäft-fläche auf voller Breite in Lastrichtung liegt, liegt die Schäftfläche bei Scherbelastung senkrecht zu Lastrichtung und es trägt in jedem Querschnitt weiterhin hauptsächlich das Material und nicht die Klebung.

Zudem sind bei Biegebelastung die Spannungen auf Ober- und Unterseite am größten, also eben da, wo bei horizontaler Schäftung bei jeweils einen Teilstück die Materialstärke gegen Null geht.

Und da ich unseren Assistenten grundsätzlich misstraue, habe ich mir von einem anderen einen Aufsatz "Konstruktionsregeln für Klebeverbindungen" besorgt. Die erklären es zwar anders, kommen aber zur gleichen Lösung.

Also, beim Holm die Schäftung senkrecht und möglichst weit außen ausführen.

Gruß
Werner
 
Keine Panik

Keine Panik

Hallo zusammen

Grundsätzlich nimmt die Belastung des Holmes ja nach aussen ab.
Selbst bei einer Rechteckfläche sind nach 1/3 der Flächenlänge nur noch 50 % der Zug und Druckbelastung vorhanden !!!!!!!

Ich schäfte Holme grundsätzlich in der dicke des Materials, also ein 2 X 10 ner in den 2 mm.
Die Schäftung wird dann NUR 20 mm lang und ich brauche nur 10 mm verschenken :D
Zum " Schleifen " spanne ich ALLE Leisten 20 mm versetzt übereinander zu einer schönen Treppe.
Die wird an die Tischkante gespannt und dann alle zusammen verschliffen !!
Anschließent die sehr schön spitz auslaufenden Leisten kleben.

Gruß Aloys.
 
Ansicht hell / dunkel umschalten
Oben Unten