Horten IV - Eure Einschätzung

Hallo,

Ich bin neu hier in diesem Forum. Bis jetzt hab ich eigtl nur Warbirds gebaut. Durch die Cularis hab ich am Segelflug Geschmack gefunden und da mich die Horten Nurflügel schon immer fasziniert haben, hab ich mir gedacht ich baue mir eine Horten IV, da sie mir von den Horten Segelnurflüglern am besten gefällt.

Als Spannweite habe ich 3m festgelegt, was ungefähr einem Maßstab von 1:6,76 enstpricht. (1:5 ist mir für den Anfang noch zu groß).

Profil: Innen HM60, Außen HM60T

Mit Nurflügel 2.26 habe ich den Flügel berechnet (mit fixem cA=0,5):

Zirkulationsverteilung entspricht sin^3 (nach viel Herumspielerei).
Stabilitätsmaß: 17,24%
Güte: 1,3346

Ich habe Bilder der Verteilung und der berechneten Werte attached.
Weiters hab ich Nurlügel Projektdatei (als .pdf. Nach speichern auf .flg umbenennen) attached.

Da das mein erster Horten Nurflügler ist:

Wird der so fliegen?
Hab ich etwas vergessen (Hab mich in Theorie, zumindest was ich im Netz finden konnte eingelesen. Aber im Prinzip gehts nur um die Horten Glocke)?

Vielen Dank!

Georg
 

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Hallo Georg,

ich denke sie wird fliegen wenn Du noch ein paar Punkte änderst bzw. beachtest:
- Das Stabiliätsmaß wird nicht ausreichen, für den Erstflug solltest Du mir dem Schwerpunkt für 25 % Stabilitätsmaß anfangen, denn lieber etwas kopflastig und Höhenruder hoch getrimmt als schwanzlastig und nicht steuerbar. Wenn alles gut geht kannst Du den Schwerpunkt in der weiteren Flugerprobung schrittweise zurück nehmen bis das negative Wendemoment einsetzt oder der Abriß zu eklig wird.
- Das Flugzeug ist relativ klein und bereits vor dem Beginn des Querruders wird es mit der Re-Zahl schon eng. Das hat folgende Konsequenzen:
Du brauchst irgend eine Art Turbulator, entweder spitze Profilnase oder Zackenband oder Profil ebene Platte oder Kombinationen davon.
Das Flugzeug mag Langsamflug gar nicht, was erstmal im Widerspruch zu der erzielbaren Torsionsfestigkeit steht.
Bei der Bauweise solltest Du auf größte Verwindungsfestigkeit bei geringstem Gewicht achten, das wird bei Deinem Vorhaben die größte Kunst sein.
-Die Querruderform stimmt nicht. Die Querrudertiefe sollte am flügelspitzenseitigen Ende 35-40 % betragen und das absolute Maß bis zum inneren Querruderende beibehalten werden, also Ruderachse und Endleiste parallel oder lieber außen etwas tiefer. Die jetzigen Querruder können bei der Flügeltiefe nicht genug Moment und Auf- bzw. Abtrieb erzeugen um den Flügel ausreichend zu steuern, es würde schnell zu CA-Überlastungen und Strömungsabrissen führen, aber die letzteren sind bei der Flügeltiefe ein ständiges Problem.
Achte beim Bau darauf, dass die Scharnierlinie eine Gerade ist, denn der Flügel selbst ist eine Banane.

Letzter Tipp: Bau sie in über 5 Meter und sie wird sogar relativ gut fliegen, dann ist sie fast schon eine Kopie von Alfons Gabsch seiner H IV:rolleyes:

Viel Erfolg bei dem Vorhaben;)

Viele Grüße,

Uwe.

P.S.: Bei dem Profil hast Du Dich verschrieben, es ist ja HM 50 auf HM50t.
P.P.S.: Warum wollen alle als erste Horten ausgerechnet immer die zweitschwierigste (neben der VI) bauen? Es gibt dabei so viel zu beachten und so viel hortenspezifische Probleme zu lösen, dass ich eigentlich immer von dem Typ als Erstling abrate:eek: O.K., es ist die Schönheit, aber was nützt die wenn das Ding dann nicht gut oder gar nicht fliegt?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Georg,

die H IV ist wunderschön- nur sicherlich nicht einfach zu bauen.
Ein paar Fragen: welche Bauweise denkst du an? Rippe oder Styro mit Beplankung?
Uwe hat die Torsionssteifigkeit schon angesprochen: Holmauslegung und Endleistensteifigkeit werden entscheidend sein.
Bedenkenswert sind auch noch : Flächenverbinder, Auslegung des Mittelteils (Holz oder GfK) und die Klappenansteuerung und -auslegung.
Deine Berechnung kann ich mir erst heut abend anschauen.

Also, viel Erfolg und eine gute Entscheidung.

Uli
 
Das hab ich mich auch schon gefragt warum ich mir immer die schwersten Modelle aussuche :)))

Das die Querruder bei 3m Spannweite zu klein sind, hab ich mir auch schon gedacht. Die Horten IV von A. Gabsch war sozusagen meine Inspiration. Nur sind mir 5m Spannweite für den ersten Nurflügel zu groß. Da sind ja dann auch die Materialkosten nicht zu unterschätzen. Daher der Versuch mit 3m Spannweite.

Bzgl Bausausführung hätte ich mir gedacht:
In Rippenbauweise. Mit Heling auf die zuerst die Beplankung aufgelegt wird. Die Rippen dann gleich auf die untere Beplankung aufkleben.
Holm: Kohlerohrholme oder so ähnlich wie Mark Drela bei seinen Modellen
Beplankung: Anders als beim original hätte ich den Flügel komplett beplankt. Mit 1mm leichtem Balsa, welches auf der Innenseite mit Kohlerovings (+/- 45Grad) belegt ist.

Ich werde mir mal die anderen Hortens anschauen, obs da was einfacheres gibt.

Danke für eure Infos!!

Viele Grüße,

Georg
 
Hallo Georg,

ich würde bei der Beplankung auf 1,5 mm Balsa (mittel) gehen und 25- oder 40-er Glas drauf machen. Die Druckstellen sind bei weichem Balsa vorprogrammiert.
Hast du den Baubericht zur Orion von Lothar Menz im Forum schon gelesen? Das wär doch auch ein Einstieg zu den Horten-Fliegern.
Aber lass dich nicht entmutigen. Die H IV ist einfach zu schön- am schönsten aber, wenn sie (gut gebaut auch gut steuerbar) fliegt.

Schöne Grüsse aus dem Allgäu

Uli
 
Moin Georg,

auch für mich sind die HIV und die HVI die Klassiker. Wenn als Rippenbau, dann aber konsequent in Sperrholz mit offenen Rippenfeldern wie das Original. Das ist aber nur in einer Größe ab 5m möglich, sonst gibt's da nach meiner bisherigen Errfahrung wohl ein Gewichtsproblem.

Die aerodynamischen Bedenken von Uwe hast Du ja gelesen.

Wie Uli schon schreibt, sollte man vielleicht schon vor einer HIV mal sowas ähnliches gebaut und geflogen haben. Nach der Orion7 habe ich mich an Eigenkonstruktionen gewagt. Mit einigen Rückschlägen klappts bei mir aber zur Zeit recht erfolgreich mit den Hortens. ich muß eigentlich jetzt nur noch die Streckung erhöhen, dann wäre ich der HIV schon sehr nahe.

Einer meiner schönsten Flieger auf meinem Weg zur HIV war bisher der HXVI "Colibri" Nachbau (hat mit dem Alfons Gabsch Colibri nichts zu tun):

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=122173&highlight=Colibri+Horten

Der Flieger hat z.B. nur 3,5m Spannweite bei einer Streckung von 16 und einem Gewicht von ca. 3,5 kg. Fliegt einfach nur schön.

Bevor jetzt jemand fragt.... Den habe ich auf dem Nurflügeltreffen bewußt nicht vorgeflogen, da ich mit dem Geflügel in 4 Wochen nach Irland zum Retroplane möchte. Er muß heil bleiben, sonst lohnt sich die teure Fähre nicht:D

Wie gesagt, versuch's erstmal etwas einfacher. Aber toll, dass Du bereit bist, das Wagnis einer Eigenkonstruktion zu einzugehen. Meinen Respekt hast Du, auch wenn's in die Hose gehen sollte.

Viel Erfolg mit Hortens wünscht

Lothar

PS an Uli: Mentz schreibt man in meinem Falle mit "tz"
 
H IV zum Einstieg wollt ich auch!

H IV zum Einstieg wollt ich auch!

Hallo Georg!

Die ganzen techn. Sachen lass ich mal bei Seite die haben ja die Kollegen schon "aufgearbeitet".

Ich bin auch durch einen Styro-Nuri auf den Geschmack gekommen.
Da ich ein Holzwurm bin wollt ich auch gleich mal was bauen. Einen Bauplan vom Dietz von der HiV in 4 m fand ich auch schnell.

Alles gezeichnet - CNC gefräst - gebaut. Aber der Bauplan funktioniert nicht.
Das wusste ich nicht! Ebenfalls hab ich zu wenig Verdrehsteifigkeit gehabt.
Beplankt hatte ich mit 2 mm Balsa.

Da ich mit den Klappen nicht zu recht kam hab ich Alfons angerufen und der Sagte mir die Klappenwerte aber auch gleich was beim Erstflug sein würde:

Er hatte recht! - genau so lief es ab wie er sagte

Erstflug: Anschleppen (war nur Segler!)- sie hob ab, nach 5 Sekunden rollte sie nach rechts - hatte keine Chance zu korrigieren- und dann knallte sie im Messer auf die Fläche.

Jetzt hängt sie im Stiegenhaus an der Wand als Mahnmal. Kannst ein Foto davon haben wenn du willst!:D

Bau erst mal eine Orion 7 vom Raimund Sonst mit 3 m oder einen Colibri
mit 2m.
Ich weis, es sind Bausätze, aber du kannst dabei viel lehrnen und auch die Eigenheiten einer Horten "genießen".

Ich hab nur mehr einen Leitwerk-Flieger und das ist eine ME-323 welche ich jetzt auch auf den Markt werf.

Lass dich nicht unterkriegen, aber bitte nicht gleich mit einer H IV oder h VI starten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Grüße aus Österreich!

Kurt
 
HortenIV

HortenIV

Hallo ich habe auch die Horten IV vom Dietz mit 4m Spannweite.
Ich nutze sie ausschließlich im F-Schlepp.
Meine ist aber schwerer als der Bauplan angiebt. Der Schwerpunkt liegt glaube ich bei mir weiter vorn. Die Flugleistung ist nicht so berauschend. Die Ruderausschläge mussten drastisch vergrößert werden. Da sie sich mit ausgefahrenen Dopplestörklappen nicht abfangen lässt spreitze ich lieber die Ruder etwas zum landen auf. Außerdem neigt sie bei hohen Geschwidigkeiten zum flattern. Das Flugbild lässt aber alles andere vergessen. Das gibts halt nur beim Horten IV.:)
Viel spass beim bauen

mfg Ronny
 
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