Hp-E55L Laminierharz tempertemperatur

Hallo zusammen
erst mal ein gutes neues Jahr :)
ich habe folgendes problem,
ich habe bei HP-Textiles das Hochlastharz bestellt da ich damit sehr zufrieden bin,
geliefert wurde aber das Standartharz EP-55L leider hab ich das erst bemerkt als ich das Harz für meine neue
Rumpfform angemischt habe.
das eigendliche problem ist das das Laminat sehr spröde ist, darum die Frage mit welcher Temperatur
ich meine neue Form Tempern soll und mit welcher Temperaturrampe
Danke für eure hilfe
Gruß Hermann
 
Meinst Du wirklich, dass man so große Unterschiede zwischen HP-E56L und HP-E55L merkt? Ist mir (uns) bisher nicht aufgefallen. Wie merkt man das überhaupt bei einer Form?

Wir tempern HP-E55L und HP-E110L wie folgt:
Rampe hoch: 1°C/10min von 20°C bis 50°C
Halten: 50°C für 10h (technisch bedingt. Für mehr reicht die Heizleistung nicht. Reicht aber)
Rampe runter: 1°C/10min von 50°C bis 20°C

Bisher mit gutem Erfolg bei Formen und bei Bauteilen. Bisher aber eigentlich immer vor dem Entformen.
Unproblematische Bauteile wurden auch schon mal entformt getempert. Auch hier keine Probleme.

Stefan
 
Hallo
ich habe schon das gefühl das es spröder ist.
ich nehme das Hochlastharz allerdings aus gesundheitlichen gründen da ich leider eine leichte epoxidalergie
habe und mit diesem system die wenigsten probleme habe.
gruß hermann
 

Gideon

Vereinsmitglied
40 Grad C ist meist der kritische Bereich. Darüber werden quasi alle bei RT-Härtung spröden Systeme (meist mit langer Topfzeit) gut brauchbar.
 
hallo

ich habe die Form mittlerweile mit 45°C, 12std getempert die sprödigkeit ist weg.
vielen dank für die kompetente antwort
gruß Hermann
 

amoc

User
wo wir gerade beim Thema tempern sind:
spricht eigentlich etwas dagegen, Bauteile gleich bei 40 Grad auszuhärten?
Wie lange müsste ich das Bauteil dann auf Temperatur halten? 12h, also die "normale" Temperzeit? Oder noch was oben drauf geben?
Das würde doch einiges an Zeit sparen?

Viele Grüße, Andi
 

Gideon

Vereinsmitglied
Der Exothermic Peak (also die größte Reaktionswärme) tritt gegen Ende der Flüssigphase auf. Bei dünnen Laminaten < 3 mm sollte es aber grundsätzlich kein Problem sein, zusätzlich zu erwärmen. Bei geschlossenen Verfahren wie RTM, Nasspressen und Vakuuminfusion macht das Sinn.
 

Eisvogel

User
Könnt ihr nicht mal die ganzen Fachausdrücke und das Blabla drumrum weglassen:( und ganz einfach schreiben: Bei modelltypischen Bauteilen kann man problemlos warmhärten, das verkürzt die Wartezeit erheblich, schadet dem Bauteil nicht, sondern verbessert die Qualität.
Das hab ich jetzt nicht in irgendeiner Fachlektüre gelesen, sondern machs meist selbst so. Meine Rumpfformen (bei Naß-in-Naß-Bau) und Propformen kommen sofort nach dem Schließen auf den Heizkörper. Nach 10-12 Std wird entformt, vermutlich ging's schon eher. So warmgehärtete Rümpfe sind druckfester, biegesteifer und vom Gefühl stabiler als kaltgehärtete.

Dicke Bauteile wie Formen erzeugen beim härten selbst Reaktionswärme, zusätzliches Aufheizen kann zu Schäden und Verzügen führen.


ich habe die Form mittlerweile mit 45°C, 12std getempert die sprödigkeit ist weg.
Wie erkennt man an einer Form, daß die Sprödigkeit weg ist?
 
Hallo Erwin,

das ist eine Meinung und zwar Deine. Kann ich auch nachvollziehen.
Aber ich bitte z.B. Gideon explizit darum das "drumrum" nicht wegzulassen.
Manche interessieren sich auch für die technischen Hintergründe.

Stefan
 
Bezüglich Warmhärten gibt es noch einen Aspekt, den man bedenken sollte. Wenn man CFK-Teile in GFK-Formen warmhärtet und diese noch nicht mit der Gegenseite fügen kann (bspw. Hartschale-Flächen), kann das Teil beim Abkühlen auf Raumtemperatur aus der Form springen.

Das ist mir passiert. Das Abkühlen erfolgte aber unglücklicher Weise sehr schnell. Ich lasse die Sachen lieber bei RT härten und tempere das fertige Teil in der gefügten Form kontrolliert.

Stefan
 

Eisvogel

User
Hallo Erwin,

das ist eine Meinung und zwar Deine. Kann ich auch nachvollziehen.
Aber ich bitte z.B. Gideon explizit darum das "drumrum" nicht wegzulassen.
Manche interessieren sich auch für die technischen Hintergründe.

Stefan

Gideon hat ja auch seinen Fachausdruck für mich Laien ins deutsche übersetzt, damit kann ich was anfangen. Wenn aber nur mit den Fachchinesisch rumgeworfen wird kann ich (und vermutlich andere Hobbypantscher die des lateinischen nicht mächtig sind) nichts damit anfangen.

Deshalb bitte ich darum die Vorgänge so zu erklären daß man auch ohne Abi durchblickt und die Fachausdrücke in verständliche Worte zu übersetzen.
 

Gideon

Vereinsmitglied
Die Härtungsreaktion beginnt mit dem Mischen der Komponenten und verläuft exotherm, also gibt dabei Wärme ab. Ein Volumenschwund tritt beim Übergang von flüssig zu gelförmig auf. Dadurch kann Material nachfliessen und es werden deshalb kaum Spannungen aufgebaut. Die mechanische Güte wird durch den Grad der Vernetzung bestimmt. Nach 24 h Härtungsdauer bei Raumtemperatur ist das Laminat meist bereits bearbeitbar, jedoch mechanisch oftmals noch weit von seiner vollen Leistungsfähigkeit entfernt. Wärme beschleunigt diesen Prozess. Auch hierbei gilt die Regel, dass eine Temperatursteigerung von 10 Grad C die Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt. Quasi spannungsfrei ist ein Laminat dann, wenn um den Bereich der Glasübergangstemperatur (Tg) warmgehärtet wird. Das ist je nach Harzsystem unterschiedlich. Um jedoch über die Sprödphase zu kommen, reichen bereits Temperaturen > 40 Grad C über 8-10 h völlig aus.
 
Zuletzt bearbeitet:

Eisvogel

User
Warmhärten

Warmhärten

Um Mitternacht aufn Heizkörper gestellt, normale Einstellung für angenehme Zimmertemperatur reicht.
Heute Mittag entformt, die (ziemlich dünnen) Props sind extrem steif und belastbar und wären sofort einsatzbereit.

comp_P1020448.jpg

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comp_P1020470.jpg
 

Eisvogel

User

Eigentlich dachte ich das wär ne Scherzantwort, aber :(

nachdem mein 285er Vorrat zu Ende ging hab ich eine Versuchsmenge des wesentlich günstigeren HP Hochlastharzes bestellt, 29er, 56er und 111er.
Die ersten Versuche mit 29er Härter (Harz ist jeweils das selbe) zeigten, daß das Harz etwas dünnflüssiger und die Topfzeit eher länger als angegeben ist, gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich kein Nachteil. Geruch (find ich) sehr angenehm, kaum wahrnehmbar.

Als Versuchsträger dienten Propeller. Nach dem laminieren "Raumhärtung" auf dem Heizkörper bei gut 30°, entformt nach 24 Std. Resultat, die Props sind wesentlich "weicher", ich kann sie wesentlich leichter biegen als die mit 285er. Auch durch 24 Std. Nachtempern bei 40° nicht spürbar steifer:(. Ich hab jetzt Bedenken, daß sich die Props im Flug verwinden könnten, mit flattern und allen Folgen.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen, bzw. kann mir ein Harz mit ähnlichen Eigenschaften wie dem 285er empfehlen? 385 mag ich nicht, das stinkt mir zu stark!
 
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