Ideale Luftführung

Mefra

User
Hallo zusammen,

in vielen Beiträgen hier im Forum findet sich öfters die, sicherlich berechtigte, Kritik der unsauberen Luftführung bei EDF-Jets.
Gerade bei einmotorigen Jets, die im original mit zwei Triebwerken ausgestattet sind , ist die Luftführung (Hosenrohr) sicherlich schwierig umzusetzen.

Doch wie sieht eine ideale, saubere Luftführung aus?
Was macht eine gute Luftführung vor und nach dem Impeller aus?

Sicherlich gibt es keine allgemeingültige Vorgehensweise bei der Ausgestaltung der Luftführung, aber ggf. kann man ein paar Grundlagen / Informationen hier zusammentragen.
Ggf. kann man damit die Luftführung in verschiedenen Modellen verbessern (ist natürlich vom Modell abhängig).

Ich habe schon gesucht, vielleicht mit den falschen Suchbegriffen ;), aber nichts passendes gefunden.
Außer dem tollen Artikel von Oliver "Basiswissen" im FMT Sonderheft "Elektro-Impeller".

Freue mich über Eure Tipps und Hinweise.
Vielen Dank. :)
 
Die Ausagen hierzu sind breit in den Beiträgen im Impeller Forum gestreut. Was mir noch einfällt: auf der Seite von Schübeler Impellern wird hierzu unter Theorie einiges gesagt und mE gut dargestellt. Ziemlich Ideal sind wohl schon mal möglichst unverzweigte "saubere" Kanäle a la Mig 15 und natürlich Gondeln wie bei Airlinern und zB oben auf der He Salamander. Die Profis hier könnten wohl Bücher mit dem Thema füllen.....

ein Link: http://www.schuebeler-jets.de/de/edf-know-how/gestaltung-der-kanaele
 
  • Querschnitt möglichst gleichmässig vom Impellerausgang zur Düse verengen oder wachsen lassen
  • Starke Querschnitterweiterung vermeiden (Druckanstieg; führt zu Ablösungen.)
  • Verengung ist weniger kritisch. Trotzdem auch das nicht übertreiben, führt zu Rückstau. So ein Impeller ist keine Hochdruckpumpe.
  • Starke Umlenkungen vermeiden. Wenn nicht zu vermeiden, können Leitschaufeln im Luftstrom angesagt sein.
  • Benetzte Oberfläche des Schubrohrs minimieren. Bei einem Hosenrohr z.B. so spät wie möglich teilen, dabei aber den vorigen Punkt im Auge behalten. Auch möglichst runde Querschnitte miminimieren die Oberfläche.
 
  • Benetzte Oberfläche des Schubrohrs minimieren. Bei einem Hosenrohr z.B. so spät wie möglich teilen, dabei aber den vorigen Punkt im Auge behalten. Auch möglichst runde Querschnitte miminimieren die Oberfläche.

Hallo Markus,

bedeutet dies, dass die Teilung des "Hosenrohrs" möglichst eng am Impeller anstehen soll, also quasi direkt hinter Impellergehäuse?
Das gleiche gilt dann sinngemäß sicherlich auch für die Ansaugung, also die beiden Einlasskanäle kurz vor dem Spinner des Impellers auslaufen lassen?

Müssen diese Bereiche dann "spitz" oder "stumpf" ausgearbeitet werden?

Danke und viele Grüße
 
Nein, ich meinte das Gegenteil. ("so spät wie möglich" ist wohl nicht besonders eindeutig.)

Scharf oder stumpf: Beim Zusammenführen zwei auf eins eher scharf. Beim Teilen eher stumpf, weil Du nicht genau wissen kannst, ob da nicht Sekundärströmungen vom Drall drin sind. Wird eine schrfe Nase nicht genau in der geplanten Richtung angeströmt, kann es Ablösungen geben.
 
Strömungskanäle

Strömungskanäle

Hallo Fans,
eine kleine Ergänzung.

Der Einlaufquerschnitt sollte nicht kleiner sein, als der Einlaufquerschnitt des Impellers, Flächenverhältnis 1/1.

Baut man maßstäblich, dann sind die Einläufe am Modell meist kleiner. Dann muss man den Einlaufkanal aus Diffusor gestalten, erst kleiner Querschnitt, dann großer und möglichst kurz.
Bei der Düse ist es umgekehrt, erst gerade, dann schnell kleiner.

Unter solchen Bedingungen sind die Strömungsverluste am kleinsten.

Gruß und tschö wa, Hans.
 
habe das genau anders in Erinnerung ....

habe das genau anders in Erinnerung ....

  • Querschnitt möglichst gleichmässig vom Impellerausgang zur Düse verengen oder wachsen lassen

Also mein Wissenstand ist der, dass es besser ist beim Schubrohr möglichst lange den gleichen Querschnitt zu lassen und erst möglichst spät die Einengung für den Auslass zu gestalten ... mit max. 4 Grad Schräge (wenn ich das noch richtig im Kopf habe) ... ähnlich Flaschenhals.

und nicht gleichmäßig vom Impeller weg bis zum Auslass zu verengen, wobei genau diese Lösung der Einfachheit meist gemacht wird :confused:

Wie viel Unterschied / Schubverlust hier entsteht wäre natürlich interessant, denn die Flaschenhalslösung ist deutlich aufwendiger zu erstellen.

.... aber evtl. habe ich das falsch im Kopf ... evtl. kann das mal ein Spezialist hier aufklären. :confused:
 
Also mein Wissenstand ist der, dass es besser ist beim Schubrohr möglichst lange den gleichen Querschnitt zu lassen und erst möglichst spät die Einengung für den Auslass zu gestalten ... mit max. 4 Grad Schräge (wenn ich das noch richtig im Kopf habe) ... ähnlich Flaschenhals.
Wenn das Schubrohr so lang ist, dass das möglich wird, hast Du recht. Man hat dann einen möglichst langen, verlustarmen Teil mit grossem Querschnitt und geht erst am Schluss auf den Düsenquerschnitt. Flaschenhals (also wieder zurück auf parallele Wände am Schluss) sollte aber nicht nötig sein, ausser Du willst aus Designgründen eine zylindrische Düse.

Das mit der "benetzten Oberfläche" war in diesem Sinne missverständlich. Gemeint ist in Bezug auf das umschlossenen Volumen, also nicht unnötig flache Querschnitte oder so.
 
Wenn das Schubrohr so lang ist, dass das möglich wird, hast Du recht. Man hat dann einen möglichst langen, verlustarmen Teil mit grossem Querschnitt und geht erst am Schluss auf den Düsenquerschnitt. Flaschenhals (also wieder zurück auf parallele Wände am Schluss) sollte aber nicht nötig sein, ausser Du willst aus Designgründen eine zylindrische Düse.

Von dem bin ich ausgegangen, dass die Schubrohrlänge lang genug ist ... wenn ich das bei meinem beiden aktuellen 120er Jets ansehe ist das Schubrohr ca. 600mm lang und um von 120 auf 104 Auslass zu kommen sind 16mm zu verengen bei 4 Grad wäre das eine Länge von 115mm ... da bliebe also schon viel für die gleichmäßige Länge über.

Aber wie schon gesagt ist das aufwendiger zu realisieren und ich habe leider noch nirgendwo gefunden, wie viel das theoretisch bringen kann und so habe auch ich bisher immer die einfache Variante mit einem gewickelten Schubrohr gemacht, welches gleichmäßig verengt. Würde mich aber echt interessieren, denn man merkt ja bei Schubmessungen, dass meist einiges verloren geht gegenüber den Prüfstandsmessungen und da wäre interessant wie viel man noch rausholen könnte, um zu entscheiden ob man sich das antut ... wegen 1-2% würde ich z.B. nichts machen.
 
Strömungskanal

Strömungskanal

Hallo Fans,

man kommt bei der Frage nach den Strömungsverlusten nicht am Rechnen vorbei.

Deshalb empfehle ich: Willi Bohl; Ventilatoren. Würzburg, 1983.

@ Markus: Für 2% mehr an Schub, braucht man sich keine Arbeit machen. Ab 5% könnte es sinnvoll sein!

Gruß und tschö wa, Hans.
 
Hallo alle zusammen,

Wenn man sich mit dem Thema ausführlicher beschäftigen möchte. Ist sicherlich auch das Buch, auch wenn schon etwas älter, „Elektro Impeller von Ludwig Retzbach“ sehr zu empfehlen. Da steht eigentlich alles gut verständlich drin beschrieben...

Hier mal ein einlaufkanal von mir... 100% der Impeller Kreisringfläche vom Einlass bis zum Impeller.

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Nebenbei - kennt wer den Jet der oben auf dem Buchtitel Elektroimpeller von Retzbach zu sehen ist? Schönes Teil und auch ne saubere Luftführung, was man so sieht :) Bisschen Pfeilung könnt noch in' Flügel rein......schön Oldschool.
 
Dürfte nen freier Entwurf gewesen sein. Angelehnt an Pampa und Konsorten. Ich glaub ich hab das Buch noch irgendwo. Mal graben. Die Bilder die man im Netz von der Titelseite findet sind reichlich unscharf.
 
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