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ISDT Netzteile mit 400 Watt, 600 W und 1800 W

Neue iSDT-Netzteile

400 W - 600 W - 1800 W

Gerd Giese

20200204_154153.jpgDie Firma iSDT sorgt für Überraschungen. Sie ist zur Zeit einer der innovativsten Entwickler für den Modellbaumarkt, wenn es um Ladegeräte bzw. Netzteile geht. Neu auf dem Markt sind nicht nur einige Ladegeräte, sondern auch drei leistungsmäßig abgestufte Netzteile in den Leistungsklassen von 400 W, 600 W und 1800 W.


Zum Test haben mir die Modellbauhändler RC-Avenue und SLS drei Netzteile von iSDT zugesandt. Alle drei liefern 24 V Gleichspannung (DC). Die Strombelastbarkeit beginnt bei 17 A (SP2417), dann 25 A (SP2425) und das Größte liefert 60 A (SP3060). Nur beim SP3060 ist die Ausgangsspannung von 21 VDC bis 29 VDC einstellbar. Da das NT dazu keine Bedienelemente hat, muss man BattGo-Ladegerät besitzen, um den Komfort zu nutzen. Voreingestellt war das NT auf 24 VDC. Die beiden Kleineren liefern eine Festspannung von 24 VDC.


Zur Info

AC/DC-Netzteile wandeln Wechselspannung (Stromnetz: 230 VAC Alternating Current) elektronisch in Gleichspannung (DC Direct Current), damit unsere Ladegeräte auch stationär funktionieren. Als Universalspannung hat sich 24 VDC etabliert, damit auch höhere Ladeleistungen möglich sind. Sämtliche iSDT Ladegeräte lassen sich mit diesen Netzteilen versorgen. Aber auch alle anderen nicht iSDT Ladegeräte, die mit 24V umgehen können.

Hinweis: Die kleinen Bilder können zum Vergrößern angeklickt werden.


Allgemeines

Mit den drei neuen Netzteilen zeigt iSDT Mut, da sie bezüglich der Gehäuseform von der Konformität anderer Netzteile abweichen. Das Große ist als platzsparender, stehender Quader gestaltet. Die beiden kleineren zeichnen sich durch schlanke, längliche Gehäuse aus. Ich wollte es wissen und zeigte die Netzteile mehrere Personen. Deren einheitliche Meinung dazu: >> … schlichte und formschöne Gehäuse, die sich auch gut anfassen lassen <<! Mein Eindruck wurde also bestätigt. RC-Avenue und SLS legen den Netzteilen eine deutsche Kurzanleitung bei, die alle nötigen Informationen beinhalten.

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Wer hier Bedienelemente wie Einsteller, Druck- oder Sensortasten und dazu eine Strom-und Spannungsanzeige vermutet, wird enttäuscht. Es gibt sie nicht. Man findet lediglich einen mechanischen EIN-/AUS-Schalter und eine Betriebs-LED, die den Zustand des Netzteiles anzeigt. Leider ist der EIN-/AUS-Schalter und der DC-Power-Anschluss an der Rückseite angeordnet. Ich finde das nicht sonderlich komfortabel, da der Schalter nur ertastet werden kann, wenn die Netzteile vor einem stehen.




20200205_152236.jpgSpricht man schon von Komfort, wenn vier farbige LED-Leuchten den Leistungszustand am SP2417 und SP2425 signalisieren? Das 60 A-Netzteil leistet sich „nur“ eine grüne Betriebs LED an der Front, die ihre Farbe von orange nach rot ändert, wenn die Lastgrenze von 60 A überschritten wird (dazu im „Technisches“ mehr). Eines haben die LED-Leuchten gemein: Bei Tageslicht hat man Probleme, die Farben zu erkennen. Die beiden kleinen Netzteile haben zusätzlich noch zwei USB 2.0-Ladebuchsen an der Front (siehe Eröffnungsfoto), die jeweils 2 A Ladestrom liefern. Warum das Große 60 A-Netzteil davon ausgenommen ist, weiß nur iSDT!
Anmerkung: Ich gehe noch einen Schritt weiter und hätte mir wünscht, dass iSDT bei diesen Netzteilen mindestens eine USB-C PD (Power Delivery; 5 V bis 20 V mit 3 A) Buchse als Ladestandard mit integriert hätte (näheres dazu im Elektronik-Kompendium). Das flexible Netzlkabel (230 VAC) ist an den Geräten steckbar (Kaltgerätebuchse C19/C20).

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Links: Die gelöteten Adapter, um allen Geräten gerecht zu werden.
Die SP2417 und SP2425 nutzen als Hochstromstecker die BattGO IC3 (kompatibel, aber ohne BattGo: EC3) und das SP3060 den BattGo IC5 (kompatibel, aber ohne BattGo: EC5).
Leider ist an den Geräten jeweils nur ein Hochstromanschluss vorgesehen. Wenigstens beim SP3060 wären mindestens zwei Hochstromanschlüsse praxisgerechter!
Wer mehrere Ladegeräte anschließen möchte, muss sich Adapter anfertigen oder die käuflichen Produkte von RC-Avenue erwerben: Ausgangsverteiler für Netzteile mit EC3-Stecker und Ausgangsverteiler für Netzteile mit XT60-Stecker.


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Beim Löten der Stecker (hier ein IC5) sind eine ruhige Hand, die richtige Lötspitze (Meißelform, ca. 2 mm breit) von Vorteil weil zwischen den Kontakten und dem Mittenkontakt sehr wenig Platz ist (Kurzschlussgefahr) und eine hohe Wärmeabgabe erforderlich ist.


Technisches

Die drei Netzteile sind leistungsmäßig nicht so „linear“ abgestuft, wie man meinen könnte. Das Kleine leistet 400 W, das Mittlere 600 W und beim Großen erfolgt ein Sprung auf 1800W. Für mich wäre es schlüssiger, wenn das Mittlere um die 900 W leisten würde.
Etwas verwunderlich ist, dass das SP3060 die volle Leistung erst entfaltet, wenn die Netzspannung größer als 150 VAC (Netzspannungen in Europa: ~230 VAC) ist. Wer es im Ausland (USA) z. B. mit 110 VAC betreibt, muss auf über die Hälfte der Power verzichten! Anders die beiden Kleineren, sie erreichen die volle Leistung schon ab 100 VAC.
Für technische Daten und Verkaufspreise empfehle ich den Link zum Händler.

Natürlich lesen sich technische Daten immer gut. Aber was leisten die Drei in der Praxis? Dazu wurden die Netzteile intensiv getestet und dabei auch über ihre Lastgrenzen hinaus belastet.

Die gemessenen Daten in Tabellenform. Zwei Messreihen pro Gerät; eine bei Halb- und die zweite bei Volllast:

ntdaten.gif

Bevor ich näher auf die Messwerte eingehe, möchte ich „nicht selbstverständliches“ loswerden. Diese Drei sind absolut kurzschlussfest und schalten erst bei deutlicher Überlast „hart“ ab. Wiederbeleben kann man sie durch ein AUS/EIN-Schalten. Die LEDs zeigen den Status der Netzteile an. Grün bedeutet okay, orange heißt "Leistungsgrenze erreicht" und rot signalisiert eine Fehlfunktion bzw. Überlastung. Die Betriebsleuchten von SP2417 und SP2425 schalten auf Blau bzw. Türkis beim SP3060, sofern die Netzteile mit einem eingangsseitig ausgerüsteten BattGo-Gerät verbunden sind. Der Clou dabei: Sofern vom Netzteil ein „echtes“ BattG-Ladegerät (mit eingangsseitigem BattGo) erkannt wird, werden dessen maximalen Leistungswerte vom Ladegerät übernommen. So ist eine Überlastung des Netzteils ausgeschlossen. Beachten sollte man dabei, dass BattGo nur die Funktionalität eines BattGo-Gerätes zulässt, wenn dessen Funktion genutzt wird!
Ebenso robust ist deren thermische Stabilität. Kein Netzteil wurde nach 10 Minuten Volllast wärmer als 38 °C! Die Lüfter der beiden Kleinen gaben dabei nur ein moderates Rauschen von sich, während das SP3060 deutlich lauter war. Aber Eines haben die Drei gemeinsam, sie haben lastabhängig geregelte Lüfter, die präventiv arbeiten. Präventiv bedeutet, dass die Drehzahl der Lüfter parallel mit dem Laststrom bereits ansteigt, auch wenn die Elektronik noch kalt ist.

Doch nun zu den eigentlichen Daten. Hier handelt es sich um Netzteile, die zum Besten gehören, was man fürs Hobby nutzen kann. Die gemessenen Werte habe ich in fünf Schwerpunkten zusammengefasst:

Zum Ersten ist der Wirkungsgrad (eta-Faktor,) von Interesse, denn nichts ist nutzloser, als Wärme während des Betriebs zu erzeugen. Die Drei liegen bezüglich eta alle in einem sehr hohen Bereich von über 90%. Das Große markiert mit 94% sogar einen Spitzenwert.
Das ist auch ein Grund, warum sie unter Volllast recht kühl bleiben.

Zum Zweiten möchte ich den Powerfaktor PF, auch Leistungsfaktor genannt, erwähnen. Je höher der Wert ist, desto besser sind die elektronischen Netzteile kompensiert. Über 0,85 ist wünschenswert, ideal wäre 1. Die Werte bewegen sich jenseits von 0,92. Das ist nicht selbstverständlich und beweist die hohe Güte dieser Geräte. Da die Kompensation elektronisch erfolgt, entfällt der typisch hohe Einschaltstromimpuls, der so manchen Sicherungsautomaten auslösen lässt.

Zum Dritten ist die sehr konstante Lastspannung hervorzuheben. Der Spannungseinbruch ist bis zur Volllast deutlich kleiner als 0,1 VDC. Dazu die drei Lastdiagramme mit einer Strom-Impulstreppe von je 5 s Dauer und 60 s Volllast, bei fünf Wiederholungen. Die Spannungen wurden am Ende meiner gelöteten Zuleitungen (siehe oben) von der DC-Last aufgezeichnet. Die Diagrammfarben: blau -> Ausgangsspannung, rot -> Laststrom

Lastdiagramm des SP2417, 24 VDC:
sp2417-graph.png

Lastdiagramm des SP2425, 24 VDC:
sp2425-graph.png

Lastdiagramm des SP3060, 29 VDC eingestellt:
SP3060-28V.png

Zum Vierten sind die Überlastreserven enorm, im Speziellen die der beiden kleinen Netzteile. Das Große schaltet oberhalb 61 A ab und verharrt im Error-Status, zum Wiederbeleben AUS-EIN-Schalten. Die beiden Kleinen liefern noch bei 20% Überlastung konstant ihre Sollspannung und schalten danach schlagartig die Ausgangsspannung ab. Wird die Last entfernt, steht sofort wieder die Spannung an. In diesem Zusammenhang habe ich auch die Kurzschlussfestigkeit geprüft. Auch das ergab keine Beanstandungen.

Zum Fünften sei noch die geringe Restwelligkeit (Ripple) der Gleichspannung erwähnt. Werte < 0,15 Vpp (Volt Peak to Peak) sind ohne Fehl und Tadel. Damit kommen auch empfindlichere Ladegeräte sehr gut zurecht.
Die beiden kleinen Netzteil liefern eine 24 VDC Festspannung. Das Große ist mit einem BattGo-Lader von 21 VDC bis 29 VDC einstellbar. Seit Neustem kann die Spannungseinstellung auch mit den iSDT-Geräten BG-8S, 608AC, T8, T6 und dem Q8 erfolgen, sofern sie über die neuste Firmware verfügen. Allerdings beim Q8 nur über einen „Trick“. Das Netzteil muss dann am Ladeausgang des Ladegerätes angeschlossen werden!

Die 24 VDC sind oftmals kritisch, wenn ein 6s LiPo Akku geladen wird. Technisch wird dieser „kritische Bereich“ als cross-over-Point bezeichnet. Der DC-DC-Wandler im Ladegerät muss unter 24 VDC die Ladespannung reduzieren (step-Q8-24VDC-6s-4C.pngdown Betrieb) und oberhalb von 24 VDC die Spannung erhöhen (step-up Betrieb). Dieser Umschaltpunkt wird schleichend erreicht (Ladespannung eines 6s-Lipos reicht von 21,6 V bis 25,2 V) und führt bei manchen Ladegeräten am cross-over zu starken Stromschwankungen. Diese Stromspitzen können den doppelten Wert des Ladestromes erreichen! Ein Test mit dem neuen Q8 erbrachte hier keinerlei Auffälligkeiten. Der Zeitabschnitt zwischen 8 und 12 Minuten ist der genannte "cross-over Point". Hier sind nur kleine Ladestromeinbrüche und keine überhöhten Stromspitzen erkennbar - bravo iSDT! Dennoch, wer die Möglichkeit hat, sollte beim SP3060 eine Netzteilspannung > 26 VDC einstellen, um allen „Eventualitäten“ aus dem Weg zu gehen.
Zum Schluss habe ich das PULSAR 3+ Ladegerät unter Volllast mit eingeschaltetem Impulsladen ausprobiert. Nicht jedes Netzteil verträgt die Lastimpulse, näheres steht dazu im Testbericht. Doch auch hier kann ich den Dreien nur Positives bescheinigen.


Mein Resümee

Ich kann iSDT zu den drei neuen Netzteilen nur gratulieren. Sie liefern Leistungsdaten ohne Fehl und Tadel, sind dazu klein, kompakt und sehen noch schick aus, da sie nicht sofort als „typische“ Netzteile erkennbar sind. Natürlich sind mir einige negative Kleinigkeiten aufgefallen. Aber diese Kritikpunkte betreffen nicht die technische Seite, sondern beziehen sich lediglich auf den Komfort im täglichen Umgang mit den Geräten. Für mich sind die Netzteile in der Hobbywerkstatt ein Zugewinn und sehr empfehlenswert.
 

Kommentare

Die Amis sichern ihre Steckdosen (110 V) nur mit 15 A ab. Das sind dann max 1650 W. Logisch, dass das Netzteil dann keine 1800 W bringen kann. Ich denke die Leistungsreduktion bei niedriger Netzspannung ist ein Zugeständnis an die Zulassungsbehörden mancher Länder.
 
Da ich mit meinen im Ladekoffer eingebauten Servernetzteilen mit der Temperatur Probleme habe, werde ich mir jetzt einfach 1-2 SP2425 einbauen.. die sind einfach handlicher :)

Danke für den Test :)
 

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