JK Evolution K15 KTW-Einbaubericht

Auf RC-Network gibt es viele schöne Bauthreads, aber wenn es um KTW geht, ist die Auswahl leider nicht so üppig. Ich möchte hiermit ein wenig nachhelfen ..

Wegen dauermangel an Schlepper in die Gegend wo ich wohne, habe ich beschlossen meiner nun seit 8 Jahren treuer Ventus 2c von Graupner mit nur 50 Flugstunden im Logbuch, auf KTW umzubauen.

Vorhanden:
Ventus 2c mit 5.5 Meter SPW und Styro Abachi Flächen
Gewicht 10.5 Kg. inkl. 957 Gramm Ballastblei im Schwerpunkt.

Strecker Motor RS 330.15.14 10pol mit SuperChief 6:1KL Getriebe.

Im Pflichtenheft stand: KTW einfach zu bedienen, stabil ausgelegt und leicht, Segler soll Bodenstartsfähig sein, und das System soll noch bezahlbar sein !

Im habe lange mit das Graupner System “up and go II Gross” wegen dem Spindelantrieb geliebäugelt, aber ausser ein Artikel im MFI sowie ein par Bilder von diverse KTW Messen/Meetings, ist leider nicht viel über das System in Erfahrung zu bringen. Bei RC Network habe ich jemand auffindig machen können, der das System als Heimkehrhilfe fliegt, aber Bodenstarterfahrung hatte er damals leider nicht.

Erfahrung mit einem JK Evolution K25 in meinem 1:3 Voll GFK DG 800B lag schon vor, so warum doll rumexperimentieren ?

Bruno Fuest bei JK Klapptriebwerke wurde angeschrieben. Bruno Fuest hat obiger Motor bei Andy Reisenauer durchrechnen lassen, und das ergebnis mit 8S LiPo und Freudentaler 17 x 13 Klapplatte und satte 1.000 Watt sah vielversprechend aus, und das System Evolution K15 mit Stellservo, GFK Mantel, Propeller und die neue Nabe mit Rückschlagsicherung, SM-Modellbau KTW Steuerrung sowie kleine Metall off-set Klappescharniere wurde im Auftrag gegeben, und wie versprochen 5 Wochen später geliefert.

Erster Schritt:
Modell strippen - folgendes wurde ausgebaut:

498 Gramm 2 x 5 Zellen Sanyo KR 1800
957 Gramm Trimmblei vorne
217 Gramm Ballastblei Schwerpunkt

fortsetzung folgt.

Gruss aus Dänemark
K e n n e t h
 

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Einmal KTW, immer KTW :-)

Einmal KTW, immer KTW :-)

Hallo Kenneth,
so ist es eben, wer das Klapptrieb lieben gelent hat, will es nicht mehr missen.
Das klingt alles sehr gut bezüglich der Komponentenauswahl.
Der 8s-LiPo ersetzt dann schon mal den Ballast.
Viel Erfolg.
Eventuell kannst Du hier auf der Seite meines Antares mit KTW auch noch Tipps finden:
http://www.wshp.de/main_mf.htm
 
Um vernünftige Klappen für den KTW Schacht zu bekommen, wird einem Negativ Form benötigt. Dieser lässt sich leicht erstellen, aber vorher muss der Rumpf dort wo er abgeformt werden muss, mehrmalig mit Trennwachs (in meinem Fall MIRROGLAZE) behandelt und poliert werden.

Da der Form nur einmal verwendet werden muss, oder im ekstrem fall zweimalig falls die ersten Klappen mislingen .. o:-, wird der Negativ Form ohne verwendung von Formenharz etc. gemacht. Der Form besteht aus 2 lagen 49 Gr/m2, 4 lagen
280 Gr/m2 Glassewebe, alles schön sauber mit L285 Epoxy laminiert. Damit der Form nachträglich schaukelfrei auf dem Bautisch stehen kann, bekommt er kleine Füsschen..

Nach 2 Tage Härtezeit, weniger tuts auch mit der gefahr das der Form sich verzieht .. wird er von Rumpf freigemacht und die kanten verputzt. Danach geht es wieder mit der Trennwachsbehandlung los, und anschliesend wird Gelcoat aufgetragen, und das laminieren fängt von vorne an. Die Klappen bestehen aus 2 lagen 49 Gr/m2, 3 lagen 100 Gr/m2 CFK und anschliesend
1 lage 49 Gr/m2 Glassewebe, wieder mit L285 Epoxy laminiert – diesmal habe ich die Klappen eine Woche lang härten lassen; sicher ist sicher !

Gruss aus Dänemark
 

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Gemäss Bauanleitung wurde die Klappenöffnung auf den Rumpf mit Bleistift übertragen, und dann durfte der ”Schreihals”
(Proxxon mit Fräskopf) den Rumpf mit 1 bis 2 mm untermass öffnen. Danach wurde die freigelegte Kanten mit einer Schleifflatte und Rundfeile auf Mass gebracht – eine sehr staubige angelegenheit, aber wenn Freundin langeweile hat, kann
sie ja den Staubsager solange bedienen ..

gruss / k e n n e t h
 

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das als Option erhältliche hochwertige und vorgeborhte Sperrholzspant, wird nun die innere Rumpfkontur angepasst. Das ging diesmal erheblich einfacher, als damals vor 4 Jahren, wo ich das K25 Evolution in meinem 1:3 Voll GFK DG 800B eingebaut habe. Damals musste ich die Rumpfinnenabmessung selber ermitteln – dies kann eventuel von innen oder von aussen mit dicker Lotdraht (shön an der Rumpfkontur anpassen, vorsichtig rausnehmen und die Kontur auf Papir übertragen), oder noch einfacher, mit einem Konturabtaster ...

JK Klapptriebwerke hat es für 1:4 ASH 26 bzw. 1:3,3 Ventus 2cM Eignern leicht gemacht, indem Rumpfspanten in der Bauanleitung abgebildet sind, aber vorsicht, die Spannten sind nicht Massstabfest, und müssen geringfügig vergrössert werden. Dies lässt sich einfach auf einem kopierer machen (Rumpfbreite durch das Stechungsrohr messen, und auf dem Fotokopiere vergrössern bis die breite passt.

Fotokopie auf ein Stück Pappe kleben, die Rumpfpassung nachprüfen und ggf. anpassen.

Wenn alles passt, Schablone auf das Sperrholzspant fixieren, Aussenkontur übertragen, Laubsäge anwerfen und lossägen ..
 

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nun wird es heikel ..

wer einem Bett wodrin der Rumpf fixiert werden können, sein eigenes nennt, ist nun im klarer Vorteil o:-

KTW auf dem Spant montieren und provisorisch im Rumpf fixieren (entweder das Spant mit Keilen festklemmen, mit Klammern/
Schraubzwingen halten, mit 5 Min. Epoxy festpunkten, oder wie in meinem fall Freundin herholen und bitten, das Spant schön ruhig und ohne zu schütteln, hinter der Flächenstechung zu halten..) wird nun folgendes überprüft:


KTW ausgefahren:
---------------
1) steht der KTW Pylon senkrecht/parallell zum Seitenleitwerk
2) Motorzug überprüfen – Anstellung des Motors relativ zur Profilsehne sollte umgf. 3 bis 5 Grad nach oben betragen
3) Propel ausklappen und überprüfen, ob genug freigang am Rumpf vorhanden ist

KTW eingefahren:
---------------
4) ruht der Pylon mittig im Rumpf
5) ist die Propellernabe innerhalb des Rumpfes
6) sind die Blattspitzen des Faltpropellers innerhalb des Rumpfen

die Finger des Freundin sind mittlerweile verkrampft geworden, und der Ton nicht mehr so liebevoll wie üblich, aber was tut die kleine Maus nicht, damit sie im Frühjahr wieder in der Duo Discus hinten mitfliegen darf .. o:-

Wenn alle parameter stimmen, wird L-285 Expoxy mit Baumwollflocken angerührt, und das Spant wird fest im Rumpf verklebt. Bitte nochmals punkt 1 bis 6 überprüfen und ggf. korrigieren, vor der Epoxy anleiert ..
 

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fuer Duo fliegen haett ich Dir au geholfen, au wenn es nur hinten ist:-)
Hab auch nen DUO, ein bisschen kleiner aber mit Klapp!:-)

Cooles Projekt! Und viel Erfolg....
Gruss
Juergen
 
nachdem das Spant nun fest eingeklebt ist, wird das KTW System wieder montiert und Punkt 1 bis 6 vosichtshalber nochmals kontrolliert, und Gott sei Dank hat sich während der trockenfase nichts verschoben, und alles passt bestens. Da ist sogar noch Platz vorhanden, falls die Anstellung des Motors nachträglich justiert werden müssen ..
 

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da der Rumpf durch die KTW Öffnung geschwächt worden ist, werden nun links und rechts umgf. 5 bis 10 mm vor der Rumpföffnung Längsträger eingeklebt. Die Längsträger werden vorne in dem Triebwerksspant verankert, hinten, und das ist in diesem fall umgf. 5 bis 10 mm hinter der Klappenöffnung, in einem Rundspant verankert – dadurch gewinnt der Rumpf seinem Stabilität wieder.

Die Längsträger und das Rundspannt habe ich aus beidseitig CFK Beschichteter Pappelsperrholz gemacht, und mit L285 Epoxy
sowie 2 CFK Rovings zwischen Rumpf und Längsträger festgeklebt (wie immer vor dem verkleben, bitte die GFK Klebeflächen
mit Sandpapir aufrauen und entfetten !)

Leider sind die Bilder mit dem Rundspant und die beiden Längsträger verloren gegangen.

Die Verstärkung wiegt 54 Gramm plus Kleber.

Hoffentlich schildern folgender Bilder was gemeint ist.
 

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nun werden die neuen Rumpfklappen mittig geteilt, und auf der innenseite mit Krebklebeband vollflächig zugedeckt. Wahlweise die linke oder rechte Rohklappe über die Rumpföffnung positionieren, und von innen durch die Nachbaröffnung die noch offen ist, Konturen des Rumpföffnung mit einem 0.5 mm Bleistift auf die Klappeninnenseite übertragen.

Dann darf der Schreihalz wieder die Klappe grob ausfräsen – anschliesend mit einer Schleiflatte die Kanten bis auf sollmass bearbeiten. Das ganze dann nochmals mit der Nachbarklappe. Umgf. ne halbe Stunde Arbeitszeit pro Klappe !
 

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Hallo Kenneth

Toller Bauthread, gefällt mir.
Auch wenn ich momentan kein KTW im Bau habe, kann man einiges davon rausziehen.
Bitte mach weiter so.


Gruss
Robert
 
danke Robert !

JK Klapptriebwerke bietet feine kleine Metall off-set Klappenscharniere an. Ich musste dann allerdings einige Trockenübungen machen, um genau festzustellen wie die Befestigung Rumpfseitig zu bewerkstelligen ist, und wo der Umdrehungspunkt innerhalb des Rumpfes zu liegen hat, damit die Klappe bei öffnen nicht mit dem Rumpf verharkt.

Da der Ventus 2c Rumpf an der KTW Öffnung einigermasen gerade ist, konnte ich die Klappe einteilig lassen, und
vorne sowie hinten jeweils 2 Scharniere festkleben. Weniger Scharniere tut es sicherlich auch. Bei meinem DG 800B
wo der Rumpf hinter der Fläche mächtig einschnürrt, musste ich die Klappe allerdings teilen ..

Aber nun der Reihe nach:

Off-set Scharniere mit Uhu Endfest 300 festklben.

Der Umdrehungspunkt liegt bei mir umgf. 3 mm innerhalb des Rumpfes.

Als Befestigung habe ich einem Plastic Bowdenzug Innenrohr mit 0,8 mm Lichtung genommen. Das Rohr mit Dünnflüssiger Sekundenkleber an einem Stück innerhalb des Rumpfes befestigen, mit einem Scharfen Cuttermesser bei jeder Anschlagstelle ein stück vom dem Rohr der genau die breite des off-set Scharnier entspricht, entfernen. Die Klappe anschlagen und prüfen ob alles passt (Abstand und das nix klemmt) Als Befestigung der Klappen dient ein Stück 0.8 mm Metaldraht, der von vorne durch die Kabinenhaubebereich durch das KTW Befestigungsspant eingefürt wird. Die Klappe wieder abbauen, und das Plastickrohr mit Uhu Endfest 300 einmuffen. Im prinzip reicht Sekundenkleber, a b e r meiner Erfahrung nach, wird das Plastick durch das Cyano mit der Zeit spröde ...
 

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Als Klappenservo dient ein Hitech HS 65HB, und die Klappenruderhörner sind frei erfunden und aus 2 mm GFK Platten ausgesägt. Das hintere EZFW Spant bietet sich förmlich als Servohalter an.

Leider habe ich ein Bock erschossen, indem das linke Ruderhorn zu weit vorne festgeklebt wurde, und beim schliessen
mit der Microschalter kollidierte – das Ruderhorn wurde kurzerhand ”weggeDremelt” .. und ein neues weiter hinten be-
festigt.

Rechte Klappe wurde mit einem Falz versehen, und der Rumpf hat vorne und hinten einem Klappenanschlag bekommen ..
 

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mein Bruder der Feinmechaniker ist, war so freundlich einem passender Radachse für das Graupner Einziehfahrwerk zu drehen. Somit ist es möglich geworden, ein massives 100 mm Rad mit Kugellagernabe zu montieren, statt das vorherrige Luftgefüllte Rad der immer undicht war, und obendrin einer spröde Felgen hatte.

Als ich das EZFW zurückbekomme, sehe ich zum schreck, das die Radmitte umgf. 3.5 cm hinter der Flächenvorderkante liegt. Für einem Segler wo der primäre Startart F-Schlepp war, hat das wunderbar funktioniert; für einen KTW Segler nicht gerade optimal ! Also wieder den Schreihalz anwerfen, und das vordere EZFW Spant wegfräsen .. mist !
 

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Position Rad

Position Rad

Hallo Kenneth,
bin schon gespannt wo es plaziert wird.
Gut 2cm vor der Nasenleiste wäre sicher nicht schlecht. Je weiter es vorne die Achse ist, um so einfacher zum Starten, aber um so schwieriger zum Landen. Neigt zum dann zum Hüpfen. Aber das kennst Du ja alles. ;)
 

UpDown

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.. ja den Piloten sollte man nicht mit der Dremel bearbeiten müssen. ;)
Ich denke Du hast dann die Möglichkeit mit Gas am Knüppel zu starten und ein gutes Rad mit Kugellager ist auch schon mal der otimale Weg zum Ziel.
Umschaltung Gas/Störklappen ist eine feine Sache. Verwende die aktuelle SM-KTW-Steuerung in meinem Antares. In meiner alten ASH26 noch nicht, werde das aber den Winter umbauen.
Viel Erfolg beim Umbau. Sieht alles sehr gut aus was Du da machst.
 
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