Joker 5060 Tuningtest als günstige Alternative zu überteuerten Marken

Hallo allerseits!
Nach der letzten Preiserhöhung von Scorpion (man könnte meinen der neue Eigentümer will auch zum Mars fliegen), habe ich mich gefragt ob nicht andere Mütter auch schöne Töchter haben und wollte ihre Qualitäten testen.

Da der 6s Andi immer von seinen Joker Motoren schwärmt habe ich mir mal einen 5060-5,5 bestellt, sie werden ja von Dualsky sehr günstig für Lindinger produziert.
Für 82€ incl. Versand bei Galaxus war das Risiko überschaubar, ein vergleichbarer Scorpion S2-4030 würde 4 MAL SO VIEL kosten also 329€ da er zwischen dem S2-4025 für 319€ und dem S2-4035 für 339€ liegt.
Diese Serie habe ich in allen 3 Varianten und mit allen möglichen Wicklungen schon ein Dutzend mal gewickelt und daher sehr gute Vergleichsdaten.

Wenn man etwas zu einem Viertel des Preises bekommt befürchtet man schon ziemlichen Schrott, aber das Gegenteil war der Fall.
Die Verarbeitung ist mindestens auf den Niveau von Scorpion, 4030 Stator mit 0,2mm Blechen 0,4mm Luftspalt und Doppel Glockenlager, aber keine gebogenen Magnete die man offensichtlich auch nicht braucht.
Sorry hab kein Foto von der Originalwicklung weil sie so schnell entfernt war, aber sie war so gut es ging ausgeführt, mit 504 U/V an 24°.

Obwohl ich mir nicht die Mühe gemacht habe die Statorisolation zu entfernen, bekam ich eine 12+12x 1,12 DD mit 460U/V an 24° und somit 55% mehr Kupfer rein.
Somit stieg die Belastbarkeit von 90A auf 140A an 6s also gut 3kW, womit ein Fiala E3 18x10 oder 17x12 mit 8200U gedreht wird.
Der Syncloss liegt bei 160A und damit knapp unterhalb von 165A beim S2-4030 bei gleicher spez. Drehzahl, der Scorpion braucht 7% weniger Windungen, hat aber auch weniger Wickelraum.

Der Wirkungsgrad vom Joker liegt etwa 1% unter dem des Scorpion soweit man das anhand der Drehzahlsteife sagen kann, das nehme ich aber gerne in Kauf denn diese marginalen Unterschiede rechtfertigen jedenfalls nicht den 4 fachen Preis.
Somit wird der Joker seinem Namen durchaus gerecht und ich spare damit in Zukunft viel Geld.
 

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Hallo

Da sind meine bisherigen, positiven Erfahrungen mit den Jokermotoren doch endlich mal fundiert bestätigt! :-) Auch wenn man nicht unbedingt das Maximum durch Neuwicklung rausholen will, bekommt man dennoch ordentliche, qualitativ sehr wertige Motoren.....vom Preis mal gar nicht gesprochen.

Gruß Andi
 
Ja, so haben wir mal angefangen.
Die Laufwerksstatoren waren noch billiger, die haben gar nix gekostet.
Und aus den ollen Druckermotoren konnte man schon ne Menge machen.
Wickeltechnisch reicht schon deutlich weniger, als so eine Schmiddie-Extremwicklung, um eine spürbare Verbesserung herbeizuführen.

Beispiele:

Gelaufen sind die alle zur vollen Zufriedenheit ihrer Besitzer.
Das Wicklungstuning ist halt die wirksamste Variante.
Das meiste andere bei den teuren Motoren ist überwiegend "nice to have".


Ich zitiere mich mal selber von der Einleitung der Webseite:
Alle hier aufgezeigten Wege sind aber grundsätzlich auch nutzbar, um die gute mechanische und elektrische Grundlage vieler angebotener Fertigmotoren der unteren und mittleren Preisklasse durch ein "Bewicklungstuning" wirklich auszunutzen, da in der Regel an dieser Stelle kommerziell bedingt die größten Einsparungen (stark erhöhter Aufwand an Handarbeit) vorgenommen werden.
Sparen kann man beim Selbermachen ganz sicher nicht und so sollte die Freude und der Stolz am Selbstgebauten mehr in den Vordergrund rücken.

Btw.: auf der Landstrasse darf ein Ferrari auch nur 100 fahren - wenn er den Platz dafür hat - wie der FIAT 500 und die Rolex ö.Ä. am Handgelenk des Fahrers zeigt auch nur die Zeit an wie eine 5€ Uhr. 🤣
 
Mal eine allgemeine Feststellung zum Vergleich Multistrang zu Singlestrang Wicklung, die ich in den letzten Jahren bei vielen unterschiedlichen Motoren immer wieder beobachtet habe, denke das passt hier hin.

Beim Tuning von Multistrang auf Singlestrang hat sich der Synclosstrom immer um 10-15% verringert, natürlich immer bei selber Windungszahl betrachtet, denn der Synclosstrom hängt ja von der Windungszahl ab, beim Joker sind es mit Multistrang 180A und mit Singlestrang 160A.

Meine Erklärung ist das der erzeugte Magnetfluss wegen der relativ ungeordneten Anordnung der Litzen bei der Multistrang durch Auslöschungen etwas geringer ist als beim Singlestrang und daher der Syncloss erst bei höherem Strom aber dem selben Fluss einsetzt.

Das würde auch erklären warum sich Eta nach dem Singlestrang Tuning viel mehr verbessert als es bedingt durch die Reduzierung des Innenwiderstandes logisch wäre - die spezifische Drehzahl bleibt aber bei beiden gleich weil der Leerlauf Fluss sehr gering ist.

Beim Joker hat sich Ri nur von 16mOhm auf 10mOhm reduziert, die Drehzahlsteife bei 160A hat sich aber von 70% auf 79% verbessert.
Vielleicht hat ja jemand die gleiche Erfahrung gemacht...
 
Der gute Ausgang des Tuningtests mit dem Joker hat mich zum Bau eines Standschub Messtandes motiviert.
Das Kraftmessgerät misst bis 50kg mit Peak Anzeige, gabs beim Zweitreichsten für 65€ und der Rest mit Schubladenschienen war schnell gebaut.

Der Schub hat mich schon immer interessiert, gerade bei Props mit gleichen Abmessungen aber unterschiedlicher Leistungsaufnahme.
Ob eine höhere Leistungsaufnahme auch entsprechend in Schub umgesetzt wird oder diese nur auf einem höheren Widerstand beruht?

Zufällig hatte ich einen Fiala 16x10 E3 und eine APC-E 16x10 die ich für den Vergleich nutzen konnte.
Ich wusste ja das der APC eine höhere Leistungsaufnahme hat und ging entsprechend auch von einem höheren Schub aus, doch weit gefehlt.

Hier die Daten : Fiala 16x10 E3 vs APC-E 16x10
gemessener max. Standschub 7,42 kg vs 6,45 kg
max. Drehzahl 8780 U vs 8560 U
Leistungsaufnahme 1980 W vs 2180 W

Wie man sieht benötig der APC 10 % mehr Leistung, bringt im Stand aber rund 1 kg weniger Schub, das war schon überraschend.
Gern hätte ich das bei gleicher Drehzahl gemessen, was ich aber noch nicht realisieren konnte da durch die höhere Leistung die Drehzahl einbricht.
 

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Hallo,

auf apcprop.com gibt es Performance Daten. Bei 8000 RPM
bringt die 16x10E ca. 13 Pound Schub. Der Schub steigt mit dem
Quadrat der Drehzahl. Passt also ganz gut.

Gruß Micha

1 lbf = .453 kg
 

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Hi
Ja ...die Angaben sind eine Sache...die Blattform und Profildicke wiedereine andere. Schraub mal eine Schulze Electroline in der gleichen Größe zum Vergleich drauf....da denkst du, du hast dich in der Schraubengröße vertan, so wenig geht da vergleichsweise:-) und dann auch eine, aktuell bei mir ( bis 18") sehr angesagte, Cam Carbon Power Luftschraube, bei denen ich mich einen sehr guten Wirkungsggrad und super Leistung "einbilde" ...und auch oft weiterempfehle. So viel zu unterschiedlichen Leistungsvermögen bei gleichen Größenangaben:-) . Das Fiala wirklich gut ist, speziell die E3, weiß ich schon länger, habe die gerne verbaut, gerade auch bei großen Steigungen....leider sind die nicht sehr stabil bei leichten Bodenkontakt oder härteren Gräsern usw.

Gruß Andi
 
Zuletzt bearbeitet:
Schade, nach der Einleitung hatte ich eine fachmännische Gegenüberstellung Joker/Scorpion erwartet, die mir aufzeigt, welches Preisleistungsverhältnis herrscht. Dem handelsüblichen Scorpion einen mit sicherlich viel Fachkenntnis umgewickelten Motor gegenüber zu stellen, hilft mir als Laien nicht wirklich.

Meinrad
 
Hallo,

der Standschub ist ein statischer Wert, er sagt nichts über den Schub (~ Schubbeiwert Ct) und Propellerwirkungsgrad η im Flugfall aus.

apce_16x10_eta.png
apce_16x10_ct.png

Quelle: https://m-selig.ae.illinois.edu/props/volume-4/propDB-volume-4.html

Ich traue den Steigungsangaben aus Erfahrung nicht wirklich.

Fiala gibt eine Fertigungstoleranz von 10 % an, dies ist sicher der Worst Case. Dennoch sind die Nennwerte Steigung
und Durchmesser normalerweise gerundete Werte. Die gemessenen Steigungswerte z. B. bei den Aeronaut Cam Carbon
weichen teilweise stark von den Nennwerten ab. Siehe dazu die gemessenen Werte der Steigung in der Tabelle von Aeronaut.

1726208072689.png

Zitat vom Helmut Schenk, Quelle: 'https://www.rc-network.de/threads/der-standschub-von-propellern-und-rotoren.11779893/'

Gruss
Micha
 
Hallo Meinhard,
wie kommst du denn darauf das ich den getunten Joker mit einem Original Scorpion vergleiche, was sollte denn so ein Blödsinn!
Ich habe geschrieben das ich die Motoren der Scorpion S2 Serie schon ein Dutzend mal gewickelt habe und daher alle Daten habe.

Das impliziert das ich mich auch auf einen getunten Scorpion beziehe, bis jetzt haben das alle verstanden, was ist bei dir schief gelaufen,
vielleicht etwas fachmännischer lesen und vor allem Verstehen.

Wenn du einen Vergleich der beiden Original Motoren willst, dann kannst du von dem selben Fazit ausgehen, denn beide nutzen mit ihrer Litzen Wicklung gut den zur Verfügung stehenden Wickelraum und unterscheiden sich ebenso nur marginal.

Hi Andi,
ja klar ist die Blattform und Profildicke auch entscheidend, der APC ist breiter und man sieht schon das der mehr Leistung braucht aber dann sollte der diese eben auch in Schub umsetzen, was er zumindest im Stand nicht getan hat.

Wenn die Steigung nicht stimmt und sie 10% höher als angegeben ist also 11, erhöht sich laut Speedtool die Leistungsaufnahme um 10%.
Damit wäre erklärt warum die APC 10% mehr Leistung braucht, dann bliebe aber immer noch der um 1 kg niedrigere Standschub.

Ist schon klar das das Verhalten im Flug entscheidend ist, doch ein guter Anhaltspunkt ist der Standschub schon, bei hohen Steigungen kann man gleich den Stull Einfluss sehen und bei Kunstflug Props ist der Standschub schon entscheidend.
 
Hallo Meinhard,
wie kommst du denn darauf das ich den getunten Joker mit einem Original Scorpion vergleiche, was sollte denn so ein Blödsinn!
Ich habe geschrieben das ich die Motoren der Scorpion S2 Serie schon ein Dutzend mal gewickelt habe und daher alle Daten habe.

Das impliziert das ich mich auch auf einen getunten Scorpion beziehe, bis jetzt haben das alle verstanden, was ist bei dir schief gelaufen,
vielleicht etwas fachmännischer lesen und vor allem Verstehen.

Entschuldige, dass ich das halt etwas falsch verstanden habe. Werde nie mehr sowas Fürchterliches schreiben...

Meinrad
 
Wenn eine flapsig geäußerte Kritik sich als unzutreffend erweist, dann darf der Kritisierte auch zurückflapsen. Das halte ich für legitim. Damit sollte dieses Geplänkel aber auch erledigt sein.
Auf dem Flugplatz gehen wir rustikaler miteinander um und keiner ist beleidigt. 😆

Schöne Grüße
Andreas
 
Man Rennsemmel, du nervst langsam!
Bist du denn schon fertig mit deinen genialen ESCs und hast es Heino endlich gezeigt wie man Regler ohne Syncloss baut.🤣
 
Naja, da gibts durchaus unterschiedliche Auffassungen. Ich fand jetzt den Post von Meinrad nicht so schlimm. Dass Audiosmith zur kurzen Lunte neigt ist ja auch gemeinhin bekannt. U.A. Deshalb schreibt hier ja keiner mehr was..

Ich finds aber schön, dass er sich nun auch das Allgemeinwissen angeeignet hat, dass ein 15€ Spritzgußpropeller 10-15% mehr Leistung braucht als ein Laminierter.
Dazu Standschubvergleich bei verschiedenen Drehzahlen..
Ist ja klar, dass der schnellere Prop bei gleichem Durchmesser mehr Standschub erzeugt. Selbst wenn man die Ergebnisse mit der Maltemediaformel überschlagsmäßig auf eine Drehzahl normiert, ergibt sich ein günstigerer Ausgang für die APC..
 
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