JX-GT-Strak für schnelle (Hang-) Segler

In Kalifornien setzen wir Ihr Profil nun schon seit einiger Zeit an einem eher kleinen, gedruckten Flugmodell ein. Es gefällt uns so gut, dass wir es für eine spaßorientierte Rennserie verwenden – und haben gerade erst 30 Exemplare davon gedruckt! (Ich habe sogar schon vor einigen Monaten ein Muster an Mario geschickt.)

Ich lese mich hier gerade ein, da ich plane, diese Profilfamilie bei meinem nächsten Hangflug-Projekt zu verwenden. Vermutlich wird dies der erste Einsatz in einer Wingeron-Konfiguration sein.

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In California we have been flying your airfoil for a while now on a smallish printed plane. We like it so much we are using it for a fun race series and just printed up 30 of them! (I even sent a sample to Mario some months ago.)

I'm here reading up as I am planning to use this family of airfoils on my next slope project. Probably the first use as a wingeron.
 

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RomeoSierra,

wollte jetzt ebenso diese Profil vo Jochen nicht diskreditieren, mir ist nur bei dem 20'er Profil der geringe Unterschied sofort aufgefallen.
Glaube das hat weniger mit "Altersunterschied" zu tun, sondern mit dem vorgesehenen Verwendungszweck des Konstrukteurs und der Philosophie. Mein Vater hatte die Profile zur damaligen Zeit für den F3b Einsatz konstruiert und dabei die Thermikleistung nie ausser Acht gelassen. Ein Profil für drei Aufgaben wobei jedes der drei erwünschen Maximalleistungen natürlich nicht zu 100% erfüllt werden können. Die eierlegende Wollmilchsau gib es nicht , sagte er immer ;) . Speziell auf eine Aufgabe hin hätte er sicherlich seine Profile noch jeweils spezialisiert, wie jetzt dieses JX. Ideen hatte er genug, aber zeitlich hatte er sich auch auf Grund seines Alters und gesundheitlichem Zustand dann lieber auf andere Sachen konzentriert die ihm Wichtiger waren. Sein Berechnungsprogramm FMFM z.Bsp. .
Seine Philosophie war zeitlebens durch seine f3b fliegerei eben das Abdecken aller Eigenschaften was sich dann in der Hobbyfliegerei als pefekter Allrounder zeigte. Aber eben nicht speziell auf eine Aufgabe ausgerichtet.
Ich finde Weiterentwicklung oder Spezialisierungen gut. Und Menschen die einfach mal etwas Neues versuchen auch wenn man nie gewiss sein kann ob es in der Praxis auch funktioniert.
 
Trotzdem merkt und erkennt man den Altersunterschied.
...also ehrlich, ich kann mir jetzt nicht vorstellen wie man diesen feinen Unterschied bei Holzrippenflächen merken kann, auch wenn man Bauungenauigkeiten weitgehend vermeidet. Da ist doch schon in der ungleichmäßigen Dicke des Balsaholzes das 1/10 mm verschenkt.
...das mit dem Altersunterschied, mußt du mir erklären.
Ja, klar wenn man es am Datum festmacht... 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jörg,
Ich schätze die Arbeit und die geschaffenen Ergebnisse deines Vaters sehr. Ich hab eigentlich immer gute Erfahrungen mit Modellen bei denen eine HQ-Profilierung verwendet wurde/wird, gemacht.
Ja, stimmt, seine Serien für F3b entwickelt, sind auch heute noch sehr sehr gute Allroundtalente. Meine Flieger, ausschließlich in Holz gebaut, bestätigen dies.

Dennoch kann ich behaupten, man merkt und spürt die kleinen, feinen „Updates“ der neuen Profile ziemlich deutlich … beim Fliegen … auch bei Holzmodellen.

Klar sind es am Bildschirm Zehntel und Hundertstel Millimeter. Kann auch nicht anderes sein, sonst wären wir ja beinahe ein Jahrhundert in der Vergangenheit unterwegs.

Mein Vergleich wird hier dokumentiert

Schöne Grüße,
Robert
 
Wer die mit den grünen Ellipsen hervorgehobenen Unterschiede in Rippe bauen kann wird das auch bei der Flugleistung bemerken.
Besonders die Konkavwölbung der Unterseite hinten ist doch stark unterschiedlich und qualitativ sicher so baubar.
Wer viel Auslegung macht und sich mit Profilaerodynamik in Theorie und Praxis etwas auskennt weiß sogar wie sich diese Unterschiede in der Polare und im Flug konkret auswirken.

Gruß, Uwe.

202650708 Profilvergleich HQW JX-GT Unterschiede Kontur bunt.jpg
 
Hallo Martin, was besagt denn der unterschiedliche Druckanstieg auf die Eigenart / Leistung der Profile in diesem Fall ?

Hallo Hans,
nun, ich schaue mir die Druckanstiege an. Ein höherer Druckanstieg bedeutet zunächst, daß der lam./turb.-Umschlag früher erfolgt. Es bedeutet aber auch, daß die Gefahr einer Widerstandserhöhung durch eine ausgeprägte laminare Ablöseblase steigt.

Der höheren Druckanstieg des JX-GT-20 im vorderen Bereich der Oberseite bewirkt, daß die laminare Laufstrecke insbesondere bei hohen Anstellwinkeln kürzer wird. Ich schätze, daß das zu einem gutmütigeren Stallverhalten des JX-GT-20 ggü. dem HQ/W-1,75/8 führt. Dies natürlich auf Kosten eines etwas höheren Widerstands. Das ist aber in diesem Bereich nicht tragisch, weil der induzierte Widerstand hier ohnehin dominiert.

Was den größeren Druckanstieg des HQ/W-1,75/8 im hinteren Bereich der Unterseite angeht, so wirkt dies wie eine positiv ausgeschlagene Klappe (rearloading). Das HQ/W-1,75/8 hat also zunächst ein etwas höheres Nickmoment und einen etwas höheren Nullanstellwinkel. Das JX-GT-20 ist hier also etwas mehr auf Schnellflug angelegt.

Genaueres würde sicherlich ein Vergleich der Polaren (XFOIL) ergeben.
Hoffe Deine Frage geklärt zu haben.
Gruß Martin 😎
 
Wer wie ich den Quantensprung von den alten (! ) Eppler-Profilen zu den Kurven von Helmut Quabeck miterlebt hat, weiss um seinen unbestreitbaren Verdienst um unser Hobby. Dass er seinerzeit so viel Feeling für die wirklichen Randbedingungen unserer Fliegerei hatte...noch bevor die virtuellen Windkanäle etwas praxistaugliches liefern konnten...einmalig. Zugleich finde ich es jedes Mal wieder fast kaum zu glauben, dass sich die von Jochen Günzel geradezu "objektivierten" Profilentwürfe, die mittels Zuhilfenahme eben dieser virtuellen Möglichkeiten entstanden sind, fliegerisch sich so exakt auch in der Praxis abbilden.
Gruß Götz
 
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