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Kabinenhauben tiefziehen - Herstellung Urmodell / -matrize

PIK 20

User
Hallo,

ich will nun zum ersten Mal mir die Kabinenhauben für meinen Großsegler selbst herstellen.

Für den Tiefziehkasten habe ich schon genug Infos im Forum gefunden.

Mein Urmodell / -matrize habe ich aus Roofmate (manche sagen blaues Styropor :D;)) hergestellt, Kontur genau verschliffen, mit 80gr/qm-Glas und mit Epoxi, dem ich Talkum beigemischt habe, beschichtet. Das Ganze nach Aushärtung geschliffen, gespachtelt und wieder geschliffen. Es macht so einen stabilen Eindruck.

Frage 1: Soll ich die Urform noch zusätzlich mit 49er-Glas und Epoxi beschichten?
Ist das für eine bessere Temperaturfestigkeit notwendig?

Frage 2: Muss der Stempel feiner als Carb. 400 geschliffen werden oder sogar poliert werden?

Frage 3: Ist es besser oder notwendig den Stempel mit einem dünnen, feinen Gewebe, z.B. Seide zu überziehen?

Frage 4: Das Urmodell hat eine L= 40cm, eine B= 12cm und H=13,5cm.
Der Rahmen in dem das Vivak (1,5mm) eingespannt ist hat ein lichtes Maß von 42cm x 32cm.
Den Elektroofen möchte ich mit Ober- und Unterhitze auf 180° vorheizen und dann den Ziehrahmen einschieben.

Ich möchte alle, die selbst bereits erfolgreich Hauben o.ä. im Hobbyumfang hergestellt haben, bitten meine Vorgaben/Fragen zu prüfen und mir Tipps zu geben.
Bitte keine Beiträge von Leuten die von anderen Leuten gehört haben dass ........

Besten Dank im Voraus und Grüße von Heinz
 

PIK 20

User
Kabinenhauben tiefziehen - Herstellung Urmodell / -matrize ---- Korrektur

Kabinenhauben tiefziehen - Herstellung Urmodell / -matrize ---- Korrektur

Hallo,

Frage 4: Die Breite des Urmodells beträgt 19 cm

Gruß Heinz
 

Milan

User
Tiefziehstempel bauen

Tiefziehstempel bauen

Hallo Heinz.

Meine Kabinenhauben lasse ich ziehen - den Tiefziehstempel baue ich selbst.

Wie der Stempel aufgebaut sein muß hat mir Herr Ulmer beschrieben - den "beschleunigten" Bauvorgang zum brauchbaren Ergebnis habe ich hier dokumentiert ->

http://www.funkgefluegel.de/media/37f6ba3018da0b81ffff8145fffffff0.pdf

Fertige Hauben habe ich seit letztem Jahr - diese aber noch nicht in den Bericht eingefügt.

zlG

Harry
 

PIK 20

User
Hallo Harry,

leider hilft mir dein Beitrag nicht weiter, er ist zwar interessant, beantwortet jedoch meine Fragen überhaupt nicht.
Ich bin einer der Wenigen, die noch ihre Modelle selbst bauen und so wenig wie möglich zukaufen.

Schade, ist sicher gut gemeint.

Gruß Heinz
 
Hallo Heinz,

bei der Größe würde ich auch den Tipp von Harry annehmen, aber ich verstehe dein Motiv ;-)

..was mir aufgefallen ist:

> Der Rahmen ist für mein Denken zu klein, ich nutze immer ein Arbeitsraum vom mind. 20mm je Kante. Deine Haube wird bestimmt auf einer Seite eine steile Kante haben, dies wird bestimmt Problem beim aufdrücken / tiefziehen. Sollte der Backofen nicht ausreichen, dann nimm eine große hohe Box, wo Du unten einen Heizstrahler laufen läßt.. dein Rahmen liegt dann oben auf, wo sich die Wärme stauen kann... das ist besser, als von oben mit einem Stahler zu erwärmen, hier geht die meiste Wärme in den Raum über.

Gruß
Jürgen

Wenn du es geschafft hast, interessiert mich der genaue Weg, würde mich freuen, wenn du es danach berichtest. Kleine Bauteile ist kein Problem, aber große Bauteile sind einer Herausforderung...
 

PIK 20

User
Hallo Jürgen,

dass die Öffnung längs etwas zu klein ist war mir schon klar. Den Klemmrahmen kann ich auf beiden Kopfseiten noch jeweils weitere 2 cm verlängern.

Aber wie steht es denn mit meinen Fragen?

Keine Vorschläge?

Gruß Heinz
 
Hallo Heinz,

ich bin immer vorsichtig mit Tipps , da es immer mehr Wege nach Rom gibt ;-)

zu Frage 1: Soll ich die Urform noch zusätzlich mit 49er-Glas und Epoxi beschichten?
Ist das für eine bessere Temperaturfestigkeit notwendig?

Vakuum hat eine extreme Kraft und kann Styrodur verformen, der Tipp mit dem Sand/Epoxy Kern war schon klasse... ein 49er wird nicht reichen.. Mit der Temp. kann ich nicht sagen, ich habe noch keine 200Grad heiße Vivak Platte auf Styrodur gelegt gepresst..könnte ein Problem werden


zu Frage 2: Muss der Stempel feiner als Carb. 400 geschliffen werden oder sogar poliert werden?

mit einer 400er Körnung sollte es reichen...


zu Frage 3: Ist es besser oder notwendig den Stempel mit einem dünnen, feinen Gewebe, z.B. Seide zu überziehen?

Ich würde den Rohling mit mind. 160er Gewebe belegen und lackieren/schleifen um die Festigkeit zu erhalten.



als Anregung hab ich mal ein Bild meiner Box angehängt..
 

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PIK 20

User
Habe mir eigentlich mehr erwartet.

Scheinbar kaufen die meisten doch gleich fertig.

Schade.

Gruß Heinz
 

jweber

User
Hallo Heinz,
der Abstand zwischen Urmodell und Rahmen ist sehr klein. Das gibt dann gerne Falten, da nicht genug Platz zum ziehen des Materials übrig bleibt. Mein Urmodell ist nicht warmgeworden, die Folie speichert nicht viel Wärme. Die Druckfestigkeit ist allerdings nicht zu unterschätzen. Ich habe damals, (Schon etwas her!) auch mit 180-190 C vorgeheizt, mach das besser, wenn Deine bessere Hälfte nicht zu Hause ist. Die Folie muss gut durchhängen und dann muss es schnell gehen. Verbrenn Dich nicht und frag nicht warum ich das schreibe :-)) .
Ach so, es kann Sinn machen, das Modell etwas zu unterlegen, erstens kann sich der Unterdruck besser verteilen und der Radius am unteren Ende der Kontur liegt dann außerhalb der Haube.
Viel Spass
Jörn
 

RWA

User
Hallo,

Frage 1: Soll ich die Urform noch zusätzlich mit 49er-Glas und Epoxi beschichten?
Ist das für eine bessere Temperaturfestigkeit notwendig?

Frage 2: Muss der Stempel feiner als Carb. 400 geschliffen werden oder sogar poliert werden?

Frage 3: Ist es besser oder notwendig den Stempel mit einem dünnen, feinen Gewebe, z.B. Seide zu überziehen?

Frage 4: Das Urmodell hat eine L= 40cm, eine B= 12cm und H=13,5cm.
Der Rahmen in dem das Vivak (1,5mm) eingespannt ist hat ein lichtes Maß von 42cm x 32cm.
Den Elektroofen möchte ich mit Ober- und Unterhitze auf 180° vorheizen und dann den Ziehrahmen einschieben.


Moin, ich hatte einen Haubenklotz aus versperrt aufeinandergeleimten dicken Balsabrettern gemacht, versperrt deshalb, weil man beim Schleifen dann ähnlich wie bei Isohypsen auf einer Landkarte gut sehen kann, wie genau und symmetrisch man geschliffen hat.

Danach überzog ich den Klotz mit 3 Lagen dünnem Glas und lackierte dick weisse Grundierung aus dem Baumarkt drauf. Nachdem das gut durchgetrocknet war, auf der Heizung, solange bis die Grundierung ihren Eigengeruch verloren hatte, also wirklich alles an Lösungsmittel abgedampft war, überschliff ich den Klotz nass bis alles schön glatt und seidenmatt war.

Beim Ziehen dann, nach dem Abnehmen der Haube vom Klotz, konnte ich gut die Übergänge im Holz wieder erkennen, die heisse Folie hatte offenbar das Holz "in Bewegung" gesetzt, zum Glück aber erst, nachdem die Haube bereits erstarrt war, also keine Abdrücke in der Haube.

Nur, im Falle eines (sonst üblichen...) Fehlversuches, hätt ich nicht ohne erneutes Schleifen und Füllern, eine weitere Haube ziehen können.

Das Problem war bei mir also, das die Glasfaserschicht so heiss wurde, das sie vom Holz darunter plastisch verformt werden konnte. Dagegen hilft meiner Ansicht nach nur eine erheblich dickere Glasfaserschicht, die auch getempert sein muss BEVOR der Haubenklotz seine endgültige Oberfläche bekommt.


Meine Grundierung aus der Spraydose ist auch suboptimal, weil, wenn man später die Haube sehr genau betrachtet, unter bestimmten Lichtverhältnissen die Textur der Glasfaser wiederzuerkennen ist, sich also durch die Grundierung in die Folie abgedrückt hat., aber nur ganz schwach, ich kann damit leben.

Viel geeigneter als Oberfläche ist ganz sicher Gelcoat, auch aus Polyester, weil wenn das dick genug ist drückt sich da nichts mehr durch.
Ich habe 30 Jahre alte Haubenklötze aus Styrodur mit Polyesterdeckschicht, die sind genauso glatt wie damals, da hat sich nichts abgezeichnet, und die wurden seinerzeit beim Ziehen mit dem Heissluftfön malträtiert.


Die Oberfläche meiner Haubenklötze ist nie spiegelblank, nur seidenmatt, weil ich befürchte, das wenn sie zu glatt ist, sich beim Ziehen Blasen bilden können, weil die Luft zwischen Folie und Klotz nicht ordentlich verdrängt werden kann, ich hab irgendwo gelesen, das jemand ganz feinen Futterstoff für Handschuhe dazwischenlegt, damit die Luft weg kann, hab das aber selber nicht probiert, kann aber sein, das, wenn eine Haube eine sehr grosse Oberfläche hat, das schon hlifreich sein kann.

Die optimale Temperatur der Folie wirst du nicht mit fixen Gradangaben finden, ich stell den Ofen auf "alles was geht/Vollgas/für Erwachsene", schiebe meinen Folienrahmen rein, der passt in die Schienen im Ofen, und beobachte die Folie.

Beim allerersten Versuch wartete ich viel zu lange, die Folie hing in der Mitte bestimmt 10cm durch, und ging schon nicht mehr faltenfrei über den Klotz zu drücken, beim zweiten waren es dann nur noch vielleicht 3cm Durchhang ( Fomat der Folie etwa DIN A4), und schon klappte das perfekt.

Entscheidend ist der Ablauf von "Staubsauger an-Ofenklappe auf-Rahmen-rausnehmen-blitzschnell-über den-Klotz-drücken-und ZACK-Haube-
fertig", das habe ich mehrmals geübt vorher.

Und, das hätt ich fast vergessen, den Staubsauger so weit weg wie möglich vom Ziehkasten, weil der bringt die Luft in Bewegung, und vivak ist magnetisch für Staub !

Roland


...ach ja, das Ziehen selbst, wenn alles passt, geht blitzschnell und viel einfacher als man zunächst glauben möchte !
Ich habe bisher jedesmal viel mehr vivak gekauft als ich anschliessend verbrauchte, weil ich vor vielen Jahren mal eine 1:3 Haube für einen Astir selbst gezogen habe, ohne Staubsauger, das hat ein paar Quadratmeter Folie gekostet ( damals Astralon aus einer Offsetdruckerei ), bis ein Teil herauskam, das auch tatsächlich aussah wie eine Astir-Haube.....
 

PIK 20

User
Es werden noch weitere Tipps gewünscht

Es werden noch weitere Tipps gewünscht

Also es geht weiter:

Zwischenzeitlich habe ich vom beschichteten Urmodell eine Negativform erstellt und diese mit feinkristallinen Modelliergips ausgegossen. Sieht toll und glatt aus.
Das Gipsmodell werde ich noch kürzen, so dass ich an den beiden Kopfenden noch ein Gutmaß von je 8-10mm habe. Dadurch erreiche ich einen Randabstand zu meinem Tiefziehrahmen von jeweils 25mm. Ich gehe davon aus dass dies jetzt ausreichend ist.

Kann ich über den arschglatten Gips jetzt das Vivak ziehen oder muss ich noch einen Überzug aus Seide o.ä. verwenden.

Hoffe dass ich jetzt zu einem Ende komme.

Bei allen die mir schon geholfen haben oder jetzt noch helfen werden sage ich Dankeschön

Gruß Heinz
 

geko

User
Moin, Moin Heinz

Du schreibst zwar, Du kennst alle Seiten, die das Thema behandeln *g*, aber kennst Du auch diese?

Und gehe auf der Seite auch ganz nach unten, da findest Du den link zu Jens Kröner's Seite, er hat einen Film gemacht, u.a., übers Haubenziehen. Sollte Dir das alles bekannt sein, betrachte mein Geschreibsel als gegenstandslos.;)

Gruß geko
Gerd Kosbab, der jetzt am grübeln ist, ob wir uns auf drmm schon begegnet sind:confused::(
 
Hallo Heinz.
Ja, über den Gips kannst du ziehen. Eventuell die Gipsform langsam vorwärmen (Backofen)
Beim Vivak würde ich die Schutzfolie mit der Beschriftung entfernen, da es uU Abdrücke von der Beschriftung gibt.



Gruß
Juri

P.S. kann man die Bilder sehen?
 

PIK 20

User
Hallo Gerd,

JK habe ich natürlich angeschaut, die Herstellung des Stempels ist der Gute jedoch noch schuldig.
Mir scheint ich hatte mit dir auch schon zu tun. Ich helfe eigentlich gerne aus, kann aber auch ein Ekel sein. Hoffentlich fällt es dir wieder ein und es war ein erfreuliches Zusammentreffen. Bei schlechten Erinnerungen vergiss es oder PN.

Hallo Juri,

Gott sei Dank bestätigst du dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das Abziehen der Schutzfolien und das Vorwärmen des Stempels hatte ich auch vor.
Trotzdem vielen Dank für die Bestätigungen

Gruß Heinz
 

RWA

User
Hallo Heinz.
Ja, über den Gips kannst du ziehen.
Juri
Moin, ist die Gips-Oberfläche nicht zu hart, wenn da die Folie beim Ziehen nur etwas verrutscht, oder beim Abnehmen der fertigen Haube vom Klotz über die Oberfläche rutscht, gibt das nicht Spuren in der Haube ?

Weil ich kann Gips ja auch als Schleif oder Poliermittel verwenden, und vivak hat eine Oberfläche, die sehr leicht verkratzt, da reicht schon etwas Staub im Staubtuch, und man sieht die Wischspuren in der Haube.

Und laufe ich bei dickwandigen Gipsteilen nicht Gefahr, das die reissen, wenn sie heiss werden? Ich mache für Bleigewichte immer Gipsformen, und da sind schon einige beim Ausgiessen mit Blei gerissen, weil der Gips innen noch zuviel Feuchtigkeit hatte, auch nach einer Woche trocknen und mit maximal 20mm dicken Wänden.


Roland
 

geko

User
Und laufe ich bei dickwandigen Gipsteilen nicht Gefahr, das die reissen, wenn sie heiss werden?
Roland
Da muß man denn schon den teuren Dental-Gips nehmen (den blauen). Wobei hier teuer natürlich relativ ist. Vielleicht gibt ja der Zahnarzt des Vertrauens mal einen Beutel mit, wenn er denn ein Dentallabor dabei hat oder selber noch ein wenig rumfriemelt.

Gruß geko
Gerd Kosbab
 

PIK 20

User
Hallo Roland,

deine Bedenken wegen des Zerkratzens hatte ich auch. Habe auch von Anbeginn vorgesehen über den Gips (es ist feinkristalliner Modelliergips) dünne Naturseide zu spannen um mögliche Kratzer zu vermeiden.

Reissen werden meine Formklötze hoffentlich nicht. Hatte sie nun die ganzen Tage prallen Sonnenlicht ausgesetzt um sie auszutrocknen und auch Spannungen abzubauen.
Aussenhaut ist Modelliergips, Kern ist Baugips mit Roofmatekern.

Ich will die nächsten Tage das endlich zu Ende bringen

Gruß Heinz
 

RWA

User
Da muß man denn schon den teuren Dental-Gips nehmen (den blauen). Wobei hier teuer natürlich relativ ist. Vielleicht gibt ja der Zahnarzt des Vertrauens mal einen Beutel mit, wenn er denn ein Dentallabor dabei hat oder selber noch ein wenig rumfriemelt.

Gruß geko
Gerd Kosbab
Ah okay, na da erscheint mir aber lackieren schon einfacher zu realisieren.

Roland
 
Man kann die Gipsform schon vor dem Giessen mit inneren Armierung versehen.
Um ideale Oberfläche zu bekommen, kann man auch mit (Latex) Farbe drüber Streichen.
Die Schutzfolie ohne Beschriftung bleibt drauf und kommt nach Unten (zum Gipsklotz)

Mir ist noch keine Gipsform geplatzt. Einfach paar Tage nach dem Giessen trocknen lassen.

Gruß
Juri

Sorry, damals hatte ich noch keine gute Kamera
 

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Paratwa

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Mein Tip: Ziehen lassen...

Mein Tip: Ziehen lassen...

Ich mache meine Urformen aus Balsa, Gips geht natürlich auch. Ganz wichtig: Das Modell noch mindestens mit 10mm Unterfüttern, sonst wird das nichts, da man an den Rändern immer Rundungen bekommt. Die Form darf keine Hinterschneidungen aufweisen.

Meine Hauben lasse ich ziehen. Orthopädische Schuhgeschäfte nutzen Tiefziehanlagen für die Herstellung von Mustern. Ich lasse mir die Haube nach meinen Modell dort ziehen. Das kostet mich ganze 5€, dafür bekomme ich im Fachhandel noch nicht einmal das Material......

Gruß
Thomas
 
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