Klage sinnvoll ?

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Moin zusammen !

Gestern ist mein Modellflieger abgestürzt.
Grund dafür war, dass der Holm nicht die nötige Last gehalten hat.
Bei einem ganz normalen Flugmanöver ist der ca. 20mm starke , ca. 35cm lange Holm bei etwa 3/4 einfach weggebrochen .
In meinen Augen ist das definitiv ein Produktionsfehler ; Der Holm sollte einen Bruch der Fläche verhindern.

Findet Ihr eine Anklage sinnvoll ?? ( Modellwert ca. 800€)

Danke im Voraus
 
Hallo!

Auch wenn es bitter ist - Anklage ist nicht sinvoll.Das ist nur rausgeworfenes Geld.
Denn Theoretisch kannst du ja den Holm zuvor beschädigt haben, oder aber das Modell völlig überlastet in der Luft.Daher kannst du dir das sparen.Sollte es wirklich ein material Fehler gewesen sein, geh mal zu deinem Händler und Versuch mal es vernünftig mit Ihm zu klären.Eventuell kommt er dir ja in irgendeinerweise entgegen.

Mfg Nils

PS: Entschuldige bitte meinen Abklatsch der Rechtschreibung - sit scho recht spät!
 
Moin zusammen !

Gestern ist mein Modellflieger abgestürzt.
Grund dafür war, dass der Holm nicht die nötige Last gehalten hat.
Bei einem ganz normalen Flugmanöver ist der ca. 20mm starke , ca. 35cm lange Holm bei etwa 3/4 einfach weggebrochen .
In meinen Augen ist das definitiv ein Produktionsfehler ; Der Holm sollte einen Bruch der Fläche verhindern.

Findet Ihr eine Anklage sinnvoll ?? ( Modellwert ca. 800€)

Danke im Voraus

Die Anklage kommt vom Staatsanwalt. Ob sich eine Anzeige bzgl. Haftung lohnt kann dir nur ein entsprechender Anwalt i.Z.m einem Sachverständigen sagen.
Der DMFV oder DAEC hat entsprechende Erfahrung auf diesem Gebiet und wird dir weiterhelfen, wenn du dort Mitglied bist.
Alternativ schadet auch eine einfache Kontaktaufnahme mit dem Hersteller nicht.
 

Ulrich Horn

Moderator
Teammitglied
Ich habe den Threadtitel von "Anklage" in "Klage" geändert. Hier geht es, wenn überhaupt, um zivilrechtliche Schadensersatzansprüche, da wird niemand "angeklagt".

Ulrich

Moderator
 
Hallo,

vielleicht gelingt es dir gleiche Fälle (Abstürze aufgrund gleicher Fehlervermutung) bei diesem Modell in Erfahrung zu bringen. Dann könnte es sich lohnen etwas zu unternehmen und im Prozess müsste der Hersteller beweisen, dass kein Produktions- bzw. Materialfehler vorliegt...

Gruß
Cristof
 

micbu

User
Eine Klage lohnt sich nur dann, wenn du dir sicher bist, dass ein Mangel zu dem Absturz geführt hat, du genügend Zeit hast und das Modell relativ neu ist.

Viele Grüße, Michael
 

seur12

User
Klage

Klage

Wenn man die ganze Angelegenheit von der Versicherungstechnischen Seite betrachtet,kommt eigentlich jeder Modellbauer nach geraumer Zeit auf den Nenner:"Modellbau kostet Geld,folgend gibt es hier genau wie beim Auto eine Versicherung".Die Secura,damit bist Du auf der sicheren Seite.
Dein Modell ist versichert und Du erhältst zumindest den kompletten Materialpreis incl.der Elektronik und Motor.
Natürlich Rechnung des Modells und der dazugehörigen Teile beilegen.
 

Helmsmerich

User gesperrt
Klage sinnvoll ?

Hallo,

ich halte eine Klage nicht für sinnvoll und würde das Modell unter - Lehrgeld - abschreiben.

Natürlich steht es Dir frei, Dich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen und /oder Klage zu erheben ( lassen ).

Bei uns auf den Zivilgerichten gilt folgendes:

1.) darum beweise, der beweisen kann, ansonsten gehe er heim. Liquid.
2.) Vor Gericht und auf hoher See ist man auf die Gunst Gottes angewiesen.

Wer soll eigentlich der Beklagte sein ? Der Hersteller ( in China ? ) oder der Händler. Der letztere hat keine Röntgenaugen und kontrolliert kein Modell auf sein " Innenleben ". Das kann er zum Teil auch nicht ohne es dabei zu beschädigen. ( Folie abziehen usw. ). Es wurde noch die Frage offengelassen, um welches Material es sich bei dem Holm handelt.

Ob ein nicht billiger Gutachter tatsächlich die Fragen klären kann, ob tatsächlich der abgebrochene Holm zum Absturz führte, ob ein Konstruktionsfehler und/oder Materialübermüdung usw. vorlag, möge einmal dahingestellt bleiben.

Kommt es womöglichst auf einen Gericht zu einem Vergleich, daß Du zum Beispiel die Hälfte des Schaden erstattet bekommst, zahlt ihr ein jeder seinen Rechtsanwalt selber, die Gerichtsgebühren werden geteilt und Du bleibst auf den Gutachterkosten sitzen. Falls dann noch ein Korrespondenzanwalt hinzugezogen wird, zahlst Du letzendlich 2 Rechtsanwälte.

Da zahlst Du letztendlich fürcherlich darauf.

Die nächste Frage wäre ohnehin, kannst Du mit der Voraussetzung dass Du den Prozeß auch gewinnst, gegen den Beklagten vollstrecken ?

Mir hatte es bei einem Erstflug an einem Modell auch einmal die Fläche abgeknickt. Den Totalschaden habe ich auch weggesteckt und lebe heute noch. Beim Modellflug heißt es eben: No risc, no fun. Deshalb Kopf hoch.


Gruß
Helmut
 

PW

User gesperrt
Hallo,

die Klage muss gegen den Händler (= Verkäufer = Deine Vetragspartei) laufen.

Und klar muss der Händler kontrollieren ! Er kann doch nicht blind verkaufen in der Hoffnung, dass die Chinesen korrekt verklebt haben. Er muss stichpunktartige Problem machen. Müsste er.. was aber wohl die wenigsten Verkäufer machen, weil es ja den Gewinn dann schmälert, wenn ich Modell stichpunktartig untersuche (klar, muss dann die Folie runterreissen etc.).

Klar kann ein Gutachter die Dinge klären !

Ich habe als Anwalt schon etliche solcher Prozesse geführt - sowohl auch der Käufer als auch Verkäuferseite -; bis jetzt konnten die Gutachten all dieses einwandfrei klären.


Gruss

PW
 
Wenn man die ganze Angelegenheit von der Versicherungstechnischen Seite betrachtet,kommt eigentlich jeder Modellbauer nach geraumer Zeit auf den Nenner:"Modellbau kostet Geld,folgend gibt es hier genau wie beim Auto eine Versicherung.

Na ja, damit kostet Modellbau dann noch mehr Geld, sonst nichts. Wer für 800 Euro eine Versicherung abschließen muß, weil der Verlust existenzbedrohend wäre, der hat definitiv das falsche Hobby.

Der Hersteller ( in China ? ) oder der Händler. Der letztere hat keine Röntgenaugen und kontrolliert kein Modell auf sein " Innenleben ". Das kann er zum Teil auch nicht ohne es dabei zu beschädigen. ( Folie abziehen usw. ).

Zumindest innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist kann es dem Kunden herzlich egal sein, ob und wie ein Händler so etwas prüfen kann. Für bereits bei der Auslieferung vorhandene Mängel haftet der Händler. Immer.

Oliver
 

Gast_9828

User gesperrt
Hallo,

die Klage muss gegen den Händler (= Verkäufer = Deine Vetragspartei) laufen.

Und klar muss der Händler kontrollieren ! Er kann doch nicht blind verkaufen in der Hoffnung, dass die Chinesen korrekt verklebt haben. Er muss stichpunktartige Problem machen. Müsste er.. was aber wohl die wenigsten Verkäufer machen, weil es ja den Gewinn dann schmälert, wenn ich Modell stichpunktartig untersuche (klar, muss dann die Folie runterreissen etc.).

Klar kann ein Gutachter die Dinge klären !

Ich habe als Anwalt schon etliche solcher Prozesse geführt - sowohl auch der Käufer als auch Verkäuferseite -; bis jetzt konnten die Gutachten all dieses einwandfrei klären.


Gruss

PW

Sehr gewagte Äußerungen.
Es gibt Entscheidungen oder Vergleiche. Ob damit alles "einwandfrei geklärt" ist, ist eine andere Sache.
 
Und klar muss der Händler kontrollieren ! Er kann doch nicht blind verkaufen in der Hoffnung, dass die Chinesen korrekt verklebt haben. Er muss stichpunktartige Problem machen. Müsste er.. was aber wohl die wenigsten Verkäufer machen, weil es ja den Gewinn dann schmälert, wenn ich Modell stichpunktartig untersuche (klar, muss dann die Folie runterreissen etc.).

Hm. Erstens ist es innerhalb der Gewährleistungszeit für die Gerwährleistungspflicht des Händlers völlig egal, ob und wie und warum er was prüft, und zweitens gibt es in der großen weiten Welt sehr viele verschiedene Qualitätssicherungssysteme, die alle nicht darauf basieren, daß der Händler, der die Sachen letztendlich and den Endkunden verkauft, die Ware selber prüfen muß. Ein "muss" ist die Händlerkontrolle wohl kaum.

Oliver
 

PW

User gesperrt
Hallo,

macht sich aber im Falle eines Falles eben sehr gut, wenn man dem Gericht nachweist, dass man stichprobenweise Dinge kontrolliert hat....

Interessant wird es eben dann, wenn durch das Produkt ein Personenschaden eintritt !

Gruss

PW
 
Versteh' ich nicht so ganz.

Versteh' ich nicht so ganz.

dann bin ich glücklicherweise nicht alleine...;)

eine normale Händler - Hersteller beziehung funktioniert so:
Händler reklamiert beim Hersteller, dieser liefert Ersatz (mehr nicht), fertig.

Ich mache bei den von mir verkauften Produkten jedenfalls keinen Bruchtest, hab auch kein Röntgengerät...;)
Jedermacht mal Fehler, berechtigte Reklamationen werden dann problemlos beseitigt, jedenfalls bei mir.
Und: im Zweifel für den Kunden...aber erstmal reden...
 

Gast_9828

User gesperrt
Hallo,

macht sich aber im Falle eines Falles eben sehr gut, wenn man dem Gericht nachweist, dass man stichprobenweise Dinge kontrolliert hat....

Interessant wird es eben dann, wenn durch das Produkt ein Personenschaden eintritt !

Gruss

PW

Das ist aber ein Fallrückzieher.

Nenn mal einen Fall, wo ein Händler ohne kriminellen Hintergrund, für normal in den Handel kommende Ware aus üblichen bekannten Lieferquellen, für die Produkte an sich persöhnlich haften mußte, weil er keine Stichproben gemacht hat.
Lediglich die übliche Garantie wickelt der Händler ab.

Gruß Lothar
 

hahgeh

User
Ich weiss gar nicht wo das Problem ist.

Diese Pflicht zur Stichprobe hat er ohnehin schon im Verhältnis zu seinen Zulieferer, damit er seiner Rügeobliegenheit nach HGB nachkommen kann.
Solange der Händler umtauscht oder Geld Rückerstattet ist das alles kein Problem. Es wird aber zu einem Problem, wenn er sich eben weigert.
Innerhalb der ersten 6Monate nach Kauf muss er nachweisen, dass die Ware bei Gefahrenübergang ohne Mängel war. Das liesse sich eben durch eine Stichprobe stützen.

Grüße
hg
 

PW

User gesperrt
Hallo Lothar,

stelle Dir mal folgenden Fall vor:

Der deutsche Händer bezieht - egal von welchem Hersteller - Propeller. Du kaufst so einen Propeller und dieser reist am Boden ab und verletzt jemanden im Gesicht.

Du wirst dann zu Deinem Händler gehen und reklamieren. Vom Personenschaden wirst Du Dir wohl nicht annehmen unter dem Motto " Nicht meine Schuld, habe ich bei Händler x/y gekauft".

In einem solchen Falles wäres es für den Händler (Stichwort: Produkthaftung etc.) sicherlich mehr als vorteilhaft, seine Propellerchargen regelmäßig mal geprüft zu haben und hier eine Dokumentsation vorzuzlegen. Also mal stichprobenweise aus einer Charger Propeller durchsägen und schauen wie es von innen aussieht.

Schon mal gesehen wie das in der Grossfliegerei aussieht; da werden sogar von neu geliefertem Harz regelmäßig Stichproben gemacht und dokumentiert. Unter dem Motto "das nicht der laminierte Flügel" im Flug beim Kunden die Ohren anlegt.



Gruss

PW
 

Helmsmerich

User gesperrt
Klage sinnvoll ?

Hallo PW.

Dann wird der Händler sagen, der Kunde hat den Propeller über die zuläßige Drehzahl hinaus betrieben. Der Kunde wiederum sagt, nein das hat er nicht. Also steht Aussage gegen Aussage.

Zu Glück tritt bei Deinem geschilderten Fall zu Personenschäden die Haftpflichtversicherung ein.

Wo ist denn eigentlich der Gerichtsstand wenn der Händler seine Firma im Ausland hat. ? Ich hatte in meinem Beitrag nicht grundlos einen Korrespondenzanwalt " angeschnitten ".

Gruß
Helmut
 
Status
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