Klassischer Modellbau vom Aussterben bedroht?

Heute flatterte mit der Werbung ein Vedes Katalog in den Briefkasten. Als Kind fand ich den damals immer ganz toll, weil man darin neben Experimentierkästen, Modelleisenbahn, Plastikmodellen etc. auch Funktionsmodellbau finden konnte.

Und heute? Experimentierkästen gibt es noch, aber in punkto Modelleisenbahn findet man nur noch ein billiges Einsteigerset von Märklin, Plastik- und Funktionsmodellbau Fehlanzeige.

Ich weiß, früher war alles besser. ;)

:) Jürgen
 
Hi!

Würde ich so nicht sehen. Sicherlich gibt es noch immer eine zu früher vergleichbare Zahl Modellbauer.
Nur sind das nicht mehr geworden sondern um eine gewaltige Anzahl "Modellbetreiber" erweitert worden, die sich "Modellbauer" nennen...;)
Es ging ja nicht um die Gesamtmenge, sondern um die klassischen Modellbauer. Wer soll deren Zahl aufrechterhalten, wenn nur noch "Modellbetreiber" nachkommen? ;)

:) Jürgen
 

BOcnc

User
Moin,

wenn ich so in meinen Verein schaue ist die Anzahl der Mitglieder ca so wie vor 30 jahren. Die meisten Modelle sind Fertigmodelle. Modellbauer?
Vor 30 Jahren hätte ich gerne Fertigmodelle gehabt. Wenn es denn welche gab waren sie nicht bezahlbar. Und heute baue ich lieber selber wo ich doch meistens billiger fertig kaufen könnte.
gruß
Werner
 

Wattsi

User
Modellflugzeuge

Modellflugzeuge

Wenn ich mir die Entwicklung in dieser Sparte ansehe, mit welchem Aufwand und in welcher Perfektion (Voll GFK,CFK) heute hergestellt werden, und wie Festigkeit und Profile berechnet werden, welche Erfahrung dahinter steht, da kann ein Hobbypilot bei vertretbaren Kosten und Zeitaufwand nicht mehr mithalten. Wenn dagegen ein Modell für einen speziellen persönlichen Einsatzbereich gebaut werden soll, zB. Skale, dann vielleicht, aber da gibt es ja schon wieder die Modelle in den Verschiedenen Klassen... F3J*** usw.
Gruß
Wolfgang

Scheine CNC Kerne von klein für HLG bis groß, max 450mm Wurzeltiefe, einfach PN
 
Ich stimme dem Thread-Eröffner zu. Was ich vor allem wahrzunehmen glaube, ist eine Verflachung des Sortiments. Wenn ich mal bei Toys„R“Us bin, finde ich zwar eine riesige Fläche, die aber in wenige Themen gegliedert ist. 12 laufende Meter Barbie, 12 laufende Meter irgendwelche Fantasy-Figuren usw.

Aber ich möchte spaßeshalber mal den Ketzer spielen:

– Unsere Spielwaren waren vergleichsweise teuer und schlecht. Ich erinnere mich beispielsweise an einen Schuco-Rettungswagen mit Kabelfernsteuerung, der damals sage und schreibe 55 Mark kostete. Der Spielwert war enttäuschend, ein Manövrieren kaum möglich.

– Modellbau: Mein erstes Modell war die kleine Jacht Graupner Carina für 25 Mark. Hinzu kamen ein Motor (5 Mark) und natürlich der Beschlagsatz, bestehend aus ein paar Pfennigteilen, die aber insgesamt 12 Mark kosteten. Im Rückblick eine Frechheit. Der Bausatz war ein Bündel Brettchen und Leisten, Vorfertigungsgrad nahe null. Die wenigen „gestanzten“ Holzteile hat mir mein Vater dankenswerterweise mit der Laubsäge ausgelöst. Das würde heute keiner mehr akzeptieren.

– Metallbaukasten: Jeder Junge hatte so einen. Das gehörte einfach dazu. Die Anwaltssöhne hatten einen größeren, ich hatte einen kleineren. Aber ehrlich gesagt: Geliebt habe ich ihn nie. Wer schraubt den ganzen Käse wieder auseinander?

– Fischertechnik: Habe ich geliebt! Ach, was waren das für wunderbare Stunden! Funktional und stabil wie ein Metallbaukasten, aber schneller und flexibler beim Konstruieren und Zerlegen. War allerdings damals schon frech teuer. Der kleine der beiden Motoren kostete im Jahr 1977 stolze 25 Mark! Fischertechnik hat heute noch jung Fans.

– Lego: Braucht man nicht drüber reden. Konzeptloses Rumrudern zwischen Weltraumkrieg und Fantasy-Schmarrn.

– Die Gute Wilesco-Dampfmaschine: Die hatte damals auch jeder Junge, ich habe meine heute noch. Aber mal ganz ehrlich: Wo war der Spielwert? Wenn ich sie heute für meinen Neffen anschmeiße, bin ich mehr fasziniert als er. Die kleinen Kolben, die Pfeife, das „schnuf-schnuff-schnuff … Aber dann? Gut, auf der Bügelsäge kann man Streichhölzer zerkleinern, auf der Säulenbohrmaschine Wellpappe bohren. Und am Schluss die Putzerei!

– Chemie-Experimentierkästen: Wurde gekauft, „damit der Bub was lernt“. Wenn der Bub aber die Experimente mit Knall-, Rauch und Leuchteffekten einmal durchhatte, also am zweiten Weihnachtsfeiertag, da waren die Reagenzien leer, und der Kasten landete auf dem Dachboden.

– Elektronik: Siehe oben. Ich selbst habe zwar die Elektronik als Beruf gewählt, aber aus den Kästen habe ich nichts gelernt. Die Kästen müssen den Spagat zwischen Spannung, Spiel und Wissensvermittlung schaffen. Das gelingt nicht.

– Plastikmodellbau: Ich habe 1:24-Automodelle von Revell gebaut, weil die fertigen Metallmodelle einfach zu teuer waren. Anders ausgedrückt: Ich wollte nicht basteln um des Bastelns willen, sondern ich wollte ein Auto. Und mal ehrlich: Wie viele von den Dingern wurden wirklich fertig?

– Wie oben schon gesagt: Zum Modellbau bzw. Basteln bin ich eher „aus der Not“ gekommen.

Dasselbe gilt übrigens für den Bereich der sogenannten Hobbyelektronik. Vor 25 Jahren waren viele technisch interessierte Jugendliche und Erwachsene in der Elektronik unterwegs. In größeren Kaufhäusern gab es ganze Regale mit Elektronikbausätzen (wie es sie heute nur noch bei Conrad und Co. gibt). Aber auch hier galt: Die Leute waren nicht an der eigentlichen Elektronik interessiert, sondern am Endprodukt. Das waren zum Beispiel:
Dimmer, Drehzahlregler für die Bohrmaschine, Dämmerungsschalter für das Außenlicht, Belichtungsmesser für das Fotolabor, kleine Mischpulte für die Tonfilmer, größere Mischpulte für die Hobbymusiker und natürlich Musikverstärker.

Will sagen: Jede Zeit hat ihre Spielwaren. Und das ist nicht von Grund auf schlecht.
Es galt und gilt wie beim Fernsehen: Die schlauen Kinder werden schlauer, die dummen Kinder werden dümmer.

Da darf man sich nicht mit Gewalt dagegenstemmen. Persönliches Negativbeispiel: Ich kaufe meiner Tochter einen wunderhübschen Kaufladen, mit rotweißer Markise, einer Balkenwaage, vielen kleinen Schubladen und einer Kasse, die an der Seite eine kleine Kurbel hat und beim Öffnen lustig klingelt. Natürlich alles politisch korrekt aus Holz.
Das arme Kind wusste natürlich nichts damit anzufangen. Einkaufen im Jahr 2011 geht halt anders. Mit Förderband und Scanner an der Kasse. Mit Einkaufswagen, Regalen und Kühltruhen.
 
...Aber ich möchte spaßeshalber mal den Ketzer spielen...
Hallo Martin,

so ketzerisch finde ich deine Beispiele gar nicht.
Ich empfinde das genauso wenn ich mich zurück erinnere.

Der Weg zum Fliegen führte "damals" nur über das Bauen. Heute ist das nicht mehr nötig
Fertig, egal ob Schaum oder Holz, mittlerweile mit RC und Antrieb oder gar "Bind and fly"

Bauen, was ist das?

Am übelsten an der Sache ist der Verlust der Fähigkeiten, handwerklich praktisch, und das Wissen um Zusammenhänge (Material, Kleber, Aerodynamik, Elektronik, Oberflächenbehandlung (Bespannen, Lackieren), Faserverbundwerkstoffe und Vieles mehr, kann nicht mehr erworben werden.
Von selbst etwas konstruieren will ich gar nicht erst schreiben.

Es gibt sie noch die Modellbauer, aber die stehen auf der roten Liste der aussterbenden Arten.

Gruß Rolf
 
Hallo Rolf,

ich möchte dein Posting nutzen, um mal ein Pro für die Jugendlichen von heute zu sprechen.
Natürlich lange auch ich mir ab und zu an den Kopf, wenn ich mitbekomme, dass zum Beispiel die Nachbarjungen kein Fahrrad mehr flicken können. Das wird von der Mama im Van zum Händler gefahren.

Für ein Schulfest habe ich mal mit Zehntklässlern eine modulare Podestbühne zusammengeschraubt. Keiner der Kerle wusste, in welche Richtung eine Schraube zugedreht wird.
Ich dann so: „Mein Gott! Das geht wie beim Wasserhahn. Rechtsrum zu, linksrum auf.“
Klares Eigentor! Welcher Wasserhahn wird heute noch gedreht? Und die Wasserhähne in der Schule, die gehen mit Infrarot.

Aber bleiben wir mal beim Thema Schule. Es ist keineswegs so, dass heutige Jugendliche nur noch konsumieren. Was da mit Eigeninitiative auf die Beine gestellt wird, verdient Hochachtung:

Die Schülerzeitung kann mit jedem modernen Stadtmagazin mithalten. Für „Jugend forscht“ gibt es oft ein eigenes Lehrerteam. Musikgruppen, Sport- und Tanzgruppen haben ein ganz anderes Niveau als zu „unserer“ Zeit.
Der Kunstunterricht in der Oberstufe hat heute universitären Anspruch.
Klar, es gehen bestimmte Fähigkeiten verloren, zum Beispiel in der Werkstoffkunde, wie du sagst. Andererseits kommen Fähigkeiten hinzu, die wir nicht hatten und die eben heute wichtig sind.

Weitere beruhigende Beispiele lassen sich zum Beispiel auf youtube finden. Wenn man da mal in die richtige Ecke gerät, dann findet man sie massenweise, die Youngsters, die Tesla-Spulen krachen lassen, verrückte Fahrzeuge bauen, Murmelmaschinen konstruieren oder Trickfilme drehen.
 

Milan

User
Hallo Wolfgang.

Wenn ich mir die Entwicklung in dieser Sparte ansehe, mit welchem Aufwand und in welcher Perfektion (Voll GFK,CFK) heute hergestellt werden, und wie Festigkeit und Profile berechnet werden, welche Erfahrung dahinter steht, da kann ein Hobbypilot bei vertretbaren Kosten und Zeitaufwand nicht mehr mithalten.
Diese Aussage ist der größte Schenkelklopfer für die "Flugmodelle"-Industrie.

Da anscheinend immer mehr so denken und sich dem Zwang im Kopf nicht mehr erwehren können, kauft man doch gleich ein Fertigmodell.

Selbst konstruieren? Selbst bauen? Zeit investieren? Alles Quatsch - da wird die Kohle; hoffentlich kein Kleinkredit; auf den Tresen geknallt und gekauft.

Und dann? Fliegt wirklich fantastisch und ist unkaputtbar in der Luft. Ist das Selbstwertgefühl mit so einer Prothese ein besseres als mit einem "gewöhnlichen" Flieger. Und wehe an so einem Ding geht was kaputt - hoffentlich hat der Hersteller auch noch Ersatzteile und hat nicht bereits wegen rückläufigen Absatzzahlen diesen Flieger aus dem Programm genommen.
Da bleibt nur noch wegschmeissen, reparieren oder bauen kann man ja schon lange nicht mehr.........

Ach ja - und die Erfahrung der Hersteller gehen auf das Konto der Kunden. Die nämlich bekommen neue Produkte in Bananenqualität, heißt, die reift beim Kunden.

So, habe fertig - war nicht persönlich gemeint - musste aber allgemein gesehen mal raus.

LG

Harry
 
Hallo Martin,

...ja, Martin, auch diese Jugendlichen gibt es noch, aber nur, wenn vom Elternhaus diese Entwicklung unterstützt wird.
Das setzt voraus, das die Eltern den Wert solcher Aktivitäten zu schätzen wissen.

Vielfach werden diese Aktivitäten auch bewusst gegen den Zeitgeist des "nur" konsumieren eingesetzt, und zurecht.

Wenn ich mir die Werbung so anschaue, grauslig. Da wird versucht "uns" weiszumachen du bist nur glücklich wenn du konsumierst, und das ist auch noch wichtig für die Konjunktur! Ob du das Produkt wirklich brauchst? egal!
Und für was einen Schrott da geworben wird. Woher kommt der Begriff der "Konsumgesellschaft"?

Schaumzeugs kaufen und dann entsorgen entspricht dieser Mentalität (bind and fly) so ähnlich wie (ex und hopp) :D

Warum wohl gibt es keine Werbung für Grundnahrungsmittel?

Gruß Rolf
 
Zuletzt bearbeitet:

rubberduck

User gesperrt
Ich stimme dem Thread-Eröffner zu.

Was ich vor allem wahrzunehmen glaube, ist eine Verflachung des Sortiments. Wenn ich mal bei Toys„R“Us bin, finde ich zwar eine riesige Fläche, die aber in wenige Themen gegliedert ist. 12 laufende Meter Barbie, 12 laufende Meter irgendwelche Fantasy-Figuren usw.
Wenn man sich mal umsieht in seiner Welt wird man feststellen, das das eigentlich überall so ist.

Früher hat man das Gemüse selber im Garten angebaut, geerntet, geputzt, in die Vorratsecke verfrachtet und bei Gelegenheit etwas schmackhaftes daraus gekocht.

und heute ? ..
.. geht man in den Supermarkt und steht vor einer riesige Fläche, die in wenige Themen gegliedert ist. 12 laufende Meter Maggi-Tüten, 12 laufende Meter Dosengemüse. 12 laufende Meter Fertiggerichte usw.
Für denjenigen der noch klassisch kocht, ist dieses Warenangebot genauso ünnütz wie für den o.a. beschriebenen Holzmodellbauer.

Es scheint allerdings viele Leute zu geben die Tütchenpulver und Dosenfutter mögen ...

jürgen
 
die alten Modellbauer bekommen Nachwuchs bei...

die alten Modellbauer bekommen Nachwuchs bei...

Hallo,
ja grundsätzlich stelle ich auch na. ca. 30 Jahren Modellbau fest: es werden weniger! Aber durch Piper-und Doppeldeckertreffen habe ich Kontakt zu Leuten bekommen, die vorher die ratzfatz Angebote benutzt haben und jetzt na. alter Väter Sitte in Holz bauen wollen. Und dann macht es auch Spaß die Erfahrungen weiter zu geben. Der Teilnehmerkreis ist gewachsen und das zählt!
 

BOcnc

User
Man muss aber sehen das die Fertigmodelle für viele der Einstieg in den Modellflug ist. Besonders die Schaummodelle. Hier in der Gegend gibt es lange nicht mehr so viel Jugendliche als früher. Würde es die Fertigmodelle nicht geben wahrscheinlich keine mehr. Viele fliegen auch lieber.
 
Hallo,


Bauen, was ist das?

Am übelsten an der Sache ist der Verlust der Fähigkeiten, handwerklich praktisch, und das Wissen um Zusammenhänge (Material, Kleber, Aerodynamik, Elektronik, Oberflächenbehandlung (Bespannen, Lackieren), Faserverbundwerkstoffe und Vieles mehr, kann nicht mehr erworben werden.
Von selbst etwas konstruieren will ich gar nicht erst schreiben.
spätestens wenn das erste mal bei der Landung das Fahrwerk rausgerissen ist, kommen einige von diesen Fähigkeiten auch beim ARF-Modellbauer wieder. Die meisten Modellflieger können es sich nämlich nicht leisten wegen so etwas mal eben ein eines Modell zu kaufen.

Das übrigens auch die Fertigstellung eines ARF Modells eine ganze Menge Erfahrung erfordert, erlebe ich immer wieder bei uns im Verein - man kann die Dinger schnell zu kaum zu rettenden "Sanierungsfällen" machen.
Zudem benötigt man heute vielleicht weniger tiefes Wissen - aber durch die größere Vielfalt im Modellbau/flug muss man eine wesentlich breitere Wissenbasis haben:
Zu meiner Jugendzeit gab es als Antrieb eigentlich nur Glühzündermotoren (außer bei Booten und Autos....) - heute gibt es noch Elektro, Benziner und - für Leute mit Geld - Turbinen.
Alle Antriebsarten erfordern ganz verschiedene Kentnisse zum erfolgreichen Betrieb. Vor 30 Jahren hat niemand einen Krümmer gelötet, Elektroantriebe berechnet, usw.
Diese Sachen sind nicht weniger anspruchssvoll als z.B. eine Rippenfläche aus einem "Graupner-Schnellbaukasten" aufzubauen.

Ich kenne auch manche "Holzwürmer" die bis heute ihren Sender nicht selber programmieren können :)


Hallo Rolf,

ich möchte dein Posting nutzen, um mal ein Pro für die Jugendlichen von heute zu sprechen.
Natürlich lange auch ich mir ab und zu an den Kopf, wenn ich mitbekomme, dass zum Beispiel die Nachbarjungen kein Fahrrad mehr flicken können. Das wird von der Mama im Van zum Händler gefahren.
Macht meine Frau auch immer so - und das ist auch gut so - denn ich habe Fahrrad flicken schon als Kind gehasst (und hatte auch kein "Händchen" dafür):D:D
Früher waren Fahradhändler auch eine Seltenheit - heute gibt es an jeder Ecke welche. Wie schon Andere hier geschrieben haben: Manches lernt man nur weil man keine andere Wahl hat - oder lernt es eben nicht, wenn man es umgehen kann.

Für ein Schulfest habe ich mal mit Zehntklässlern eine modulare Podestbühne zusammengeschraubt. Keiner der Kerle wusste, in welche Richtung eine Schraube zugedreht wird.
Das haben meine Schwiegereltern auch ihr ganzes Leben lang nicht gelernt - es gab schon früher Familien völlig "handwerksfern" waren.


Klar, es gehen bestimmte Fähigkeiten verloren, zum Beispiel in der Werkstoffkunde, wie du sagst. Andererseits kommen Fähigkeiten hinzu, die wir nicht hatten und die eben heute wichtig sind.
Genau. Ich habe früher Super 8 Filme gedreht, geschnitten und nachvertont. Meine Tochter macht heute fast das gleiche - nur eben Digital am PC. Und dadurch das man heute kein teures Filmmaterial mehr braucht, kann sie dabei sogar viel kreativer sein als ich.

Wenn man sich mal umsieht in seiner Welt wird man feststellen, das das eigentlich überall so ist.

Früher hat man das Gemüse selber im Garten angebaut, geerntet, geputzt, in die Vorratsecke verfrachtet und bei Gelegenheit etwas schmackhaftes daraus gekocht.

und heute ? ..
.. geht man in den Supermarkt und steht vor einer riesige Fläche, die in wenige Themen gegliedert ist. 12 laufende Meter Maggi-Tüten, 12 laufende Meter Dosengemüse. 12 laufende Meter Fertiggerichte usw.
Für denjenigen der noch klassisch kocht, ist dieses Warenangebot genauso ünnütz wie für den o.a. beschriebenen Holzmodellbauer.

Es scheint allerdings viele Leute zu geben die Tütchenpulver und Dosenfutter mögen ...
Das war vor 30 Jahren auch nicht viel anders: Meine Mutter kann bis heute sehr gut kochen - aber wenn man täglich drei Kinde füttern musste gab es schon damals Kraft Miraculi, Dosenravioli und Fischstäbchen. Zu der Zeit hat man solche Produkte übrigens als Fortschritt und Erleichterung gesehen - erst heute fängt man an darüber nachzudenken ob es der Weisheit letzter Schluss ist.

Und heute habe ich als Konsument die Wahlfreiheit ob ich beim Hofladen vom Bauern kaufe oder die Fertigpizza im Supermarkt. Und ich kenne viele Leute die sich sehr intelligent je nach Bedarf aus dieser Vielfalt bedienen.


Gruß
Thomas
 
Da kann man "BOcnc" zustimmen: Billig-Schaumstoff-Flieger können ein Einstieg in unser Hobby sein . Aber auch für jene , die halt aus Langeweile schnell was Neues ausprobieren wollen und sich einen gewissen "KicK" erwarten. Sobald sich diese Erwartung nicht erfüllt , landed der ganze Krempel wieder in der Mülltonne.

Fritz
 
Ich kaufe meiner Tochter einen wunderhübschen Kaufladen, mit rotweißer Markise, einer Balkenwaage, vielen kleinen Schubladen...
ein sehr gutes Beispiel: auch das ist ein "Modell", warum hast du es nicht selbst gebaut?

Das Thema wurde hier schon immer wieder bis zum umfallen diskutert, jeder versucht dann seinen Weg zu rechtfertigen...
 
...spätestens wenn das erste mal bei der Landung das Fahrwerk rausgerissen ist, kommen einige von diesen Fähigkeiten auch beim ARF-Modellbauer wieder.
Hallo Thomas,

...nein, diese Fähigkeiten kommen nicht wieder.... weil sie es nicht gab.
Wer nur ARF kennt hat dieses Wissen nicht.

Das merkt man auch hier in den Foren, da werden, über die letzten Jahren zunehmend Fragen gestellt, welche erkennen lassen, das jegliches Basiswissen fehlt.

Wenn sich dann hier über das Forum doch so Einiges an Wissen vermitteln lässt, dann ist das eine feine Sache (z.Bsp. über WIKI)

Wie "hoch" die Anforderungen an die Fertigstellung eines ARF-Modells sind zeigen ja auch die "Testberichte" in den "Fachzeitschriften":

...das Einschrauben der Servos in die fertigen Halterungen dauert wirklich nur ein paar Minuten...

Gruß Rolf
 
...Das Thema wurde hier schon immer wieder bis zum umfallen diskutert, jeder versucht dann seinen Weg zu rechtfertigen...
Hallo Hans,

das Thema kann man immer wieder diskutieren. Dein Statement kommt so abwertend rüber, ich weis nicht ob Du es auch wirklich so meinst.

Über das für und wider, was auch einen gewissen Zeitgeist präsentiert, kann man sich doch miteinander austauschen ohne das dabei einer umfallen muss

Wer seinen eigenen Weg geht, der wird darlegen warum und wieso, er muss sich dafür aber nicht rechtfertigen.

Schreib doch mal was zum Thema :rolleyes: ,.... welcher Weg ist für dich der "richtige" ?

Gruß Rolf
 
Oben Unten