kleine Schwerpunktverschiebung - große Leistungsunterschiede?

Moin Jungs,

von diesem Phänomen liest man öfter, und ich kann es aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ich wollte meinen kleinen (80cm) Nuri einfliegen und habe den Schwerpunkt soweit nach hinten gelegt, bis er gerade nicht instabil war und er sich maximaler Wendigkeit um die Querachse erfreute. Aber irgendwie war die Leistung nicht sonderlich gut. Ich schrieb das der größe des Fliegers zu, kleine Modelle haben eben weniger Leistung als größere.

Später mußte ich dann mal den Empfängerakku gegen einen schwereren tauschen - siehe da, der Flieger glitt, als hätte er nie etwas anderes getan. Offensichtlich wurde der Widerstand, trotz erforderlichem Umtrimmen, reduziert. Der Durchzug ist auch besser, dabei hat die Wendigkeit nicht gelitten. Im Gegenteil: Durch den besseren Durchzug sind viel einfacher höhere Geschwindigkeiten möglich, die dann auch mehr Ruderdruck erzeugen und damit die Wendigkeit erhöhen.

Wie ist das möglich, daß 20g mehr (von 410g auf 430g), trotz vermeintlich schlechterer Trimmung, die Leistung erhöhen? Liest man nicht überall, je Kopflastiger, desto weiter die Klappen aus dem Strak, desto weniger Leistung?

Wer kennt die Antwort?
 

jwl

User †
jetzt fliegt der flieger in einem niedrigen cA und wird sozusagen überkritisch. wo er auf langsam gertrimmt war war der flügel unterkritisch.

gruss jwl
 
Das liegt nicht nur an der Größe des Fliegers. Ich bin mal auf einem Wettbewerb einen Ceo5 geflogen und hatte im ersten Durchgang keine Chance. Christian Behrens hat mir dann den Kopf gewaschen über den Mythos der niedrigen Stabilitätsmaße, nachdem ich nicht mehr mit 5% sondern mit 12% Stabilitätsmaß geflogen bin konnte ich mich noch auf den dritten Platz vorarbeiten.

Man schneidet sich mit zu niedrigen Stabilitätsmaßen die hohen Auftriebsbeiwerte regelrecht ab.

Grüße von einem Hessen im Schwabenland

Bernd
 

jwl

User †
es kommt auch aufs profil an. das mh45 hat hier einfach schwächen oder auch das mh60. die druckanstiege sind einfach krass. durch die idee mit cm negtiven profilen zu arbeiten wurde diese problem entschärft endlich rannten die teile wie blöd auf strecke. weil cm negative einfach nicht so re-zahl empfindlich sind sprich der flieger geht leichter durch die böen ohne dass er vom himmel fällt.

es gibt mehrer methoden den fliegern dieses unterkritsch werden abzugewöhnen. moderne cm0 profile gehen hier viel sanfter mit der strömmung um und sind dies bzgl. nicht mehr so zickig. siehe HS 522 bzw jwl105. das jwl105(uzzavier) fuzt jetzt bei re100k vorzüglich und geht locker durch die böen. das auslegen von flügel mit cm negativen profilen muss das profil sehr sorgfälltig erfolgen sonst schränkt man den aussenflügel unterkritisch, wieder nichts gewonnen >> siehe MH32 oder andere gleitzahlmonster.

das profil SD 7003 wurde hier eingesetzt es verschenkt zwar etwas an profilgleitzahl denoch kann man den flügel nicht unterkritsch schränken weil bei diesem design die kontrolle über die blase schwer gewacht worden ist. das RS 004 wurde genau hier darauf entworfen rezahl unempfindlich (CO7mini) und einfach lecker von der gleitzahl her.

mit einem andern STM bringt den flieger in den arbeitsbereich wo funktionier nicht aber unbedingt die seiner theoretisch höchsten leistung. oder besser gesagt wenn der flügel auf 0.6 eingestellt und fliegt bei toter luft gut und kommt dann lecker thermik fällt er facktisch vom himmel. wenn man jetzt ihn auf 0.4 einstellt sinkt er zwar höher bleibt wenigsten jetzt in der luft.

und mögen die blasen mit uns sein
jwl
 
An Re-Zahl Effekte dachte ich auch erst. Aber schneller fliegen konnte ich auch mit kleinem STM. Nur eben mit höherem Sinken.

Das merkwürdige ist eben, daß bei gleicher Geschwindigkeit die Leistung trotz ungünstiger Trimmung besser wurde.
 

jwl

User †
>> Aber schneller fliegen konnte ich auch mit kleinem STM. Nur eben mit höherem Sinken.

die trimmwiderständen sind etwas höher.

>>Das merkwürdige ist eben, daß bei gleicher Geschwindigkeit die Leistung trotz ungünstiger Trimmung besser wurde.

die profilgleitzahl wird zwar schlechter aber der flieger liegt ruhiger in der luft. somit wird weniger leistung durch "wippen" verschenkt.

am hang kann man auch folgendes bebachten wenn man schnell fliegt kann man sich eher halten als wenn man langsam fliegt vorallem wenn der flieger oben genannte probleme hat. man fliegt die berühmten achten und kann sich kaum halten. jetzt macht man folgendes man fliegt wie in einer halfpipe also an jeder wende ein turn. siehe das man ist schneller unterwegs und kommt noch höher hoch. das eta des fluges wurde durch den flugstil erhöht obwohl der flieger meist ausserhalb seinen besten arbeitspunkts fliegt. ist ungenaugenommen der selbe effekt. diese kann man auch beim themikfliegen machen wenn der flieger nicht in die blase passt. in der blase fliegt man einen turn und siehe da mann kommt hoch. beim f3f gibt je nach hang auch ein paar flugstile die leistung erhöhen obwohl man beim ersten gedanken denkt geht nicht.

gruss jwl
 
Du sprichst von "Wippen". Ist das der Grund, warum ich dieses Verhalten bei meinen Leitwerklern noch nie beobachten konnte?
 

jwl

User †
Original erstellt von Skywalkair:
Du sprichst von "Wippen". Ist das der Grund, warum ich dieses Verhalten bei meinen Leitwerklern noch nie beobachten konnte?
das brett hat eine geringe dämpfung und konzentrierte massen. grössere blasen änderungen greifen beim brett sofort in das moment ein. durch die höher dämpfung beim leitwerkler geht das halt nicht. die fallen einfach durch da sie einfach mehr hebelarm haben.

schau dir mal diese barogramm an.

http://www.rc-network.de/upload_02/forum_0002/1112383315.JPG

175meter höhe flugzeit 200sec. ^ knappe 90cms sinken. wenn man es sichs näher ansieht hat es auch thermik. wenn also die kiste etwas schwerer wäre würde beim reinen abgleiten die flugzeit locker 5min betragen.

bei meinem hanz habe ich das gleiche festgestellt. hochstart mit gummi ohne wind reines abgleiten 4min und das war im winter bei minus 10° endspricht einem sinken von etwa 40cms also nicht schlecht stimmt sogar mit den berechnungen überein. das ganze im sommer man findet irgendwie keine thermik doch ist sie da, ein wetter das richt nervt und dann liegt die kiste schon nach 2,5min am boden ^ sinken dann etwa 66cm. einige wochen später heftiger wind flieger steht in der luft flugzeit vom gummi gute 2min ^ sinken dann etwa 90cm. jetzt wurde aufgebleit auf das doppelte gewicht von 20gdm2 auf 40gdm2 die hochstarthöhe waren nicht mehr so gut trotz wind ist halt ein kleiner flieger. flugzeit über 3min entspricht einem sinken von etwa 55cms.

was lernen wir daraus?

gruss jwl
 
Da sind wir wieder beim Anfang. Du erhöhst die Geschwindigkeit über die Flächenbelastung. Gut. Aber warum kannst du nicht einfach mit dem leichten Modell etwas schneller fliegen? Bei mir funktionierte das jedenfalls nicht. Erst in Verbindung mit einer Änderung der Trimmung und Schwerpunktvorlage hats funktioniert.

Warum hat ein Flieger bei zügigem Gleiten (also kein Herumungern bei Rekrit) mehr Leistung mit hochgetrimmten Rudern und Schwerpunktvorlage, als mit Rudern im Strak bei kleinerem STM?
 

jwl

User †
es ist das neue momentenverhalten des profils.
du hast ja durch die trimmung das profil verändert du hast also ein neues profil.

gruss jwl

[ 11. April 2005, 13:05: Beitrag editiert von: jwl ]
 
... und trotzdem scheint es hochgetrimmt/entwölbt mehr Leistung zu entwickeln ...

Ab und zu liest man von (Brett-) Nuris, bei denen der Höhenruderausschlag nur wenige Millimeter beträgt. Das läßt doch auf ein kleines STM schließen. Da die Flieger da aber wohl noch Leistung besitzen, scheint das ganze sehr Profilspezifisch zu sein.
 

jwl

User †
Original erstellt von Skywalkair:
... und trotzdem scheint es hochgetrimmt/entwölbt mehr Leistung zu entwickeln ...
kommt auf das profil darauf an.
die profile jwl065 +0,030 jwl104 +0,012 jwl097 +0,016 haben die höchste leistung wenn die klappen im strakt liegen. obwohl die theoretischen CMs recht unterschiedlich sind fliegen sie bei einem STM 5% äusserst langsam. beim bleed habe ich letztes jahr folgendes gemacht ich habe den höhenruder per stufenschalter eine "wölbklappe" beigemischt. erste stufe langsamflug ruder im strakt zweite stufe schnellflug dritte stufe speedflug. ist wie ein thempomat.

die theoretischen CMs sind von praxis weit enfernt weil laut xfoil würden die profil nur auf dem rücken funktionieren bei eppler in normallage.
das profil ist sozusagen flüssig durch die blase (totwassergebiet) wird das profil dauern verändert. die blase ändert die profilkontur und somit die aerodynmischen beiwerte. die blase muss also so "eingebaut" werden dass sie bei allen klappenauschlägen und rezahlen den gewünschten CM liefert. das alles schön harmoniert muss der schwerpunkt sorgfältig eingeflogen werden. mm bereich oder gramm bereich. zum erstflug nimmt man einfach 5-6% STM und dann sieht man weiter.

gruss jwl

ps: meine frau bemerkte schon mach dir die laminareablöseblase zum freund, wie recht sie hat.
 
Deine Frau ist pfiffig - ist sie nicht auch eine Hamburger Deern?

Flüssiges Profil ... hört sich an wie TerminatorII.

Die drei Profile sind alle "äußerst langsam" bei den von dir empfohlenen 5-6%STM? D. h. mehr so Richtung Thermik? Wie siehst du die Charkteristiken der Profile.

Ich weiß, ich schweife vom Thema ab. Ich denke die Ausgangsfrage des Freds ist nun hinreichend diskutiert. Sehr interessant das ganze.
 

jwl

User †
>>Deine Frau ist pfiffig - ist sie nicht auch eine Hamburger Deern?

da hab ich sie kennengelernt

>>Flüssiges Profil ... hört sich an wie TerminatorII.

>>>> Die drei Profile sind alle "äußerst langsam" bei den von dir empfohlenen 5-6%STM? D. h. mehr so Richtung Thermik? Wie siehst du die Charkteristiken der Profile.

das witzige dabei dass man sie äusserst langsam fliegen und auch verdammt schnell die einsatz punkte habe ich auf meiner website erläutert.

man darf diese profil nicht mit einem CJ5 CJ3309 ehs oder sonst was vergleichen. da sind ganz andere ansätze. wenn ich mehr wölbe brauch ich mehr "s-schlag" was das ca wieder drückt. wenn man sehr hohe cas flieg brauch noch mehr moment, dass ich stabil fliege das kostet erst richtig ca.
letzt endlich kann man so viel wölben wie man will und die kiste wird nicht besser es wird sogar schlechter und der schnellflug erst recht.
wenn dinge dagegen sprechen lässt man es und man schraubt an einer andern stelle. wir lassen die steigzahl ca3/cw2 hinter uns kümmern und rein um ca/cw von ca 0.0 - 0.7 mehr macht nicht sinn.
jetzt hat man einen flügel der sich messen kann in fast jedem bereich ausser bei der steigzahl.
wenn man ein jwl097 nimmt einen flieger mit 3meter baut kommt man an eine grob geschätze güte von 1:23 also von einer gleitzahl von 23 im schnellflug wird die sache immer besser weil man wenig rumpf und wenig leitwerk mit uns herumschleppen. einen leitwerkler mit ähnlicher güte zu entwerfen muss man sich schon anstrengen.

>>>Ich weiß, ich schweife vom Thema ab. Ich denke die Ausgangsfrage des Freds ist nun hinreichend diskutiert. Sehr interessant das ganze.

ist es auch :D :D

gruss jwl
 
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