Kobold von Pichler (und mir)

Hallo Leute
Nachdem ich vor ca. zwei Jahren einen Leprechaun von Dane RC gebaut hatte, habe ich jetzt auch den Kobold von Pichler vom Baubrett genommen. Nach dem Öffnen des Bausatzes und der Begutachtung der Holzteile und des Plans wusste ich, die Laserteile sind sehr gut, Balsaauswahl ist ebenfalls gut aber der Bauplan ist doch sehr einfach verfasst. Da sind manche Details nicht vorgegeben und man muss schon etwas Bauerfahrung für die Fertigstellung des Modells mitbringen.
Ich habe auch viele Details nach meinen eigenen Ideen umgesetzt und als ich sie am Schluss zu einer Liste zusammengestellt habe, war ich erstaunt. an wie vielen Orten ich eine eigene Lösung angewendet habe. Ich bin sicher, das dieses Modell auch ohne meine Zugaben ein gutes Flugzeug ist, aber es hat mich halt gereizt, noch einiges dazu zu tun.

Anpassungen am Flügel:
  • zweitletzte Rippe hinten 1mm, letzte 2mm unterlegt (ein Hauch geometrische Schränkung)
  • Hauptholme aus 300g/dm2 Balsaleisten durchgehend, nicht geschäftet. Diese Holme sind ähnlich stabil wie Kieferleisten, aber auch ähnlich schwer.
  • An zwei Orten innerhalb des Profils mit Gummis zusammengezogen. Dadurch liegt die Wurzelrippe von vorne bis hinten stramm am Rumpf an.
R-Gummis zur Flügelbefestigung.jpg


  • Randbogen schräg nach oben, nicht auf dem Baubrett liegend angesetzt
F-Randbogen.jpg


  • Nasenleiste statt 6x6mm aus 6x10mm, abgeflacht und bei jeder Rippe geschlitzt. Mit Balsamesser im Bogenbereich der Länge nach aufgeschlitzt und auf dem Bauplan vorgeformt verleimt. Dadurch hat die untere Beplankung genügend Auflage und nicht fast Null Überschneidung beim Anschleifen des Nasenradius.
* mit Balsamesser im Bogenbereich geschlitzt und mit Kleber, auf dem Bauplan aufgepinnt, zusammengeklebt

** für jede Rippe 4mm eingeschlitzt

F-Nasenleiste Skizze.jpg

F-Nasenleiste.jpg

  • Flügelhelling, zum verzugfreien Anbringen der unteren Beplankung und ebenfalls nützlich beim Bespannen unten und zum Kontrollieren der Verzugsfreiheit des Flügels. Die Helling kann auseinandergeschraubt und auch spiegelverkehrt wieder zusammengebaut werden für den anderen Flügel.
F-Flügelhelling.jpg
F-Flügelhelling 2.jpg




Anpassungen am Höhenleitwerk:
  • Nasenleiste aus sehr hartem Balsa damit der kleine Querschnitt genug Stabilität erhält
  • Auf den Rumpf mit zwei Nylonschrauben M6 festgeschraubt
  • Servo in das Höhenruder eingebaut. Damit erübrigt sich bei jedem Zusammenbau das Anhängen des Gestänges an das Ruder. Eingeklebter Stecker zum selbstätigen Verbinden beim Aufsetzen des Leitwerks auf den Rumpf.
L-Höhenruderservo.jpg




Anpassungen am Rumpf und Seitenleitwerk:
  • Rumpf vor dem Flügel um 65 mm verlängert. Erste Vorkehrung zum Erreichen des Schwerpunkts ohne Ballastzugabe.
  • Rumpf hinter dem Flügel um 60 mm verkürzt. Zweite Vorkehrung zum Erreichen des Schwerpunkts ohne Ballastzugabe.
  • Drei Zugangsklappen im Rumpfvorderteil mit Schnellverschlüssen. 1. Akku, Optipower und Regler, 2. Empfänger und Opti-Guard und vordere Gummiverbindung für die Flügel, 3. Hintere Gummiverbindung für die Flügel.
  • Rumpfholme vorn aus jeweils zwei 8x4mm Balsaleisten (anstelle 8x8mm) auf Schablone vorgeformt zusammengeklebt
R-Biegung Leiste.jpg


  • Motor mit GFK-Spant frontseitig angeschraubt.
R-Motor 1.jpg
R-Motor 2.jpg

  • Serviceöffnungen beidseitig vorn zum Anstecken des Reglers und Anschrauben von (wenig) Trimgewichten etc.
  • Akku, Optipower Ultra-Guard und Regler gaaaanz weit vorne platziert
R-Serviceöffnung.jpg
R-Akku und Regler.jpg

  • V-Former abnehmbar zum einschieben in die Rumpföffnung (Radiussegment r600mm) zwischen Hauptspant und Zusatzspant (Sandwich). Dadurch verbessert sich das Packmass in der Transportbox wesentlich.
R-Flügelverbinder halb eingeschoben.jpg
R-Flügelverbinder einzeln.jpg

  • Hinter dem Flügel geteilt, Hinterteil aufgesteckt und mit zwei Nylonschrauben M6 verschraubt. Ist für mich aus Transportgründen unerlässlich. Steckverbindung zum selbsttätigen Verbinden der zwei verbauten Servos.
R-Rumpftrennung.jpg

  • Seitenruderservo vorn am Rumpfhinterteil montiert
R-Seitenruderservo.jpg

  • Vergrössertes Seitenruder (wie Leprechaun Dane RC) und Sporn in Leichtbauweise
IMG_1640.jpg




Einstellungen und Angaben:
  • Folierung mit Oracover Haftvermittler und Oracover fluoreszierend gelb transparent und blau ebenfalls fluoreszierend (nicht die leichteste Option)
  • Schutzfolie am Rumpfunterteil vorn aus transparenter Transferfolie (leicht haftend, kann ausgetauscht werden)
  • Abfluggewicht 2300g
  • Seitenruderausschlag +/- 25 Grad
  • Höhenruder oben 30mm , unten 25mm
  • Motor Dualsky XM3548EA-14 V3 , Propeller 15x8 , Mittelstück 43mm , Spinnerdurchmesser 48mm , Regler 60 A, Akku 4S 1800 mAh 80C
  • Schwerpunkt 200mm bei waagrechter Profilsehne der Flügel (Rumpf hinten unterlegt) Durch die verwendeten Komponenten ist der Schwerpunkt ohne Trimblei zu erreichen
A-Schwerpunktwaage.jpg
A-Schwerpunktwaage aufgesetzt.jpg

  • EWD: – (minus) 0.8° Dieser Wert entspricht dem Bauplan, obwohl dort zusammengerechnet 0° vermasst sind. Ich habe mir Gedanken gemacht, warum eine Minus-EWD überhaupt funktionieren kann und kann mir das nur so vorstellen: Das Flügelprofil ähnelt dem GÖ801 welches bei 0° Anstellwinkel schon etwa ein Ca von 0.5 aufweist. Ca 0 ist etwa bei -3°. Wenn ich nun ein E193 oder MH32 anschaue, haben die bei 0° Anstellwinkel ein Ca von 0.2-0.3 und der Ca0-Wert ist etwa bei -1.5 bis -2° Das bedeutet, dass der Flieger mit dem GÖ801 halt schon bei weniger Anstellwinkel des Flügels trägt. Aber wie gesagt, das ist nur ein Versuch von mir, die ungewöhnliche EWD am Kobold (und auch am Leprechaun von Dane) zu begreifen und hat keinen Anspruch auf eine gestützte Theorie.


Transport:
  • Box aus 5mm Pappelsperrholz, 22mm Dreikantleisten an allen verleimten Stellen
  • Sehr genaue Positionierung aller Bauteile, voll eingespannt. Das bezweckt vor allem eine verzugsfreie sichere Langzeit-Lagerung und ein sicheres Transportieren auf dem Veloanhänger oder im Auto.
Box-Leitwerk.jpg
Box-Flügel über Leitwerk.jpg

Box-Rumpfteile.jpg
Box-Geschlossen.jpg



Nun noch ein paar Bilder des zusammengebauten Kobold. Leider ist der Erstflug noch immer nicht gemacht. Das S..wetter und die langen Ferien haben es bisher nicht zugelassen. Ich werde nachträglich berichten.

image004.jpg
image003.jpg

image002.jpg
image001.jpg


Grüsse aus der Bastelstube
André
 
Respekt auch von mir!.. viel Detail verbesserungen..
mein SW liegt bei 185-190mm.. allerdings habe ich die ewd nicht vermessen...
Gewicht auch ca. 2200gr.
 
Da hast Du Dir viel Mühe gemacht.
Im Detail kann man das wahrscheinlich erst einschätzen wenn man den Flieger selber am Baubrett hat.
Toll ist die Rumpfteilung!
Liebe Grüße, Werner
 
Korrigenda
  • Seitenruderausschlag +/- 40 Grad
25 Grad ist die Beimischung mit dem Querruderknüppel. Ist sinnvoll, wenn man sonst nur Querrudermodelle fliegt :-)
DSCF3388 1.jpg


Grüsse aus der Bastelstube
André
 
Hallo Leute
Der Kobold ist nun mehrmals und bei verschiedenen Verhältnissen geflogen.
Das abschliessende Setup: Schwerpunkt bei 185mm, Gewicht 2405g, Akku 4S 2600mAh (11g Trimblei)
Interessant war natürlich der direkte Flugvergleich zwischen Leprechaun und Kobold.
Fangen wir bei der Gutmütigkeit an. Der Kobold ist absolut gutmütig zu fliegen, man kriegt ihn praktisch nicht in eine kritische Flugsituation (der Leppi allerdings ebenso).
Wendigkeit und Ansprechen auf die Ruder: Der Kobold ist sehr wendig und kann auch schnell wieder aufgerichtet werden, falls er mal etwas Wind unter einen Flügel gekriegt hat. Allerdings habe ich das Seitenruder so vergrössert wie beim Leppi (ca. 60%). Allerdings kommt jetzt ein typisches Zweiachserverhalten zu Tage. Beim Beginn einer Kurve schiebt das Modell zuerst stark, weil es sich wie auf einem Teller dreht. Erst dann kippt es in Schräglage womit dann die Kurve mit Höhenrudereinsatz rund geflogen werden kann. Dass kostet Leistung, weil die Fluggeschwindigkeit abgebremst wird.
Verhalten der Längsstabilität: Bei einem sehr flach eingestellten Auffangbogen (ca.50m Radius bei rechnerisch 3% Stabilitätsmass (cg-calc)) wie ich gern fliege und auch die Leistung am höchsten ist, verhält sich der Kobold nicht so gut ausrichtend, wie der Leppi. Man muss immer etwas mit dem Höhenruder nachstupfen.
Flugleistung: Aus den Unterschieden die ich gegenüber dem Leppi beschrieben habe, ist die Flugleistung nach meinem Gefühl etwas geringer als beim Leppi. Und wenn man die Flieger auch bei einem lauen Lüftchen am Hang fliegen will, ist das Querrudermodell viel angenehmer zu fliegen.
Grüsse aus dem Fliegerhorst
André
IMG_4312.jpg
 
Mein Kobold fliegt jetzt auch.
Rohbau: 1250gr. Flugfertig: 2525gr. Lipo: 3S/5000mAh Antrieb/Regler: Pichler.
Etwas Tiefenruder bei Motorlauf muss noch beigemischt werden, er steigt zu steil weg.
Im Nachhinein würde ich das vordere Rumpfdrittel nicht mit Balsaleisten 8x8mm aufbauen, sonder hier lieber 8x8/6mm Kieferleisten nehmen. Oder aber den Rumpf vorne um wenigstens 12cm verlängern, um dann einen leichteren Akku einsetzen zu können. 20240811_111503.jpg20240811_111453.jpg
 
Heute festgestellt: bei SP 180mm und Wind von 3-4 Beaufort kann man mit dem Kobold gut "Fahrstuhl" spielen. Fahrt über Grund ist dann gegen null. Fliegen mit dem Kobold ist bei max. 2 Bft doch schöner.... Da hätte ich auch schon direkt Namen für meinen: max. 2, <2, m2B, oder so ähnlich.
 
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