Kupferlackdraht löten

Hi,

ich verkabele aktuell meine Flieger mit verdrilltem Kupferlackdraht.
Aber die Verarbeitung macht Probleme: An dem Draht haftet das Lötzinn überhauft ned.
Vor dem Löten behandele ich ihn mit so einem Lötbrenner.. zum Isolation abbrennen.

Hat jemand einen Tip?

Gruß,
JP
 
Brutzeln

Brutzeln

Hallo,

das hangt gewaltig vom Lackdrahttyp ab, aber normalerweise geht es mit einem relativ heissen Loetkolben einfach so verzinnen, als waere der Lack gar nicht da. Das dauert ein wenig laenger und schmaucht ein bisschen, ist aber gaengige Praxis. Das heisst, Du machst einen kleinen Lottropfen an den Kolben und haeltst den Draht rein. Du siehst dann schon, wenn das Kupfer das Lot annimmt. Und dann ist alles gut.
Elo's Rat funktioniert auch, ist die sauberere Loesung, frisst aber mehr von der Isolation auf und das kann bei unvorsichtiger Arbeitsweise zu Kurzschluessen fuehren.
 
Hi,

also der Draht stammt von Onkel Conrad, ich denke der ist OK, aber jetzt kein Profi-Material wo man unbedingt Salpetersäure braucht ;).

Ich habe das Drahtende so in die Flamme gehalten, das es kurz aufglüht.

Also mit dem Anschleifen tu ich mich etwas schwer, da ich ja nur ein paar Millimeter verlötete Drahtlänge brauche, und bei nullfünfer Draht..

Naja, ich komme ned besser klar, aber danke für die Tipps.

PS: Lötkolben hat 80W und ich benutze Elektronik-Lot mit eingebautem Flussmittel.
 
Messer

Messer

Tach auch,

kannst auch vorsichtig mit einem Messer abkratzen oder besser abschaben, mit ziehender Klinge. Bei 0.5mm Draht kommen mir 80W viel vor. Ist das eine geregelte Station oder nur ein Kolben? Der brutzelt natuerlich brutal und ist evtl zu heiss fuer Dein Lot. 20-30W ist massig genug.
 
Wo bitte braucht man in einem Flugmodell "verdrilltem Kupferlackdraht"?
Habe ich in den letzten 30 Jahren etwas verpasst? ;)
Gruss Jürgen
 
Hallo

@Phillip: Mit dem Brenner würde ich das lassen. Du glühst den Draht aus, dadurch wird er oxidiert und dann lässt es sich nicht mehr sauber löten. Entweder wie bereits erwähnt mechanisch säubern (Cutter oder Schleifpapier) oder mit dem Lötkolben (die Leistung ist egal, möglichst heiß sollte er sein) den Draht einige Sekunden lang heizen und dabei verzinnen. Je dicker die Isolierung detso länger muß man mit dem Lötkolben "braten".

@Jürgen: Kupferlackdraht ist ein beliebtes Mittel für die Indoor-Fraktion, Gewicht einzusparen (Servokabel, Antenne usw..)

Gruß Kai
 
Hi,

OK, das ist eine neue Variante. Ich werde es probieren und berichten.

@Jürgen: Kupferlackdraht? Aus was bestehen die Spulen in deinen Motoren, Servos ect ;)? Ernst, das ist was für Gewichtsfetischisten ;), auf den ganzen Kabelbaum spart man so einiges! Und die Querschnitte sind gleich gross oder grösser als mit isoliertem Servokabel.

Danke,
Gruß, JP
 
Lackdraht ist nicht Lackdraht

Lackdraht ist nicht Lackdraht

Hallo JP,

Wie man das richtig macht, hängt zuerst einmal vom verwendeten Draht ab.
Es gibt da solche, welche mit Hitze abisoliert werden sollen und andere, welche nur mechanisch abisoliert werden können.
Hier sind Details beschrieben: http://www.isodraht.de/lackdraht.html

Professionelle Geräte zum Abisolieren gibt es auch: http://www.benetec.ch/d/technic/kldag.php
 
Hi,

also hier der Bericht:

Versuchsobjekte:
30W Lötkolben
0,4mm kufperlackdraht von Onkel Conrad.

Ergebnis:
Brutzeltechnik à la Kai geht besser.

Problem ist dann, das die verbrutzelte Isolation auf der dem Kolben abgewandten Seite echt hartnäckig ist.

Mal schauen.. was haltet ihr von Aderendhülsen?

Gruß,
JP
 
Isolation muss weg

Isolation muss weg

Gar nichts,
Solange die Isolation (der Lack) nicht weg ist, hast Du keine elektrische Leitung zwischen Draht und Aderendhülse.
 
aderendhülse----

aderendhülse----

die sind ned für starren Drath sondern für litze... und das Gemache um Lackdraht im flieger .. *kopfschüttel* geht doch einfacher :D :
Flieger hin legen
drauf treten ist er auch kaputt...
in schwindende Systemen verbaut man tunlichst litze und die gibs dünn und mit richtiger isolierung :mad:
 
Hi,
ich sehe schon, ich habe mich ned deutlich ausgedrückt:
Litze in die Hülse, angebrutzelten Draht von der anderen Seite und dann liebevoll verlöten.
Sollte mechanisch und Elektrisch top sein. Und leicht zu verarbeiten?
Die Idee kommt nur so von der Beobachtung beim Verlöten von Steckern mit Kabeln (2 - 4mm).

JP
 
Alter Trick aus der Bastelkiste: mit dem Lötkolben erhitzen, kurz in Spiritus abschrecken, kannten schon die Radiobastler in den 30er Jahren.

Ansonsten immer schön die Hände über der Bettdecke lassen :))
 
landebahnpflug schrieb:
die sind ned für starren Drath sondern für litze... und das Gemache um Lackdraht im flieger .. *kopfschüttel* geht doch einfacher :D :
Flieger hin legen
drauf treten ist er auch kaputt...
in schwindende Systemen verbaut man tunlichst litze und die gibs dünn und mit richtiger isolierung :mad:

Der Dialog mit Andersdenkenden ist oft schwierig;
mit Nichtdenkenden ist er stets unmöglich.
(Walter Ludin)

Namenloser, du scheinst die Worte von Walter Ludin in deiner Signatur noch nicht verstanden zu haben.
 
Hallo,

ich arbeite in einer Trafowicklerei. Grundsätzlich gibt es keinen Richtwert wie heiß der Lötkolben werden darf um evtl. Schäden an dem Draht zu vermeiden.
Drähte zwischen 0,06mm und 0,125mm werden bei uns wie hier auch schon erwähnt mit einem zusammengefalteten Schmiergelpapier abisoliert und dann bei 480grad mit einem 60Watt Kolben gelötet.
Drähte von 0,125 mm bis 0,8mm werden bei uns ebenfalls mit 480grad aber an 80W bis 120W Stationen gelötet. Die Temperatur ist das einzig ausschlaggebende. Welche Leistung die Station hat beeinflusst nur wie schnell die Lötspitze nach dem Lötvorgang nachheizt um wieder ihre festgelegte Temperatur zu ereichen.
Bei nicht lötbarem Draht wird vorher mit einem Kratzer oder einem speziellen Abisolierwerkzeug der Lack entfernt.
Ohne den Lack zu entfernen ist dieser Draht nicht lötbar.
Da 0.5mm Draht recht stabil ist empfehle ich Dir erst mal grob zu krazen und anschliesend sauber zu schleifen.

Gruß Tobi
 
Hallo JP

So wie oben beschrieben, mach ich das auch.
1.) Mit Feuerzeug ca. 1 cm Lack abbrennen (2 s).
2.) Mit ca. 300er Schleifpapier von dir weg, den Lack abschleifen. Den Draht nach jeder Schleifbewegung etwas drehen.
3.) Verzinnen mit Lötstation.
4.) Kontrolle, ob der Draht ringsum verzinnt ist, sonst weiter bei 2.)
5.) Den Draht auf 5 mm verzinnte Länge ablängen.

Schrumpfschlauchlänge genügend lang machen, damit die angeschliffenen Lackstellen abgedeckt sind.

1050644037.jpg


1050644071.jpg



http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=3323&page=5&pp=20&highlight=sukhoi+onlinebau
 
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