kurzer Reparaturbericht - voll CFK Fläche II

Tofo

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Hallo Leute,

da in meinem Reparaturbericht I mitlerweile die gesamten Bilder fehlen und ich die Methode in den Details noch optimiert habe, werde ich an dieser Stelle auf vielfachen Wunsch nun nochmal einen kurzen Bericht zusammen stellen. ;)

Diesmal habe ich mir die Ziele etwas höher gesteckt und mir einen Flieger ausgesucht, bei dem sich die Arbeit auch wirklich lohnt.

Die Grundlagen und alles was schon im ersten Thread steht überspringe ich hier. Die Bilder zum ersten Bericht gibts hier noch einzeln.


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Der Holm ist an der rechten Fläche zwischen WK und Quer gebrochen.

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Zunächst wurde mit Edding markiert, wie weit die Innenlage vom Stützstoff gelöst ist (ca. 25 cm). Diesen Bereich habe ich dann durch das Loch von innen mit Harz und einem langen Pinsel wieder stabilisiert. Außerdem habe ich bei diesem Arbeitsschritt gleich eine 4-Kant Leiste aus Balsa zwischen Holm und Nasenleiste eingeklebt. Sie presst die Innenlage Kohle wieder an und gibt zusätzliche Druckstabilität.

8.jpg


Aufgrund der Flächengeometrie und der Größe der Löcher habe ich zweigeteilte Förmchen verwendet:

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Die Leitwerke wurden mit 1 mm dicken Balsabrettchen von innen wieder aufgebaut. Anschließend mit 4-Kant die Nasenleiste geschlossen und gespachtelt. Hier sieht man auch gleich die neue Farbe:

7.jpg


In zwei Wochen ist der "Erstfluch" nach der Reparatur geplant ... Ballast ist schon bestellt. :D

MfG,
Thorsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Thorsten,
sieht ja wieder ganz gut aus!
Wie hast du denn den Holmbruch und den angeknacksten Holm repariert?
Gruß Matthias
 
... naja liegt aber auch noch einiges vor mir! ;)

Der "angeknackste" Holm auf der linken Seite war kein Thema. Es war nur der Steg beschädigt. Ich habe das seitliche UD-Gelege runter gefräst und den Holmsteg an dieser Stelle entfernt (2 cm). Danach konnte man ganz gut erkennen, dass der eigentliche Holm nichts abbekommen hat. Anschließend wurde das fehlende Stück im Holmsteg wieder aufgebaut. Damit der Steg an dieser Stelle nicht nachgiebt, wurde noch ein etwa zwanzig Zentimeter langes Büschel Rovings seitlich drüber laminiert. An beiden Enden weich auslaufend, damit es keinen großen Festigkeitssprung gibt und mit einer Lage Glas abgedeckt.

Die rechte Seite mit dem Holmbruch habe ich erstmal auf einer geraden Platte neu ausgerichtet und oben/unten geschient. Das geht ganz gut, indem man Alu-Profile oder größere Holzleisten mit PU-Leim auf die Oberfläche klebt. Etwa 12 kg Blei in 1kg Blöcken sind zum beschweren nötig gewesen. Nach ca. zwei Stunden hat man dann eine gerade Fläche vor sich.

Anschließend wurde links und rechts am Holmsteg an der Bruchstelle wieder jeweils ein Büschel Rovings laminiert. Das soll nur verhindern, dass mir bei den weiteren Arbeitsschritten keine V-Form oder Verdrehung rein kommt. Es wäre nämlich super bitter, wenn ich den ganzen Holm geschäftet und neu aufgebaut habe und dann merke, dass die Fläche außen leicht verdreht ist. Ich vertraue dem PU-Kleber auf der spiegelglatten Oberfläche nämlich nicht so sehr. Das hält schon, aber ich gehe hier lieber einmal auf Nummer sicher! Die Rovings wurden noch im ausgerichteten Zustand auf der Arbeitsplatte laminiert. Nun kann ich die Fläche zum schäften wieder bewegen und muss dabei keine Angst haben.

Dazu gibt es auch noch Bilder! Ich habe die nur noch nicht von der Kamera geladen. Arbeitszeit bisher etwa 11 bis 12 Stunden inklusive Bilder fotografieren. Ich schätze, dass ich mindestens nochmal 10 Stunden brauchen werde. Nach so einer Baumlandung kann man ja zum Glück immer an mehreren Teilen Parallel arbeiten und muss nicht darauf warten, dass das Harz endlich für den nächsten Schritt ausgehärtet ist.

MfG,
Thorsten
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thorsten,

Danke für den Blick in deine Trickkiste!
Ich erinnere mich noch dunkel an deinen ersten Reparaturbericht. Die von dir verlinkten Fotos sind auch sehr hilfreich. Ich hab nur noch ein paar Fragen:

-Wie gehts nach "Stufe 6" weiter? Ins zweite Förmchen laminieren, einpassen und dann an den drei Laschen einkleben?

-Welches Trennmittel und welches Harz nimmst du?

Da Reparaturen öfter notwendig sind als Neuanschaffungen, finde ich deinen Beitrag sehr wertvoll, will sagen:
mehr davon, bitte.

Grüsse, Alex
 
Hallo Alex,

Kein Problem!

-Wie gehts nach "Stufe 6" weiter? Ins zweite Förmchen laminieren, einpassen und dann an den drei Laschen einkleben?

Auf diesen Punkt möchte ich hier nochmal besonders eingehen, da das leider im letzten Thread am Ende etwas chaotisch untergegangen ist. Heute Abend gibts übrigends neue Bilder.

-Welches Trennmittel und welches Harz nimmst du?

Verwende PVA als Trennmittel. Zwei Schichten sind ausreichend. Ich habe sogar schon die Erfahrung gemacht, dass ich ohne Trennmittel die Form abnehmen konnte. Bei neuen Modellen ist in der Regel noch genügend Trennwachs auf der Fläche vorhanden. :D Aber darauf würde ich nicht wetten.

Harz ist ganz normales L 285 mit Härter 285 z.b. von EMC-Vega!

MfG,
Thorsten
 
Gibt´s schon Neues von der Reparatur?

Aber immer! ;)

Hier sieht man die Formen für die Unterseite. Um die Formen auch wirklich passgenau zu bauen, sollte man das Gewebe ein paar cm um die Nasenleiste rum ziehen. Das Ergebnis kann man hier ganz gut sehen. Der Rand um das Loch ist bereits angeschäftet und als nächstes wird Gewebe anhand der Eddingmarkierungen zugeschnitten (+1 mm bis 2 mm) und in den Förmchen laminiert. Weiter gehts am WE!

Der Aufbau der Formen ist diesmal etwas anders. Eine Lage 163´er Glas, dann eine dickere Lage 390´er Glas. Das macht aber keinen Unterschied. Man kann genauso fünf Lagen 100´er nehmen.

9.JPG


MfG,
Thorsten
 
Es geht langsam weiter!

Es geht langsam weiter!

... die letzten Tage ging es erstmal am Leitwerk weiter, da man ja das schöne Wetter zum lackieren nutzen muss. ;)

Ich lasse die Bilder mal für sich sprechen.

ltw_01.jpg


ltw_02.jpg


Mit einem Schleifklotz von Perma Grit grob geschliffen. Das wird sowieso später alles gespachtelt!
ltw_03.jpg


Weiß grundiert damit das Orange besser deckt und die letzten Unebenheiten gespachtelt. Leider gab es auch einen kleinen Rückschlag. Beim anstecken und wieder abnehmen der Leitwerkshälfte vom Rumpf ist sie mir aus einem meter Höhe runter gefallen und natürlich genau senkrecht mit einem schönen "craaaaacks" auf die Spitze geknallt. :mad:
ltw_04.jpg


Und ja! Man macht sich beim reparieren früher oder später die Hände schmutzig!! ;)

MfG,
Thorsten
 
1A Bericht

1A Bericht

Hallo Thorsten,

gerade wollte ich mal fragen wie der Stand der Dinge ist ...und prompt gehts weiter, super.
Nachdem mein Viking sich letzte Woche selbsständig gemacht hatte und meinte ohne mein zutun zu landen, ist nun auch eine (im Verhältnis zu Deinem Projekt) kleine Reparatur nötig.
Vielen Dank für die super Tips,

LG Uwe
 
Leitwerk ist fertig!

Leitwerk ist fertig!

Hallo,

Danke Uwe! Ich hoffe bei deiner Reparatur am Viking klappt alles. Auch die kleineren Reparaturen sind oft nicht einfacher.

Da im letzten Bericht am Ende nie wirklich finale Bilder zu sehen waren, fange ich am bestens gleich mal damit an. Hier das Leitwerk. Die Farbe finde ich in Kombination mit dem schwarzen Rumpf und der schwarzen Unterseite einfach geil!! :)

Da ich im Moment noch eine Fläche eines Ceres light in reparatur habe, geht es hier erst in ein paar Tagen wieder weiter.

ltw_final.jpg


MfG,
Thorsten
 
Ceres Lift

Ceres Lift

Moin,

Im Moment habe ich eine Fläche eines Ceres Lift auf dem Bautisch. Da er bald wieder an der Winde baumeln soll, muss ich erstmal an dieser Stelle etwas Zeit investieren. :D

Ein Randbogen war gestaucht. Zuerst wird das schlabbrige Material weg gefräst. An den Stellen, an denen es sich noch lohnt das bestehende Material der Schale zu behalten, wird anschließend mit Balsabrettchen und Sekundenkleber etwas Festigkeit rein gebracht. Mit zwei Stück Sperrholz und mehreren Klemmen kann der Randbogen dann leicht in seiner korrekten Position gehalten werden, bevor die untere Schale mit Harz stabilisiert wird. Danach kann man dieses hässliche Loch mit leichtem Schaum oder Balsa auffüllen. Am Ende kommt noch eine Lage Gewebe als Abschluss drüber. Ich habe dafür eine sehr Biegsame Platte aus zwei Lagen dünnem Glas, die ich sozusagen als Universalform aufspanne, um eine Glatte Oberfläche zu erzielen. Aber soweit bin ich noch nicht ....! Wird alles noch mit Bildern dokumentiert.

Hier ein Bildchen vom aktuellen Stand:

ceres_lift_01.jpg


EDIT: Kann mir eigentlich jemand sagen, wieso die Kohle in der Lift Fläche nicht in 45° liegt?? Außerdem scheint der Hersteller keine gute Verklebung von Kohle und Stützstoff hin zu kriegen. Man kann diese auch an unbeschädigten Stellen völlig Problemlos voneinander trennen. Habe das jetzt schon bei einem Ceres F3F und dem F3B beobachtet. Beim Lift wollte ich das nicht ausprobieren, aber es ist gefühlsmäßig genau das Gleiche.

MfG,
Thorsten
 
Zuletzt bearbeitet:
und ? schaffst du es bis naechstes weekend ?

freue michschon....auch mal in natura zu sehen, wie die reparaturen aussehen

gruesse
 
... Struktur ja! Finish vermutlich nicht. Aber egal, er soll ja in erster Linie fliegen und nicht gut aussehen. Das kommt dann später! :rolleyes:

RC liegt schon komplett im Regal und Programmiert ist er auch schon. Jetzt müssen noch die Servos rein ... und achja der Holm wäre da noch zum schäften-

Habe hier aber noch ein paar Bilder vom Lift! Es kann sich nurnoch um Minuten handeln, bis er wieder komplett fertig ist.
smilie.php
Eine Baustelle schonmal weg!

MfG,
Thorsten
 
Tofo schrieb:
... da in meinem Reparaturbericht I mitlerweile die gesamten Bilder fehlen ...

Hallo Thorsten,

wieso lädst du die Bilder nicht auf den RCN-Server? Es ist doch absehbar, dass irgendwann auch die Bilder dieses Threads wieder abhanden kommen werden; und das wäre doch schade, oder?

Gruß
Gerald
 
Hallo,

der Randbogen ist doch noch nicht zu 100% fertig. Leider ist das Orange wegen der weißen Grundierung zu hell. Auf der restlichen Fläche schimmert die Kohle durch. Nun kommt morgen noch einmal eine letzte Lackierung. Dann passt es! Die Fläche ist durch die Reparatur exakt 5 Gramm schwerer geworden!

wieso lädst du die Bilder nicht auf den RCN-Server? Es ist doch absehbar, dass irgendwann auch die Bilder dieses Threads wieder abhanden kommen werden; und das wäre doch schade, oder?

Wenn ich die alten Posts editieren könnte, wären die Bilder in fünf minuten wieder zu sehen, aber leider geht dies nicht!

MfG,
Thorsten
 

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... hier habe ich noch zwei Bilder vor der Reparatur! Der Bereich zwischen Gigaflap und Nasenleiste war teilweise delaminiert, was man auf den Bildern nicht so gut sehen kann.

MfG,
Thorsten
 

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Hallo nochmal,

ich bin am Samstag endlich dazu gekommen den zweiten "Erstlfug" mit dem Ceres zu machen. Da ich für die rechte Seite eine Ersatzfläche hier im Forum bekommen konnte, habe ich verständlicherweise aufgehört hier weiter zu berichten. Meine Technik mit den kleinen Formen sollte soweit auch beschrieben sein.

Da ich einige Fragen bzgl. der Unterseite bekommen habe:
Für die Unterseite (zweite Seite) wird einfach ein Schaumstoffrand (Schaumstoff mit Harz getränkt) oder GFK innen eingeklebt und der Randbereich auf 3-4 cm geschäftet. In der zweiten Form den geschäfteten Bereich anzeichnen und Gewebe in das Förmchen laminieren. Eine Raupe aus angedicktem Harz in die Nasenleiste und ganz wenig auf den Verkleberand. Kurz angelieren lassen und auf das Loch aufsetzen. Nach dem trocknen Form abnehmen, fertig! Ist kein Hexenwerk! ;) Muss auch nicht alles Nass-in-Nass gemacht werden, dann aber anschleifen nicht vergessen.

MfG,
Thorsten
 
hey,

gibts da eigentlich keine probleme, zwecks gewicht?

die stellen die ausgebessert wurden entsprechen ja trotzdem irgendwo dem ursprung nicht mehr so ganz, oder balastierst du die flächen einfach aus?

trotz allem ein sehr gutes ergebniss, wenn mann mall überlegt wie andere nach reparaturen aussehen,

mfg
 
Hallo,

ich habe nach der Reparatur nicht gewogen, aber ich benötige ein 15g Ausgleichsgewicht im Querruderschacht der noch heilen Fläche.

Wir fliegen meistens aber sowieso mit Ballast und dann ca. 3 bis 3,5 kg. Für einen F3B Wettbewerbspiloten heisst es halt - Ersatzfläche kaufen. Ich habe allerdings gehört, dass manche in so einem Fall auch ein Balsa-Sandwich laminieren und einsetzen ... muss jeder für sich entscheiden.

MfG,
Thorsten
 
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