Kwikfly E mod. in Leichtbauweise

Durch die beiden Threads von den zwei KwikFlys MK3 , wollte ich auch eine KwikFly haben, aber mit E Antrieb und wenn möglich mit 4S. Durch den Charly von Pichler, welcher mit 4S einen flotten kraftvollen Flugstil abliefert hoffte ich dies mit der KwikFly auch zu schaffen.
Jetzt, wo das Modell fertig ist kann ich mich freuen, weil ich mit dem Gewicht unter 2300g Fluggewicht geblieben bin.
Zuerst suchte ich nach einem Plan um Anhaltspunkte für einen Nachbau zu bekommen. Sowohl bei aerofred und outerzone haben diesen Plan vorrätig. Ich schaffte es aber nur jeweils einen Ausdruck in DinA4 zu bekommen. Somit war umrechnen angesagt.
Auf einer Untertapete (Makulatur) begann ich mit dem Zeichnen der Rumpfseitenteile. Diese machte ich dann aus 2mm Balsa welches von vorne bis nach dem Flügelausschnitt mit 1mm Balsa 45° Diagonal aufgedoppelt wurde. Das Millimeter Balsa soll aber in jedem Fall bis nach dem Spant nach dem Flügelausschnitt reichen und die Schräge von oben nach unten Rückwärts gehen.
Am einfachsten und schnellsten geht das Aufdoppeln mit verdünnten Weissleim mit dem beide Seiten eingestrichen werden. Nach dem der Leim getrocknet ist, mit einem Bügeleisen auf höchster Stufe zusammenbügeln.
Oben und unten werden dann 10X10 Balsa Dreikantleisten geleimt, das geht auch mit Sekundenkleber. Den Flächenausschnitt natürlich frei lassen. Anstellwinkel der Fläche nahm ich ein halbes Grad, so wie es auch auf den Bauplan eingezeichnet ist.
Ich hatte das Glück oder auch nicht sehr leichtes Balsaholz zu haben. Dadurch musste ich auch im rückwärtigen Teil vom Rumpfmehrere 10x2mm Balsa als Querversteifung anbringen, ist vor dem Höhenruderschlitz sehr zu empfehlen, damit sich das Balsa bei Belastung nicht mit dem Faserverlauf spaltet. Den Ausschnitt für das Höhenruder verstärkte ich auch mit einem 2mm Balsastreifen oben und unten um eine größere Auflage und Leimfläche zu haben. Die Dämpfungsfläche des Höhenruders fertigte ich aus 20mm breiten und 6mm dicken Balsaleisten, ohne Beplankung.
Aus 10mm Balsa fertigte ich den Rumpfrücken, genauso auch wie in den beiden Baukästen gemacht, also mit einem Schlitz für das Seitenleitwerk.
Ich bevorzuge, auch aus Gründen der Einfachheit bei Rümpfen dieser Art, mit drei Spanten auszukommen. Den ersten, an dem Motor und Bugrad befestigt werden aus 4mm Birkensperrholz, den zweiten Spant vor der Fläche aus 3mm Birkensperrholz und den dritten Spant nach der Fläche aus 3mmPappel. Um Motor und Motoratrappe montieren zu können musste ich das vordere Stück der Rumpfseitenteile nach Spant 1 absägen und eine separate Motorhaube anfertigen, aus Balsa und 3mm Pappelsperrholz. Diese wird mit zwei 2mm Buchendübeln (geht auch mit Zahnstochern) in der richtigen Position gehalten und mit Tesa fixiert.
Der Motor wird auf 4 Stehbolzen (3mm Gewindestange) befestigt. Die Gewindestangen drehe ich in Einschlagsmuttern mit Loctite. Mit 3mm Muttern werden diese Krallenmuttern aber noch zusätzlich an den Spant gezogen damit nicht so schnell etwas wackelt.
Mit ca 20mm Abstand vor dem Spant, welchen ich auch etwas weiter vorne als laut Plan einleimte befinden sich je Stehbolzen zwei 3mm Kontermuttern. Damit kann man dann sehr leicht Sturz und Zug verändern. §mm Gewindestangen als Stehbolzen reichen für meine Motorisierung durchaus aus, für den 3548/900UV Motor.
Die Fläche schnitt ich aus Fassadenstyropor und beplankte diese mit 1mm Balsa. Als Kleber verwendete ich den PU Leim Fermacell, welcher aufschäumt, in die Poren des Balsas und Styropors eindringt und so auch eine härtere Oberfläche erzeugt. Daher unbedingt eine Plastikfolie zwischen die Negativschale und dem Balsa einlegen. Mangels einer Folie klebte ich ein Paketband auf die Negativschalen, welche auch ein verkleben mit diesen verhindert.
Die Ausschnitte für die Servoschächte machte ich schon in den Styroporkern, weil für mich einfacher zu handhaben.
Für das starre Hauptfahrwerk aus 3mm Stahldraht fertigte ich mir aus zwei Stück 3mm Birkensperrholz und einem Stück 3mm Pappelsperrholz eine Führung, Lagerung. Mit einem zusätzlichen ca 2,5 cm breiten Streifen 3mm Birkensperrholz mit einem Schlitz für den Stahldraht machte ich daraus einen "T-Träger" welcher von oben bis nach unten des Styroporkerns eingepasst wurde um eine schlüssige Verbindung mit der Beplankung zu bekommen. Die Balsaschale wurde noch zusätzlich oben und unten mit einem ca 10cm breiten Streifen Glasgewebes, vermutlich 80g, belegt um eine bessere Festigkeit in diesem Berreich zu haben. Wo sich die Servoschächte befinden legte ich auch so ein Stück Matte bei um auf der Unterseite ein einreissen der Beplankung zu verhindern und auf der Oberseite etwas mehr druckfestigkeit zu bekommen. Die Matte lege ich einbfach auf die mit dem PU Leim dünn eingestrichene Beplankung und drücke, stupfe diese mit einer Scheckkarte fest.
Jetzt muss man die Flächen, ich mache beide gemeinsam noch gut pressen. Um die Flächen nicht zu zerquetschen lege ich beidseitig vom Styropor je eine Leiste in entsprechender Stärke und spanne mit zwei Schraubzwingen das Paket zusammen.
Leider habe ich keine Baustufenfotos gemacht. Habe daher versucht so gut wie möglich den Ablauf zu beschreiben. Sicherlich wird einiges noch nicht so klar sein, aber ich schaue fast jeden Tag hier rein und kann mögliche Fragen hoffentlich auch beantworten.

Franz
 
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Eisvogel, weisst du, das ist genauso wie mit alkoholfreien Bier. Sieht ungefähr so aus wie Bier, aber dass war es dann auch schon.
Sollte wenigstens so aussehen als ob.

Franz
 

Eisvogel

User
Sollte wenigstens so aussehen als ob.
Schon klar, jeder wie er will :)
So ganz passt das Plastikteil aber auch wieder nicht. zu eckig, zu grau ...... man könnte auch nen alten 10er ausweiden......evt. noch ausdrehen, -schleifen.......

Ich persönlich steh nicht auf bleifreies Bier und Tofuwürstchen. Echt oder gar nicht.
Bin schon auf deine Flugerfahrungen gespannt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Franz

Tolle Kwikfly !!😍 Und echt super gebaut ...Respekt!

War mein schönstes Modell damals .....war stolz wie blöd auf das Teil !
Meine "normal" Gebaute hatte mit einem 10er Webra denke ich 4 Kg gewogen....ging aber super.
Hast du motormäßig schon mal gemessen, was der so Power/Schub bringt und wie er´s verträgt ? Weil die Größe und Luftwiderstand hat deine Kwik ja trotzdem wie eine Schwerere .....ob da der 35er BL auch gut Dampf/Reserve dafür hat? Ich wäre bei der Größe denke ich schon eher auf einen 4250 gegangen.

Gruß Andi
 
Ich habe vor dem Einbau des Motors auf meinem mehr als primitiven Teststand einen Standschub von 1600g mit dem 3548/900 und einer 11X7 APCE Kopie bei rund 50 Amp gemessen.
Auf dem selben Teststand dann ein paar Wochen später den Joker 4250-4 1020UV mit einem Turnigy ultra-light 11x8 knapp 1Kw Stromaufnahme fallend, gemessen mit https://hobbyking.com/de_de/turnigy-180a-watt-meter-and-power-analyzer.html knapp 2kg Standschub gemessen. Möglicherweise war die 11X8 aber etwas zu schwer und eine 11X7 oder 11X6 würde besser passen.
Wie schon des öfteren geschrieben hat die Antriebskombination von Pichlers Charly im Charly mit einer 11X7 APCE und 4S eine tolle Leistung.
Profil verwendete ich nicht das 18% Profil des Originals sonder ein 63-015A Naca weil ich mit dem 12%igen dieser Familie, sehr gute Erfahrungen habe.

Franz
 
Der 3548 hat auch einen Gewichtsvorteil zum 4250 welcher auch bezüglich des Schwerpunktes etwas bringt. Beim ersten Auswiegen des Schwerpunktes musste ich den 4000 Akku schon etwas über den Flügel (ca 3cm) schieben. Der 4250 wiegt komplett ohne Latte 260g. Der Unterschied ist schon merkbar.
Aber vielleicht macht das aber gar nichts aus. Ich habe jetzt eine Kwikfly von Aumann begonnen zu bauen und da kommt der 4250 hinein. Auch mit Attrappe :rolleyes:.

Franz
 
Ich habe vor dem Einbau des Motors auf meinem mehr als primitiven Teststand einen Standschub von 1600g mit dem 3548/900 und einer 11X7 APCE Kopie bei rund 50 Amp gemessen.
Auf dem selben Teststand dann ein paar Wochen später den Joker 4250-4 1020UV mit einem Turnigy ultra-light 11x8 knapp 1Kw Stromaufnahme fallend, gemessen mit https://hobbyking.com/de_de/turnigy-180a-watt-meter-and-power-analyzer.html knapp 2kg Standschub gemessen. Möglicherweise war die 11X8 aber etwas zu schwer und eine 11X7 oder 11X6 würde besser passen.
Wie schon des öfteren geschrieben hat die Antriebskombination von Pichlers Charly im Charly mit einer 11X7 APCE und 4S eine tolle Leistung.
Profil verwendete ich nicht das 18% Profil des Originals sonder ein 63-015A Naca weil ich mit dem 12%igen dieser Familie, sehr gute Erfahrungen habe.

Franz

Hi Franz

Hatte halt das relativ dicke Originalprofil im Kopf, wodurch die Kwik auch kein sehr schnelles Modell war und doch schon etwas Kraft für flotten Kunstflug brauchte.

Der Joker 4250-4 1020 dreht aber mMn. mit 4s für eine 11x8 zu hoch, darum auch die sehr hohe Stromaufnahme und ungünstiger Wirkungsgrad ( Über 80A! und ca. 150 Km/h Pitch ! ). Mit dem 1020Motor also max. eine 11x6 Luftschraube, wobei der da auch noch Richtung 70A zieht. Den Motor flieg ich aktuell in einer E-Flite Beaver wegen hoher Drehzahl mit nur 3s und damit geht das 2,7 Kg Modell schon senkrecht und trotzdem flott mit 13x8". Ich hatte ihn vorher mit 4s in einer damit wirklich sehr schnellen Robbe Rasant (ca. 200km/h ist schnell für eine Rasant) mit kleiner 9x10 "Speedschraube. Da war bei nur 3 Minuten Flug mit 3000er Akku die Stromaufnahme/Flugzeit aber auch nicht so wichtig.
Für die Kwik wäre hier (mit 4s) der 4250-5 820KV mit einer 11x8 bis 12x7 ideal. Mit der 11x8 ist Schub deutlich stärker wie 1:1 und Speed locker 120 -130 Km/h bei nur max ca. 50 A. Stromaufnahme. Damit hat er ähnliche Schub und sogar bessere Speedwerte wie der 1020Motor mit 11x6 , aber zieht ca. 20 A weniger. Das käme auch deinen 4000er Akkus sehr entgegen! Ist sicher eine Überlegung wert bei Neubau. Evtl auch auf die 12" zu gehen, was mit dem 820KV auch möglich ist.
Gruß und viel Spaß beim bauen!

Andi
 
Hallo Andi, das mit dem langsameren Motor ist natürlich eine sehr überlegenswerte Option!
Mit der schlanken Holzlatte 11X8 lieferte der Motor anfangs 990W welche relativ schnell auf 900W zurückging. Die Amp. habe ich mir leider nicht gemerkt. Die Verwendung von 11Zoll Latten ist auch durch mein Fahrwerk bedingt, weil ich nur ein einschenkeliges Bugradfahrwerk verwende und das ist schon vorgebogen. Das beiliegende Bugfahrwerk ist schon etwas schwer. Konnte deswegen auch das Hauptfahrwerk aus 3mm Stahldraht nehmen. Ob dies stabil genug ist, werden die ersten Flüge zeigen. Ich kalkulierte hier mit meinen Erfahrungen mit dem rote Kato EzFw. welches auch nur 3mm Beine hatte und in der 3Kg schweren Minare ausreichend dimensioniert war. Ab und zu, musste ich nur die Beine wieder etwas nach vor biegen, damit die Räder wieder schön in die Schächte einfuhren. Allerdings war die Bodenfreiheit bei der Minare dank des 10 Zoll Propellers niedriger.

Franz
 
Ich habe heute den Joker 4250-4 mit einer 11X6 Aeronaut cam carbon light laufen lassen. Mit 75% im Akku zog der Motor ca 65A. Der Schub betrug 2300 bis 2400g, nach meiner Messmethode (wie weit die stimmt?). Das wären knapp 3min Vollgas mit einem 4000er. Im Kunstflug sollten 4min mit Reserve möglich sein.
Muss einmal in meinen Propellerladen kramen, vielleicht habe ich noch eine schlanke 11X8 um einen 4250 mit 800UV tetsen zu können.

Franz
 
Ich habe heute den Joker 4250-4 mit einer 11X6 Aeronaut cam carbon light laufen lassen. Mit 75% im Akku zog der Motor ca 65A. Der Schub betrug 2300 bis 2400g, nach meiner Messmethode (wie weit die stimmt?). Das wären knapp 3min Vollgas mit einem 4000er. Im Kunstflug sollten 4min mit Reserve möglich sein.
Muss einmal in meinen Propellerladen kramen, vielleicht habe ich noch eine schlanke 11X8 um einen 4250 mit 800UV tetsen zu können.

Franz

Hallo

Denke der 820 KV paßt wesentlich besser. Muß auch keine sehr schlanke Schraube sein, der er mehr Drehmoment hat und problemlos ein dickeres Profil zieht...hast damit auch etwa mehr Schub wie mit ner Schmalen !
Bin dann mal auf deine Vergleichsmessungen unter gleichen Bedingungen und gleicher Methode gespannt!

Gruß Andi
 
Ich habe heute, dem schönen Wetter sei Dank, den Erstflug gemacht, es war auch gleich der Letzte.
Aber der Reihe nach. Der Start verlief problemlos und die Startleistung war mehr als ausreichend. Auch mit der Einstellung der Ruder war alles Bestens, nur die Ausschläge Höhe und Quer waren viel zu heftig, extrem zu viel. Der Flieger war trotzdem gerade noch beherrschbar und es war nichts brenzliges dabei. Eines machte sich aber bemerkbar, der Motor setzte immer wieder kurz aus. Ich dachte im ersten Moment, dass der Motor für den Regler (60A) doch zuviel Strom zieht. Ich ging mit dem Gas zurück so auf 50 - 60% Knüppelweg und es war besser. Doch plötzlich hatte ich Aussetzer und ich konnte nicht mehr steueren. Ich drosselte sofort den Motor, ob das auch ankam kann ich nicht sagen, es ging alles viel zu schnell. Der Einschlag war nicht zu verhindern. Das vordere Rumpfdrittel ist zerstört, der Motor scheint nichts abbekommen zu haben.
Zu Hause bei der geistigen Rekonstruktion des Fluges kam ich zu der Erkenntnis, dass die Drehzahleinbrüche des Motors schon auf Funkaussetzer zurückzuführen waren und ich gleich hätte müssen eine Landung zu versuchen. Aber das schöne Wetter....
Aber es blieb auch etwas positives von diesem Absturz zurück. Ich sah, dass der Antrieb ein 3548/900UV Turnigy mit 11X7 APCE ist für so einen Flieger stark genug und man kann durchaus mit halbgas einen flotten Horizontalflug machen ohne das der Flieger auf den Rudern weich wurde.
Auf dem neuen Messgerät von Hobbyking konnte ich 600W Leistungsaufnahme feststellen. Wie exakt dieser Wert ist wage ich nicht zu sagen. Über die Genauigkeit diverser Messgeräte kann man in einem Artikel in der fmt 2/22 nachlesen.

Franz
 
Franz,

das tut mir leid für dich! War ein sehr schön gebauter Flieger.

Worauf führst du denn die Funkstörungen zurück? Bist du mit dem CM703 geflogen und mit welchem Sender?

Gruß, Peter
 
Sender war die Radiomaster 16, Empfänger ein noname. Ich vermute das Problem im Empfänger.
Die erste Schadensbegutachtung ergab, dass ich den vorderen Teil so ab mitte Fläche neu machen müsste. Die Fläche und das Leitwerk sind unversehrt. Das eine Querruder, welches herausgerissen wurde, hat so auch nichts abbekommen.
Meine positiven Erkenntnisse aus der Missere sind dass die Leistung mit diesem leichten Motor mehr als ausreichend ist, und das die Stabilität trotz der 2mm Seitenwände passt. Bei so einem Einschlag wäre auch eine massivere Bauweise an ihre Grenzen gestossen.
Ja, bevor ihr nachfragt, einen Reichweitentest habe ich natürlich vorher nicht gemacht. Das habe ich bei keinen meiner bisherigen Modelle bisher nicht gemacht, aber......

Franz
 
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