Lack und Epoxyd-Harz

Hallo Ihr alle!
Also, so langsam verliere ich die Geduld, habe totale Probleme, meinen Rumpf zu lackieren!!!
Habe einen Styrorumpf mit Epoxyd-Harz und ner Nylon meiner Frau laminiert, durchhärten lassen - Mischung stimmte nicht, also nochmal rüber. Anscheinend fest, Dann grundiert - Schreck: Stellenweise weiche Ausblühungen im Grundierer vom Harz. zwei Wochen stehen gelassen, geschliffen, grundiert und probiert mit weiß zu lackieren:
Ergebnis: Rissiger Lack, Ausblühungen alles geschrumpelt... Also alles mit einem Acetonlappen wieder runtergeholt, bis aufs Laminat geschliffen, nocheinmal gaaanz genau gemixt und noch eine dünne Lage Harz drüber... Zwei Tage gewartet, alles schön hehärtet, dann wieder nass geschliffen, wohl etwas zu viel, denn nun habe ich wieder grundiert und es sind wieder die gleichen Ausblühungen (weiche dünne Streifenartige Stellen, die nicht aushärten wollen!!!! WAS SOLL ICH DENN NOCH PROBIEREN!??? WOMIT KANN ICH EPOXYD HARZ AM BESTEN GRUNDIEREN, OHNE GLEICH WIEDER DEN RUMPF ANZUMATSCHEN!??
Ich habe nämlich bald keine Lust mehr, ständig zu schleifen, tolles Finish, und wenn der Lack kommt, dann schrumpelt alles wieder!!! KOTZ - HILFE SCHNEEEELLLL!!!
Danke, Euer Sven
P.S: Lackierer wäre ich wohl nicht geworden :)
 
Hallo Svenson ! :)

Jetzt stellt sich nur die Frage mit was für einer Grundierung, bzw. Farbe Du arbeitest !
Epoxydharz ist, wenn beim Mischen die Herstellerangaben eingehalten wurden, nach einer Woche durchgehärtet. Zu Beachten ist aber unbedingt, das die Aushärtung nicht im kalten Keller stattfindet. Während der Härtezeit heize ich meinen Keller auf ca. 24° auf !!!!!! Beim Grundieren und Lackieren habe ich noch nie ein Problem bekommen. Meine Modelle lackiere ich in der Regel mit Spraylacken von Simprop, habe aber auch schon mit Erfolg problemlos Sprayfarben aus dem Baumarkt verwendet.

Ganz wichtig ist aber, das die verwendeten Lackiermaterialien aufeinander abgestimmt sind. Nitrohaltige Lösungsmittel vertragen sich nämlich nicht so ohne Weiteres mit jedem Lack ! Bei derartigen Mischungen kommt es zu " Einschrumpelungen" oder Rissen im aushärtenden Lack. Es hört sich bei deiner Darstellung nach solcher " bunten Mischung " von Materialien an.

Überprüfe ´mal die Angaben auf den Farbdosen, da steht üblicherweise das verwendete Lösungsmittel ´drauf.

Viel Erfolg bei der Ursachenforschung wünscht Dir
Joachim
 

Konrad Kunik

Moderator
Teammitglied
Moin Joachim,

mein Rat: wende Dich vertrauensvoll an die Rubrik Folie, Lack, Decor , dort findest Du Spezialisten, z.B. der dortige Moderator. ;)

Das heißt natürlich nicht, daß Du nicht auch hier kompetente Antwort bekommst... ;)
 
Hallo Jo!
Vielen Dank, ich habe mir schon sowas gedacht.
Allerdings glaube ich, dass der Harz nach einem oder zwei Tagen nicht ausgehärtet war. Benutzt habe ich den Grundierer von Max Bahr und die Spraydosen von Bahr, gleiche Mischungen intus... Wahrscheinlich habe ich den ganzen Kram nicht richtig härten lassen, oder? Dachte eigtl, dass Epoxyd nach 48 Std durchgehärtet ist...
Hmm, mal sehen, werde jetzt erstmal alles schön stehen lassen und dann nochmal gucken. Simpropp hab ich auch zu Hause stehen, der geht aber nicht mit dem Grund von Bahr, glaub ich!
Okay, erstmal vielen Dank.
Sag mal was ist denn 22848 ? Ist das Norderstedt oder Kaki!?? Oder schon HH. Wohne auch in Hamburg, deswegen frage ich :)
Grusssvenson
 
Hallo Svenson !

Also ausgehärtet in 24 bis 48 Std, je nach Harztype. Durchgehärtet bei Raumtemperatur ( nie unter 15°, besser ca. 24° ) nach ca. einer Woche. Das im Harz enthaltene Lösungsmittel braucht seine Zeit um auszulüften . ;)

22848 das ist Norderstedt - Garstedt ab Herold-Center nach Süden ( bis Stadtgrenze Hamburg). In absehbarer Zeit wird dann aber noch Langenhorn und Fuhlsbüttel bei uns eingemeindet ! :D :D :D

Mfg
Joachim
 

Yeti

User
Hi Sven,

wie lange das von dir verwendete Epoxidharz aushärtet, kannst du der (hoffentlich) beiliegenden Beschreibung entnehmen. Pauschal kann man da gar nix sagen. Manche Harze müssen auch bei erhöhter Temperatur ausgehärtet werden, bei Raumtemperatur werden die nie richtig hart (auch nicht nach einer Woche im Heizungskeller). Oder sie sind dann zwar nicht mehr klebrig, aber ohne Temperung noch sehr spröde. Aber wie gesagt: Diese Frage kann dir hier niemand beantworten, zumindest solange du nicht schreibst, welches Harz und welchen Härter genau du verwendet hast.

Ansonsten würde ich bei deinem Problem auch eher auf eine Unverträglichkeit zwischen Grundierung und Lack tippen. Aber da findest du die/den Experten in der Lackrubrik und nicht bei den Seglern.

Gruß Yeti
 

Stephan Ludwig

Moderator
Teammitglied
Moin Moin zusammen.

Ich benutze in der Regel den Sprühgrundierlack von Simprop auf Polyäthylen-Basis und die entsprechenden Lacke (1-K) auch von Simprop.

Sind zwar im Modellbauladen viel zu teuer (Lack ca. 8,50 € pro Dose) aber m.E. bisher die besten Ergebnisse wenn der Lackierer nicht so ungeduldig ist und prompt zuviel drauf sprüht und sich dann die schönen "Nasen" bilden, die man dann mühselig wegschleifen muss um die ganze Prozedur zu wiederholen.

In der Regel 2-3 Schichten Lack und die Sache ist im Lack.

Wird gerade an der Rubin praktiziert, die zur neuen Saison ein neues Farbdesign erhält.... Man muss halt RCN lesen um auf die einfachsten Ideen zu kommen.

[ 08. Januar 2003, 13:18: Beitrag editiert von: Stephan Ludwig ]
 

Giotto

User
Zum Beitrag von Joachim:
Epoxydharze enthalten k e i n e Lösemittel! Da wird nicht ausgelüftet!

Zur eigentlichen Frage von Swenson:
Wenn der Störefried hier wirklich das Epoxydharz gewesen sein soll, dann kann es sich nur um eine völlige Fehlvernetzung handeln. (kompl. falsches Mischverhältnis, viel zu tiefe Temperatur oder alles zusammen)
Ein "normales", kalthärtendes EP härtet in der Regel innerhalb 24 - 48 Std. bei Raumtemperatur immer mindestens so gut, dass es lackiert oder grundiert werden kann und zwar (fast) Unabhängig von Harztyp.
Wenn da etwa schief läuft und/oder sich das Laminat schmierig, seifig anfühlt, dann ist Vorsicht geboten.
Normalerweise kann diese Seifigkeit zwar abgewaschen werden und nach etwas anschleifen ist auch dieses Laminat lackierbar. Das deutet aber doch auf eine ordentliche Fehlvernetzung hin, warum auch immer.
Rissiger Lack und geschrumpelt hat sicher nichts mit dem EP zu tun, hingegen Ausblühungen könnten durch die Schmierschicht (wenn sie nicht wie oben entfernt wird) schon vorkommen.

Noch zu Yeti.
Grundsätzlich ja, aber diese "feinheiten" in der Vernetzung können hier nicht die Ursache sein, das sind gröbere Fehler am Werk.
Selbstverständlich wird aber jedes Laminat "besser" wenn es ordentlich nachgetempert wird. Dies sollte eigentlich viel mehr gemacht werden und die seriösen Harzmenschen tun das auch.
Die "Luftfahrtwerte" z.B. werden nur durch ordentliches tempern erreicht, womit wir wiederum beim alten Thema wären. ;)
 
@ Stephan Ludwig :

das isses! Ich hatte vor ein paar Tagen eine längere, und interessante Unterhaltung mit jemanden aus der Yachtbranche. Dabei unterhielten wir uns über die Preishöhe der SWAN-Yachten. Unser Fazit war, gute Qualität hat eben ihren Preis! Farben und Lacke aus dem Baumarkt haben oftmals zwar einen Markennamen, aber der Inhalt weicht dann doch vom Originalprodukt ab. Dafür ist es dann allerdings eben auch preiswerter. Ich werde für die Lackierung meines neuen Modells wieder zu den SIMPROP - Lacken greifen, da bin ich auf der sicheren Seite!!! Den höheren Preis werde ich schon verschmerzen, denn Nacharbeit wird letztendlich teurer. ;)

@ Giotto :

Epoxydharze enthalten K E I N E Lösungsmittel ! Da wird nicht ausgelüftet !
Es wäre gut gewesen vor dieser Aussage ´mal das Sicherheitsdatenblatt zu besorgen und dann auch zu lesen!

Aus den Datenblättern von R&G :

Epoxydharz L enthält :
Bisphenol-A-Epichlorhydrinharze
Bisphenol-B-Epichlorhydrinharze
1,6-Hexandiolgiglycidylether

unter mögliche Gefahren ist u.a. zu lesen :

Reizt die Augen und die Haut

unter Erte-Hilfe-Maßnahmen ist u.a. zu lesen :
-nach Einatmen:
Reichlich Frischluftzufuhr ....

Härter L enthält :
3,3`-Dimethyl-4,4`-diaminodicyclohexylmethan
Benzylalkohol
Isophorondiamin
Diethylentriamin
Nonylphenol

Auch in diesem Datenblatt wird vor Gesundheitsschäden durch einatmen gewarnt !

Wenn also KEINERLEI LÖSUNGSMITTEL enthalten sind, wie um alles in der Welt sollte man eine Flüssigkeit einatmen ? Und was bitte ist dann z.B. Benzylalkohol ? In allen Abhandlungen bezüglich des Umganges mit 2-Komponenten-Harzen wird immer wieder ausdrücklich auf die Entstehung gesundheitschädlicher Dämpfe / Gase hingewiesen. Darum soll bei der Verwendung dieser Materialien auch unbedingt für eine entsprechende Belüftung des Arbeitsplatzes gesorgt werden.

.... und die seriösen Harzmenschen tun das auch.
Also, wenn das Nachtempern nicht erforderlich ist, dann werden auch die seriösen Harzmenschen darauf verzichten !!! Oder willst Du hier ernsthaft behaupten, das in der Bootsbau-Branche alle unseriös sind ? Dort wird auf Grund des Aufwandes nur getempert, wenn dieses unbedingt erforderlich ist. Im Übrigen stelle dir doch ´mal die Größe des benötigten "Temperofens" für eine 35m lange und 6m breite Segelyacht vor ! :D

Damit es ´mal deutlich ist, hier die Angaben von R&G zum Kalthärten :

Kalthärtung
Die Kalthärtung ist eine exotherme Reaktion, die bei Raumtemperatur und atmosphärischem Druck stattfinden kann. Kalthärtende Systeme sind am einfachsten einzusetzen. Sie werden vorzugsweise bei Raumtemperatur ( 20°C ) verarbeitet und gehärtet. Nach 24 Stunden kann entformt werden. Innerhalb von 7 Tagen härtet das Harz nach und gewinnt nochmals an Festigkeit und Wärmeformbeständigkeit. Danach kommt die Reaktion zum Stillstand.
Durch zusätzliche Temperung steigt die Glastemperatur Tg an. Durch den höheren Vernetzungsgrad wird die Beweglichkeit der Makromoleküle vermindert: Härte und Festigkeit nehmen zu. Für optimale Endeigenschaften ist es zu empfehlen, auch kalthärtende Harze nochmals z.B. 2 - 3 h bei 50 - 60 °C zu tempern.

Meine Meinung : :)

Tempern macht sicherlich einen Sinn bei Flugmodellen, aber auch dort streiten sich die Geister. Sinnvoll ist es im Modellschiffbau nur bei Teilen aus Kohlefaser, bzw. bei sehr stark beanspruchten Teilen.

Mast- und Schotbruch wünscht
Joachim :)
 

Yeti

User
Hallo Joachim,

auch für dich noch mal langsam: Tempern macht vor allem immer dann Sinn, wenn das Harzsystem es erfordert. Und da mag es beim R&G Laminierharz auch ohne gehen, bei anderen ist es unbedingt erforderlich oder es lassen sich immerhin Verbesserungen der Materialeigenschaften erzielen. Will man das genau wissen, schaut man ins Datenblatt (und zwar nicht in das Datenblatt irgendeines Laminierharzes, sondern in das Datenblatt des Laminierharzes, das man auch verwendet), denn es gibt Tausende verschiedene Systeme. Für eine 35m-Yacht nimmt man praktischerweise ein Harzsystem, das nicht getempert werden muss. Anderseits heißt es nicht, dass man ein Harzsystem, das im auch Flugzeugbau eingesetzt wird und getempert werden muss, nicht mehr tempern muss, wenn man daraus eine Yacht baut. Und ob man mit diesem Harz Kohle- oder Glasfasern tränkt, spielt dabei ebenfalls absolut keine Rolle.

Gruß Yeti
 
@ Yeti !

Lese meinen Beitrag doch noch ´mal gaaaanz laaamgsam und genau ! :D

1. Ich habe mich deutlich nur auf einen Harz- und einen Härtertypen aus dem Gesamtprogramm von R&G bezogen.

2. Ich habe nirgens eine Andeutung oder ähnliche Ausführung gemacht das Tempern unnötig ist. Auf Grund des Aufwandes sollte es nur dort eingesetzt werden wo es angebracht ist.

3. In dem von mir wiedergegebenen Auszug "Kalthärtung" der Firma R&G wird deutlich auf eine Verbesserung der Laminateigenschaften bei Nachtemperung hingewiesen.

4. Es versteht sich doch von selbst, daß man immer das zum verwendeten Harzsystem gehörige Datenblatt benützt. :confused:

5. Selbstredend vertreibt auch die Firma R&G Harzsysteme, die ein Tempern unabdingbar machen.

6. Sei mir bitte nicht böse, wenn mein Beitrag nicht Buchumfang hatte, aber ich wollte nun wirklich nicht alle Herstellerunterlagen, die sich in meinem Besitz befinden, hier einstellen! Ich kann Dir zur Beruhigung aber versichern, daß von mir nicht ausschließlich Harzsysteme der Firma R&G zur Anwendung gekommen sind, bzw. kommen werden.

7. Wenn ich Kohlefaserrovings einsetze, dann will ich doch auch ein Optimum an Stabilität bei gleichzeitiger Verringerung des aufzuwendenden Gewichtes. Hier kommen dann konsequenterweise Harzsysteme zum Einsartz, die ein Tempern unabdingbar machen. Dabei ist es gleichgültig, ob ich ein Hochleistungssegelflugzeug baue, oder den Mast einer Regattasegelyacht!

Mfg
Joachim
 

Giotto

User
Lieber Joachim, warum so aufgeregt?

Du schreibst im Zusammenhang mit der Härtung:

"Das im Harz enthaltene Lösungsmittel braucht seine Zeit um auszulüften."

So wie das da steht, stimmt es allenfalls für Faben und Lacke die mit einem Lösemittel gelöst oder verdünnt worden sind. Bei Epoxyd-Laminierharzen, und von solchen sprechen wir ja hier, sind aber keine Lösemittel enthalten die zur Härtung verdunsten müssen.
Das hast Du ja auf dem Sicherheitsdatenblatt selber feststellen können. Die aufgeführten Stoffe sind nämlich alle keine Lösemittel. Das ist nicht nur bei R&G so, das ist bei allen Laminierharzsystemen so.
Epoxydharze härten z.B. auch unter Luftabschluss, was ja nicht möglich wäre, wenn etwas zum Härten verdunsten müsste.
Im Sicherheitsdatenblatt hast Du ja auch gesehen, dass da ein Kreuz für die Reizwirkung steht und keine Flamme, was bei vorhandensein von Lösemitteln der Fall wäre. Das fehlen von Lösemitteln ist auch daran ersichtlich, dass Epoxydharze problemlos auf Styropor gestrichen werden können.

Ueber die Reizwirkung u.s.w. haben wir ja nicht gesprochen, das ist ein anderes Thema.

Noch zum Tempern. Du hast ja selber bei R&G abgeschrieben, dass alle Harzsysteme durch die Nachtemperung eine bessere Vernetzung erfahren!
Auch das trifft auf alle Harzsysteme zu, nicht nur auf R&G Harze. Das mit dem "seriöse Hersteller" habe ich allerdings eher auf Flugmodelle bezogen, weil ich nicht bemerkt habe, das Du aus der Modellschiffbranche stammst. Das Wort seriös, wenn Du das so ernst nimmst, ist vielleicht auch nicht so glücklich gewählt, sorry.

Bei Schiffen ist das letzte Quentchen an Festigkeit in der Regel nicht so gefordert, weil die Laminate aufgrund der geforderten Beulsteifigkeit eh zu dick sind. Grundsätzlich wäre aber auch hier und auch bei 35m Yachten eine Nachtemperung und damit verbunden eine nochmals verbesserte Vernetzung der Festigkeit, Teperaturstandfestigkeit und Wasserbeständigkeit dienlich. Ob man das machen will oder kann, ist eine andere Sache, helfen tut es aber immer.
Das macht man bei grossen Bauteilen übrigens nicht in einem Ofen, sondern mit einem simplen Plastikzelt und ein paar Elektroheizern. Nicht gerade ökonomisch, aber üblich.

Epoxydharze werden betreffend Härtung grob in drei Gruppen eingeteilt:

A: Sog. Kalthärtende Harze (wie oben bei R&G abgeschrieben). Hier kann mit einer Nachtemperung die Vernetzung verbessert werden, wie ja oben auch steht.

B: Sog. Kalt anhärtende Systeme. Diese werden bei Raumtemperatur zwar hart und können auch so entformt werden, die Festigkeit ist aber gering (sehr spröde). Eine Nachtemperung muss unbedingt erfolgen.

C: Sog. Heisshärtende Systeme die nur bei erhöhter Temperatur überhaupt hart werden. Diese müssen also in der Form heiss gehärtet werden. (Prepreg-Harzsysteme z. B.)

Die Typen B und C haben in der Regel (ausser vielleicht Prepregsysteme) im Modellbau fast keine Bedeutung.
Bei den Typen A ist der Härtungsverlauf in etwa bei allen Systemen gleich, unabhängig vom Hersteller.

So, jetzt haben fertig
 
Hallo Sven,
ich bin zwar eher der "Holzwurm", doch auch Holzrümpfe werden mit GFK beschichtet. Vor einigen Jahren hatte ich ein ähnliches Problem. Die Beschichtung (innen) wollte selbst nach einigen Tagen nicht vollständig aushärten, die Oberfläche blieb leicht klebrig. Ich habe den Rumpf vor ein Fenster in die Sonne gestellt (ich hatte Glück - es war Anfang Sommer) und ca. 4 Tage so "getempert". Der Raum musste öffters belüftet werden, denn es bildete sich Dunst und es stank fürchterlich. Diese Prozedur schaffte zu ca. 95% Abhilfe. Da ich keine Lust hatte noch länger zu warten, habe ich die GFK-Schicht mit Azeton "entfettet" und mit G4 (Polyurethan-Einkomponentenharz von Voss-Chemie) gestrichen. Nach ca. 6 Stunden war der Anstrich ausgehärtet und ich konnte weiterbauen. Im Nachhinein habe ich festgestellt, daß der Härter schon seit mehr als einem Jahr "abgelaufen" war, also zu alt und nicht mehr zuverlässig.

Letztes Jahr im Sommer (ca. 7 Jahre nach der soeben beschriebenen Temperprozedur) merkte ich beim Trockenlegen nach einem etwas stürmischen Segeltörn, daß sich das G4 in einigen Bereichen mittschifs ablöst. Die GFK-Schicht darunter war glatt, von klebriger Oberfläche war nichts festzustellen.

Ich bin - wie schon gesagt - kein Experte in Bezug auf Faserverbundstoffe, aber vielleicht bringt meine o.a. Erfahrung Dich oder jemanden, der von dieser Materie Ahnung hat, auf eine Lösungsidee.
Viele Grüße
Borek
 
HALLO IHR ALLE!
Also, ich freue mich echt sehr, dass ich mit diesem, wohl doch etwas heiklem Thema "Epoxyd & Co" eine rege Diskussion anleiern konnte!!! Anscheinend hat ja doch jeder schon mal so sein Problem mit diesen Stoffen gemacht und wahrscheinlich bin ich einfach selber Schuld, denn ich glaube langsam, daß GIOTTO Recht hat: Das erste Mal laminieren habe ich ziemlich schlampig abgemessen, da Sonntag war und ich nur einen kleinen Messbecher aus der Apotheke zur Hand hatte - leider keine Spritzen,- so wie ich es nun mache... Die einzige Möglichkeit, meinen Rumpf zu retten besteht wohl einzig darin, alles sauber zu schleifen, zu entfetten und dann schließlich absolut korrekt gemischtes Gelcoat als deckende Schicht aufzutragen, ALLES DURCHHÄRTEN LASSEN ;), um dann anschließend nicht wieder soweit runterschleifen, dass die deckende, abschließende Gelcoatschicht durchbrochen wird. Nun nehme ich mir Simprop Grund & Filler oder den G4, lasse alles wieder ordentlich härten und hoffe auf einen steinharten Grund... Anschließend in DÜNNEN Schichten Simprop Lack auftragen, oder mit der Airbrush Wasserlöslichen Acryllack auftragen ,alles schön durchhärten lassen und dann am Ende mit Klarlack ein schönes Endfinish schaffen!!!!???? HABE ICH DAS SO RICHTIG INTERPRETIERT!???
LAckierer wäre ich wohl nieee geworden ;)
Es grüßt, dankt und grinst mittlerweile wieder:
Euer Svenson von der Alster
 
Ach so! Hatte ich ja total vergessen:
Benutzt habe ich übrigens:
R&G Gelcoat und den Härter L und beim ersten Mal Bre Mod
E 45 KL und den Härter davon...
Beim nächsten Laminieren werde ich große Spritzen benutzen....
 

Yeti

User
Hi Svenson!
Wenn du mit Spritzen dosierst, achte bitte unbedingt darauf, dass du das richtige Mischungsverhältnis wählst! Oft wird das Mischverhältnis in Gewichtsanteilen angegeben und nicht in Volumenanteilen. Die jeweiligen Verhältnisse sind nicht gleich, da das Harz in der Regel eine andere Dichte hat als der Härter. Vielleicht ist dein Problem auch hier zu suchen?

Gruß Yeti
 

Giotto

User
Hallo Svenson.

Die Moral von der Geschicht wäre also; Harze nie an einem Sonntag! ;) ¨

Nun im Ernst, das Arbeiten mit Epoxydharzen ist keine Hexerei wenn man mind. zwei Dinge beachtet:
Das Mischverhältnis Harz/Härter muss stimmen, die Temperatur sollte mind. 18°C lieber 20 oder mehr, aufweisen.

Das Mischverhältnis nach Volumen und nach Gewicht ist nicht gleich! Genau wie Yeti sagt. Es stehen aber beide Angaben auf der Dose.

Bei Misserfolg aufgrund von falschem Mischverhältnis hilft nur, (wenn überhaupt) Wärme!!
Versuch das Teil möglichst lange und möglichst Warm zu lagern. Z.B. im Heizkeller über dem Ofen oder so. Irgend eine Möglichkeit wirst Du schon finden.
Ein Wunderteil wird es damit nicht, aber mit Glück, Geduld und Wärme wenigstens ein brauchbares.

Viel Glück wünscht Giotto

N.B. Was ist ein Nylon Deiner Frau???
 
Grins.
Okay, das mit dem Verhältnis nach Volumen und Gewicht habe ich mir fast gedacht...
Sch... Da habe ich ja Glück gehabt aber das Verhältnis nach Vol steht bei R6G glaub ich nicht mit drauf... aber es ist trotzdem hart geworden, nur habe ich zu dünn aufgetragen und zu viel wieder runtergeschliffen...
Nylon meiner Frau war eine "La Perla Strumpfhose" für 100 Euro ;)
Grins und Gruß
Sven
 
Hallo Giotto,

Zu der Lösungsmittelfrage muss ich auch noch meinen Mist beigeben. Der von Joachim angeführte Benzylalkohol (oder Phenylalkohol, ist das gleiche) ist durchaus ein Lösungsmittel und wird zum Beispiel in der kosmetischen Industrie auch als solches verwendet (z.B als Lösungsmittel für Duftstoffe). Allerdings weiß ich nicht, ob er im Epaxiydharz bzw Härter als Lösungsmittel eingesetzt wird oder ob er ein für die Polymerisation notwendiger Stoff ist, der mitreagiert. Das würde das Aushärten unter Luftabschluss erklären, ebenso warum der Härter alleine reizend ist (aus dem Fehlen des Aufdruckes entflammbar auf das Fehlen eines Lösungsmittels zu schließen, ist übrigens falsch, Gegenbeispiel: Wasser ist ein hervorragendes Lösungsmittel).

Wen es interessiert: Phenylalkohol besteht im Prinzip aus einem Benzolring, an den eine Methanolgruppe angehängt wurde. Der Benzolring (bzw. hier das Phenyl) fungiert bei manchen Reaktionen als Schutzgruppe, der das Methanol davor bewahrt mitzureagieren, das könnte hier der Fall sein. In größeren Mengen löst Benzylalkohol Hautekzeme aus, was ja ein bekanntes Problem beim Epoxydharz ist.

Gruß
Sir Donnerbold Duck
 
Hallo Svenson !

Ich habe am Samstag die Rumpfinnenseite meiner SWAN 53´mit Epoxydharz KL 45 von BreMod beschichtet - alles ist einwandfrei durchgehärtet. :)

Das Harz - Härtergemisch habe ich unter zuhilfenahme einer sehr preiswerten Küchenwaage ( Skalenteilung 10 gr. ) abgewogen. Die Raumtemperatur lag zu beginn der Arbeiten bei 18° und stieg dann, dank meines Heizradiators, auf eine Maximaltemperatur von 24° Celsius. Diese 24° C werde ich nun bis kommenden Samstag konstant halten ( nachhärten des Laminats ). :eek:

Also, wenn Du das nächste Mal mischt, dann verwende an Stelle von Spritzen die "gute Küchenwaage deiner Frau". :D

Solltest Du für´s Mischen lieber über die Menge / Volumen gehen, dann arbeite mit Messbechern. Als Hamburger bekommst Du Messbecher in 3 verschiedenen Größen bei Rüegg in der Papenreyhe - HH-Niendorf bei der METRO . ;)

Viele Grüße
Joachim
 
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