LiPoly-Ladegerät selber bauen?

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Claus Eckert

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Hallo LiPoly-Fans,

ist so etwas mit vertretbarem Aufwand möglich?
Meine These:
LiPoly-Zellen haben eine definierte Spannung wenn sie voll sind. D.h. bei dieser Spannung muss der Strom gegen Null gehen.

Aus der Vergangenhei:
Vor vielen vielen Jahren als ich noch mit NiCd-General Elektrik-Zellen im Pappbecher geflogen bin und Ladegeräte aus einer Autobirne mit Zeitschalter bestanden, habe ich eine einfache Schaltung mit einem Spannungsregler L 200 gebaut.
Damit hatte ich 6-Zellen-Packs geladen. Die Spannung wurde auf 7,2 Volt eingestellt. Bei Erreichen dieser Spannung, sank der Strom von Anfangs 1,5 A auf ca. 50 oder 100 mA. Die Akku´s waren zwar nie ganz voll, aber später wurde die Technik verfeinert, indem die Ladeschluß-Spannung etwas erhöht wurde und ein Temperaturfühler die letztendliche Abschaltung übernahm.

Soweit der Ausflug in die Vergangenheit.

Jetzt meine Fragen:
Ist es möglich mit einer Schaltung, bei der die Ladeschluß-Spannung definiert ist, LiPolys zu laden?

[ 27. August 2003, 11:30: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]
 

Eckehard

User
Hallo Claus!

ja, die L200 Zeiten kenne ich auch noch, aber die hingen damals an den PB Accus meier Schiffe....

Und die LiPoly lade technik ist ja der PB BleiAccus Ladetechnik sehr ähnlich:

1. Spannungsbegrenzt laden bis ZellenLadeSchluß Spannung.
Bei Blei: 2,3 Volt
Bei LiPoly: 4,2 Volt

Aber, bitte nicht die Kapazität der Zellen vergessen!

Denn: Du mußt ja bei LiPoly unter 1C Ladestrom bleiben

2. Zusätzlich Ladestrom auf max (fließt wenn Accu leer) 1C begrenzen!

Ich denke, wenn Du diese 2 Punkte beachtest, kann man einen einfachen schnuckeligen ReiseLader basteln..... ;)

Grüße

Eckehard
 
Hallo Claus,

ich bin gerade dabei, ein Lipoly Ladegerät zu bauen. Naja, ich will gleich die Bauteile bestellen...
Grundlage ist der Lader, der auch intensiv bei RC-Groups diskutiert wurde. Da wird auch ein Lader beschrieben, der auf dem LM317T basiert, aber ich habe mich für den L200 entschieden.

Spannung auf 4,2V eingestellt, Ladestrom auf knapp 1C (bei mir 500mA)

Ich habe drei Zellen in Reihe in einem Slowflyer und habe mich dafür entschieden, jeder Zelle einzeln zu laden, also drei einzelne Ladegeräte einzusetzen.
Hiervon verspreche ich mir größere Sicherheit, da die Zellen in der Spannung nicht auseinander driften können und ich dann beim Laden keine Probleme bekomme. :eek: Den Preis für die zwei zusätzlichen ICs will ich gerne tragen (sogar bei Conrad nur 5€)

Problematisch ist nur die Verlustleistung: Pro Ladestufe habe ich 5,5W Verlustleistung die verheizt werden wollen. Bisher habe ich noch keine *einfache* Methode gefunden, um die knapp 14V Eingangsspannung auf 7,5V zu senken. Wenn da jemand eine Idee hat, her damit!

Daniel Rinninsland hat auf www.lipoly.de auch einen Lader beschrieben, etwas intelligenter mit Spezial-ICs und Schaltregler. Ist mir aber etwas kompliziert... :cool:

Wenn Du näheres wissen möchtest, melde dich.

bis bald,
Thorsten

P.S.
Vielleicht sollte ich den Aufbau usw. fürs Magazin dokumentieren... :D

[ 27. August 2003, 13:42: Beitrag editiert von: earthquake ]
 

Claus Eckert

Moderator
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Hallo Thorsten,

Vielleicht sollte ich den Aufbau usw. fürs Magazin dokumentieren
unbedingt!!

L 200 liegt bei Conrad bei 2.30 Euro/Stck. Ich erinnere mich mal so um die 1,10 DM bezahlt zu haben. Kann das erst zwei Jahrzehnte her sein? ;)

Die Strombegrenzung hängt natürlich von der Kapazität der LiPoly´s ab.
Die Verlustleistung habe ich damals über einen ziemlich großen Kühlkörper abgeführt. Da waren dann gleich fünf L 200 drauf, da ich mehrere von den Six-Packs gleichzeitig geladen habe.

Übrigens war das ganze "relativ frei" verdrahtet, da ich ja nur wenig Bauteile benöigt habe. Heute würde man das inklusive Poti einschrumpfen. Damals kannte ich noch keinen Schrumpfschlauch.

[ 27. August 2003, 14:36: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]
 

Claus Eckert

Moderator
Teammitglied
Hallo,

habe gerade mal in der Vergangenheit gewühlt und siehe da:
Die "Luxusausführung" von Anfang der 80er lebt noch.







In der linken oberen Ecke des Gehäuses war der Eingang. Unten rechts konnte man ein Messinstrument anstecken. Mit drücken des entsprechenden Taster konnte man den Strom oder die Spannung ablesen. Weiß ich jetzt nicht mehr genau.
Die Akku´s wurden auf der Gehäuseoberseite eingesteckt.Mit den Potis die Spannung fest eingestellt. Die beiden Ausgänge links waren für die Senderakku´s. D.h. Robbe hatte glaube ich acht und MPX sechs Zellen im Sender. Die anderen Ausgänge waren für 7,2 Volt ausgelegt.
Die Bauausführung entspricht nicht unbedingt einem professionellem Standart, aber es funktionierte.
Werde heute abend mal alles durchchecken. Ja und dann werde ich mal ganz schnell LiPolys bestellen.

[ 27. August 2003, 15:17: Beitrag editiert von: Claus Eckert ]
 
Hallo,
wie ist das wenn ich jetzt eine solche Zellen an meinem Orbit Lader ranhänge. Der läd dann mit der max eingestelten Strom und wenn die Ladespannung bei einem Ladestrom C1 erreicht wird regelt er den Ladestrom runter bis wieder die Ladeschlusspannung ereicht ist................
Dann dauert das ja Ewig bis man die Zellen voll bekommt.

Oder liege ich da jetzt falsch??

mfg Mike
 

Claus Eckert

Moderator
Teammitglied
Hallo,

ich habe ein paar Messungen mit normalen NC-Akkus am L 200 gemacht und mir das ganze Thema noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Das Problem ist, wenn die Akkuspannung steigt, dann sinkt der Strom. D.h. die Zellen werden voll - aber irgendwann. Zumindest bei den NC-Zellen hat das ewig gedauert.

Weiter oben hatte ich ja schon mal geschrieben, dass wir damals die Entladeschlußspannung erhöht hatten und dann über einen Temperaturfühler abgeschaltet haben.
Das geht bei LiPolys natürlich nicht.
Folglich benötigt man eine Möglichkeit den Ladestrom so lange auf 1 C zu lassen, bis kurz vor Erreichen der Ladeschlußspannung z.B. 4,2 Volt bei LiPolys. Und wie ist denn das Verhalten der LiPolys ohne Last. Erholen die sich da vielleicht sogar auf 4,2 Volt?
Tja, wenn das alles so einfach wäre, dann gäbe es keine Schulze- und Orbit Lader. ;)
Vielleicht steht mein Ultra Duo Profi bald in der Börse :D

Viele Grüße

Claus, der jetzt weiß warum er sein Ladegerät eingemottet hatte :D
 
Moin Jungs,

ich habe mir eben Claus' Anmerkungen im Beitrag vor diesem durch den Kopf gehen lassen.

Wenn ich das Ladeverfahren für LiPolys richtig verstanden habe, dann ist wichtig, dass
  • die Zellen keine Ladespannung >4,2V haben sollen und
  • der Ladestrom 1C nicht übersteigt.
Wenn ich mir jetzt den L200 ansehe, dann macht der doch genau das was die LiPolys wollen:
Er stellt 4,2V Ladespannung zur Verfügung, begrenzt dabei den Strom aber auf 1C.
Werden die Zellen langsam voller, wird nicht mehr der volle Ladestrom fließen, da die Spannung auf 4,2V gehalten wird.

Bei NC-Zellen ist die Ladespannung eher unwichtig; die stellt sich eh ein, wenn ich den Strom begrenze. Und das ist das worauf es bei NC-Zellen ankommt: Die können halt keinen beliebig hohen Strom ab.

Also ist der L200 gut für LiPolys und Pb-Gel-Akkus (die auch mit Konstantspannung geladen werden wollen) geeignet, für NCs und NiMHs eher weniger, da es hier schnellere Verfahren gibt.

Ich bin elektronisch nicht wirklich bewandert, also korrigiert mich gerne, wenn ich Stuss schreibe... :D

bis bald,

Thorsten
(der jetzt ein neues Layout für seinen Lader bastelt...)
 

Claus Eckert

Moderator
Teammitglied
Hallo Thorsten,

Werden die Zellen langsam voller, wird nicht mehr der volle Ladestrom fließen, da die Spannung auf 4,2V gehalten wird
Das ist richtig. Dummerweise sinkt aber der Ladestrom derart, dass die Zellen wohl ewig brauchen bis sie voll werden.
Ich vermute (weiß ich aber nicht wirklich), das Verhalten des L 200 ist linear.

Ich stelle mir vor, der Ladestrom soll erst bei Erreichen von 4,2 Volt, von 1 C auf fast 0,0 A sinken. Und nicht schon vorher weniger werden, wie es beim L 200 passiert.

Dann ist der Akku wirklich mit 1C, also auch der Zeit entsprechend geladen.

Übrigens bin ich auch kein Elektroniker :D
Also Fachleute helft uns :) :)
 
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