Luftblasen im Laminat

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Es sollte keine schöne Sichtkohlehaube werden. Wollte einfach mal eine Haube aus der Negativform rausziehen. Ich glaub da muss ich nicht viel kommentieren.

Aufbau: Laminierharz. Nach dem Angelieren nochmal Laminierharz, 110er Glas, dann 400er Kohle reingelegt und von oben getränkt.
Vorneweg: die Oberfläche ist super.

Einige Lufteinschlüsse erklären sich von selbst. Dort, wo sich Kohlegewebe überlappt ist Luft, da das Gewebe viel zu dick und zu starr ist.
Aber wie erklären sich die tausenden kleinen Bläschen und besonders die größeren Hohlräume?
Ist dies bei dieser Gewebestärke nur mit Hilfe von Vakuum zu erreichen?

Vorschlag nächster Aufbau: 3x110er, dann 200er Kohle der Steifigkeit wegen.
 
Aufbau: Laminierharz. Nach dem Angelieren nochmal Laminierharz, 110er Glas, dann 400er Kohle reingelegt und von oben getränkt.Vorschlag nächster Aufbau: 3x110er, dann 200er Kohle der Steifigkeit wegen.

Hallo Heinz,

Du hast Deinen Fehler schon schön selber beschrieben:
...Kohle reingelegt und von oben getränkt...
Beim nächsten Versuch gehst Du vielleicht mal so vor:

Nach dem Trennen eine dünne Schicht tixotropiertes Harz (evtl. ganz leich(!) schwarz einfärben), dann Harz drüber. Aber vorsichtig, damit Du das Tixo nicht wegpinselst!
Anschließend eine Lage 110er auflegen und mit TROCKENEM Pinsel vorsichtig VON UNTEN durchtränken. Wenn diese Lage sauber entlüftet ist, kann Du dann ausreichend (!) Harz für die nächste Lage aufbringen.

Wenn Du beim Abschätzen der richtigen Menge Probleme hast, lege einfach den Gewebezuschnitt auf die Waage - ebensoviel Harz solltest Du auf der Fläche gleichmäßig verteilen...
Dann die Lage Kohle drauf und wieder mit dem TROCKENEN Pinsel von unten durchtränken...

Der Trick ist einfach das Harz von unten durch das Gewebe zu drücken. Hintergrund ist die Eigenschaft von Geweben, das diese luftundurchlässig werden, sobald sie nass sind und Du die Luft einsperrst... So kommt aber das Harz von unten und die Luft kann durchs Gewebe nach oben raus.

Und dann sollte das schon werden!

Gruß

Tobias

PS.: Ich denke eine Lage 91110er und eine Lage CF200 reichen aber für einen Kabinenhaube, es sei Du möchtest regelmäßig auf dem Rücken landen! ;)
 
Hallo Tobias,

Nach dem Trennen eine dünne Schicht tixotropiertes Harz (evtl. ganz leich(!) schwarz einfärben), dann Harz drüber. Aber vorsichtig, damit Du das Tixo nicht wegpinselst!

Das habe ich ja im Prinzip gemacht. Ich habe nur statt thixotropem Harz eben normales Harz genommen, dieses anhärten lassen und haben dann nochmal frisches Harz aufgetragen, damit das 110er auch von unten durchtränkt wird.
Wie schon gesagt, die Oberfläche ist top, da gibts nichts zu meckern. In der Oberfläche sind also keine Luftblasen, nur zwischen 110er und 400er.

Hintergrund ist die Eigenschaft von Geweben, das diese luftundurchlässig werden, sobald sie nass sind und Du die Luft einsperrst...

Ich stimme dir zu, zumindest bei schwerem Gewebe. Bei (leichtem) Glasgewebe hatte ich das Problem nie. Das 110er ist zum Teil nur von oben durchtränkt, das hat echt gut funktioniert. Vor allen Dingen hat man hier eben eine gute Sichtkontrolle (Transparenz des Laminats).

Also besteht der Trick nur darin, auf das Glasgewebe genug Harz aufzutragen, so dass sich das Kohlegewebe von unten vollsaugt?

Ließe sich das ganze mit Vakuum verbessern?

PS.: Ich denke eine Lage 91110er und eine Lage CF200 reichen aber für einen Kabinenhaube, es sei Du möchtest regelmäßig auf dem Rücken landen!

Nene, die muss schon rückenlandefest sein :D
Die Kabinenhaube soll nur ein "Backup" der Form sein. Bei der Form habe ich so viele Fehler gemacht habe, dass diese strukturell sehr schwach ist. Ich befürchte, dass sie beim Entformen des Tiefziehklotzes zerstört werden könnte. Darum einfach mal diese Sicherung, auf dass ich mir zur Not eine neue Form bauen kann, Gewicht ist also egal. Lieber etwas stabiler.
 
Das 110g/m² Glasgewebe ist sehr dicht gewebt. Nimm mal ein 80iger oder ein 56g/m² Glasgewebe.
Das 400g/m² C-Gewebe braucht viel mehr Harz als es bei deinem Bauteil zu sehen gibt. Du solltest auch das C-Gewebe gründlicher antupfen oder nach dem laminieren mit einer Entlüftungsrolle entlüften um die eingeschlossenen Blasen zu beseitigen. Mit 200g/m² C-Gewebe geht dies ebenfalls besser, kannst ja zwei Lagen nehmen.
Mit Vakuum wird es schon besser wenn du dann mit dem Daumen das Laminat überall noch mal andrückst und die Blasen herausdrückst. Ich habe da schon schlechte Erfahrung gemacht, da ich auch davon ausgegangen bin, dass das Vakuum alle Blasen beseitigt. Dies ist nicht der Fall! Die Blasen sollten vorher schon herausgedrückt oder gewalzt sein oder spätestens herausgedrückt werden wenn das Vakuum anliegt. Ich massiere das Laminat dann von der tiefsten Stelle der Form ausgehend zum Formenrand hin um sollche Einschlüsse herauszudrücken. Manche Gewebe sind sehr dicht und lassen mit Harz getränkt die Einschlüsse nicht heraus. Mit UD-Gelegen ist es besonders schlimm wenn man sie nur einlegt und nur kurz antupft.
 
Form

Form

Hallo Heinz,

ich würde so vorgehen:
1. leicht angedicktes Harz einbringen - angelieren lassen
2. 3 - 4 Lagen 80 gr. Glasgewebe einbringen - dabei satt tränken und auf Blasen achten - wieder angelieren lassen
3. dickes Gewebe z.B. 400 gr Kohle ebenfalls gut getränkt aufbringen. Dieses kannst Du vorher tränken ( auf einer Folie mit Rolle).
Überlappungen vorher mit Mumpe ausgleichen.

Viel Glück!

Gruß Olaf
 
Danke für die Antworten, ich werds mal so ausprobieren.

Mit einer Entlüftungsrolle meinst du so ne Moltoprenwalze ausm Baumarkt?
 
So mal in meinem Leer Buch Kram .... nein scherzt bei Seite

Die lagen sollten möglichst immer von unten nach oben durchtränkt werden und zwar mit mindestens 2/3 der nötigen Matrix menge in der Form bevor das Gewebe rein Kommt.

Der Pinsel mus nicht trocken sein, gut abgestreift reicht auch.

Und dann Tupfen bis der Arzt kommt und eine Sehnenscheiden Entzündung diagnostiziert^^

Durch das Tupfen werden noch übrig gebliebene Blasen Nach oben raus befördert.

Ein Vakuum kann natürlich helfen ist aber "nur um einen Sicherheits- Abdruck zu bekommen" doch recht aufwändig.
 
dickes Gewebe z.B. 400 gr Kohle ebenfalls gut getränkt aufbringen. Dieses kannst Du vorher tränken ( auf einer Folie mit Rolle).

Ist es nicht so, dass ich dann erst recht Luftblasen reinbekomme? Ich habe das Kohlegewebe an einer Stelle abgehoben und wieder draufgelegt. Daraufhin hatte ich einige große Luftblasen drunter, welche ich mit der Hand versucht habe, rauszuschieben. Aber man sieht ja leider nichts.
 
Eine Entlüftungsrolle findest du z.B. bei R&G. Es ist keine Moltoprenrolle!
Eine Entlüftungsrolle besteht meist aus Metallscheiben die auf einer Achse montiert sind und einen freiraum zueinander haben.
 
So etwas da, allerdings aus Teflon (die Walze):
 

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Hi,

halt dich an die Dinge die Tobi dir gesagt hat, er weiß wovon er redet und es sind die entscheidenen. Extern tränken ist Gift, Entlüftungsrollen eh nicnt nötig bei korrektem Vorgehen. Mit etwas Mühe und Übung sieht es dann vielleicht so aus wie auf dem Bild von einer meiner Kohle-Kabinenhauben.

Gruß Arne

Kohlehaube 80er 3.JPG
 
Danke für die Tipps,


@Arne: so, wies der Tobias beschrieben hat, werde ich es jetzt machen.

Hast du bei deiner Kohlehaube nur Kohlegewebe verwendet oder befindet sich Außen auch eine Lage Glasgewebe?
Des weiteren frage ich mich, wie du es geschafft hast, keinerlei Blasen im Laminat zu haben - damit meine ich die ganz kleinen Bläschen, welche sich im Laminierharz wiederfinden.

Und gerade wenn ich dem Harz Thixotropiermittel beimische, habe ich nacher viele Blasen drin, da die Luft bedingt durch die hohe Viskosität nicht entweichen kann....
 
...Harz Thixotropiermittel beimische, habe ich nacher viele Blasen drin, da die Luft bedingt durch die hohe Viskosität nicht entweichen kann....
Das ist wirklich ein Problem, das aber nur im Becher besteht! Wenn Du das Tixo in die Form streichst, pinselst Du halt solange, bis die letzten Aerosilkrümel und Luftblasen raus sind.
Die Tixoschicht ist auch wirklich ehr ein Film als eine Schicht, also sehr dünn aber gleichmäßig.

Keine Luftblasen im Laminat erreichst Du, wenn Du sorgsam arbeitest, da hilft auch kein Vakuum, wie viele glauben...

Gruß

Tobias
 
Hallo,


dieses mal habe ich einige Ratschläge beherzigt. 110er Glas, 200er Kohle (besser drapierbar als 400er).

Das Ergebnis ist besser geworden, allerdings habe ich immer noch Lufteinschlüsse (auch viele sehr kleine Blasen).
Das Glasgewebe konnte ich Luftblasenfrei einlegen, die Lufteinschlüsse sind wieder zwischen Glas und Kohle. Mit Harz wurde nicht gespart.

Ich habe das Kohlegewebe allerdings extern vorgetränkt, da das "von unten Tränken" in der Form einfach nicht möglich war. Die benötigte Harzmenge, welche auf der Fläche hätte verteilt werden müssen war viel zu hoch, das wäre alles im tiefsten Punkt zusammengeflossen.
Auch das Einlegen des Gewebes geht nicht mit einem Aufwasch perfekt, da muss noch viel angehoben, eingeschnitten, hin- und hergerückt werden.

Um Luftblasen rauszubekommen, habe ich nach dem Einlegen alles angetupft und danach mit einer Moltoprenrolle vom tiefsten Punkt zum Rand gewalzt.

Die einzige Möglichkeit, wie man eine perfekte Kohleoberfläche hinbekommt, ist meines Erachtens nach die Vakuuminfusion.
Ich habe noch mit jemandem der Akaflieg Stuttgart geredet, welcher meinte, dass die Luftblasen mit der normalen Vakuumtechnik auch rausgehen sollten, sofern auf dem Laminat Abreißgewebe und z.B. Toilettenpapier sind (d.h. Luftblasen würden laut ihm durch das getränkte Gewebe rausgedrückt).

Da ich jetzt zwei "Backups" habe, bin ich vom Kabinenhauben herstellen erstmal geheilt. Ich wollte euch nur mal meine Erfahrungen mitteilen; und eine perfekte Kohleoptik war ja nie das Ziel - allerdings ist und bleibt es eine Herausforderung.
Würde mich schon schwer interessieren, wie ihr eure zum Teil perfekten Hauben ohne Vakuum hinbekommt.
 
Ich habe das Kohlegewebe allerdings extern vorgetränkt

Immer noch falsch

Die benötigte Harzmenge, welche auf der Fläche hätte verteilt werden müssen war viel zu hoch, das wäre alles im tiefsten Punkt zusammengeflossen.

Dann musst du es eben etwas thixotropieren. Etwas nachtränken von oben ist auch nicht mehr schlimm.

Auch das Einlegen des Gewebes geht nicht mit einem Aufwasch perfekt, da muss noch viel angehoben, eingeschnitten, hin- und hergerückt werden.

Falsch bei deiner Geometrie. Ich sag einfach mal die Stichworte Erfahrung und Übung.

Die einzige Möglichkeit, wie man eine perfekte Kohleoberfläche hinbekommt, ist meines Erachtens nach die Vakuuminfusion.

Sehe ich anders, siehe oben, handlaminiert wie schon von Tobi und mir beschrieben.

Ich habe noch mit jemandem der Akaflieg Stuttgart geredet, welcher meinte, dass die Luftblasen mit der normalen Vakuumtechnik auch rausgehen sollten, sofern auf dem Laminat Abreißgewebe und z.B. Toilettenpapier sind (d.h. Luftblasen würden laut ihm durch das getränkte Gewebe rausgedrückt).

Und die die evtl. doch drin bleiben saugt es im Vakuum schön groß. Vakuum ist kein Allheilmittel.

Würde mich schon schwer interessieren, wie ihr eure zum Teil perfekten Hauben ohne Vakuum hinbekommt.

Steht doch oben und auch nicht in spanisch...

Gruß Arne
 
Muß auch was dazu fragen:
Wie ist es wenn er die Glasschicht auf dem Arbeitstisch auf die erste Lage Kohle legt und tränkt damit der Verbund blasenfrei ist? Dann die zwei Lagen in die Form legt und den Rest laminiert? Ist nur ein Gedanke! Sollte ja dann auch blasenfrei sein, oder? Hab es selbst noch nicht gemacht, aber vom Gedanken her sollte es ja dann ok sein. Wenn ich das Glas auf die Kohle tränke sehe ich gleich ob es blasenfrei ist. Hat das schon wer probiert?
 
Dann hast du halt die Blasen zwischen Form und Gewebelagen und damit als Lunker direkt an der Oberfläche...
Ich verstehe nicht, warum man hier nachfragt und dann alle Tips ignoriert und es genauso schlecht weitermacht. Sowas sind u.a. die Gründe, warum ich hier immer weniger Lust habe zu helfen. Ich mache das gerne aber es sollte auch einen Sinn machen.

Gruß Arne
 
War kein Ignorieren deiner Tips. Bitte nicht falsch verstehen. Nur wer fragt lernt! Und da diese Frage noch nicht gestellt und beantwortet wurde hab ich sie gestellt. Jetzt ist sie auch beantwortet und somit verworfen.
Danke für die Antwort.
 
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