Luftschraube nach 50 Flügen tauschen (Beipackzettel Hinweis)

kreidler

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Nach langer Zeit habe ich mir neue Propeller für ein neues Projekt bestellen müssen. Im Speziellen geht es hier um einen aero-naut Power-Prop. Propeller sind heute angekommen und normalerweise schmeiße ich die Beipackzettel ungelesen weg (frei nach dem Motto - Wozu lesen, wenn ich auch 3h basteln kann;)).

Hier fiel mir aber irgendwie der letzte Satz irgendwie auf: "15. Nach maximal 50 Flügen muss die Luftschraube gegen eine neue ausgetauscht werden."

Ich kenne ja die Zwänge von Haftungsausschlüssen, aber dieses Ding schießt meiner Meinung nach ein wenig über das Ziel hinaus und schränkt die Nutzung des Produktes doch erheblich ein. Gibt es derlei Hinweise mittlerweile auch bei anderen Herstellern?
 

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Papa14

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kreidler

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Danke Peter,

ich dachte schon, dass sich keiner an die Fragestellung rantraut. Es könnte auch dem US-Produkthaftungs-Blabla geschuldet sein, da die Rückseite eine englische Übersetzung bereithält.

Bei https://www.rc-network.de/threads/aeronaut-cam-carbon-ls-blatt-abgerissen.162178/ geht es ja zu 99% um defekte ACC als Klapplatte und passende Alternativen. Dann kommt alle paar Seiten der Hinweis auf heißes Wasser, was bei zu trockener Lagerung für PA durchaus hilfreich sein kann. Dazu passend dann Punkt 13 des aktuellen Beipackzettels :D -> kein heißes Wasser (von einem Power-Prop starr).

Ich habe jetzt nicht alle 21 Seiten des verlinkten Freds von 2008 beginnend durchgelesen, ob da auch Beipackzettel-Hinweise auf regelmäßiges Ersetzen versteckt waren, aber irgendwie kommt mir Punkt 15 als Resultat der Defekte vor.

Daher auch meine Eingangsfrage: Gibt es noch mehr Luftschrauben-Hersteller die die Produkthaftung möglichst großräumig auf den Kunden abwälzen? Bei älteren original verpackten APC finde ich solche Hinweise nicht. Ich werde mal beim Händler anrufen und nach deren Meinung dazu fragen...
 

postler

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Ich wüsste zugern, wie man einer Luftschraube ansehen soll, ob sie 40, 50 oder 60 Flüge hinter sich hat, falls es einen Reklamationsgrund geben sollte.


<<< nachfolgende Zeilen nicht ernst gemeint >>>
Dann ist noch die Frage wie lang jeder Flug war.
Dann die Frage, muss nicht noch per Telemetrie aufgezeigt werden, wie lange der Prob bei den verschiedenen Drehzahlen verwendet wurde?
Mal ganz zu schweigen von der maximalen Drehzahl 😱
 

Papa14

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Dann kommt alle paar Seiten der Hinweis auf heißes Wasser, was bei zu trockener Lagerung für PA durchaus hilfreich sein kann.
Das ist die alte Mähr, die für die guten alten Graupner Props gelten sollte - die waren aus Nylon und haben angeblich bis zu 2% Wasser aufgenommen (... oder so). Mir hat es in der Luft aber noch nie einen Prop zerissen. Einzig für die ganz heißen Webra Speedy (oder Rossi 2,5er) wurde "damals" schon empfohlen, einen Kohle-Prop zu verwenden (und die sind dann meistens bei der Landung im hohen Gras gebrochen ^^).

irgendwie kommt mir Punkt 15 als Resultat der Defekte vor
Nö, mir hat es einen nagelneuen ACC beim ersten Probelauf zerrissen.

Gibt es noch mehr Luftschrauben-Hersteller die die Produkthaftung möglichst großräumig auf den Kunden abwälzen?
Ich würde mal sagen - alle. Und wenn nicht heute, dann morgen. Keiner will sich Klagen aussetzen.

Ich wüsste zugern, wie man einer Luftschraube ansehen soll, ob sie 40, 50 oder 60 Flüge hinter sich hat, falls es einen Reklamationsgrund geben sollte.
Ziehe den Umkehrschluss - wenn sich dein Prop im Flug auflöst, dann ist der Flieger auch hinüber. Die Unwucht zerreißt den Rumpf, Akku und Motor fliegen raus, der Rest kommt unsanft runter. Dann beweise mal, dass der Prop der Auslöser war :D
 
Hallo Peter,
Das ist die alte Mähr, die für die guten alten Graupner Props gelten sollte - die waren aus Nylon und haben angeblich bis zu 2% Wasser aufgenommen (... oder so).
Sorry, aber das ist kein Märchen, sondern belastbares Faktum. 3-10% je nach Umgebung. Google mal: Polyamid, Wasseraufnahme.

Ich halte diese dubiosen Anweisungen für einen reinen Umsatzgenerator, keinesfalls die Nabe aufbohren, Austausch nach 50 Flügen - Frechheit!
Dass Aeronaut das Kochen verbietet, kann auch der Dummheit der Modellflieger geschuldet sein, die dann auch Propeller aus Holz, Polystyrol, ABS, CFK, GFK, etc, auch gleich mitkochen und damit zerstören. Heißes Wasser ist nur für Polyamid, dort aber sehr hilfreich.

Ich verwende Propeller jeden Alters, von neu - 70Jahre.
Bodenberührung mögen sie alle nicht, Platzer in der Luft sind sehr selten:

Zwei Grundregeln haben aber immer Bestand:
1. Brüche und Risse niemals kleben!
2. Elektroprops nie auf Verbrenner schrauben!
 
Das ist die alte Mähr, die für die guten alten Graupner Props gelten sollte - die waren aus Nylon und haben angeblich bis zu 2% Wasser aufgenommen:D

Hallo,

auch die Aeronaut Propeller bestehen aus Nylon und Kohlefaser.

Als Material wird ausschließlich eine eigene Mischung aus
Carbonfasern mit Nylon verarbeitet, die der Luftschraube eine hohe Verwindungsfestigkeit gibt und sich seit Jahren bei unseren
Luftschrauben bewährt hat.
Quelle: https://aero-naut.de/wp-content/uploads/2023/02/Antriebssysteme-Flugmodelle.pdf

Gruss
Micha
 

kreidler

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Dann wir wir schon mal Zwei 🥳.

Ich hatte gestern noch bei meinem Händler des Vertrauens angerufen und eine ziemlich irritierte Reaktion erhalten. Dem Mitarbeiter war bekannt, dass es "damals" zum Teil Probleme mit den ACC gab, die nicht auf Vorschädigungen reduziert werden konnten. Aber die 50 Flüge Sache war auch neu. Er will die Kunde im Hause verbreiten. Dann bin ich noch als Wadenbeißer tätig geworden und habe die Tausch-Vorschrift an aero-naut geschickt mit der Bitte um Kommentierung. Ich melde mich sobald ich eine Rückinfo bekomme.
 
Ich prüfe in der Zwischenzeit, ob der Füllstoff Carbonfaser der Grund für das Wasserverbot sein kann. Dem Glas ist das egal.
Gruß Andreas
 

kreidler

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Ich denke eher nicht. Je weniger PA vorhanden ist, desto geringer sollte die Wasseraufnahme sein. Festigkeit und Steifigkeit gehen mit steigender Feuchte runter, dafür steigt die Bruchdehnung. Gute Quelle (auch für Nicht-Chemiker verständlich;)): https://de.wikipedia.org/wiki/Konditionierung_(Polyamid)
Also je mehr Wasser im PA ist, desto elastischer (wabbeliger) wird das Material.

Ich habe in jungen Jahren sogar das eine oder andere Mal die Quellung versucht zu rechnen, damit die Bauteile sich weiter drehen konnten und nicht auf eine Welle festgingen (erschwerte Umgebungsbedingungen).
 

kreidler

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E-Mail vom Hersteller erhalten, da ich aber keine Freigabe zur Veröffentlichung mit angefragt habe, gebe die Antwort frei wieder:

Viele Anwender gehen leider nicht sehr pfleglich mit den Props um. Grundsätzlich sind Propeller Verschleißteile und müssen laufend kontrolliert werden. Je nach Motor (E oder V) kann es insbesondere bei Zweitaktern zu ständigen "Schlägen" kommen, die zu einer frühzeitigen Materialermüdung führen können. Moderne V-Motoren haben dieses Verhalten i.d.R. nicht mehr. Wenn ich nur Elektromotoren verwende ist das vorgenannte egal und es muss nur der normale Verschleiß beachtet werden.
Letzter Satz als Zitat: "Ob Sie die Propeller tauschen liegt natürlich bei Ihnen und Ihrem pfleglichen Umgang damit."

Lessons learnt: Beipackzettel das nächste Mal wie gewohnt ungelesen entsorgen:D.
 

bronco

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Mir hat es jetzt beim 16. Start meiner ASK 18, einen ACC Prop zerissen. Größe 18X11 mit Hacker A 50-12L, an 6 Zellen. Steig jetzt um auf GM. Gottseidank hält sich der Schaden in Grenzen.
 
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