Materialprüfung in Tragflächen

Flyingdoc-NRW

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Hallo zusammen,

es gibt ja immer mal wieder Tragflächen, die nicht ordentlich verarbeitet sind, insbesondere, wenn falsche Harze genutzt werden oder zu viel Harz an einer Stelle das Styropor durch die Hitze auflöst und damit dann Löcher innerhalb der Tragfläche entstehen, die die Festigkeit beeinträchtigen.

Gibts eine Methode, um genau dies zu überprüfen, ohne die Tragfläche aufzuschneiden??

Grüße
ali
 

PIK 20

User
Hallo ali,

von solchen Herstellungsfehlern habe ich noch nichts gehört. Sind die dir deiner Fantasie entsprungen?
Wäre schön so etwas mal bebildert begutachten, bzw. staunend bewundern könnten.

Gruß Heinz
 

Flyingdoc-NRW

User gesperrt
Ja doch, ich weiss gar nicht, ob ich die Firma hier nennen darf - ich erkundige mich mal.

Aber wie auch immer, es sind von einigen Jet mit Styro-Abachi-Flächen schon welche vom Himmel gefallen, da genau das Problem exsistiert. Bei meinem Jet war das Problem, dass die Tragfläche zwar ok war, aber z.B. die Abschlußleiste des HLW, in dem die Scharniere fürs Flap eingeharzt sind, nicht vollständig mit dem HLW verklebt war und bei einem schnellen Überflug nun das Flap anfing zu flattern.

Ich schau mal, ob ich von meinem Bekannten ein paar Bilder bekomme, falls der welche hat...
 
Natürlich gibt es Möglichkeiten, hau einfach mit dem Hammer drauf.
Wovon redest Du eigentlich? Falsche Harze? Wieso soll ein Hersteller falsche Harze, die wohl aufgrund ihrer reaktiven ( exothermen) Eigenschaft das Styro verbrennen? Bei den Schichtstärken unwahrscheinlich. Wie kommst Du drauf, daß das immer wieder vorkommt?
Bitte ZDF ! ZeigDieFotos:D
Edit gleich
 
Hohle Stellen hört man beim beklopfen evtl schon. Da genügt eben ein Hammer von 50 Gramm....
Wenn was hohl klingt, einfach mit einer Spritze PU-Kleber oder Harz mit Schaummittel rein, Pressen nicht vergessen. Wenn was spanisch vorkommt, aufschneiden....
Bei Serienfehlern den Herstellen in die Pflicht nehmen ( oder es wenigstens versuchen....)
 

Flyingdoc-NRW

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Ja, der Hersteller wurde schon in die Pflicht genommen, nun liegen bei einem Bekannten halt noch 10 Satz Flächen auf Lager.
Die Idee mit dem Hammer hatte ich auch schon, ist natürlich nicht zu 100% zuverlässig.

Mir kam die Idee möglicherweise die Tragflächen mal zu röntgen (ich hätte die Möglichkeit dazu), nur muss man natürlich wissen, wie eine normale und wie eine defekte Tragfläche in einer Röntgenaufnahme aussieht und welche "Normvarianten" es geben könnte (sprich welche Abweichungen noch normal sind und ob man sicher auch hier von ok oder nicht ok unterscheiden kann) . Einfach mal ausprobieren ist unprofessionell (..und im Umgang mit Röngtenstrahlen auch nicht verantwortungsvoll), daher auch hier die Frage, ob sich jemand mit einer Technik auskennt, die so einen Defekt sicher voraussagen könnte. Bei "richtigen" Fliegern werden ja ebenfalls Materialröntgenprüfungen durchgeführt, NUR bei anderen Materialien natürlich!! (z.B. http://www.roentgenpruefung.de/roentgenpruefung.html)
 

kalle123

User
Warum werden dann z.B. im manntragenden Segelflugzeugbau zur Qualitätssicherung von jeder Harzmischung mehrere protokollierte Rückstellproben genommen?

OK. Ist halt manntragend.

KH
 
Eine starke Halogenlampe dahinter bringt auch manches zutage....hab so schon Kabel, Holme und Servoausschnitte gefunden. Und natürlich stochern mit einer Nadel....wo Harz sein sollte und da ist nix, das findet man, allerdings keine Löcher in Styro
 

Harm

User
Ich habe schon miterleben können das richtige grosse Hohlräume in Abachi/Styro-Flächen anwesend waren. Ich denke das das passieren kann wenn mit eine metallerne geheizte Flächenpresse gearbeitet wird damit die Produktion effizienter abläuft.

Eine Methode womit man einigermassen mitbekommt was sich in die Fläche abspielt ist die folgende( geht aber nur mit schon ackierte oder bespannte Flächen):
Bei bestimmte Wetterlagen, war letzte woche so, ist die Flache noch schön warm im läufe des abends. Wenn dann später bei unbewolkten Himmel eine schnelle Wärmeabstrahlung aufkommt wird auf die Flachenoberseite Kondensation auftreten. Am anfang aber kondensiert es nicht überall. Wo es unter die Oberfläche gut isoliert ist kommen am schnellsten Kondenstropfen. Wo sich Holme, Stützrippen und Servoschächten befinden bleibt die Oberfläche zuerst glatt. Ist eine gute Methode um zu checken ob der versprochnene Holm tatsächlich da ist und wie lange sie in die Fläche reinragt.
 

PIK 20

User
Hallo ali,

Ja, der Hersteller wurde schon in die Pflicht genommen, nun liegen bei einem Bekannten halt noch 10 Satz Flächen auf Lager.

Was willst Du mit den 10 Paar dubiosen Flächen machen?
Selber fliegen? Sicher nicht.
Verkaufen? Mit diesem unsicheren Mist kannst Du dir nur Ärger einhandeln.
Also schick den Kram wieder zurück und verlang das Geld zurück.

Gruß Heinz


PS: Würdest Du mit Reifen gerne unterwegs sein, von denen bekannt ist dass sie auf Grund von Fertigungsmängeln jederzeit platzen können?
Oder sie gar weiter verkaufen?
 
Hallo,

interessanter Ansatz von Harm, könnte funktionieren.

Was aber sehr gut geht, ist mit einem zugespitzten Holzstäbchen leicht auf die Oberfläche drücken. Im streiflicht sieht man sehr genau, wo Hohlräume drunter sind, die Schale gibt nach.

Klaus.
 

Flyingdoc-NRW

User gesperrt
Danke für die doch wertvollen Tips (mal abgesehen von leider immer wieder unqualifizierten Beiträgen, die überall auftauchen). Ich denke, ich werde einiges mal ausprobieren und berichten...
 
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