Me 110 - Eigenbau

rolfm

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Hallo zusammen,

ich will mal versuchen, einen Baubericht zu posten. Vielleicht bekommt der eine oder andere Interesse, oder ich bekomme Lösungen für Probleme, die bis jetzt noch nicht aufgetaucht sind!

Letzte Woche habe ich nach einer 3-Seiten-Ansicht im Netz und Literatur den Plan und die Spantenrisse mit Bleistift gezeichnet. Die Rippen habe ich aber mit Programm ausgedruckt. Am Wochenende war alles auf Holz übertragen, heute war das Aussägen mit Laubsäge fertig und vorhin habe ich das linke Rumpfgerippe aufgelegt.

Aufgrund eines Youtube-Videos habe ich mich für 1 : 5 entschieden, also Großmodell, aber auch nicht zu groß - und schwer.

Das ergibt ff. Maße:

Spannweite: 3,26 m
Länge: 2,40 m
Flügelfläche: 1,53 qm
Gewicht: ca. 20 kg - nach Flächenbelastung hochgerechnet.
Motore: Auf jeden Fall Viertakter

Gruß Rolf
 

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Ewald

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Wow

Wow

Na das nenne ich mal ein Projekt! Sieht schon sehr gut aus. Bitte weiter berichten.

Viel Spass weiterhin.

Ewald
 

rolfm

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Laubsäge

Laubsäge

Also, bei den großen Rippen - die Wurzelrippe hat fast 70 cm - habe ich mit der Bandsäge nachgeholfen. Für die, die das Althergebrachte nicht so kennen: Man schneidet neben dem Strich. Mit Permagrit-Schleifladen putze ich dann den geringen Überstand weg, das geht auch bei Sperrholz ganz gut. So habe ich nur die Kosten für das Holz und die Arbeit natürlich. Die Löcher in den Spanten sind mit einem 9,5er Bohrer (der ist noch scharf, weil er nicht oft benutzt wird). Damit das Holz an der Unterseite nicht ausfranst, ist ein Stück rohe Spanplatte fest untergespannt und auf den Spant muß man während des Bohrens fest draufdrücken.

Gruß Rolf
 
Hallo Rolf, grosses Kompliment für diesen handwerklichen Holzbau, welche Laubsägeblätter verwendest du?
 

rolfm

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Laubsäge

Laubsäge

Hans,

ich habe ein ganzes Sammelsurium, z.T. im Baumarkt oder auf Messen gekauft. Früher hatte ich welche von Lux, die gehen aber jetzt langsam aus. In den Baumärkten gibt es Wisent, Meister. Manchmal ist ein Blatt dabei, da denkt man, man kann nicht mehr sägen, weil der Schnitt seitlich wegläuft. Die Qualität läßt halt nach. Wahrscheinlich kennst du das auch. Aber normalerweise tausche ich das Blatt aus, wenn es stumpf geworden ist. Bei 10-mm-Pappel verwende ich sehr starke Blätter. Wer weiß, wie lange es die noch gibt. Wenn ich nächstens wieder welche entdecke, werden sie gleich gebunkert.

Aber es ist gut, sich mal so auszutauschen. Sonst liest man eher über Fräskopfe, Fräsmaschinen und so. Damit ich nicht falschverstanden werde, ich habe großen Respekt vor denen, die CAD-Fräsen umgehen können. Aber in diesem Leben schaffe ich mir keine mehr an, sage ich immer.

Fahrwerke mache ich übrigens mit Drehbank und Metallfräsmaschine, das geht halt nicht anders. Allerdings sind die Maschinen analog!

Gruß Rolf
 

rolfm

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Flügel

Flügel

Bei der Auslegung des Flügels der 110 gibt es ein paar Besonderheiten. Im ersten Moment denkt man, Trapezflügel, einfache Sache. Beim genauen Betrachten der 3-Seiten-Ansicht (ich gehe davon aus, daß sie stimmt), fällt auf, daß die Oberseite des Mittelstücks bis zu den Gondeln horizontal verläuft. Also ist außerhalb der Gondel ein V-Knick. Da ich die Rippen immer mit Füßchen mache, habe ich die Füßchen an den ersten Rippen bis zur Gondel nach einer Zeichnung abgeändert.

Das Wurzelprofil ist NACA 2416, das auf NACA 2412 gestrakt ist. Man will ja die Proportionen des Originals erhalten, die hatten an der Wurzel immer dicke Profile. Das ist für die Statik auch gut. Ich komme mit 2 Doppel-T-Holmen aus, wobei nur 5 x 10er Kieferleisten verwendet werden. Je größer der Holmabstand, desto kleiner kann man die Holme dimensionieren. Der Flügel hat auch 1,5 Grad neg. Schränkung. Die Endrippe ist aber tief genug, um noch brauchbare Umströmung zu gewährleisten. Das ist bei Zweimots kritischer: Der Motor bläst die Tragfläche im Mittelstück an und erzeugt hohen Auftrieb. Außen ist die umströmende Luft wesentlich langsamer. Kommt dann noch eine sehr kurze Endrippe - wie z.B. bei der DC3 - hinzu, ist das Modell im Langsamflug nicht gerade gutmütig. Die Landeklappen und Ruder mache ich originalgetreu. Der Drehpunkt liegt unter der Tragfläche, die Ruder hängen an Auslegern. Der Drehpunkt ist Mittelpunkt eines Kreises, der sich an der oberen, überstehenden Kante der Beplankung vorbeidreht. Das muß man erst im Schnitt aufzeichnen.

Die Steckung ist ein 50-mm-Strongal-Rohr. Die zweiteiligen Flügel sind nicht zu groß und passen in einen Kombi. Zum Sichern verwende ich immer 2 Spannschlösser, von den Flügeln ragen Haken in den Rumpf. Über die Kabinenhaube werden sie stramm verdreht. Es müssen allerdings Kunststoffschlösser (M6) sein. Früher gab es die für Zäune. Jetzt mache ich die mit der Drehbank. Metallschlösser juckeln sich durch die Vibrationen schnell auf.
 

rolfm

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Die Nase fehlt, die mache ich später aus GFK. Das bietet sich an, weil beim Original das Oberteil wegen der Waffen abnehmbar war. Da kann man dann das Ballastgewicht und die Akkus schön weit vorn einbauen. Beim Einsetzen der Leisten habe ich gesehen, daß im Wesentlichen alles schön fluchtet. Wenn das Gerippe zusammengeleimt ist, lege ich ein längeres Metallineal auf. Es kann schon mal vorkommen, daß hier und da etwas weggenommen, oder gar im schlimmsten Fall etwas aufgefüttert werden muß.
 

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rolfm

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Gerade habe ich beide Hälften zusammengeklebt. War etwas stressig, ich mußte das Ganze nochmal trennen, weil etwas verrutscht. Jetzt stimmt alles. Wichtig ist das horizontale Aufbocken, wenn jetzt eine Verdrehung passiert, bekommt man das nicht mehr raus. Hier hilft der Blick von vorne hinein, das Auge erkennt jede Abweichung.
 

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Hallo Rolf,

schönes Projekt und tolle Bauweise, mal gespannt wie's weitergeht. Bist nicht der Einzige der noch von Hand Teile aussägt :)

Zu der Frage von Hans nach den Laubsägeblättern: Ich hab noch einen Laden in dem ich die Blätter vom Bild unten bekomme. Die sind wesentlich haltbarer und sägen sauberer als die üblichen Baumarktblätter. Letztere werden relativ schnell stumpf und/oder verbiegen sich schneller (der Stahl wird vermutlich einfach weicher sein). Für dünnes Pappelsperrholz nehme ich mittlerweile feine Metallsägeblätter. Laufen nicht so gut gerade aus, aber das Holz franst nicht mehr aus.

Grüße, Timo
 

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rolfm

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Laubsägeblätter

Laubsägeblätter

Hallo Timo,

ich habe gesehen, du hast eine ähnliche Bauweise wie ich, aber ich sehe, du baust leichter, prima! Die abgebildeten Blätter sind die selben wie von LUX, nur daß halt ein anderer Name draufsteht. Den Trick mit den Metallsägeblätter kenne ich auch. Geht dann schlecht, wenn man im Schnitt zurück muß, wegen der fehlenden Schränkung.

Gruß Rolf
 

rolfm

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Wurzelrippen

Wurzelrippen

Heute habe ich die Wurzelrippen angebaut. Kontrolliert habe ich den korrekten Sitz durch Messen und mit einer kleinen Wasserwaage. Im Heck sitzt eine Seilwippe für die Höhenruderstoßstange. Wenn man bedenkt, daß ein Standardservo min. 60g wiegt und ein Nasenballastfaktor von 2,4 vorhanden ist, ist es schon angebracht, hier Gewicht im Heck zu sparen. Die Seilanlenkung ist spielfrei, da die Seile gespannt werden. Die 2 Seitenruderservos müssen aber ins Höhenleitwerk, sonst wird das zu umständlich.
 

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LUMO

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Hallo Rolf,
die Bf 110 ist schon ein Sahneteil als Vorbild und dann in der Größe wie Du sie baust.
Freue mich jedesmal wenn Du neue Bilder veröffentlichst.
Übrigens werden meine Bauteile auch nur mit der Dekupiersäge gesägt, dann sind wir ja schon 3 ;)
Servus Lutz
 
Bei der Auslegung des Flügels der 110 gibt es ein paar Besonderheiten. Im ersten Moment denkt man, Trapezflügel, einfache Sache. Beim genauen Betrachten der 3-Seiten-Ansicht (ich gehe davon aus, daß sie stimmt), fällt auf, daß die Oberseite des Mittelstücks bis zu den Gondeln horizontal verläuft. Also ist außerhalb der Gondel ein V-Knick. Da ich die Rippen immer mit Füßchen mache, habe ich die Füßchen an den ersten Rippen bis zur Gondel nach einer Zeichnung abgeändert.
Soweit richtig. Die Unterseite läuft aber gerade durch. Umkehrschluss: Der Profilstrak geht nicht linear durch. Vielmehr ist der Flügel in zwei Abschnitten konstruiert, einer Wurzel bis Gondel mit stärkerer Verdünnung, der zweite Gondel bis Randbogen mit weniger. Die Dicken der Profile an den jeweiligen Stützstellen sind so zu wählen, dass sich der richtige Verlauf oben und unten ergibt.
Wobei das den gemeinen Effekt hätte, dass Nasen-und Endleiste auch nicht gerade durchgehen. Ich glaube, das würde ich dahingehen hin-"bescheissen" dass ich die Verdickung am Innenflügel nur in den Profilteil über der Profilsehne gehen lasse, die Wölbung innen also etwas höher mache.
Also die Profilkontur oberhalb der Profilsehne vertikal skalieren, dass sich die nötige Dicke an der Wurzel ergibt.
 

rolfm

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@ Markus

@ Markus

Stimmt, die Überlegungen habe ich mir auch gemacht, war mir aber zu kompliziert. Außerdem sind die Rippen schon gemacht. Bei der Landeklappe wird es einen leichten Knick geben, ich denke daß sich das trotzdem machen läßt.
Gruß Rolf
 
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