Meine erste Negativform

Hallo Jörg,

ich kombiniere Aufblasen nicht mit Klebeleiste, sondern Klebeleiste mit Vakuumpressen.
Richtig, der Aufwand der Klebeleiste ist höher....aber wie sagt man so schön...am Ende der Schlacht werden die Leichen oder besser der Ausschuß gezählt. Ich kann mir beim Verkauf keine schlechten Nähte mit Lunkern erlauben, daher die Klebeleiste, aber welches Verfahren für wen besser ist, muß jeder für sich entscheiden. Bei mir hat sich halt die Klebeleiste herauskristallisiert.

LG
Thomas
 
In der F3K Baureihe zeigen Norbert Wigbels und Jan Henning viele Tips zum Bauen von F3K Modellen. Unter anderem auch zum Aufblasen der Rümpfe in der Rumpfform und wie sie ohne Verklebeleisten, sondern mit Gewebeüberstand, der durch das Aufblasen an das andere Gewebe in der zweiten Formhälfte angepresst wird, arbeiten.
Der Trick, wie man die Formen trotz des Überstands einfach passgenau zusammenbringt ist so einfach wie genial. Es ist Teil 14 der Bauserie auf YouTube. Ich hoffe der folgende Link funktioniert



Best! Dirk
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Thomas,

danke für Deine Antwort! Ich verstehe Deine Vorgehensweise und Deinen Hintergrund soweit.

Ich habe selber häufig das Problem, dass sich beim Absaugen mit Verklebeleisten das Laminat der Halbschale beim Vorbereiten zum Verkleben aus der Form löst und das Klebeharz dann zwischen Form und Laminat diffundiert. Damit wird der Nahtbereich dann auch nicht mehr schön.
Allerdings sind das meist dünnwandige F5B-Rümpfe......Ich kann mir vorstellen, dass ein entsprechend "stabiler" Rumpfaufbau so wie bei Dir hier besser funktioniert.
Aber ich glaube, wir weichen hier gerade vom eigentlichen Thema ab.

VG
Jörg
 
Möglicherweise unterläuft Ihnen beim Verkleben des Rumpfes ein kleiner Fehler. Tragen Sie zunächst etwas Aerosil-Harz auf die Kanten auf und schieben Sie die Überlappungen beim Falten zwischen die Kanten und die Überlappung. Verschrauben Sie den Rumpf außerdem nicht vollständig. Lassen Sie einen 1 mm breiten Spalt zwischen den Formen. Blasen Sie den Ballon auf, warten Sie 15 Minuten, bis das überschüssige Harz abgelaufen ist, und ziehen Sie die Formen erst dann fest. Meiner Meinung nach kann die Luft nicht entweichen und bleibt daher an den Kanten. Manche formen eine Ablaufrinne um den Rumpf herum, damit überschüssiges Harz und Luft aus der Form entweichen können. Der Ballon hält die Luft in der Form lediglich fest und versucht, sie herauszudrücken. Die größte Gefahr für Undichtigkeiten besteht an der V

Das hast du Recht! Die Formen habe ich gleich zu Beginn relativ fest zugezogen.
 
Das sind immer Kleinigkeiten. Festziehen, dabei einen 1 mm breiten Spalt lassen, aufpumpen und kurz warten. Das Harz ist dickflüssig und tritt sofort wie Wasser aus. 15 Minuten warten, dann langsam festziehen. Das Band erfordert Zugang und schwächt üblicherweise den Rumpf, der an der Verbindungsstelle reißen kann. Es ist kein gleichmäßiges Laminat wie bei einer Überlappungsverbindung ohne Band.
 
Also für den ersten eigenen Rumpf finde ich das Ergebnis absolut in Ordnung. Luftblasen und evtl. etwas höheres Gewicht sind da doch völlig zweitrangig. Ein sicheres Entformen und ein dichter Ballon sind doch schonmal top!

Ein Umstellen auf langsameren Härter wird wahrscheinlich schon einen riesen Unterschied machen. Dann wird das Gewicht auch runtergehen, einfach weil mehr Harz rausgepresst wird. Wenn man die Form erst noch einen Spalt offen lässt, hätte ich Angst, dass das Gewebe vom Überlapp vom Ballon in die Trennebene gedrückt wird.
 
Denke das ist abhängig davon, wie stark man die Form offen hält, bis das Harz abgeflossen ist, um nicht Gefahr zu laufen, dass Fasern in die Trennebene gedrückt werden.

LG
Thomas
 
Wichtig ist bei der Spaltöffnung (muss kein mm sein) vor dem Verschließen die Form nur mit einem moderatem Druck, ca. 1,5-2 bar, zu beaufschlagen. Das reicht bei einem längeren Härter völlig aus um das überschüssige Harz auszupressen. Den maximalen Druck erst nach dem Schließen der Fom anwenden.
 
Punkt 1: langsamer Härter (Harz L und Härter GL2 von R&G), tempern ist zu empfehlen
Punkt 2: die erste Gewebelage (bei mir 100er UD oder ST) auf der Formseite mit Überstand bündig zur Trennebene schneiden. Die folgenden Gewebe/ Gelege dann mit Überstand einlegen. Dadurch gibt es für die "Überlappung" keine Stufe zum anderen Schalenhälfte zu überbrücken.
Wenn dann beim Schließen der Form das überschüssige Harz rausgedrückt wird, füllt es auch die kleinen Restspalte.
So klappt es bei mir.

Gruß
Christoph
 
Hallo Christoph,

Doch, nach meiner Vorstellung gibt es eine relativ scharfe Umlenkung des Gewebepakets an der Trennebene, wenn Du alle Lagen bis auf die erste überlappen lässt.
Wenn Du das verhindern willst, musst Du alle bis auf die innerste beschneiden.
My cents

VG
Jörg
 
Klar muss das Gewebepaket recht stark "um die Ecke". Da aber die erste Lage bis in die Trennung geht, entsteht da keine Lücke mit Lunkern.
Ich will die Torsionslage halt möglichst weit aussen haben und nicht als letzte Lage innen.
Viele Wege führen nach Rom (oder zum Erfolg)
Gruß
Christoph
 
Generell ist beim Arbeiten mit Ballons zu beachten, dass diese scharfe, enge Vertiefungen nicht gut ausfüllen und an Unebenheiten platzen können. Um dies zu vermeiden, können Sie Silikoneinsätze in diese Bereiche formen und diese nach dem Entfernen des Ballons wieder herausnehmen. Alternativ können Sie Schaumstoffeinlagen vorbereiten und diese einfach im Ballon belassen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass überschüssiges Harz oder Luftblasen in die Einsätze gepresst werden. Einige Hersteller bieten separat vorgefertigte Einsätze an, die sich als problematisch erweisen, wenn sie zusammen mit dem Ballon in separaten Formen hergestellt werden. Dabei werden die fertigen Elemente in die Form eingesetzt und mit dem restlichen Material fixiert. Es gibt viele Methoden; Sie müssen diejenige finden, die am besten zu Ihnen und Ihrer Anwendung passt.
 
Entweder Verklebeleiste oder Aufblasen. Beides zusammen geht schon, aber da holst dir halt alle Nachteile beider Varianten mit ins Boot... Die Verklebung mit speziellen Strukturklebern ist absolut gut und hält sicherlich nicht schlechter als direkt Nass-in-Nass beim Aufblasen. Die Elan-Tech Serien ADH 46.46, ADH 891.892 oder wenn´s schneller gehen soll ADH971.961 sind IMHO dafür perfekt geeignet. Wenn man das ganze noch in 50ml Kartuschen mit Spritze aufbringt eine sehr saubere Sache.
Baudis hat -wenn ich mich recht erinnere- die meisten seiner Steckerlrümpfe auch verklebt und nicht aufgeblasen und das hat auch tadellos gehalten.
 
Klar muss das Gewebepaket recht stark "um die Ecke". Da aber die erste Lage bis in die Trennung geht, entsteht da keine Lücke mit Lunkern.
Ich will die Torsionslage halt möglichst weit aussen haben und nicht als letzte Lage innen.
Viele Wege führen nach Rom (oder zum Erfolg)
Gruß
Christoph
Auch hinsichtlich der Schadenstoleranz eines Laminates macht es Sinn, die Torsionslage (favorisiert aus Gewebe) ganz nach außen zu legen (und vielleicht sogar mit einem dünnen Glasgewebe als Rißanzeiger zu kombinieren, sofern sichtbar). UD ist hier deutlich empfindlicher. Die Umfangssteifigkeit spielt in diesem Fall tatsächlich eher eine untergeordnete Rolle (und wird auch von der Torsionslage in ausreichendem Maße bereitgestellt), sodass 0°/90°-Gewebelagen nicht benötigt werden. Wir sprechen hier von einem Rumpf, wohlgemerkt.
 
Vielleicht ein kurzer Update.

Gestern noch einen Rumpf in die Form laminiert (wieder mit Hilfe von chetosmachine 🙏). Ein paar Sachen wurden geändert:
  • Harz L mit Härter GL1 und GL2 auf 120min eingestellt. Perfekte Combo! Der Harz spritzte quasi aus der Form 🤣
  • Zusätzlich zu 1'000g/m2 in der Nase noch eine Lage Kevlar 160g/m2 (als dritte Lage, Überlappung dann zwei Mal GFK 200g/m2
  • Eine Lage CFK160g/m2 wurde mit 45Grad eingelegt
  • Druck auf 2 Bar eingestellt
  • Beim ganzen Rumpf zwei Gewebelagen als Überlappung
  • Dauer zu zweit: immmer noch 2h. Ist doch eine ziemliche Arbeit!
Kommendes Wochenende dann Entformung.

Bis dann und allen eine gute Woche.
 

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Die Frage, wann die Luft entwichen ist, beispielsweise nachdem das Harz geliert war, ist nicht mehr wichtig.
 
Wieviel Balloon hast zu genommen ?
Übereinander / Zusammengeklebt .
Ich frage darum,weil ich auch mit Balloon arbeite und nie Probleme habe und ich blase mit bis zu 4.5Bar auf .

Gruss Marcel
 
Die Frage, wann die Luft entwichen ist, beispielsweise nachdem das Harz geliert war, ist nicht mehr wichtig.
Guter Punkt! Das interessante ist, dass eigentlich die Hälfte des Rumpfes (Wurzelrippe bis Nase) eigentlich zusammengeklebt war und "nur" der hintere Drittel nicht sauber geschlossen war. Evtl könnte es sein, dass die Überlappung nicht gut durchtränkt war, aber dann wäre ja auch kein Harz aus der Form gekommen.
 
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