Micro-Mesh für Finish

dbh42

User
Moin moin zusammen :)

Ich bin seit Anfang Jahr an einem Chris Craft Runabout, einem Standardbausatz dran. Nun befinde ich mich in letzten Zügen beim polieren des Lacks, besser gesagt ist es schon poliert.
Leider ist das Resultat noch nicht . Der Lackaufbau besteht aus 6 Schichten R&G Epoxy und danac 2 Sprühgänge mit dem 2k hochglanz von Spraymax. Jetzt habe ich diese Oberfläche noch mit Micro-Mesh Pads bis 12000er körnung nass geschliffen. Leider sind immer noch viele Kratzer zu sehen, jedoch nur aus einem bestimmten Winkel. Weiss jedoch nicht, was schiefgelaufen ist. Eigentlich sieht es ziemlich gleich aus wie wenn ich es mit 1500er geschliffen hätte. Hab auch nicht das gefühl, dass ich zu wenig geschliffen habe. Schleifpads auch oft gewaschen. Oder hab ich beim Polieren was falsch gemacht? Habe dazu auch die Politur von Micro-Mesh benutzt, mit Poliertüchern. Und der Lack ist laut Beschreibung „sehr gut polierbar“, also daran sollte es nicht liegen.
Weiss jemand, was ich falsch gemacht habe? Habe schon gelesen, dass man bei jedem schleifgang die Richtung ändern sollte, stimmt das? (Wohl damit die kratzer von zuvor besser rausgehen?)
ich hoffe die Bilder welche ich anhänge funktionieren
:)


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molalu

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Hallo,
ich habe bereits einige Runabouts oder Gentlemanracer mit verschiedenen Maßstäben in Mahagoni gebaut. Meine Vorgehensweise beim finish des Mahagonis war ähnlich wie Du es gemacht hast.

Entscheidend ist die Vorbehandlung des rohen Mahagonis. Also trocken schleifen mit verschiedenen Körnungen bis 600er. Dann mit einem starken Staubsauger die Schleifreste entfernen. Im nächsten Schritt die Mahgonioberflächen mit Porenfüller behandeln und nach 12 Stunden Trockung erneut mit 600er schleifen. dann wieder Schleifreste gründlich absaugen und 1., dünnen Epoxid-Auftrag mit dem Pinsel. Nach 48 Stunden mit 240er nass beginnen und mit 600er nass aufhören.
Danach der 2. dünne Auftrag Epoxid und die Schleifarie vom ersten Auftrag wiederholen. Diesmal aber im letzten Nass-Schleifgang 1000er verwenden. Die fertigen Schleifflächen mit sauberem Wasser reinigen, mit Silikon-Spray vorbehandeln und mit einem fusselfreien Tuch abwischen.
Dann spraye ich den ersten leichten Auftrag mit 2K-Klarlack aus der Dose. Ich verwende den Klarlack von Standox.
Kein weiteres schleifen, sondern 1 Stunde danach gleich den 2. Durchgang mit dem 2K-Klarlack. Thats it!!!

Was mich bei Deinen Arbeitsgängen wundert, ist der 6-malige Auftrag von Epoxid. Ich verwende auf die Harze von R&G und bin immer mit 2 Aufträgen klar gekommen. Du ärgerst Dich über Kratzer, die unter bestimmten Lichtbedingungen, oder einem bestimmten Blickwinkel sichtbar sind. Ich fürchte, Du hast Dir die Kratzer schon beim Mahagonischleifen eingefangen, oder bei einem der 6 Epoxidaufträge zu grobes Schleifpapier verwendet.

Was mich an Deiner Stelle viel mehr ärgern würde, sind die Lunker im Epoxid. Das kommt davon, wenn man Harz und Härter angerührt und sofort verarbeitet hat. Beim Mischen von Harz und Härter entstehen im Epoxid Luftblasen. Lässt man das Gemisch 30 Minuten stehen, lösen sich die Luftblasen von selbst. Du hast aber die Luftblasen auf das Material aufgetragen. Nach dem Aushärten schauts dann aus, wie auf einem Deiner Bilder.

Kann mann zwar ausschleifen, aber das kann zu einer schweisstreibenden Angelegenheit werden.

Was ich aus meinen diversen Bau-Projekten gelernt habe - wenn es richtig gut aussehen soll, und ein Mahagoni-Runabout schaut nur gut aus, wenn es in Hochglanz da steht, dann gebe ich das Modell einem Profi. Ich habe einen Karosserielackierer gefunden, der Freude daran hat meine Modell zu lackieren. Für 2 Dosen Standox 2K-Klarlack bezahle ich € 50. Der Lackierer nimmt mir € 100 ab und ich habe ein perfektes finish.
 

dbh42

User
@Airpainter98 9 Tage hab ich das Schiff aufgehängt und nicht berührt.

@molalu Besten Dank für deine Ausführungen, genial. Also ist die Ursache für mein Resultat schon vorher passiert?
Habe es ähnlich gemacht, aber wohl nicht gut genug. Habe es auch bis 400 geschliffen, dann Porenfüller. Aber nicht abgesaugt zum Beispiel.
Die 6 Schichten habe ich eigentlich benötigt, weil ich es vorher nicht glatt bekommen habe. Hatte immer wieder irgendwo eine unsaubere Stelle. Und ja, habe da viel mit 60er und 80er geschliffen, weil es einfach so ver... hart ist und es so schneller geht. Dachte das hat auf das Finish noch keinen Einfluss. Zuvor das Mahagoni habe ich bis 400er geschliffen und gut gereinigt.
Das Boot nur sprayen und dann fertig hatte ich mir auch überlegt, habe mir dann aber nicht zugetraut, die Oberfläche mit Spraydose perfekt hinzukriegen. War dann auch nicht so, hatte ganz leichte Spritzer noch und an einigen Stellen etwas "rauh" (Sprühnebel?) Aber so schön glänzig wie direkt nach dem Sprayen wirds mit Polieren nie wieder, hab ich jetzt auch gelernt. Zudem sah man vor dem Polieren die Krater auch nicht. Am besten wärs gewesen, einfach nicht mehr zu polieren. Naja, wieder was gelernt.
Zum Epoxy: Das stimmt, habe ich so gedacht. Habe mich auch genervt über diese Blasen. Hab Videos geschaut die gesagt haben nicht zu schnell rühren und Wärme helfen. Diesen Trick habe ich nicht gehört. Ich habe solches mit einer Topfzeit von 45min, kann es also gar nicht so lange stehen lassen. Nach 30min ist es bereits zähflüssig. Aber dann besorg ich mir auf jeden Fall eines, mit dem das möglich ist. Was hast du für welches? Vielen Dank.
Das mit dem Lackierer habe ich mir auch schon überlegt, aber wollte es dann doch lieber selber machen, darum gehts mir eigentlich. Vielleicht sollte ich mich aber dem Resultat zuliebe beim nächsten Mal auch mit 95% Selfmade zufrieden geben.
 

molalu

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Ich verwende R&G - L Härter mit einer Topfzeit von 120 Minuten. Bleibt also genügend Zeit für das "Ausdampfen" der Luftblasen.
2K Klarlack aus der Dose sprayen ist für ungeübte nicht leicht. Wichtig ist der richtige Abstand und noch mehr das sprühen in gleichmäßigen Bahnen. Wenn die Oberfläche rauh bleibt, war der Lackauftrag zu wenig.
Zuviel Lackauftrag erkennst Du noch besser an den Rotznasen.
Ich sehe genau wie Du. Wenn 95% meiner Arbeitsleistung im Modell stecken, dann darf der Lackierer 5% für ein perfektes Finish übernehmen. Gerade bei einem Mahagoni Runabout mit den vielen Chromteilen spielt der Klarlack die entscheidende Rolle.

Verrätst Du mir und den Mitlesern Deinen Namen?

Danke
.
 

dbh42

User
Ja? Ich habe auch L, hat aber nur 40min Topfzeit :confused: Das längste was ich bei meinem Lieferanten finde ist 60min ohne Warmstellung. Steht aber R&G auf der Flasche..
Ja da habe ich eben etwas Angst, denn der Grad von genügend und zu viel ist schmal.. und jede Seite einzeln wird auch nicht schön, also gibts nur aufhängen. Und da ist es auf der Seite schon kritisch mit Lacknasen..Aber Erfahrung wird mit der Zeit helfen :) Wie machst du denn die Chromteile? Gibst du sie zum Spezialisten? Ich habe meine mit dem Dremel gebürstet und geschliffen, danach poliert und auch 2K Lack. Glänzt schon, aber nie wie Chrom. Hab gesehen gibt kleine Galvanikanlagen, aber kosten ca. 400.- Euro. :rolleyes::eek: hast du Erfahrungen damit?

Mein Name ist Dominic, bin 29 aus der Schweiz :)
 
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molalu

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Hallo Dominic,
R&G verkauft sind seinem online-shop das Epoxid-L mit bis zu 120 Min. Topfzeit.

Es gibt eine Vielzahl von Modellbauern, die aufgrund ihrer erlernten handwerklichen Fähigkeiten (CAD, Frasen, drehen, etc.) vieles an Teilen selbst herstellen können, wozu wiederum anderen Modellbauern die Fähigkeiten schlichtweg fehlen.
Ich gehöre zu dieser 2. Spezie von Modellbauern und muss deshalb bei den Chrombeschlägen auf die wenigen Hersteller zurückgreifen, die noch auf dem Markt sind.
Für meine Runabouts und Gentlemanracer habe ich alle Beschläge generell hier gekauft:


Nicht ganz billig, aber alle angebotenen Teile sind in einer herausragenden Qualität.

Ansonsten bieten die Hersteller Krick und Aeronaut für den Schiffsmodellbau sehr gute Beschläge an.
 

dbh42

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Ok, dann muss ich mal direkt dort schauen. Ich habe bisher bei einem Schweizer Händler bestellt.

Ja, selber machen wäre auch nichts für mich. Ich bin mehr der Holzwurm, Metall liegt mir weniger.
Sehr gut. Ja diesen Shop habe ich auch schon gesehen. Auch wegen einem neuen Projekt. Beim momentanen waren die Beschläge halt schon dabei.

Aber habe jetzt schon einiges gelernt, was ich beim nächsten Mal anwenden kann, vielen Dank :)
 
Beim Spraymax musst du nicht ganz so viel Angst haben. Langsam, in gleichmäßigen Bahnen und genug Abstand halten....so, wie es auch der Lacker macht.
Du erkennst beim Spraymax, wenn es genug ist. Der Auftrag wird ganz leicht milchig. Dann ist genug drauf, für einen Verlauf der Partikel, aber es bilden sich noch keine Rotznasen.
...und noch ne Kleinigkeit: Schnell und gut funktionieren beim Finish nicht! Vor den Erfolg hat der Liebe Gott den Schweiß gesetzt. ;)

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Das ist mein gedrucktes M-Boot. Lackiert mit Spraymax. ...und ne gedruckte Oberfläche ist ne Strafe, wenn auch noch das Gewicht eine Rolle spielt!

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RG65...genau das gleiche Spiel.
 

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dbh42

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@Airpainter98
Danke :) habe ich auch so gemacht, aber wahl wohl zu vorsichtig. Am Ende hatte ich vor lauter Angst zu wenig Lack drauf, deswegen war wohl die Oberfläche noch nicht ganz glatt sondern noch so "schleifpapierartig" zum Teil. Jetzt ist sie glatt, aber nicht mehr hochglänzend. Aber das mit dem milchigen habe ich auch gesehen, dachte das sei dann schon zu viel. Aber dann sehe ich diesen Zustand ab jetzt als "jetzt musst du aufhören" an. :)
Falls eine Nase entsteht, gibt es nur abschleifen und nochmals oder? Gibt wohl keine gute Möglichkeit, diese in nassem Zustand zu entfernen, wird nur schlimmer.

Das weiss ich :) war ab Ende Holzarbeiten bis jetzt zwei Monate dran mit all den Epoxy-, Schleif- und Polierarbeiten. Aber natürlich auch, weil einiges zwei Mal gemacht werden musste :D Das macht mir auch nichts aus, wenn das Ergebnis dann dem entsprechend ist. Aber ich glaube, wenn ich jetzt nochmals drüber gehe und das mit dem Spray gut hinkriege, bin ich zufrieden.
 

molalu

User
Das weiss ich :) war ab Ende Holzarbeiten bis jetzt zwei Monate dran mit all den Epoxy-, Schleif- und Polierarbeiten
In weniger als der Hälfte an Zeit hätte Dir ein Lackierer ein top Ergebnis abgeliefert. Und mehr gekostet hätte es auch nicht.
Und das, was uns der Kollege Airpainter da zeigt ist ja kaum noch zu toppen. Wenn ich das auf den Fotos richtig erkenne, wurde da ein Lack mit Flakes verwendet, oder ein Metalliclack mit hohem Anteil silber. Um das in dieser Qualität hinzukriegen, braucht es sicherlich sehr, sehr viel Erfahrung, auch leidliche Erfahrung. Super Arbeit Torti!!!!
 

dbh42

User
Ja das schon, aber dann hätte ich nichts gelernt dabei. :) Und im Voraus gilt bei mir immer: zuerst selber probieren :)

Ja das ist wirklich super, was er da gemacht hat. Das dauert noch einige Male Fluchen, bis ich das auch so hinkriege :)
 

molalu

User
Ja das schon, aber dann hätte ich nichts gelernt dabei. :) Und im Voraus gilt bei mir immer: zuerst selber probieren
....alles gut - ich finde Deine Vorgehensweise völlig in Ordnung. Das ist Modellbau👍
 
Lacknasen lasse ich immer trocknen und "schneide" sie dann mit einem scharfen stecheisen ab, das darf keine scharten haben! Es gibt aber auch spezielle Lackhobel für sowas.
 

dbh42

User
Hallo miteinander 🙂

Mein Modellist jetzt fertig :) die Oberfläche ist noch etwas schöner geworden durch weiteres Polieren. Habe mich dazu entschlossen, nicht nochmals alls abzuschleifen und neu zu lackieren. Vielmehr werde ich eure Ratschläge beim nächsten Mal berücksichtigen :)
Die Beleuchtung ist nicht ganz akkurat (rot / grün wäre in der Mitte bei diesem Schiff), aber dieses Beschlagteil anzupassen, dass ein LED reinpasst, hab ich mir nicht zugetraut. Auch das Bug / Hecklicht gibt es so nicht. Wollte aber unbedingt Licht am Schiff. Das Buglicht ist leider „innerlich“ abgerissen oder so, funktioniert leider nicht mehr. Und da ich es vor der Beplankung ohne Rohr eingezogen habe, kann ich es nicht mehr ersetzen. Naja.
Das Hecklicht sieht auf dem Bild aus wie rot, ist aber natürlich weiss.
Die Sitze sind Balsaklötze die mit Kunstleder überzogen sind. Die Mutter hat freundlicherweise die Nähmaschine bereitgestellt :)
Die Scheuerleisten sind alle 1mm gebohrt und mit 0.8mm Nägel fixiert & geleimt. Ebenso die Alu-Streifen an Bug, Heck und Luke. Sauber wieder abgedichtet natürlich.
George (wie ich ihn nenne) hat seine linke Hand ans Lenkrad geklebt bekommen, sowie den ganzen linken Arm faktisch amputiert. Der wird nur noch von den Kleidern gehalten. Das Lenkrad wird von einem Mikroservo angetrieben (V-Kabel mit Ruderservo). Mit festem Arm hat sich statt nur der Arm der ganze George gedreht. Wenn ich ihn festgemacht habe, ging nix mehr. Also Arm war stabiler als der Servo ziehen kann. Jetzt funktionierts perfekt. Probefahrt verlief problemlos. Motor bleibt kühl und das Schiff liegt genau wie es soll im Wasser :)

Im Anhang noch Fotos vom Fertigen Modell.

Grüsse
Dominic
 

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