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Minikreissäge auf Proxxon Basis

Minikreissäge auf Proxxon-Basis

Sergej Eichmann


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Das hat bestimmt noch nicht jeder Modellbauer in seiner Bastelwerkstatt: Selbstgebaute Werkzeuge und Vorrichtungen, um sich das Leben etwas leichter zu machen.
Deshalb berichte ich jetzt hier über eine der beiden kleinen Vorrichtungen, die ich mir vor Kurzem gebaut habe.


Als ich letztens gleich mehrere Balsaleisten quer zur Maserung schneiden musste, was bekanntlich nicht so toll mit dem Messer bzw. Leistenschneider geht, dachte ich mir: "Es wäre doch schön, eine kleine Kreissäge für Balsaholz oder dünnes Sperrholz zu haben". Kurzerhand habe ich mich in meinem Keller nach Material umgeschaut und entschieden, mir aus Sperrholzresten und einer Proxxon-Schleifmaschine mit biegsamer Welle eine kleine Kreissäge zu bauen.

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Im Internet gibt es für ein paar Euro 50 mm-Kreissägeblätter mit Befestigungsdorn für Dremel und Proxxon. Das passte perfekt für mein Vorhaben und wurde daher gleich bestellt.

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Da ich damit bis zu 10 mm dickes Balsaholz sägen will, der Griff der biegsame Welle aber 16 mm Durchmesser hat, bleiben für die Tischplatte maximal 6 mm. Der Rest des Gehäuses ist aus 8 mm Sperrholz. Allerdings war mein Sperrholz 6,2 mm und 7,8 mm dick. Das habe ich dann auch bei der Zeichnung berücksichtigt, um später weniger schleifen zu müssen!
Für die Kreissäge braucht man 8 mm Sperrholz im Format 470 mm x 280 mm und 6 mm dickes Sperrholz mit 180 mm x 280 mm.

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Um aus Gründen der Stabilität auf eine ausreichende Materialdicke zu kommen, habe ich die Befestigungen für den Wellengriff und die Anschlagsleiste doppelt verleimt.
Die Abstandsmarkierungen für die Anschlagleiste habe ich mit einem 1 mm Fräser gemacht und damit 1 mm tief gefräst, somit ist die Einstellung des Anschlags viel einfacher. Da der Durchmesser des Bohrfutters 17 mm beträgt, musste ich an der Stelle, wo er sich frei drehen muss, eine kleine Aussparung einschleifen (Pfeil auf dem Foto).

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Um nun die Kreissäge zusammenzubauen, muss man das Bohrfutter zunächst komplett abschrauben, dann das Sägeblatt mit dem Dorn ins Bohrfutter stecken und anschließend den Griff der biegsamen Welle in die Befestigungen schieben.

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Erst jetzt schraubt man das Bohrfutter samt Sägeblatt am Griff fest, justiert den Griff so in den Befestigungen, dass das Sägeblatt nicht den Sägetisch berührt und kann anschließend die Befestigungsschrauben festziehen.

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[highlight]Achtung: Kreissägeblatt ohne Schutzvorrichtung!!![/highlight]

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Obwohl ich die Kreissäge noch nicht lange habe, habe ich sie schon oft benutzt und war damit immer zufrieden.
Die DXF-Datei zum Nachbauen stelle ich hier ein und möchte nur noch erwähnen, dass die Kreissäge keinerlei Schutzeinrichtung hat! Man muss also aufpassen und sich immer bewusst sein, womit man es zu tun hat!
 

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Kommentare

Wunderschöne Darstellung, sehr klug! Danke dafür.

OT-Frage: Kann ich damit eigentlich (Tragflächenholm-)Schäftungen einfacher oder besser machen als mit einem Schleifscheibe?
 
Hallo Sergej,

so eine Minikreissäge wollte ich mir schon immer einmal basteln, habe mich aber bisher nicht an die Umsetzung getraut. Danke für die geniale Anleitung. Ich werde mich gleich mal ans nachbauen machen.

Viele Grüße,
Christian
 
Es wäre vielleicht nicht die schlechteste Idee, zumindest die Schraubenauflagen an den Klemmungen der Handgriffslagerungen durch eine großflächigere Beilage für eine bessere Krafteinleitung zu verstärken (Bild).

Mini-Kreissäge+Beilage (Ausschnitt).jpg

Diese Stellen halter ich für die Kritischsten der an sonsten sauberen Konstruktion.
 
Danke für die Blumen :)
Edouard, wenn du die Rillen für den Holm in Styroflächen meinst, dann nein, weil hier die Schneidetiefe nicht einstellbar ist, warte, bitte, kurz bis ich die zweite Vorrichtung beschreibe, die passt dafür viel besser
 
Holofernes, leider auf den Fotos ist das nicht so gut sichtbar und ich habe in der Beschreibung das nicht extra erwähnt, da habe ich einfach großflächigen Unterlegscheiben gelegt, Danke für den Hinweis
 
Klasse Idee.
Ich würde aber zumindest hinter dem Sägeblatt einen Spaltkeil anbingen, damit das Sägegut nicht klemmen kann, auch wenn es "nur" Balsaholz ist.
 
Moin Sergej. :)

Wenn ich es richtig sehe, ist ein Sägeblattwechsel leicht mittels Schraubendreher
und der kleinen Spannschraube Stirnseitig zu bewerkstelligen, wenn man die Spindel festklemmen kann.
Gibt es diesbezüglich einen Grund warum du ein Bohrfutter und keine Spannzangen nimmst '?
( Denn ich würde bei dauerhafter Montage und präziserem Rundlauf gerne Spannzangen nutzen.)
- DANKE ! -


Gruß
Andreas
 
Hallo Andreas,

du hast vollkommend Recht, ausserdem muss man dann auch keine Aussparung für das Bohrfutter einschleifen.
Ich muss einfach zugeben, mir ist bis jetzt noch nicht aufgefallen, dass da gleichen Gewinden sind und man anstatt
Bohrfutter Spannzangen draufschrauben kann.
Danke.

Gruß

Sergej
 
Hallo Sergej,

kannst Du mir helfen? Ich finde nämlich keine passenden Befestigungsdorne. Kreissägeblätter mit 50 mm Durchmesser habe ich ja gefunden. Die haben aber eine Innenbohrung von 10 mm und einen so großen Befestigungsdorn habe ich nirgends gefunden. Auch nicht in den Katalogen von Proxxon oder Dremel.

Danke schon mal
Ulrich
 

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