mit Flycam One nicht mehr als Modell versichert ?

hab in einem Fotoforum folgendes gerade gelesen:

Grundsätzlich möchte ich nochwas versicherungstechnisches
loswerden . Das Flugmodell mutiert rechtlich zum Flugkörper
also der Halter genießt keinen Versicherungsschutz mit
der üblichen Modellversicherung mehr. Vorallem jenseits
eines Modellplatzes !

stimmt das ?
wenn ich meine 300g Kamera auf den Hubschrauber montiere, bin ich nimma versichert (übliche Modellsportversicherung ?)

klar, am besten mal beim Aeroclub nachfragen, aber vielleicht weiß ja schon jemand was..

ich kanns mir jedenfalls ned vorstellen..
sonst könntens doch nicht die Flycam One etc. überall ohne einen Hinweis darauf so verkaufen, oder ?
 

egge

User
Hi,

bin zwar kein Versicherungsprofi...
Aber einen blödsinnigen Grund nicht zu zahlen finden die wohl immer.

Der sog. Flugkörper ist ja immernoch ferngesteuert, und kein automatisch fliegendes Aufklärungsgerät (sowas machen die Amis mit ihren Modellen seit neustem).
Dann könnte ja auch ein Smoker den V-Schutz erlöschen lassen, wenn man sowas auch als "nicht für den Flug notwendiges Anbauteil" sieht.

Wenns hart kommt einfach Vollgas, sodas die Cam 50m weit weg fliegt :D
Und wenn jemand fragt - nix wiss. Ist halt einfach "der Flieger" abgestürzt.

Oder Angst vor Gerüchten haben, und keine tollen Fotos machen.
Könnte ja dem Autor aus dem Fotoforum eine konkurenz werden..

greetz
egge
 
Hallo,
die Legaldeffinition Modell(flug) nach Hoffmann Grabherr und LuftVZO lautet

Ausschließlich zu Sport und Freizeitzwecken.

Das wirft dann die Frage auf, ob Kameras im Flieger diese Deffinition nicht auch erfüllen.

Nun es hängt von der Verwendung des Luftfahrzeuges ab.
Wird für Kommerzielle Anwendungen fotografiert

=KEIN Versicherungsschutz bei der Modellhaftpflicht.

Fotos für und von der Freizeitgestaltung

=Versicherungsschutz

Wer also nach einem Unfall insbesondere an entsprechenden Einsatzorten mit Fotos von zB fremden Gebäuden oder Promis Gattin am Pool erwischt wird, zahlt selbst.

Oder sollte gleich eine Versicherung die auch für kommerzielle Flugkörper zahlt abschließen.

Einsatzorte weit weg von Modellfluggeländen werfen also schon mal entsprechende Fragestellungen auf.. Dann noch entsprechende Fotos dazu... Der Luftfahrzeugbetreiber bietet womöglich noch Luftbilder im NET an usw.
Das droht dann schnell zum persönlichen Knast/Kostenfaktor zu werden.

Dazu kommt ja bei Verwendung als Flugkörper auch noch die Anzeige wegen Fliegens ohne Aufstiegserlaubnis...
mit Strafandrohung ohne Unfall bis zu 50000,- € (heute gut u gerne 1,5 Dollar /€ und mehr Wert:D )
Im Unfalle kommt auch noch der Staatsanwalt mit Vorsatzhandlung... Ist wie Fahren ohne Führerschein bei Unfall... Der dann auch gleich mit weg ist, da der Flieger ja nicht zu Fuß zum Aufstiegsort gekommen ist.

Und noch als kleiner Hinweis, auch die Haftpflicht für die kommerzielle Anwendung zahlt nur wenn auch eine Aufstiegserlaubnis für DIESE Aufstiegsstelle vorhanden ist.

Womit wir dann bei dem Problem angekommen sind, das kommerzielle Flugkörper ab 0 kg (in Worten) ab NULL
kg Abflugmasse eine Aufstiegserlaubnis vom zuständigen Landesluftamt benötigen. Ob und wie man die kriegt, ist dann wieder eine neue (unendliche) Geschichte.

Ja ja, unser Hobby wird nicht einfacher.

Gruß
Eberhard Mauk

Modellflugsachverständiger beim DAeC
 
Moi,
erwischt, da im § 16 LuftVO kein Gewicht steht, bzw es bei Flugkörpern keine Ausnahmeregelungen unter 5 kg wie im Erlaubnisfreien Modellflug gibt, sind ergo auch Flugkörper leichter als Luft
mit zB -1 kg also mit Auftrieb Erlaubnispflichtig....Alle eben :D :p ;)
Soviel zum Null Abfluggewicht...

Gruß
Eberhard
 
Heisst das jetzt, für einen Modellheissluftballon mit 50 kg Abflugmasse, davon ein erheblicher Anteil Propan, aber selbstverständlich etwas unter 0 N Abluggewicht brauche ich keine AE? :cool:
 
Nee,
es zählt immer das Gesamtgewicht. Siehs mal so, auch Flächenflugmodelle sind im Steigflug "leichter als Luft"
Sowas ist also nur eine rethorische Spielerei.

Sobald das Gerät infolge kommerzieller Verwendung zum Flugkörper mutiert, ist IMMER für jedes Abfluggewicht eine AE erforderlich.
 
Eberhard Mauk schrieb:
Siehs mal so, auch Flächenflugmodelle sind im Steigflug "leichter als Luft".
Darüber könnte man jetzt trefflich philosophieren.

Ist mir schon klar, wie die Richtlinien auszulegen sind. Aber jetzt die ganz konkrete Frage: Ist von Abfluggewicht oder von Abflugmasse die Rede? Falls ersteres könnte das ein in Physik fitter Anwalt in der Luft zerpflücken...
 
Eberhard Mauk schrieb:
...
Siehs mal so, auch Flächenflugmodelle sind im Steigflug "leichter als Luft"
...

Diese Aussage ist definitiv falsch. Das Flugmodell ist weiterhin schwerer als Luft. Lediglich der Auftrieb ist nun aufgrund der Vorwärtsbewegung grösser als die Gewichtskraft (Masse x Erdbeschleunigung).

;) Jürgen
 
warum nicht die Frage?
ich werde von einem Modellbauhersteller gefragt, ob ich auf einer Modellflugveranstaltung ein Film( mit Flycam One) aus einem Modellflugzeug drehen könnte.
Und ich bekomme Geld dafür.

Bin ich dann noch versichert oder nicht?

gruß Uli
 
Dann bist du nicht mehr versichert.

Ist das selbe, wenn du auf Flugtag fliegst, und über Lautsprecher verkündet wird, das der Fliegerbausatz bei dir käuflich zu erwerben ist.
Auch da hast du mit der normalen Modellhaftpflicht zB DMFV keinen Versicherungsschutz mehr.

Wer gewerblich fliegt, braucht eine andere Versicherung.

Es gab dazu in einer Fachzeitschrift vor kurzem einen Artikel dazu.

Gruß
Eberhard
 

jmoors

Vereinsmitglied
Ausweichmöglichkeit

Ausweichmöglichkeit

@Air-Uli: Wenn Du mit deinem Flieger einen Film drehst und dir DANACH jemand Geld dafür bietet, dann warst Du versichert...:D :D

Gruß, Jürgen Moors
 
@Eberhard Mauk: danke für die aufschlussreichen Antworten !

ok...
also wenn ich bei mir (Österreich) im Verein (wo ich über Aeroclub versichert bin)
fliege und ein Video von unserem Vereinsgelände von oben mache, dass dann auf die Homepage stelle...
dann ist das ok...

hingegen wurde mir auch schon mal angeboten bzw. wurde gebeten, dass ich doch mal mit meinem RC-Hubschrauber bei einem RC-car-Verein vorbeikommen solle (die hätten mich sogar von Wien mit dem Auto mitgenommen (Da ich in Wien autolos bin)
die hätten gerne Fotos von oben gehabt..
wollten mir auch was dafür bezahlen, ich sagte: "ne, aber wenn ich nen Nachmittag bei euch auf der Bahn mein Buggy rumscheuchen darf bin ich schon zufrieden"

musste damals leider absagen..
jedenfalls: das wäre schon hart an der Grenze gewesen oder wie ?
zumindest wenns ma einen 50er in die hand gedrückt hätten auf jedenfall
 
Wie kriegt die Versicherung eigentlich mit, dass es ein kommerzieller Flug war und die Bilder nicht für den Eigenbedarf geschossen wurden, wenn man denen gar nichts davon erzählt?

Gruß Martin
 
ich schätz mal: relevant wird das ja sowieso erst wennst mit dem Fluggerät jemanden "daschlagst", sprich: Personenschaden..

und dann werdens wohl schon ganz genau schauen, das Fluggerät wird beschlagnahmt
und wenn du vor einem Firmengebäude geflogen bist mit einer Kamera drauf und irgendjemand von der Firma auch noch anwesend war (der Auftraggeber)
 
Eberhard Mauk schrieb:
Wer gewerblich fliegt, braucht eine andere Versicherung.
Ist das Testberichthonorar einer Modellflugzeitschrift bereits " gewerblich " ?
Viel Spass mit künftigen Testberichten...
Aber die Frage ist, inwieweit ist das in der Haftpflichtversicherung ein Ausschluß-/Versagungsgrund ? Wenn ich besoffen einen Autounfall baue, leistet die Haftpflichtversicherung auch, nicht aber die Kaskoversicherung.
 
Hallo Reinhard,
ich habe ausschließlich für die Verhältnisse in Deutschland geschrieben, das du aus dem Nachbarland bist, ist mir zuerst entgangen.
Was bei euch dahingehend abgeht, ich weis es nicht.

Ansonsten ist das Abgrenzen zwischen Privat und Kommerziell eine echt haarige Sache mit weitem Feld an Diskussionsbedarf. Die Grenzen Kommerziell und Privat/Lebensführung und Freizeitgestaltung, sind so fließend, das es im Grunde (meine eigene Ansicht) nicht abgrenzbar ist. Da ufert mal wieder die Bürokratie
völlig aus, aus einer Mücke wird ein riesen Elefant.

Das fängt eigentlich schon mit der Legaldeffinition Flugmodell bzw Modellflug an.
Luftämter und Verkehrsministerium verwenden die von mir Eingangs beschriebene Deffinition.

Die unendliche Geschichte ist halt das man die Luftämter wieder überzeugen muss, den Gesunden Menschenverstand in ihrem Ermessen zugrunde zu legen.
Halt wieder mal gegen alle Bürokratie.

Aber das dauert.
Im DMFV Forum habe ich das Thema noch fortgesetzt, da kann sich noch viel mehr entwickeln, aus dem Elefanten könnte auch noch eine Elefantenherde werden.
Da wird dann auch die andere juristische deffinition für
Modellflugzeuge von Herrn Sonnenschein beschrieben.

Gruß
Eberhard
 
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