Motor- Wölbklappe Knüppelbelegung

kobalt

User
Hallo
Ich habe mir gerade ein Modell mit Wölbklappe bestellt, welches ich elektrifizieren möchte.
Nun mache ich mir Gedanken wie ich die Wölbklappen bediene(Butterfly)und wie den Motor.
Bisher habe ich den Motor mit dem rechten Knüppel bedient, bei meinem Thermiksegler die Querruder zum Bremsen hochgestellt mit dem selben Knüppel.
Meine Fernsteuerung ist eine Graupner MC12.
Wie macht Ihr das?
Startstellung-Landestellung mit Schalter umstellen?
Gruss Ulli
 
Moin Ulli,

Die MC-12 bietet hierfür einen Fertigmischer an: FA0/1 im Modelltyp "Unifly".

Der Sender muß dazu mit einem Drehregler bzw. Dreistufenschalter auf CH6 und einem Schalter auf SW3 ausgerüstet sein.

Der Rest steht im Handbuch; einfach mal ausprobieren.

Gruß, Bernd.
 
Hallo Ulli,

diese Frage wird immer wieder gestellt. Ich habe dazu mal etwas Grundsätzliches aus meiner Sicht geschrieben und kopiere das hier hinein:

Die Hauptsteuerfunktion liegt dabei immer auf dem 'Gas'-knüppel.

Wenn bei einem zu kurzen Landeanflug bei einer Motormaschine die Landeklappen schlagartig eingefahren werden, kann dies dazu führen, dass die Kiste abschmiert. Die Landeklappen wirken hier ganz anders als an einem Segler. Bei Motormaschinen erzeugen die Klappen zusätzlich Widerstand, der übrigens durch Motormehrleistung wieder ausgeglichen wird; wesentlich jedoch ist, dass sie bei der geringeren Geschwindigkeit mehr Auftrieb liefern. Das führt dazu, dass bei geringerer Geschwindigkeit aufgesetzt werden kann und somit Fahrwerk und Zelle geschont werden. Ist der Landeanflug zu kurz, werden keinesfalls die Klappen eingefahren sondern es wird Gas gegeben. Deshalb auch die Feststellung, dass das Gas (Gasknüppel) aktiv gesteuert wird. Die Klappen nehmen in der Regel feste Werte (Start, Schlepp, Normal, Landung) ein und benötigen keine proportionale Ansteuerung.

Ganz anders sieht es bei einem Segler aus. Hier erfolgt der Landeanflug durch das Steuern der Landeklappen. Mit diesen Klappen nimmt man nicht die Fahrt heraus, eher das Gegenteil ist der Fall (Ausnahme Butterfly, hier erzeugen die inneren Klappen zusätzlichen Auftrieb). Mit den Klappen wird der Auftrieb vernichtet, einhergehend mit einer starken Widerstandserhöhung. Das Flugzeug wird zwar auch kurz abgebremst, nimmt jedoch danach wieder Fahrt auf. Der Segler (egal ob mit Motor oder ohne) bezieht seine Fahrt aus der kinetischen Energie, die ihm irgendwann mal zugeführt wurde (Motor, Hochstart, Schlepp, Thermik). Ich will hier nicht zu tief ins Detail gehen, einfach ausgedrückt ist, dass der Auftrieb von der Fluggeschwindigkeit und der tragenden Fläche abhängig ist. Der Auftrieb steht dem Gewicht entgegen. Wenn ich nun einen Teil der Auftriebsfläche zerstöre, dadurch dass ich die Klappen setzte, muss ich die Nase unten halten, um mehr Fahrt aufzunehmen und nicht Gefahr laufe, dass mir die Strömung am Flächenende abreißt.

Wenn du jetzt im Landeanflug feststellst, dass der Endanflug zu kurz wird, dann gilt wie bei der Motormühle Gasknüppel nach vorn (es gibt auch Piloten, die Vollgas am 'Bauch' fliegen, dann sollte die Wirkrichtung der Klappen analog dazu eingestellt werden). Auf Grund der etwas erhöhten Fahrt und dem schlagartigen Auftriebszuwachs, wirst du feststellen, dass der Segler förmlich nach vorn katapultiert wird. Den E-Motor benötigst du dafür nicht, wenn doch, dann hat in der Landeeinteilung vorne und hinten etwas nicht gestimmt.

Im letzten Moment kann das Einschalten des Motors sogar das Ende bedeuten. Bei einem langsam hochdrehenden Antrieb kann die Luftschraube den Segler im ersten Moment zusätzlich abbremsen, was du ja gar nicht willst. Bei einem 'Hammerantrieb' besteht die Gefahr, dass er dir das schon sehr langsame Modell schlagartig um die Längsachse dreht. Wenn du dann noch mit drehender Latte landest, kann es passieren, dass dir die Latte abbricht oder der ganze Motor aus dem Rumpf gerissen wird.

Aus den vorgenannten Gründen wird klar, dass bei einem Segler die Klappen auf den 'Gasknüppel' gelegt werden sollten, da sie eben aktiv gesteuert werden. Hier sind wieder feste Werte für den Motor erforderlich. Wenn ich nach oben will, dann mit der mir zur Verfügung stehenden Leistung (Vollgas), wenn ich oben bin, dann will ich segeln (Motor aus), egal ob in der Thermik oder ob ich 'brettern' will. Ich habe den Motor auf einem Dreistufenschalter; in der mittleren Position habe eine Einstellung, mit der ich leicht steige. Damit kann man das Modell von weiter weg zurück holen oder im Gegenanflug noch mal korrigieren, ohne gleich wieder in den normalen Steigflug überzugehen. Am 'Akkuende' kann das mal von Vorteil sein, da die Spannung dann nicht so stark einbricht, dass der Regler abschaltet.

So, jetzt hast du Hintergrundinformation von 'meiner', wie gesagt, durchaus verbreiteten Art, die Knüppel zu belegen. Andere Belegungen sind nicht unbedingt falsch, aber anders.

Ich fliege mit der mc 4000 und habe auf dem Motorschalter (=Mixerschalter, kein Geber) bei Vollgas einen separaten Flugzustand, so dass auch gleich die Klappen in die richtige Stellung gefahren werden können.

Bei einem reinen Segler liegt auf dem Schalter die Ausklinkvorrichtung, so dass auch hier ein eigener Flugzustand programmiert werden kann.
 
Hallo Ulli

ich habe vor kurzem dasselbe Problem gehabt wie Du, d.h. mein erstes Modell mit Woelbklappen (F3B). Ich habe bereits einige Hangflitzer in meiner Kollektion die ich auch immer mit zwei Servos fuer die Querruder ausgeruestet habe, d.h. ich kann die Querruder auch als Landehilfe gebrauchen. Genau das ist der Grund dafuer, dass ich nun auch die Woelbklappen als Butterfly auf dem Drosselknueppel belegt habe. Es ist wichtig, dass Du die Bremse deines Seglers immer an der selben Stelle hast. Feines dosieren der Butterfly oder auch der hochgestellten Querruder sind somit moeglich und Landungen auch in engen nicht idealen Landefeldern wird enorm viel einfacher.



Also, Butterfly auf Drossel und Motor entweder auf Schieber oder gar Schalter. Ich habe fuer mein F3B-Modell zwei Ruempfe, einmal Segler und einmal Elektro. Das fliegen ist genau dasselbe, der einzigen Unterschied ist der Schaltkanal, womit ich den Motor entweder Halbgas (Mittelstellung) oder Vollgas (Hebel vorne) laufen lassen kann. Somit muss ich beim Landen und normalen Rumgurken gar nicht ueber den Motor nachdenken.

Gruss
Pierre
 

kobalt

User
Vielen Dank für Eure Antworten
Ja ich werde es so machen: Butterfly auf den Steuerknüppel, Motor entweder mit 3-Stufenschalter oder Drehpoti kombiniert mit Schalter (Schieberegler geht nicht bei der mc12 wg. Platzmangel)
Melde mich wieder wenn ich noch Fragen zur mc12 habe.
Eine Einstellmöglichkeit für Thermik oder Schnellflug würde ich auch gerne über 3-Stufenschalter machen
Gruss Ulli
 

kobalt

User
Ich habe jetzt doch ein Drehpoti eingebaut und zwar seitlich rechts , es gibt eigentlich nur eine Stelle wo das geht, bei der mc12.(Garantie ist eh abgelaufen)
Das ist bequem zu erreichen ohne die Finger von den Knüppeln zu lassen.
Dieses Problem ist gelöst
Hätte noch eine Frage: Butterfly gibts da eine Pi mal Daumen Regel wieviel Grad Wölbklappen runter Querruder rauf??
Ulli
 

bie

Vereinsmitglied
Hi,

die Regel für Butterfly heißt:

WKs soweit wie möglich nach unten - am besten 90 Grad. Damit erreichst du die Bremswirkung.

QR ca. 1 bis 3 mm (je nach Modelltyp) nach oben - das ergibt eine künstliche Schränkung und damit bessere Langsamflugeigenschaften.

Vergiss beim Programmieren nicht die Querruderdifferenzierungsreduktion - diese bewirkt, dass du auch mit den hochgestellten QR noch genügend Ruderwirkung um die Längsachse hast.

Und zuletzt: Probiere Butterfly in ausreichender Höhe aus. Der Segler sollte dann nämlich erst mal steil wegsteigen. Dann muss man entsprechend Tiefe zumischen ...

Hatte letztens mal zu viel Tiefe zugemischt und konnte meinen Segler, nachdem er im Landeanflug die Nase im 70-Grad-Winkel gen Boden runternahm nur so gerade eben noch abfangen ... :D
 

kobalt

User
Danke Bie
Gut das ich gefragt habe , ich dachte nämlich, die Querruder würden auch um 45° hochgestellt werden, sie sollen also nur der Stabilisierung dienen.
Was ich nicht verstanden habe ist das mit der Querruderdifferenzierungsreduktion.
Bedenke ich habe nur die mc12.
Und Progrmmieren mit dem Graupnermenue ist für mich der Horror
Gruss Ulli
 
Eine "Querruderdifferenzierungsreduktion" sucht man bei allen Einsteigeranlagen sicher vergeblich. Die mc-12 hat diese Funktion definitiv nicht.

:) Jürgen
 

bie

Vereinsmitglied
Stimmt, da habe ich vergessen, dass das die MC12 vermutlich nicht hat... :rolleyes:

Aber: Nach dem Einwand von Jürgen fällt mir noch ein, dass du die Querruderdifferenzierungsreduktion bei Butterfly wohl auch gar nicht brauchst. Denn wenn du die QR nur minimal nach oben stellst, bleibt immer noch genügend Ausschlag für die Querruder.

Die QR-Diff-Red. braucht man vor allem dann, wenn man nur die QR zum Landen hochstellen kann (dann aber ordentlich). Ohne die QR-Diff-Red. hätte man dann nämlich keine Ausschläge mehr ... :D
 
Hallo,
ich bin selbst fliege einige Modelle mit Butterfly.
Ausschlag soviel wie nur geht.
Damit die Modelle auch bei voll ausgefahrenen Klappen einwandfrei sterubar bleiben, muss man im Vorfeld sauber arbeiten und mechanisch schon dem Sender entgegen kommen.
Bei mir ist soweit wie möglich mechanisch das Querruder differenziert. Dies hat den Vorteil, daß ich nur noch den Feinschliff am Sender machen muss.
Dass heisst, nur wenig Diff. programmieren. im Höchstfall habe ich 10% drin. Durch die mechanische Differenzierung kann ich die Querruder für die Klappenfunktion ca. 70° hochfahren.
Der Querruderruderauschlag ist im Sender eingestellt. Aber nicht über den Servoweg sondern über den Geberweg für diese Funktion. Wenn der Sender dies nicht kann, muß man die Dual Rate Funktion missbrauchen. Hiermit begrenze ich den Weg der Funktion nicht des Servo´s!
Der Weg für die Klappenfunktion ist so groß wie möglich. Ziehe ich nun die Klappen, gehen die Klappen weit nach oben. Wenn ich Querruder korrigieren muss, habe ich jetzt noch sehr viel weg übrig. Das eine Servo bleibt oben, und das andere geht bis ganz nach unten!

Wölbklappen sollten auch mechanisch gut eingestellt sein. Wenig Weg nach oben, zur evtl. Unterstützung der Querruder und megaviel nach unten. Auch hier stelle ich viel im Gebermenü ein. Das mechanische Differenzieren ist aber auch hier unumgänglich!
 
Dein Servo macht ja eine Kreisbewegung.

Du stellst das Servo in die Mitte.
Wenn Du jetzt den Knüppel bewegst, sollte das Servo in beiden Richtungen den selben weg machen und dein angeschlossenes Ruder nach oben und unten gleich viel Ausschlag.

Wenn Du nun aber den Servohebel in der Neutrallage versetzt ( wenn alles auf der Flächenunterseite angelenkt ist, den Hebel nach vorne ) und das Gestänge anpasst, dann wirst in eine Richtung mehr Aussschalg haben als in die andere Richtung.

Durch die Verwendung von geschwungenen Ruderhörnern kannst du dann noch einiges mehr herausholen!
Beispiel für geschwungene Ruderhörner sind diese:

Ruderhörner in dieser Art gibts von diversen Herstellern auch in GFK, aus Kunststoff, zum Schrauben, zum Kleben usw. Bild dient nur zur Veranschaulichung.

Leider kann ich das Thema nicht so gut beschreiben. Praktisch ists aber wirklich einfach.
Ansonsten einfach mal etwas experimentieren. Lernen durch probieren.
Aber davon abgesehen, wir konnten früher auch ohne Computersender unsere Querruder differenzieren.
Auch hier haben wir nur mechanisch unsere Wege eingestellt - also es geht wirklich!
 

kobalt

User
Danke Sunny, ich habe mir auch so was gedacht.
Hatte sogar mal ein Büchlein wo das alles beschrieben ist, habe es aber leider ensorgt, hoffnungslos veralted in Zeiten der Computerfernsteuerung dachte ich.

Gruss Ulli
 
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